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Ben Chananja · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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194 der Frankfurter Synagoge gegen Nehemia Chajja Chajjnn, der 1708 in Jerusalem als Sabbathianer aufgetreten war, der Bann verkündet. Auch die Schriften Nehemia's ״die Allmacht Gottes" (עז לאלהים) und das ״Allerheiligste" (קדש קדשים) wurden in den Bann eingeschloffen. An der Spitze des Frankfurter Rabbtnates stand zu jener Zeit R. Abraham Broda '), Klausrabbiner war R. Samuel Schletten. Im Jahre 1726, unter dem Rabbinate Jakob Kohen Poppers aus Prag, wurde der Bannstuch gegen Nehemia wiederholt, weil er neuerdings in Amsterdam ein ketzerisches Buch (הקולות יחדלון) herausgab (T. Ha-Ken. 38, b). Dasselbe Schicksal erfuhr ein Jahr früher der sabbathäische Emissär Mose Mel'r ans Zolkiew. Die beiden Rabbinatskollegien, von denen die Anathemata ausgingen, hielten sich auch 1735 für kompetent, den durchreisenden Moses Chajjim Luzzatto vorzuladen, und ihm eine Selbstanklage und einen Widerruf früherer Aeußerungen abzudringen (das. 56, b). Mit derselben Strenge verfuhr gegen die Sabbathäer Poppers Nachfolger: R. Jakob Josua aus Krakau, gest. 1761, Eybeschützer's heftiger Gegner. So rücksichtslos indeß auch die Fehde gegen den Sabbathäism geführt wurde, so wurde doch der Respekt vor der Quelle seiner Prinzipien, der Kabbala nämlich, nicht im geringsten geschmälert, wie die Berufung des berühmten Kabbalisten R. Nafthali Kohen aus Posen beweist, welche bald nach Beendigung der sabbathäischen Wirren (1704) in Frankfurt stattfand. R. Nafthali mußte zwar seine Gemeinde in Folge der am 14. Jänner 1711 in seiner Wohnung ausgebrochenen Feuersbrunst verlassen, und seine bereits genannten Nachfolger hielten sich von der Kabbala fern. Aber durch den gründlichen und scharfsinnigen Pilpulisten R. Pinchaö Horwitz, welcher aus Lokwicza in Polen berufen wurde, und ei» eifriger Freund der Kabbala und der chaßidäischen Tendenzen war, mußte der Chaßidäism bei den Frommen an Ansehen gewinnen. Die Weltereigniffe waren jedoch gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts durchaus nicht geeignet, der Gründung einer chaßidäischen Gemeinde Vorschub zu leisten. R. Pinchas hielt / ') S. 1. Jahrgang S. 483.

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