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Ben Chananja · 1865-01-25 · 4 (25.1.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
4 (25.1.1865)
Date
1865-01-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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72 מ sameu" ia gehörige Betrachtung zu ziehea. MaimoaideS, bei welchem der Verstand die Oberhand über dke Fantasie hatte, hat die Fantasie etwas zu gering angeschlagen. °) Daß Grkeaotniß höher steht, als Fantasie, kann man unbedingt zugeben. Zugleich darf man aber auch nicht vergessen, daß gar Vieles, daS zu Einer Zeit für wirkliche Erkenntniß gehalten umrbe, von einer andern Zeit ins Reich der Fantasie verwiesen wird. Daß es Erkenntniß ist, hat eine frühere Zeit geglaubt, daß eS nur Produkt der Fantasie ist, hat eine spatere Zeit bewiesen. Der Filosof, dieser, — um mit Jean Paul zu reden, — edle Nußknacker aller harten Schalen, ist eine sehr ehrwürdige Gestalt, er hat maunigfaltige Verdienste. Man sagt zwar, er bringe Nebel zu Markte. Aber auch der Nebel ist nothwendig und hat gewiß auch mannigfachen Nutzen. Mancher betrachtet den Krug; mancher will wissen, waS derselbe enthält. 4 * 6) Mancher küminert sich weder um den Krug, noch um den Inhalt; seine Hauptsorge ist zu wissen, wer den Krug machte und wann derselbe gemacht wurde. (Fortsetzung folgt.) Die beiden Brunner. Dou Rabb. S. Kohn, öffentlicher ReligionSlehrer in Pest. Hern Sebastian Brunner, katholischer Priester, hat sich'« br» kanntlich zur Aufgabe gemacht, io jeder Nummer der von ihm redi« girten religiösen Zeitschrift seine judenfeindlichen Gesinnungen an den Tag zu legen, als ob es zu seiner Mission gehören würde, stets Be» schimpfungen und Schmähungen auf die Juden häufen zu müssen. 8s wäre wahrlich sehr traurig für uns Israeliten, weuu jeder katholische Geistliche der Gesinnungsgenosse eines Sebastian Brunners wäre, um ebenso rücksichtslos und feindlich in Wort und Schrift gegen Juden ans-, zutreten. Wir wissen wol nicht, ob der vor geraumer Zeit dahingeschiedene Dr. PH. Josef Brunner eia Anverwandter oder blos Namensbru» der DrS. Sebastian Brunner war; dem aber sei wie ihm wolle, er war aNeusall« Priester und Pfarrer zu Tiefenbach und Eichelberg, und sonach BerlisSgenosse de- S. Brunner; aber in welchem Kontraste die Denk- und GcsinnungSweisen der beiden Brunner stehen, möge uns sol» gendeS Gebet, welches wir audem von Dr. PH. I. Brunner verfaßten Gebetbuch (erschienen in Heilbroan am Nekar 1804) entlehnen, zeigen. 8S lautet Seite 326 daselbst wörtlich: Gebet für die Juden. ״Allmächtiger, ewiger Gott! ich flehe zu dir für das Wohl einer zerstreuten Natron, die so manchen Druck, so manche Verachtung, besooderS in der Vorzeit dulden mußt,. Ach, das Elend dieser Unglücklichen schien Dielen ein Triumph der Lehre Jesu zu sein, und um diesen Triumph noch glänzender zu machen, vergrößerte mau ihr Elend, uud zerstörte in diesem geschäftigen Volke jeden Keim de» bürgerlichen uud häuslichen Glückes. Die Religio» Jesu wurde ihuru verhaßt, weil so mancher Bekenner derselben ihre ewigen und gleichsam geschworue» Feinde waren. Nie soll ein so unwürdiger und feindseliger GlaubeuS» stolz mein Herz verblenden und verderben. Da ich. o mein Gott! von Jesu gelernt habe, daß alle Menschen Brüder flnd, so will ich an ihnen die Menschenuatur uud uud die Meuschearrchte verehren, dir fle mit mir gemein haben; ihr Elend selbst und ihre bürgerliche Erniedrigung soll mir allezeit die thätigste Begierde rinflößeu, fle zu trösten, ihre Leiden zu wildern, und sie durch den Antheil, den ich au ihrem Schicksale nehme, von dem betäubenden Schlage ihrer ehemaligen Zerstörung wieder aufzurichtra. Amen. Wir empfehlen Herrn Dr. Sebastian Brunner diesen Brief, wenn er ihn in seiner Zeitschrift nicht abdrucken will, doch wenigsten« mit Aufmerksamkeit zu durchlesen uud sich durch dir Beispiele solcher Priestrr eine« bessern belehren lassen zn wolle». 