Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbinat zu Slraßnitz. woher er nach Eibenschitz berufen wurde. Der Selige hatte als gelehrter und scharfsinniger Thalmudist einen so ausgebreiteten Ruf, daß seine Berufung in mehreren ansehnlichen Gemeinden Ungarns augeregt wurde. Von Papa war sogar im Anfänge der vierziger Jahre eine Deputation nach Eibenschitz entsendet worden, welche sich ihrer Mission infoferne entledigte, daß sie dem Gewählten die Vokationsurkunde übergab. Einer der Deputaten, welcher der progressiven Partei augehörte, verstand es, die Verhandlung so zu leiten, daß die Urkunde zurück nach Päpa wauderte, worauf sich die Unterhandlung zerschlug. Und doch hätte die Gemeinde zu P. an den sel. Oppenheim einen der tolerantesten Rabbiner aus der altorthodoren Schule acquirirt! Denn ob er auch mit R. Moses Sofer oft korrespondirte und dem Schomer Zion Beiträge lieferte, so hat er doch selbst in Eibenschitz den geregelten Gottesdienst eingeführt, und das Gedeihen der dortigen Schule sehr begünstigt, wie er denn auch seine Söhne zum Studium auch nichtthalmudischer Wissenschaften angehalten hat. Ein Gleiches muß auch -andern mährischen Rabbinen nachgerühmt werden. Unser Landesrabbiner Placzek ließ seinen Sohn Gymnasium und Univerfität besuchen; der junge Placzek scheint sich unter die Fahne der Romantik geschaart zu haben, welcher Hirsch bei uns den Weg geebnet hat. R. Juda Schmiedl, der selbst schon deutsche Bücher las, ließ seinen Sohn ebenfalls studiren; Dr. Schmiedl ist den Lesern dieser Blätter rühmlich bekannt. Der Ihren Lesern nicht minder rühmlich bekannte Dr. Bäck in Schaffa ist der Sohn des Kronauer Rabbiners; der tüchtige Dr. Lamberg, Rabb. in Rosenberg in Böhmen, der Sohn des verehrungswürd. R. Ascher L. zu Mieslitz, dem die Gemeinde vor Kurzem ans eine sie selbst erniedrigende Weise seinen Gehakt verringert hat! — Der sel. Oppenheim hatte die Genugthuung, zwei seiner Söhne das Rabbinat bekleiden zu sehen. Der ältere Sohn, David O., ist Rabb. zu Groß-Becskerek, der jüngere Dr. Joachim O., jetzt Rabb. zu Jamnitz, wird vom 1. März l. I. an der Nachfolger seines Vaters sein. Man gratulirt der Gemeinde allgemein zu dieser glücklichen Wahl. Da Letzterer ein sehr produktiver Thalmudist war, und viele Jahre hindurch Jeschiba hielt, so ist es natürlich, daß er eine große Menge halachischer und pilpulistischer Novella's hinterließ, welche sich, wie ich höre, auf mehrere Traktate der babilonischen Gemara erstrecken. Sein Gedächtniß wurde in vielen Synagogen gefeiert, in Brünn von seinem Sohne, dem Rabb. zu Groß-Becskerek. Das Rabbinat in Brünn isi noch unbesetzt; wie ich höre, macht Hamburger in Emden nicht geringe Anstrengungen, dasselbe zu erlangen; auch Goldschmid in Leipzig wird genannt. Gaya, Ende Febr. Ein seltener Prozeß wird bei einem Strafger. meines Bezirkes verhandelt. In dem Orte Scheletiz wohnt der hiesige M. Leuchter, ein biederer, gebildeter Mann. Derselbe schrckt seine Knaben in die öffentliche deutsche, christliche Schule seines Domizils, hält aber auch einen Hauslehrer, um seine Kinder aus Bibel und Religion unterrichten zu lassen. Da fällt es dem Geistlichen des Ortes vor einigen Wochen ein, an diesem Bibelunterrichte Anstoß zu nehmen, weil sein Sprengel ein christlicher Staat in Duodez, und