Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 480 — Bei dieser Gelegenheit spendete Hr. Hermann Kirschner, Vorsteher der Thalm. Thora den Betrag von zehn Gulden österk. W. zur Prämienvertheilung an die vorzüglichsten Zöglinge dieser Anstalt, wofür Hrn. Kirschner öffentlich Dank gesagt wird. St. Literarische Anzeigen. מחוור לכל מועדי השנה• Die Festgebete der Israeliten. Tert und Uebersetzung mit erläuternden Anmerkungen. Von Dr. Michael Sachs. Dritte Auflage. 9 Bde. Preis: 4% Thlr. Berlin 1859. Louis Gerschel's Verlagsbnch- Handlung. Wer die Protokolle der deutschen Rabbiner-Versammlungen in Braunschweig (1844), Frankfurt am Main (1846) und Breslau (1840) und die zahlreichen Monografien und zeitschriftlichen Abhandlungen gelesen hat, welche seit vierzig Jahren in Deutschland über die Reform des synagogaten .Gottesdienstes erschienen sind, wird nicht wenig von der Wahrnehmung überrascht sein, daß das ganze alte, unverkürzte Machsor im Laufe weniger Jahre in Berlin drei. Auflagen erlebt hat! Die vorliegende Ausgabe kündigt einen ״vollständigen" Tert an, und liefert denselben auch korrekt und vollständig. Nur das יהי רצון, womit die Pausen beim Schofarblasen ausgefüllt werden, ist ganz weggeblieben, wiewol die uns zugesendete Ausgabe auf dem Titelblatte ausdrücklich für Polen, Mähren, Böhmen und Ungarn bestimmt ist, wo der fragliche Jehi Razon in den meisten Synagogen nicht, abolirt ist. Die Uebersetznng ist möglichst vollständig. Manche Stücke, wie die angelologischen und anatomischen Schilderungen, in dem die Keduscha unterbrechenden Pijjut, sind aus leicht einzusehenden Gründen unübersetzt geblieben. Charakteristisch für die bekannte theologische Richtung des Herrn Uebersetzers ist der Umstand, daß er das Schluß-Jehi-Razon nach dem Segen der Kohanim, in welchem jedoch die שמות weggelaffen sind, in treuer Verdeutschung wiedergibt, das die Träume betreffende Gebet dagegen nuübersetzt läßt! Und doch ist letzteres thalmudischen, und ersteres viel jüngeren, nenkabbalistischen Ursprunges! Allerdings wird das fragliche thalmudische Gebet auch von Maimouides desavouirt. Allein dies hängt genau mit der von uns zu wiederholten Malen nachgewiesenen Opposition zusammen, in welcher der maimonidische Rationalismus innerhalb geEer Gränzen. zu der thalmudischen Halacha steht. Die wissenschastliche, delWhe Orthodoxie eignet sich hier die maimonidische Anschauung an, ohne daß sie es der Mühe . Werth hält, dieses antithalmudische Verfahren auch nur mit Einem Worte zu rechtfertigen!