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Ben Chananja · 1859-01-01 · 10 (1859) · p. Seite 481

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
10 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 481 (sequence 45)
Language
German
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-- 481 — Die Uebersetzung der Pijjutim ist ungemein ansprechend und zeigt von einer nicht geringen Meisterschaft in der deutschen Versifikation. Sie verdient denjenigen Gemeinden, die sich an das alteMachasor halten, angelegentlich empfoh- Len zu werden. Was wir vor Kurzem über den Werth und die Bedeutung der modernen Übersetzungen der.hebr. Poesien des Mittelalters sagten (9. Heft, S. 396), findet in der vorliegenden Uebersetzung seine vollkommene Bestätigung- Ja, diese Uebersetzung übertrifft das Original nicht nur an einzelnen Stellen, sondern durchgängig, und zwar nicht nur in poetischer, sondern auch in rein sprachlicher, selbst grammatischer Beziehung.. Das Ae.nigmatische, Jndigitirende, Abgebrochene, linguistisch Willkürliche, oft Monströse des Pijjut ist natürlich bis auf die letzte Spur verwischt. Wer daher aus dieser Uebersetzung eine klare Erkenntniß des Pijjut schöpfen wollte, würde irre geleitet werden. Aber der Hr. Uebersetzer hat nicht zn wissenschaftlichen, sondern zu erbaulichen Zwecken geschrieben, und diesen entspricht seine Uebersetzung vollkommen. Der Uebertragung in poetischer Form wurde noch in keiner Machasorausgabe ein so weiter Spielraum gegönnt, als in der vorliegenden, was dieselbe für.den praktischen Gebrauch nur noch empfehlenswerther macht. Metrum und Reim zwingen jedoch den Hrn. Uebersetzer nicht selten, den Pajetanim seine eigenen Anschauungen zu unterschieben, und manche Gedanken nicht eben treffend auszudrücken. Wir wählen, um dies zu erhärten-folgende Piece, welche sonst zu den gelungensten und kunstreichsten gehört: Sieh' da, Dein Volk, bestrebt voll Reu' sich zu vereinen, Das Herz, das Sünde theilt, bußfertig Dir zu einen; ' Sie läutern Sinn und Thun, nah'n Dir mit Herzen, reinen, Erhoben sei das Herz, gebeugt das stolze Meinen, Wie Schofar's Bild nnd Form die Beiden weiß zu einen. . Im Kreis der Tag' erkor der Herr durch's Loos den eine n, Daß sie vor seinem Aug', anbetend ihn, erscheinen; Sie stürzet das Verdienst des Ahns, des edlen Einen, Und Deß, der ward geweiht zum Opfer, frommen, reinen. Und Deß, der hing an Gott, mit redlich treuem Meinen. (1. Th. S. 229). Das ״stolze Meinen" gibt dem Gedanken Raum, der Pajetan habe gegen Vernunftstolz polemisirt, eine Polemik, welche den Pajetanim und den Quellen, aus denen sie schöpften, gänzlich fremd ist. Das eben angeführte Stück hat auch im Originale eine Art Reim. Der Hr. Uebersetzer wählt aber letztem zuweilen auch dort, wo ihn das Original nicht kennt. Das חיום הרת עולם lautet: Heut' ist der Tag, au dem entstand die Welt, Heut' in's Gericht Gott seine Wesen stellt, — Ob, wie ein Vater mild in. Liebe waltend. Ob, wie ein Herr, Gericht ob Knechten haltend:

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