Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 29 (20.7.1864)
- Date
- 1864-07-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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691 692 Sachverständige versichern, daß das Wasser im Bade mit der Quelle einmal in Verbindung gestanden, sollte auch dies dann aufgehört haben. Derselben Ansicht über das System der Luftpumpe scheint auch R. Josef Steinhardt zu sein. <שדת לבררן יוסף יו׳ד שאלה יג) , der ebenfalls auf eine aus Regensburg an ihn gerichtete Anfrage, ob ein Frauenbad mittelst Pumpe gestattet sei, bejahend antwortet und dafür folgende zwei Gründe angibt: 1. ist dies blos כה כוחו, eine durch ein zweites Medium abgeschwächte Menschenkraft, 2. Soll das Wasser im Bade nach geschehener Einpumpung mit der Quelle einmal in Verbindung gebracht werden. Hören wir R. Ezechiel Landaus Ansicht über die Wirkung der Luftpumpe. Es wurde an ihn die Frage gestellt, ob Wein, den ein Nichtjude mit einem Heber aus dem Fasse gezogen, zu trinken gestattet sei? Er äußert sich, wie folgt (נוב״י מה״דק יוד שאלה לט) : Es ist bekannt, daß der Wein dadurch in die Höhe steigt, weil die Luft aus dem Heber gezogen wird, denn da keine Leere im Universum bestehen kann, so muß der Wein von selbst in die Höhe steigen, um diesen luftleeren Raum auszufüllen, der Wein ist zu trinken erlaubt, denn dieser wird nicht durch die Kraft des Menschen gezogen. Nach dieser Theorie, dem alten, bis Galiläi's Zeit vorherrschend gewesenen Systeme von dem Abscheu der Natur vor dem leeren Raume, wäre ein Frauenbad mittelst Pnmpe um so eher gestattet, weil ja dabei, wie Landau äußert, die Flüssigkeit von selbst ohne menschliche Einwirkung in die Höhe steigt. (Fortsetzung folgt.) Leiträge zur Kultur- und Literuturgesihichte. Von Leopold Dukes. (Fortsetzung. *) VII. Höhere Stimmungen.') Man hat es ferner mit den Anschauungen über נבואה (Profezeihung) in Verbindung gebracht. Maimonides hat dieses schon bei den Mohamedaneru vorgesnnden. Die überschwenglichen Gedanken des den Gabirol sind ebenfalls dieser Quelle entnommen.T3) Für die idealistischen Bestrebungen und Anschauungen ist er bei den Juden als Vater zu betrachten. 14) Moses ben Esra erwähnt den שכל הפועל im Allgemeinen und gibt eine Definition davon.IB) Iehuda Ha-Levi erwähnt im Allgemeinen, daß die Filosofen den שכל הפועל für ihr Paradies 16) halten, *) S. die Beilage zu Nummer 27. ,3) Im Allgemeine» haben wir bereits in unserem ben Gabirol (S. 6) darauf aufmerksam gemacht. Mögen auch die folgenden Worte desselben (Mekor Chajim S. 1) hier stehen בידיעה ובמעשה תדבק הנפש בעולם העליון. H) Die hebräische Uebersetzung des מוסרי הפילוסופים erschien erst an 100 Jahre nach ben Gabirots Tod. 1S) Vergl. Zion II S. ISO. ד Vergl.כוזרי v 8-10 (עדנם (השכל!הפועל p - והוא והתמדתם הנצחית. ohne übrigens dieses als seine eigene Meinug auszugeben. Derselbe sagt: ״er kenne den Unterschied zwischen dem Gotte Abrahams und dem Gotte Aristoteles."") Dieser Ausdruck, an sich anschaulich, bezeichnet den Unterschied zwischen dem Gölte der Offenbarung und dem der Filosofie. Er wurde im Allgemeinen noch öfter erwähnt in der Periode vor Maimonides. Maimonides, dessen Einfluß sehr groß war, hat den שכל הפועל ins Bereich der hebräischen Literatur auf sehr vielen Seiten eingeführt, und vieles damit in Verbindüng gebracht. Nach Maimonides wurde die/e Anschauung sehr allgemein. Die dem Maimonides zngeeignete kleine Schrift, welche unter dem Namen lS) פרקי הצלתה bekannt ist, darf nur als eine Exposition der Stelle des ״Mußare" betrachtet werden. Man darf wol voraussetzen, daß Maimonides das ״Mnßare" betrachtet hat. Es ist übrigens auch möglich, daß derselbe als strenger Systematiker nicht viel aus dieser Spruchsammlung machte, was weder dem Buche, noch ihm selbst schadet. Die später« Aristoteliker der Juden, Josef Caspi, Moses Narboni^) und Levi ben Gerson n. a. m. haben auf allen Seiten Gebrauch davon gemacht, und ihre Zeitgenossen, die blos talmudischen Rabbinen, haben oft ihren Unwillen darüber ausgegossen. (Eine Sammlung von solchen Stellen wäre an sich interessant.) Die Anschauung von dem שדל הפועל als Gebilde des menschlichen Verstandes kann in religiösen Anschauungen, spezieller Art gebraucht werden. Jede spezielle Religion kann das ihr Eigenthümliche damit vereinigen, und dieses ist auch wirklich geschehen. Der Zusammenhang desselben mit der נבואה sowie mit עילם הבא macht dieses anschaulich genug. Der, Der stand und die Phantasie begegnen sich im שכל הפועל und haben sich auch gegenseitig ergänzt. Der שכל הפועל in dem Sinne der arabischen Filososie ist verschwunden, der Geist aber ist geblieben. Er ist gestaltbar und wird die Seele der Geschichte bleiben. Der thätige Verstand (שכל הפועל) wird immer den Griffel führen und seine eigenen Erlebnisse eintragen. Die angeführte Stelle ans dem ״Mußare" ist für die jüngsten 1000 Jahre als Quelle zu betrachten. Die ursprünglichen Quellen für diese Gedanken liegen eine Zeitenstrecke von zwei Jahrtausenden höher hinauf. Plato, Philo und das Buch der Weisheit sind als die alten Quellen zu betrachten. Es waren aber dieselben im Mittelalter nicht bekannt. Was die Worte "וידבק הזך בזן wirklich bedeuten, können wir nicht angeben, was sie aber bedeuten können, kann jeder sich selbst sagen. Man hat dieses gethan. Alles dieses znsammengenommen, heißt Geschichte. Das Göttliche, oder das dafür Gehaltene, durch die jedesmalige Individualität des Einzelnen gehend, nimmt verschiedene Gestalten an. ") Bergt כוזדי n §■16 - והבינותי בין אלתי אברהם ובין אלהי אריסטו. ״') Ts ist unter andern im פאד הדוד abgedruckt. ,9) Gelegentlich mag hier auch zugleich bemerkt sein, daß D'H e r b e l o t (Art. Haiden I a k d a 11) den N a r b o n i für den U e b e rsetz er dieses Buches hält. Derselbe war blvß der Kommentator desselben.