Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 29 (20.7.1864)
- Date
- 1864-07-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543121-2543151--3771-2547679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
'589 590 bloS aus überkommener Ueberlieferung (מצר הקבלה בלבד) von den Vätern und ohne eigene Selbstforschung glauben sollen, denn dies ist Sitte der Heiden; sondern die Ueberlieferung muß durch die eigene Erforschung bewahrheitet werden. Deshalb gebraucht der königliche Sänger beide AuSdrücke: Erkenntniß (דע) und Ueberlieferung (אלקי אביך). Abraham war der erste , der Gott blos aus eigener Erforschung erkannte und diese Erkenntniß weiter verpflanzte. Würde es also blos heißen: Der Gott Abrahams, Jizchaks und Jakobs, so wäre der Sinn: weil Gott der Gott Abrahams gewesen, war Er es auch für Isaak und Jakob, d. h. diese Haben diesen Glanben blos als ein väterliches Erbe übernommen; daher wird der Name ״Gott" bei einem jeden wiederholt, um anzuzeigen, daß Gott von den zwei letztem Patriarchen auf dieselbe Weise, d. h. auch aus eigenem Nachdenken erkannt wurde, wie dies bei Abraham geschehen. Diese Lehre, schließt N. Me'ir, ist die wahre Stütze unseres Glaubens: (סנים מאירוח ח" ר שאלה לט) זה הזוק אמונתנו הקרושה Was würden unsere Neuorthodoren zu solcher rationaler Eregese sagen? Würde R. Mein nicht von seinem jetzigen Nachfolger vor das Mainzer Tribunal zitirt und als Häretiker erklärt werden? R. Mel'r besaß ferner einen von Vorurtheilen und abergläubischen Gesinnungen ganz freien Geist und verbot daher jeden den Aberglauben nährenden Gebrauch. Es wurde folgende Frage an ihn gestellt: Ein Säugling ist des Schlafes beraubt; alle Frauen geben als Mittel der Heilung an, daß man dem Kinde die Nägel an Händen und Füßen abschneide, wie auch einen Theil der Haare, dies Alles in eine Eierschale lege und es unter einem Baume verberge. R. MeN spricht sich in seiner Antwort ganz entrüstet über solche abergläubische Gebräuche aus, und will sie ganz aus der Mitte Israels verbannt wissen (ס״מ ה״ר,לו). Ebenso eifert er gegen die zu seiner Zeit aufgetauchten Frömmler, die das Heil des Judenthums nur in der An- Häufung von Gebeten ohne Berücksichtigung ans das Publikum zu finden glaubten. ומכאן חשובה לאותן אשר הרשימ מקרוב באו ותקנו לומר בבה״כ אהר התפילה כמה מזמוריבט ולא הסו על טורח הצבור ע״כ אין להוסיף אל הראשונים פ״ם ה״ר שאלה סג. Wir wollen in unfern Mittheilungen fortfahren, weil diese geeignet sind, die völlige Hohlheit und die gänzliche lalmudische Unwissenheit unserer Romantiker an den Tag zu legen. Schon in R. MeNs Zeiten spielte das Kaffeetrinken im häuslichen und gesellschaftlichen Leben eine Rolle und war das Besuchen von öffentlichen Kaffeehäusern selbst unter Inden häufig im Gebrauche, was auf einen gewissen Grad von Zivilisation hindeutet. ES finden sich in erwähnten Gutachten nicht weniger als drei Anfragen über den Kaffee vor. Nr. 41 (מהרם א״ש ח״ב) handelt darüber ab, ob es an Feiertagen erlaubt sei, Kaffee zu mahlen, was R. MeNnatürlich gestattet. Nr. 61 (ibick.) wird die Frage gestellt, ob der von Nichtjuden zubereitete Kaffee zu trinken gestattet sei? R. Me'kr äußerte sich dahin, daß zwar streng genommen, dies nicht zu verbieten sei, wie es auch der Verfasser des פ״ח erlaubt; allein ein als besonders skrupulös geltender Mann (בעלו נפש) soll sich davon zurückhalten nicht blos am Sabbath, sondern auch an Wochentagen (משום בשול נוי). Ebenso spricht sich R. Ezechiel Landau in seinem Gutachten (נבי׳ מהיריק יורי שאלה לו) verbietend gegen das Kaffeetrinken in öffentlichen Kaffeehäusern aus und zwar aus einem andern Grunde: nämlich weil das Getränk in nichtjüdischen Gefäßen zubereitet wird. Die Stelle daselbst lautet: ומה שכישבפראנ שותין בני תורה הקאווע בבתים של אינו יהודים ידע דונם מעלתו אם הם בני חורה אינם בני יראה והמה קלי דעת Ich bin sehr neugierig zu wissen, wie nnsere Romantiker, die so häufig von den Kaffeehäusern Gebrauch machen, diesen zwei so hochgestellten Autoritäten auf dem Gebiete des Talmuds zu trotzen wagen. Nr. 190 (מהרם א״ש ,ה״ב) wird verhandelt, welcher Segensspruch über Kaffee und Thee zu machen sei. R. Me'ir zitirt die Ansicht des als Chaßid und Talmudisten so berühmten R. Samuel Schattin aus Frankfurt, der über diese Getränke, wie über sonstige Erdfrüchte den Lobspruch בפ״הא verrichtete, obwol, setzt er fort, dies im Widerspruche mit dem Weltgebrauche und gegen den UsuS ist; allein jeder Gebrauch, der nicht von Autoritäten eingeführt ist, hat weder Geltung noch verbindende Kraft. Kennen unsere Romantiker auch diesen Ausspruch, da sie so gerne wegen eines בואי כילה Himmel und Erde in Bewegung setzen? — Endlich wollen wir noch unsere Leser auf eine Stelle aufmerksam machen, weil es sich um eine Anfrage handelt, die erst in jüngster Zeit in meiner Nachbarschaft einem unserer besten und edelsten Rabbinen die letzten Lebenstage verbitterte. Nr. 182 (מהרם א״ש ה״ב) wird die Frage gestellt, ob es gestattet sei, ein Frauenbad (מקורי) mittelst einer Pumpe herzurichten? Bedenkt man, in welchem traurigen Zustande unsere Franenbäder im Allgemeinen sich befiuden, zu denen man nach Zurücklegung von oft 50 Treppen in die Tiefe erst in einen finstern Keller gelangt, wo jedem freien Luftzuge und erwärmenden Sonnenstrahl der Zugang abgesperrt ist, so wird man sich leicht von der Wichtigkeit dieser Frage überzeugen, bei deren Bejahung allein die Errichtung vom gesunden und freundlichen Frauenbädern ermöglicht wird. R. Me'ir, obwol mit der Theorie dieser Maschine ganz unbekannt, indem er der Meinung ist, daß das Aufsteigen der Luft beim Auspumpen das Wasser nach sich in die Höhe zieht, wie etwa die Wolken die Dünste emporziehen, gestattet dennoch ein solches Frauenbad ohne jedes Bedenken. Es ist nichts weiter, äußert er, als wenn Jemand mit seinem Hauche Wasser von einer Stelle zu einer andern bewegt. Besonders, schließt er, ist dagegen nichts einzuwenden, wenn