Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 4 (25.1.1865)
- Date
- 1865-01-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543224--4077-2548014- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Banat 1× ep/1272623
OCR text
78 74 Mb vor jeferm noch so unschädliche» Schimmer feer Kultur uafe Geflt» lung nicht scheu feie Augen schließen wollen l Wahrlich, feer anonyme Verfasser dieser nach Inhalt und Form gleich merkwürdigen Broschüre Ldertrifft in der Kunst de« Keifen« uafe Schimpfen« sogar jenen wü» thenden KarLrr, Rabbi Salomo den Jerucham, der in seiner mit Gift uafe Galle getrLuktea Schrift Milchamot seinen Gegner. den Gaon Saadja» den ersten Vertreter fee« Derauaftglaubeo«, zermalmen zn können glaubte. Aaouymu« hätte, bevor er sein ״jüdische« Herzvor demRichrerstuhle der Oeffentlichkeit auSgtschültet. dir Worte im Talmud, mit dem er doch so selbstgefällig und fiegeSgewiß einherparadirt, beherzigen sollen: sSabdath 33. ») Wegen der Sünde unanständiger obsröoer Re« dea-arten kommen viele Leiden und schwere Verhängnisse über die Welt"; ferner (Peßachim 66 b}; ״Gin Mensch, der fich von Zorn hinreißen läßt, — ist er ,in Weiser, verliert er seine Weisheit, und ist er eia Profet. verliert er die Gabe der Profetie", ferner (das.): Der Jähzornige macht fich und selbst, wenn ihm da« größte Aoseheu und die höchste Würde beschiedrn wäre, solcher HimmeiSgaben selbst verlustig." Er hätte ferner gut gelhan. über die Anwendbarkeit gewisser Kraftausdrüeke, al« da find: Epicorfim, Mefitim und Madichim. die er fast auf jeder Seite seine« ״jüdischen Herzen«" gebraucht, fich zuvor genügenden Aufschluß zu verschaffen, ehe er allen denen, die in sein Credo und Veto nicht eiustimmru wollen, mit ähnlichen Ehrentiteln aufgewartet.—Wir wollen dem Gedächtnisse de« anonymen Herrn Verfasser« de« ״Lew Jwri" mit einigen Daten zu Hilfe kommen, vielleicht wird er bei der Abfassung de« zweiten Theile« seine« gelehrten Werke« sich bewogen fühlen, im Gebrauche von HöslichkcilSauSdrücken, wie die oben angeführten, etwa« haushälterischer zu Werke zu gehen! Maimonide« (Zad Chasaka, Hilchot Teschuba) sagt: Folgende drei werden Epicorfim genannt, der da behauptet: e« gebe keine Profetie und Art de« Wissen« die unmittelbar von Gott dem Herrn zum Menschen gelangen konnte, serner, der die Profetie unsere« Lehrer« Mose« leugnet und schließlich derjenige, der da behauptet, Gott der Herr wisse nicht« von den Handlungen Le« Menschen, sol che drei werden Epicorfim genannt." Begeht nun derjenige, der an einem geregelten Gottesdienste theilnimmt, eine von den eben angeführten Sünden? Verdient er den Namen Epicoro«?, Ueber Mcfi« und Madiach, die ihrer Bedeutung nach einander gleich, und fich nur durch die Zahl der durch sie verleiteten Opfer unterscheiden, kann sich der erbitterte Verfasser de« famosen Lew Jwri ebcnsall« im Jad Chasaka (HilchoS Akum) näheren Aufschluß verschaffen. Daselbst wird er erfahren, daß, wer fich bemüht, seine Glaubens- und Zeitge- ״offen zu überzeugen, daß rin Gottesdienst mit 10, anstatt 4 Sänger, wie früher, so wenig Aehnlichkeit mit Götzendienst habe, wie die Droschüre Lew Jwri mit der Denk- und GesühlSwweise eine« wahrhaft frommen ״jüdischeo Herzen«", noch lange nicht verdient, rin Mrfi«, ein Madiach geschimpft zu werden. In dem Vorworte sucht der sanguinische Verfasser de« ״Lew Jwri" die bindende Kraft nachzuweisen, die da« Testament eine« Fawilienhaupte« oder einer allgemein anerkannten Persönlichkeit besitzt, und begründet hierauf sein verdtenstvollr« Beginnen, da« Testament de« Rabbi Mose« Sofer s. A. in Begleitung ciuer Schmähschrift über die Errungenschaften der Jetztzeit auf geistigem und kultuellrm Gebiete, in der Form eine« Kommentare« vor da« Fornm der Oeffentlichkeit zu dringeo. — Wir empfehlen dem anonymen Verfasser de« ״Lew Jwri", wenn er sich schon mit der Veröffentlichung und Kommeutirung von Trstamenteu großer Männer in Israel abgibt, da« Testament de« Rabbi Abraham Horowitz, Vater« deberühmten Jesaiä« Horowitz, de« Vcr« sasser« de« ש?