Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 195 — daher einen Hausgottesdienst nach sesardtschem Ritus, gleich den Chaßtdäern in Polen. R. Nathan Adler, ein geborner Frankfurter, that dasselbe 2). R. Moses Sofer war des Leztern Schüler. So wurde ihm seit frühester Jugend eine tiefe Ehrerbietung vor dem Chaßidäerthume eingeprägt. Daher -sein Respekt vor dem Ujhelyer Chaßidimhanpte, welchen R. Mardechai Benedikt in Nikolsburg mit kühner Selbstständigkeit für einen falschen Profeten erklärte 3). Ob diese Aeußerung dem Ujhelyer Rabbiner bekannt geworden sei, vermögen wir nicht zu sagen. Gewiß ist, daßihm hinterbracht wurde, der Rabbiner zu Preßburg hätte sich auf eine mißliebige Weise über ihn geäußert. Er ließ in einem an denselben gerichteten Schreiben einen leisen Vorwurf fallen. Der Beschuldigte rechtfertigte sich in einer gelehrten Epistel, welche näher betrachtet zu werden verdient. R. Moses Dattelbaum hatte in seiner Unterschrift seinen Geschlechtsnamen in's Hebräische übersezt: תמר ----- Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Daran knüpft R. Moses Sofer den Eingang seiner Epistel, indem er seinem Kollegen einige pilpulisttsche und kabbalistische Bemerkungen über die thalmndischen Vorschriften 'mittheilt, welche die Datteln und den Dattelhonig betreffen. Hierauf schreitet er zu seiner Rechtfertigung. Er nimmt jedoch keinen Anstand, folgende Worte voranzuschicken: ״Die Wahrheit", sagt er, ״will ich nicht verhehlen. Nach meiner zu wiederholten Malen ausgesprochenen Ueberzeugung ist Alles, was im Schulchan Aruch als Halacha ausgesprochen wird, verpflichtendes Gesetz für ganz Israel. Niemanden ist gestattet, sich davon zu dispensiren. Allein wer nur die Thora hat, hat selbst die Thora nicht (אכן פזי שאין לו אלא תורה אסי׳ תורה אין לו), indem er ja nichts übt, als wozu er abgerichtet und von Kindheit an angeleitet wurde. Wer seinem Schöpfer gegenüber ein Chaßid sein will (המתהסד עם קונו) giebt sich dadurch zu erkennen, daß er sich freiwillig manchen Entsagungen unterzieht. Diese Entsagungen nehmen bei verschiedenen Personen eine verschiedene Gestalt an, da in Betreff der Gottesliebe ־) CH. Sof. O. CH. Nro. IS. -) Mos. Thebel S. 79. 13*