Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1938)
- Date
- 1938-10-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2jb jOkjfcpber t93g£ P .ejr-?. Israeli t. Nr. 42 Seitg,? nicht .einmal, m$ine.n; Jeggen irgendwo unterzubringen. Der,Rommen, islj, naturgemäß eine schlechte Zeit, die maßgeblichen P^SQnlichkeiten sind auf dem Land oder an der See,- uWd auch sonst lähmt alle Initiative während der heiße»"^Jahreszeit, aber trotzdem sind diese Monate nicht iverloren, weil wir dann doch den bereits/ vorbereiteten Vorsprung für die Saison haben. Wer' im' September, Oktober kommt, wird dann hören: „Ja, da hätten Sie eher kommen müs sen, nun sind alle Dispositionen getroffen!" Die be rühmte» „Depression" ist freilich auch ein entscheidender Faktor bei den Erwerbsschwiexigkeiten, aber der Tiefstand scheint tatsächlich überwunden, Wallstreet ist'; wieder lebendig geworden, und für den Herbst: wird von den Maßgebenden bestimmt der Aufstieg erwartet. Kommt er dann wirklich, wird er bei dem Optimismus des Amerikaners , rasch merkbar werden. Die Wirtschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten bewegt sich ja seit jeher in den merkwürdigsten und plötzlich eintretenden Extremen. Gegenwärtig ist wieder Hoffnung Trumpf! 1930/31 soll die Lage viel schlimmer gewesen sein. Für den einzelnen heißt es eben; ausdauern und nicht erwarten, daß der Lebenskampf auf neuem Boden ohne weiteres siegreich sein kann. Und trotzdem ist Optimismus am Platze, der ja noch nicht. Leichtsinn bedeutet. Schwarzseher, sich selbst Ueberschätzende, auf ihre europäischen Kenntnisse und Erfahrungen Ueberstolze, U ebereifrige, die glauben, Amerika habe auf sie gewartet, die sind fehl am Orte.-Der Geduldige und Zähe, der von vornherein hundert Enttäuschuri gen als naturgegeben in seine Zukunftspläne emrech net, der wird das Renneri machen. Ich. halte di< seelische Einstellung überhaupt für den Urgrund des Dauererfolges! Wenn ich Ihnen, hochverehrtes Fräulein K., damit auch" vielleicht gar nichts Neues sage," so sollen meine Zeilen Ihnen wenigstens Ihr Wissen um die Dinge bestätigen und Ihren Argumenten, mit denen Sie Ihren notleidenden Kunden Rat bringen sollen, vermehrte Kraft geben. Da ich Ihr segensreiches Wirken ken» nengelernt habe,. drängt es mich, Ihnen, wenn auch ungefragt, irgendwie zu helfen. Sollten Sie einmal eines Nachweises, einer Aufklärung über irgendwelche Detailfragen des hiesigen Lebens bedürfen, will ich gern alles tun, was in meinen Kräften steht. Ich bin ein leidlich klarer Kopf und' kann objektiv die-Dinge sehen, wie sie sind. Angesichts Ihrer problemreichen Arbeitsfülle werden wir wohl kaum auf eine Antwort rechnen dürfen. Trotzdem — ich sage es offen — würdenmich ein .paar Zeilen sehr erfreuen, um von Ihreii, eigenen Zukunftsplänen zu hören, .denn ich nehmte .an, daß Siei die so vielen -helfen mußten, allmählich auch .sich selbst helfen müssen. Ich frag6 nicht aus bloßer Neugierde — es ist ehrliches Interesse, denn wir, vergessen niemals jemanden, der uns... LiebesJ getan, hat!-Sie haben sich nicht nur in Ihrem Pflichtenkreis helfend eingesetzt — also das getan, was man bestenfalls von einem wahren Freund .erwarten;kann. .Ich muß Sie also; wenigstens meinerseits alsr solchen einschätzen und darum auch an Ihnen in Freun^scHait Anteil haben. Und.in diesem Sinne,;bitte ich Sie um, dasr Opfer von . ein paan Minuten, damit.;.ich diu-ch; wenige Zeilen den .Empfang dieses Briefes., bestätigt» Weiß. ' ..: '.. : -■: ....('V ... Ich empfehle mich auch den Damen Ihres\Büros, die uns sofreundlich alles; Gute für unsere dunkle Zukunft wünschten! , Ihnen selbst unsere besten Grüße und . alle guten Wünsche für den -Erfolg Ihrer Arbeit 'und für '/Sie, selbst, ganz besondersv herzlich! ,;„. -br-Ihr ergebener P. W. und Familie...... - ' . * .-»;/;. * v. - ' [ / . Einwanderung nach Australien. i :. Der H'i 1 f/s v e r e i n gibt in seinem Merkblatt Nr. 3 folgendes bekannt:- •' /' :" '• 1 •' I. V o.r a.'tf'i'ä e t? u n gen 'd e r° E ^ii'w a n d e r-uin g.'i;:;^]ur;i^iaw^deran^;!Wc^ A u g Vr atf-f e n;ist/ ei^i a'ü sd/rü^cjcÜi ö tf 'e-''' vr6 r'fi'e r i g e1 'S c°B r i f t l>i c He - G .e n e h ril f";g^U n g ~ („lahding?