4) Sboth 2, 8. Vrgl. Ab. d. R. Nathan Kap. 18.: מלהט ז® יסה יסה בלא גסות רוח lompilirt gut, ohne Stolz. Diese Worte eathalten auch die bezügliche» Worte der angeführten Mischaa iu sich. 1׳ More 3. LI.: •כי המהשבר. בד מיונית לא חקרא דעה י) Der Leser erinnert sich au den bekannten Spruch Aboth 4.20. Sorresponde»,. Inland. P—•n. Vreßbnrg, 16. Jänner. Daß unser, Orthodore» ihre Geheimnisse treu zn bewahren versteht», ist uicht zu.leugnen, am End» kommen aber ihre Mysterien dennoch an'» Tageslicht. So habe» wir erst jetzt ans der Brochüre ״Lew Jwri" erfahren, daß unser Nab, biner sich lauge standhaft geweigert hat, der Einweihung der Synagoge beiznwohnen, indem er die beiden Thürmlein im Sinne de« Testa» mente« seine« Datrr« für eine unzulässige Neuerung erklärte. Erst nach» dem er die Zusage erhielt, daß die Thürme in der Folge beseitigt wer« den, entschloß er sich, bei dem Weihefeste zu erscheinen. Der ehrwürdige Rabbi hat die Zusage uicht vergessen. Di« Vorsteher der Gemeinde ver» trösten ihn aber auf bessere Zeiten» da ia diesem Augenblicke die Ge» meind,kaffe viel zu schwach ist, um die Abtragung-kosteu zu bestreiten. Kommt Zeit, kommt Rath! Wie verlautet, wird unser Prediger Fisch» mann eine Philippika gegen die oben erwähnte Brochüre halten, welche unter den hiesigen Talmudisten einen wahren Jubel hervorgerufen hat. 8. Mako, im Jänner. Auf Anregung unsere« verehrten Ober» rabiaerS Fischer» dessen vom Herzen kommende Ermahnungen auch zum Herzen dringen, ist zu Gunsten der Gemeiadearmeu eine Kollekte verattüaltet worden, deren Resultat sich auf 300 fl. beläuft. Auch der Heranwachsenden Jugend nimmt sich der verehrte Rabbi väterlich an. Der rrifern männlichen ertheilt er persönlich einen sehr zweckmäßigen Unterricht im Hebräischen. Durch die Fürsorge de« Herrn Sändor Bauer ist e« gelungen, die armen Schulkinder mit Kleidungsstücken z» versehen. Herr Jsak Kirschner ia Szegedin, wo er reichlich spendet, vergißt auch seine frühere Gemeinde nicht. Gr hat unserer Schule Brennholz gesendet. Die Stadtgemeinde trägt zu den Kosten unserer Schule 300 fl. und 4 Klafter Brennholz bei. E—ch. Großwardein, im Jänner. Herr Dr. Diamant hält seit einiger Zeit Vorträge über den Kusari, welche nach Inhalt und Form wahrhaft gediegen find. Jünger der hiesigen Zeschiwa und gebildete Laien lauschen mit Spannung seinem Vorträge. Aber selbst unser verehrter Obcrrabbiner, Herr Landsberger, der die Dunkelmänner von Szikßü und St. Peter nicht nur an talmudischer Gelehrsamkeit, sondern auch an Frömmigkeit übertrifft, nimmt ktineu Anstand, den Vorirägen des Herrn DrS. Diamant beizuwohneu. Die hiesig» Schule leistet Treffliches, uud fährt der Oberlehrer fort, sich um dieselbe Derdienste zu erwerben. Der Lehrer Blauhora ist leider au« Krankenlager gefesselt. Obue Zweifel wird ihm die gebührende Theilnahme uicht fehlen. Literarische Anzeigen. Lew Iwri, Kommentar über das Testament de-Rabbi Moses Sofer. I. Theil. Ungvär bei Karl Jäger 1864. (hebräisch.) Besprochen von D. K. Wieder einmal hat eine Eule dr» Fanatismus die Schwingen zum nächtlichen Fluge entfaltet und unter schaurigem und graufige« Heulen den bevorsteheudea Untergang der ״Jüdischkeit" der Welt ver» kündet. — ״Lew Jwri" ist derTitel eines Pamphletes über alle« Besser« und Edlere in Israel, da« sich dem berüchtigten Naar Zwri anschlirßt. Wie wacker wird da gekeift, geschimpft und geflucht über jene ״Kofrim, Mesilim und Madichim*, di» die Frechheit besitzen, au« andern Quellen al« aus ״Lew tow, Tam wejoschor, und Siwchath Nefesch" Belehrung zu schöpfen (S. 8)! wir übersprudelt jene« fromme ״jüdische Herz* von den obscönsten uud frivolsten Ausdrücken und Redewendungen über Got» teShLnser. iu denen der Gottesdienst geregelt ist (S. 3) uud die schönen und gehaltvollen Stellen unserer heiligen Schriften nicht absichtlich und vorsätzlich verrenkt und au-dem Zusammenhang« gerissen, sondern ihre» ursprünglichen Wortflnu« und ihrer eigentlichen, wahren Bedeutung nach gebraucht uud mit Anstand und Würde vorgetragen werden (S. 17 und 18); wir schwirren da die Pfeile de« Haffe«, de« Neide« und der Mißgunst gegen Rabbiueu und Vorsteher (S. 26 uud 30). dir der ge, sundea Meuschenverounft uicht mit geballter Faust io« Antlitz schlage«

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