Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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— 479 Normalschule bereits einen Ausweg gefunden. Die Schüler antworten entblößten Hauptes, so oft jedoch eine hebr. Belegstelle zu rezitiren ist, sehen sie ihre Mühen auf. Diese weise Lösung der Galerikularsrage ist auch anderen Schulen, und zwar schon deshalb zu empfehlen, weil das Aufsehen und Abnehmen der Kopfbedeckung eine nicht zu verscheuchende gymnastische Hebung gewährt, und überdies das Auditorium in unaufhörlicher Spannung erhält, indem nicht nur der Lehrgegenstand, sondern auch die Kopfbedeckung eine ununterbrochene Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. —Die Leitung der Normalschule wird von nun an zwei Lehrern anvertrarrt' sein. Kohn bleibt Dirigent der Knabenschule. Großmann ist zum Dirigenten der Mädchenschule ernannt. Die Tempelweihe haben Bauer und Mannheimer besungen. Das ״Ma Towu" des Erstem ist vom Professor Gärtner sehr belobt worden. Ein anderer locus, der unsere Theologen beschäftigt, ist: de organo festo, clangoris et expiationis audiendo aut non audiendo. Vorläufig wurde entschieden, daß die Orgel an den bevorstehenden Jamim Noraim schweigen werden, indem der Ton derselben wahrscheinlich mit dem פח א״י iu eine Kategorie gesetzt wird. Es unterliegt keinem Zweifel, daß nunmehr auch die Orgeln in Arad und Groß-Kanischa schweigen werden. Und hiemit schließe ich meinen ersten und letzten Pesther Brief, an Dich, lieber B. CH. Vielleicht Hab' ich auch in Deutschland Gelegenheit, Dir Manches mitzutheilen. Heute merke Dir nur noch Eines: In manchen hiesigen Schreibstuben mißfällt Manches an Dir. An den Erzeugnissen deiner Werkstatt, mein wackerer Schmied, ist freilich nicht viel zu tadeln. Du solltest aber auch die an deine Artigkeit gerichteten Wünsche deiner Kunden zu befriedigen trachten. Arad, im September. Dem Verdienste seine Anerkennung! Die Prüfung an der Szegediner israelitischen Hauptschule, der ich beizuwohncn Gelegenheit hatte, hat mir einen so angenehmen Genuß gewährt, daß ich nicht umhin kann, auch weitere Kreise mit den Leistungen dieser blühenden Lehranstalt bekannt zu machen. Trotzdem, daß dem Unterrichte in der Bibel, der Liturgie und hebr. Sprache die möglichst größte Ausdehnung gegeben wird, zeigten die Schüler dennoch, versteht sich dem Alter und den verschiedenen Klassenstufen entsprechend, eine Gewandtheit im deutschen Sprachfache, eine Korrektheit im Ausdrucke, eine Begriffsklarheit im Sachlichen, die ein gründliches, von der mechanischen, schablonenhasten Behandlung der Lesestücke weit entferntes Eingehen bekundeten, und auf den Zuhörer einen wahrhaft erhebenden Eindruck machen mußten. Prof. L. I. Szegedin. Am 22. v. M. wurde die öffentliche Prüfung der Zöglinge an der hiesigen israelirischen Hauptschule im Beisein einer zahlreichen Zuhöre^chaft abgehalteu. Der k. k. Statthaltereirath und Komitatsvorstand, Hr. Jombart, beehrte dieselbe durch volle drei Stunden mit seiner hohen AMesenheit, und sprach über die an dieser Hauptschule erzielten Resultate seine volle Anerkensnung aus.