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Ben Chananja · 1864-07-20 · 29 (20.7.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
29 (20.7.1864)
Date
1864-07-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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687 588 ״Meine Herren! Ich habe den Bericht, den Sie mir über die Organisation und die Leistungen der Schule für Künste und Gewerbe in Stcaßburg zuzusenden die Gefälligkeit hatten, erhalten und mit vielem Interesse gelesen. Diese Erfolge, welche sich unter einer väterlichen und klugen Verwaltung von Jahr zu Jahr vermehren, beweisen, vaß Ihr Verein zur Aufmunterung zur Arbeit durch sich selbst eine der des.- setn Lösungen der schwierigen Frage, wie die Lehrzeit mit dem den jungen Arbeitern nötyigen Unterrichte zu verbinden sei, gefunden und realissrt hat. Ich werde die interessanten Details, welche ich ans den mir zugesaudten Dokumenten geschöpft habe, zur Kcnutniß der Kommission bringen, die sich im Aufträge des Handelsministeriums gebildet hat, um sich mit dem gewerblichen Unterrichte zu beschäftigen, und ich zweifle nicht, daß die Kommission gleich mir die Großmuth der Gesinnungen würdigen wird, welche Ihren Verein leiten, sowie die glücklichen Erfolge, welche derselbe erzielt hat. Genehmigen Sie. Gezeichnet: Der Divistonsgeneral, Mitglied der Akademie, Direktor deö Konservatoriums der Künste und Gewerbe, Morin. Im verflossenen April besuchte der Minister des öffentlicheu Unterrichtes, Herr Duruy, in Gesellschaft des Präfekten des Niederrheins, Herrn Mignert, und des Inspektors der Akademie, Herrn Dnval-Jouve, die mehrerwähnte Straßburger Schule. Der Minister sprach seine Zufriedenheit aus, und sendete am 11. April 100 Fr. zur Vertheilung an die fleißigeren Schüler der Anstalt. Nächst diesen instruktiven Thatsachen, welche wir den jüd. Handwerkervereinen zu Pest, Arad und Debreczin zur besondern Beachtung empfehlen, dürfte noch zu erwägen sein, das die schon vorhandenen und die projektirlen landwirthschaftlichen Institute in Ungarn an solchen Orten ihren Sitz haben, oder haben werden, wo keine oder doch nur sehr kleine jüdische Gemeinden sind, so daß daselbst ärmere jüdische Jünglinge kaum eine Unterkunft finden können. Mit einer jüdischen landwirthschaftlichen Schule dagegen könnte und sollte ein Alumnat, könnten und sollten Stipendien verbunden werden, die auch den Söhnen ärmerer Eltern die Mittel böten, sich der Landwirthschaft zu widmen. Trotz dieser einleuchtenden Betrachtungen sind wir weit entfernt, uns ein maßgebendes Urtheil zu gestatten. Mögen sich Sachkenner umständlich aussprechen. Sollte der Vorschlag Anklang finden, werden wir mit vielem Vergnügen bereit sein, alle das zu gründende Institut betreffende Erörterungen in besonderen Beilagen zu veröffentlichen, und etwaige Spenden und Stiftungen zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Herr Mürocza sagt in seinem bereits erwähnten Aufrufe: ״Von Seiten der hohen Regierung haben wir keine Verhinderung zu fürchten; wir dürfen sogar erwarten, daß sie unser Ziel fördern werde, indem sie die Frage der landwirthschaftlichen Institute selbst in die Hand genommen, und unser großer Patriot Franz Deäk in dem Ausschüsse des gemeinschaftlich mit der Regierung wirkenden landwirthschaftltchen Zentralvereins erst am 9. April erklärt hat, daß hie projektirten vier Institute bet weitem nicht Hinreichen, die Bedürfnisse eines Reiches von so groß.r Ausdehnung zu befriedigen." Dieselbe Hoffnung dürfen aber ohne Zweifel auch die Gründer des jüdischen Institutes hegen: ist ja der Vorschlag, ein solches Institut ins Leben zu rufen, von einem offiziellen Blatte ausgegangen! Die Sdjidifafe uuö Wrebimgeil bet israelitischen Zemeiiibe za Rechaiß. Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und;18. Jahrhundert. Von Dr. M. Zipfer, Obcrrabbiner. (Fortsetzung. *) Zur Charakteristrung dieses Zeitalters wollen wir noch einige Stellen aus besagtem Gutachten des R. Melr Eisenstadt hier miktheilen, die zugleich einen Gradmesser zwischen dem Einst und Jetzt zu liefern geeignet sind. Es ist zu bedauern, daß gerade am Orte dieses gelehrten und wahrhaft frommen Rabbi sich in neuester Zeit so viele Arroganz, gepaart mit talmudischer Unwissenheit, breit zu machen strebt. Im Widersprnche mit dem echt religiösen Spruche unserer Weisen: לעולם יהא אדם ירא שמים בסחר wird daselbst in Theorie und Praris nur scheinheiliges Wesen zur Schau getragen und als echte Münze wahrer Gottesfurcht ausgegeben. Man besucht z. B. einen vielgeltenden Finanzmann auf dem Lande, trägt aber Bedenken, in die Kutsche zu steigen, weil dieselbe mit Schatneö ausgepolstert ist. Nun sehe man, was R. Mei'r, dieser von der strengsten Orthodoxie gewiß unangefochtene Rabbi, darüber lehrt: Nr. 112 (הרס א״ש ח״ב») wird die Frage an ihn gestellt, ob es erlaubt sei, sich eines Sessels oder einer Kutsche zu bedienen, deren Polster mit Schatnes ausgepolstert sind? Seine Antwort lautet bejahend. Zwei Talmudisten hatten einen heftigen Streit, ob es erlaubt/sei, am Sabbath eine Sackuhr bei sich zu tragen, der Eine hielt es für erlaubt, der Andere erklärte denselben für זקן ממרא. Sie Anfrage kam vor R. Me'ir und er schloß sich nicht nur der Ansicht des Ersteren an, sondern erklärte sogar für erlaub!, eine Uhr am Sabbath aufzuziehen (iiriä II. Th. Nr. 122). Eine andere Frage wurde an ihn gerichtet, warum es in dem ersten der 18 Segenssprüche heißt: Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs , da es einfacher heißen sollte, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Hören wir seine Antwort: König David, lautete dieselbe, ermahnte seinen Sohn Salomo (I Ehr. 28, 9) : Du mein Sohn, erkenne den Gott deiner Väter und diene ihm. Diese Stelle will uns ermahnen, daß wir an Gott nicht *) S. die vor. Nummer.

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