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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 148

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 148 (sequence 44)
Language
German
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148 — goge, oder der ״Kultustempel?" Bis zur Stunde konnte man sich hierüber nicht einigen. Vom Standpunkte der Gewissensfreiheit ist jedenfalls dis Erhaltung der alten Synagoge wünschenswerth, indem dem Bedürfnisse derer, die dis neueren Kultnsformen lieben, schon in der neuen Synagoge Rechnung getrqgen ist. Für Wolfg. Holitscher, der 50,000 fl. für wohlthätige Zwecke fundirt hat, wird am 26. d. M. ein Requiem (1ÖD11) gehalten werden. Dem Verdienste seine Kronen! Durch das neue Gewerbegesetz tritt unser Hand? werker-Verem in eine neue Phase; nächstens Mehrere^ hierüber. </>. Wien, 20. Februar.'Ans den politischen Blättern ersehen Sie, daß durch die Gnade unseres erhabenen Kaisers und Herrn die drückendste Peschränknng der österreichischen Juden ans dem Wege geräumt iß: Am Iß. d, M. wurde das Patent unterzeichnet, welches den Juden den Grundbesitz gestattet, und zwar in Niederösterreich, Böhmen, Mähren, Schlesien, Ungarn, der ftrb. Wojwodschast und dem Temeser Banate, in Kroatien, Slavonien, Gikbenhßrgen, dem Littorale und Dalmatien unbedingt, in Galizien, der Bukowina und dem Kyckauer Gebiete bedingt. In letztem Kronländern sind nur diejenigen berechtigt, Grund und Boden zu erwerben, die irgend eine Mittelschule besucht oder Ofsiziersrang erreicht haben. Unser I)r. Jellinek hat am 8. d. M. in Krems eine Trauung potlzogen. Die Traurede hat, wie ich ans zuverlässiger Quelle vernahm, einen tiefen Eindruck gemacht. Dieselbe ist zum Besten der christlichen Kinder-Bewahranßalt in Krems gedruckt erschienen. S. 12 heißt es: ״Denn-hier in. dieser und der angreuzeuden Schwesterstadt, in Krems, wie in Stein, fielen einst große jüd. Gemeinden dem Hasse als blutige Opfer, Jahrhunderte vergingen. ohne daß ein Jude da eine Familie hätte gründen können, — und heute erblicke ich die Vorgesetzten, die Ersten, die Edelsten, die Bürger dieser beiden Städte, wohlwollend und freundlich versammelt als Zeichen liebevoller Theilnahme au nu.u neu Glaubensgenossen! Gewiß, die brüderlichen und humaueu Gefühle, welche die Herzen so vieler guter Menschen jetzt erfüllen, find der lieblichste Weihrauchdnft, der zu den Vater aller Menschen emporsteigt, und die Engel W Himmel stimmen jetzt gewiß ein lautes Halleluja an, daß endlich Zeiten Heranbrechen, in denen die Menschen ihres gemeinsamen, göttlichen Ursprunges, eingedenk, sich als Brüder, als Kinder eines Gottes fühlen, und als solche znsammeuleben!" — Unliebsame Glossen macht man hier über das Vorgehen der Vertreter einer großen jüd. Gemeinde in Ungarn, welche in der Zeit der Emanzipation, der Gewerbefreiheit und des Fortschrittes der Regierung zunmthen, das Koscherfleisch-Monopol und die damit verbnudeue Aceise in Schutz zu nehmen!!1. Aus Mähren, im Februar. Die mährische Judenschaft hat ihren größten Thalmudisten verloren: Bernhard Oppenheim, Rabbiner zu Eibenschitz, ist am 26. Dezember v. I. mit Tod ab gegangen. Oppenh. winde m April 1700 in Mähren geboren; von 1821 bis 1828 bekleidete er das

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