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Ben Chananja · 1863-04-15 · 16 (15.4.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
16 (15.4.1863)
Date
1863-04-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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293 294 Vorsehung gefallen hat, dieser Gemeinde durch den Sonnabend am 24. August um 4 Uhr Nachmittags erfolgten Tod ihres gefeierten OberrabbincrS Aron Ehorin in dessen 79. Lebensjahre, im 56. Jahre seiner Amtsführung, ihre schönste Zierde zu entreißen. Die irdischen Reste keS selig hinüber Geschiedenen werden Montag am 26. August Nachmittags um 3 Uhr mit geziemender Leichenfeier zur friedlichen Ruhe bestattet werden." DaS Leichenbegängniß war imposant. Nicht nur Eho, rinS Gemeinde, die ganze Araber Stadt betheiligte sich an demselben: die Nachricht von seinem Dahinscheiden war Sonntag am 25. August in den Kirchen verkündet worden. Während deS LeichenzugeS läuteten die Glocken aller Arader Kirchen. Leichenreden hielten: der Szegedincr Prediger Danie! Pillitz, der Rabbiner von Cimand, Lazar Skreinka und Leo JriteleS. Pillitz sagte unter Andern!: ״Ehorin hat gelehrt, wie er geglaubt, und gehandelt, wie er gelehrt. Und waren seine Lehren auch nicht für sein Zeitalter, und war sein Zeitaller auch nicht für seine Lehren, er hat den M»th gehabt, für seine Uebenengiittg einzustehen, ssc zu verfechten .n einer Zeit, als er noch ganz allein dastand. und einer Welk gegenüber, die furchtbar wider ihn sich erhoben batte. Er bat nicht gescheut den schweren Kampf, er ist hcrvorgctreien nnd bat kaS heiße Tagewerk männlich bestanden!" (h sprach U’nu'r von dem bedeutenden Einflüsse, welchen Eborin bei den Behörden halte und zum Nutzen Einzelner, wie ganzer Gemeinden anwendcte. JeiteleS, der dem Perblichenen sehr nabe stand, schilderte auch die Seelenruhe, mit ,reicher der-!elbe seiner Todesstunde entgcgensah. Ein christlicher Advokat. Ata»! Vifer, ließ einen Nachruf in ungarischer Sprache drucken. Am 21. September wnrde in der Svnagoge zu Arad eine Todlenscler gehalten, bei welcher Skreinka das Wort führte. Am 21. Oktober fand abermals eine Feierlich- Ieit stau, bei ,reicher auch HaSkel Silbermann, ein Thal- ::indist nnd Schützling EhorinS, eine Rede hielt. Seine Grab- ,chrift haue Ehorin selbst versaßt. Bei jeder Scelengedächtniß- Feier wird sein Name zuerst genannt, außerdem wird an seine»! Sterbetage (ט׳ ארזי) eine angemessene Feier in der Svnagoge gehalten. Die dankbare Belehrung der Araber Gemeinde für ihren treuen Hirten hat nach dessen Tode noch zngenommen. Am 2 t. April 1850 wurde ans Antrag des bereit-erwähnten Vorstehers, Leopold Epstein, beschlossen, ans dem Grabe EhorinS eine Nische zu erbauen, nnd in derselben dessen Büste ausznstellen. Die Ausführung dieses Beschlusses wurde folgenden Gemeindegliedern übertragen: Leopold Epstein, Joses Herz, Moriz Brüll, M. A. Pollak, David Kronberger. Die Nische wurde von dem Baumeister Ecker erbaut; Die Baukosten betragen 726 fl. 49 kr. B. D. Dazu steuerten bei: die Familie EhorinS 200 fl.. Mitglieder der Gemeinde durch Subskription 272 fl. 30 kr., die Gemeindekasse 253 fl. 19 kr. Die Chevra-Kadischa verpflichtcte sich, die Nische stets im guten Stande zu erhalten, und etwaige Reparaturen auf ihre Kosten vorzuuehmea. Die Büste selbst lieferte der bereits genannte jüdische Bildhauer Jakob Guttmann, der in seiner Jugend EhorinS Schütz« ling gewesen war. Guttmann hat dieselbe in Rom aus feinen weißen karrarischen Marmor verfertiget, ohne dafür eine Bezahlung annrhmen zu wollen. An, 10. In1851 ,״ wurde : die Büste feierlich enthüllt. EhorinS Nachfolger, Oberrab-! biner Jakob Steinha׳׳dt, hielt eine Denkrede. Die ganze Ge-! meinte war bei dieser Feier versammelt; auch die Eivil- und , Militär-Autoritäten der Stadt und deS KomitateS waren! erschienen. Einige Nachbargcmcinden ließen sich durch Abgej ordnete auS ihrer Mitte vertreten. . Außerhalb dieser kleinen Nachbargemeinden verhielten j sich die Svnagogen Ungarnschweigsam bei dem Tode ChocinS. Dagegen wurden in den jüdischen Zeitblättern deS! Auslandes, in der ״Allgemeinen Zeitung deS JudenthumS",! im ״Orient", in den ״ArchiveS JsraeliteS" seine Verdienste anerkannt. Der Redakteur eines in Wien erscheinenden jüdischeu BlatteS bat sich zwar noch vor Kurzem nicht cntblödet, dem vielgeprüften Kämpfer und Dulder die Schmähung; nachzuschicken, derselbe bade nur daS Verdienst gehabt, die Alisklärnng mißverstanden zu haben!! Jost nnd Zunz haben Aron Ehorin besser zn würdigen gewußt, und ihm seinen Platz in der neuern Geschichte der Inden angewiesen. Diejenigen, »׳eiche befähigt und beflissen sind, die jüdifch-theologische Wissenschaft auf einen Höhe!!! Standpunkt, als der EhorinS war. zu erheben, sind bei ihrer geschichtlieben Anschauungsweise am geneigtesten, Ehorin Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Daher ist Ehorin bis zur Stunde zumeist von deutschen Gelehrten gewürdigt worden, waS freilich das eben erwähnte wohtdienerische Blatt ignorirt, welches daS Erscheinen der vorliegenden Diograsie mit poltzrisoinmissärlichen Bemerkungen begleitet. Für die ungarischen Inden hat Aron Ehorin allerdings eine spezielle Bedeut-! samkcit. Dieselben haben in die Reihe» der Toßafisten und Kasuisten kein Eontingem gestellt. R. Jsak auS Tirnau j ist der cinzige jüdisch-theologische Schriftsteller deS Mittel- 1 alters in Ungarn. Die Werke ungarischer Rabbinen auS ׳ den letzten Jahrhunderten befolgen ausschließlich dir pilpuj listlsche Methode; inhaltlich sind sie dein Stabilism und der Reaktion gewidmet. Es muß also deu gebildeten unga- > rischen Juden zur wahren Genugthuuug gereichen, einen ungarischen Rabbiner nennen zu können, der für den Fortschritt zu einer Zeit in die Schranken trat; wo Deutschkaud! noch keinen progressiven Rabbiner besaß, und der von den Reformsreunden in Berlin, Hamburg, Breölau, Wien und! Prag zn Hilfe gerufen oder zu Rathe gezogen wurde. Die! Geschichte legt aber ans diese partikularisiische Genugthuuug

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