״ה lur öffentlichen Kenntniß zn bringen. Dort (של״ה S. 71, b) beißt e« unter Aiiderm: Nehmt Such in Acht, daß Ihr mit Gemeinden nicht zanket und hadert, weder wegeu Steuern, noch wegen Grbaruugeu von Gemeiudegelderu oder wegeu Uebergehung bei Be« setzung von Gemeindeämtern, überhaupt w!gea keiner Augelegeoheit und wäre sie die wichtigste von der Welt, sondern traget Eure Anliegen ruhig und überlegt, gelassen und gemessen, mit Würde und Anstand vor. Euere Lippen sollen fich nur bewegen, aber Euere Stimme soll fich vor ihnen nicht bi« zum Lärmen und Poltern »ersteigen, oder mit kurzen Worten» sprechen könnet Ihr scheu, aber schimpfen und keife» sollt Ihr nicht nach Art jener Streitlustigen und Zanksüchtigen; ferner heißt e« daselbst: Dir Mehrzahl hat entscheide»-»« Uebergewicht »ufe immer verliert feie Aoficht Einzelner ihr» Defeeuluüg und Wichtigkeit gegenüber der Aoficht der Mehrheit, und beträfe der Gegenstand fee« Streite« (wir iw fragliche» Falle) selbst fee» Namen Gotte« und wäre die Wahrheit auch auf feer Srite feer Siazelnro, wie wir ja dir« auch iw Talmud bei Rabbi Eliesrr de« Großen finden, auf dessen Stimm» dir Weisen keine Rücksicht »ahmen, trotz Wunderuafe Wahrzeichen, und trotz der Beweise, mit denen er die Wahrheit uud Richtigkeit seiner Anfichteo und Behauptungen z» bekräftigen bemüht war, darum befehle und warne ich wiederhol», daß Ihr Euch in solchen Fällen in Acht nehmet und Euch von solchen uufe ähnlichen Dingen möglichst fern halten sollet." — Wie steche» au» diese Worte von denen im ״Lew Jwri" (S. S) ab! wo Zwietracht ge« predigt, Gemeinden zum Abfall von ihren ReligionSvertretern und Vor» stehern aufgestachelt uud Drachenzähne der Parteiung und Spaltung ge» säet werden, weil man e« gewagt, den Gottesdienst io einer dem Schul» chan Aruch nicht im Geringsten widerstoßendea Weise zu regeln, weil mau ferner da« schreckliche Verbrechen begeht, dic Kinder nicht iw ver» dorbeaea alijüdischen Jargon, sondern in rein deutscher Sprache z» unterrichten (S. 13), weil man ferner — dorribils dictu! — in gottestienstlichen Vorträgen, der Schedim und Rucho« auch nicht mit einer. Sylbe erwähnt und weil man endlich (S. 6) die Zahl jener ״Mi«» parzim" nicht zu vermehren trachtet, die ein Vortrag im verdorbenen Jargon mehr entzückt und enthusiaSmirt, al« eine (logisch gegliederte, sorgfältig durchdachte, wohlgeformte und anständig oorgetragenr)" Rede eine« IpH." ״Wie mächtig dir Kraft de« Jezer horo ist", erprktorirt fich da« ״jüdische Herz", da« bezeugt schon die heilige Schrift, indem fie sagt ״״und dic Schlange war listiger, als alle Thiere de« Felde«"" wen» nun ein Jude, und insbesondere ein gotte-fürchtigtr Jude hiagehi, ,in,» solchen Neuerer, einen solchen Maulhelden zu hören, wie er in seiner Rede über Gottesfurcht und Moral spricht, und die Flammen der Be« geisterung au« weitaufgeriffenen Augen, frecher Stirn und hochmüthige» Herzen sprühen sieht (was aber nur im Hochmuthe Jerobeam« seine» Grund hat, trotzdem die« ״״geistvoll"" genannt wird), der wird ganz gewiß von der Maske solcher erheuchelter Gottesfurcht fich täuschen unfe verführen lassen. Und wie oft schließt der Jezer horo am Sabbathe di, GeschäflSbuden und Gewölbe, um darzuthun, wie fromm und gölte«» sürchiig solche Großsprecher und Zungenhelden auf die Gemüther wirken?! Ist da« nicht da« Werk der alten Schlange und ihrer Verbündeten" (S. 18.) — ״Was hätte sonst vermocht Deutschland, einst die Heimat dcr Gottesfurcht, auf einen so niedrigen Stand der Religiösität herabzubringen, Mähren und Böhmen. Dac-ka und da« Banat in öde Wü« stcn zu verwandeln und au« manchen Gemeinden Oberungarn«, die einst als Zierden der Lrhrr und der Gottesfurcht dagestaudeu, alle« Hei» lige hinwegzuräumen, wenn nicht die verführerische Schlange in der Gestalt solcher Neuerer?" (das.) — S. 5 werden plumpe abgedroschene Witze gerissen über Mose« Mendelssohn und seine Bibelübersetzung unfe zum Beweise der Schädlichkeit seiner Schriften wird in gemeiner Scha« densrrudc auf seine Nachkomme» hingrwicsen, dir ihren väterliche» Glauben abgeschworen haben! Kennt da« ״jüdische Herz" nicht da« Gebot: ״Man darf Eltern der Kinder wegen nicht verdammen!" Ra» denn Gerschom. Leu seine Zeit mit dem Ehrentitel M׳ar Hagolah (Leuchte der Verbannten) schmückte, hatte ,inen Sohn, de» sein persöo« liche« Interesse io der Zeit schwerer Prüfungen in die Arme eine« sremden Glauben« trieb"), wird etwa da« ״jüdische Herz" da« Verbreche» de« Sohne« rem Vater zur Last zu legen und Rabenu Gerschom seit»» strenge Rrchtgläudigkeit abzusprecheu wagen? Auf derselben Seite A»» merkung 4 wird sogar da« Studium der hebräischen Grammatik per« horre«zirt uud zwar au« keiuem andern Grunde, al« weil auch Frevler und Leugner de« jüdischen Gesetz,« (uud hirber gehören all diejenige», die nicht so denken, schreibe« nnd sprechen, wie der Vers.) da« Studium der hebräischen Grammatik betreibe«; dieselben ״Relchoim und Koferim" aber liegen auch dem Studium de« Talmud ob, wi, kommt ,«. frag,» wir erstaunt, daß da« ״jüdische Herz" fich nicht scheu». fee» Talmuds •) S. Grätz Geschichte. Band S. S. 410.