• permif ')" '^der australischen Regierung:' Erforderlich. Diese wird nur an folgende drei-(kätegörien:' von' Bewerbern erteilt:-'^: >j;;'Äl;th:äh\e V 4' r w a n'd't e von bereits in Australien lebendeh Personen, die döff ihre Existenz; gefunden' 'haben '{Ehefräuen,tl unmürMige Kinder, e*-^ wachsene unverheiratete Töchter, Eltern- und Bräute);' Von den unverheirateten Töchtern kann bei der Landung ein Vorweisegeld von. 50 austral. Lst. verlangt werden; von den anderen genannten Familienangehörigen wird gewöhnlich kein Vorzeigegeld gefordert. N.BJ. Personen, deren Berufe sie für Austrat lien als besonders' erwünscht erscheinen lassen-, und;: für die' in Australien Ansässige'garantieren, daß: sie nicht der Äll'g'emeihheit zur' Last fallen werden. Diese;' Einwanderer müssen bei der Landung ein V o r - w eis e g e id~ von mindestens 50 austral. Lst. besitzen. (1 austral: Lst, rf. R!M, lOlM C) Personen, die .Berufen-angehören, an denenin Australien jeweils Bedarf besteht, i'idie aber keine - Garantie : in, Australien1" ansässiger' Personen c nachweisenkönnen. Sbldhe'''Personen^^-naüäsen-eini^iVorweisegeld yon-minrr.; des^eh^c 2 9 a^s't r a 1. -L s/t.'- bei': dejr:fLandung;bßsitzet;' —' S^lbSj^ehtt^lle; jVorstehendeniBexlingungen/ erfüllt sind/ stent neks Ve4Iik^nienf]im;/Erm«aseniidejv aüst*Slischettj'B©h8rdeBp dien Ejftrei^enehnjdgungv-'zu er%e1teifödfer zu v.er.W£oggrnt.r// t'gawtsithJ nV>n "*sa II. A n t«r a^g s t e 11 u n ' Der Antrag (applieätion) auf Genehmigung der Einreise nach Australien ist in englischer Sprache an die australische Regierung in Canberra Tauf einem Formular zu richten, das beim britischen Konsulat erhältlich ist. Dem Antrag sind für jede Person folgende Papiere beizufügen: •; 1. ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis oder ein Leumundszeugnis des zuständigen Rabbiners oder der zuständigen jüdischen Gemeinde des Antragstellers nebst' englischer Uebersetzung (notarielle Beglaubigung der Uebersetzung ist nicht erforderlich); 2. ein Gesundheitszeugnis, das von einem beliebigen Arzt ausgestellt sein kann, nebst englischer Uebersetzung (notarielle Beglaubigung der Uebersetzung ist nicht erforderlich); 3, ein Lebenslauf in englischer Sprache; 4. Abschriften von Zeugnissen in englischer Uebersetzung (notarielle Beglaubigung der Uebersetzung ist nicht erforderlich); 5, zwei Paßbilder. 6. Mit dem Antrag ist der australischen Regierung ein Begleitschreiben in englischer Sprache zu übersenden, in dem dargelegt werden muß, mit welchem;Beruf und in Welcher Weise der Antragsteller sich in Australien niederzulassen gedenkt.. 7. Ferner ist wenigstens; ein, vmöglichst aber sechs internationale Antwortscheirie beizulegen; für den Versand dieser sechs Scheine ist behördliche Genehmigung erforderlich. — Die Gebühr für das Permit beträgt 1 austral. Lst. rd. RM. 10.—, die (ebenfalls nach behördlicher Genehmigung) der, australischen Regierung besonders zu überweisen sind. Das Permit gilt zur Einreise innerhalb von 11—12 Monaten vom Ausstellungstage ab. Bei jedem Antrag nach Australien muß mit einer Wartezeit von mindestens drei Monaten gerechnet werden. Der Hilfsverein gibt Allen Rat und Auskunft, die nach Australien auswandern wollen. Besonders weitgehend ist seine Tätigkeit bei der Betreuung derjenigen Personen, die unter der Kategorie B (als beruflich besonders erwünschte Personen) in Australien einwandern wollen; ihre' Auswahl geschieht im wesentlichen durch die jüdischen Hilfkömitees in London und Australien zusammen mit dem Hilfsverem. Es dient zur Erleichterung der Bearbeitung der Australienfälle im Hilfsverein, wenn der Ratsuchende schon bei der ersten Beratung die Briefe seiner Angehörigen in Australien oder der Personen, die für ihn in Australien garantieren wollen, mitbringt. III. Berufsaussichten: Australien bietet Aussichten für sehr gut ausgebildete Handwerker, ferner für Industrielle und Landwirte mit Kapital; auch für bestimmte weibliche Arbeitskräfte bestehen Arbeitsmöglichkeiten. Dagegen ist für Angehörige der freien Berufe wenig, für Kaufleute und für kaufmännische Angestellte fast gar keine Aussicht vorhanden. Unter allen Umständen sind gründliche e n g 1 i s je h e Sprachkenntnisse notwendig. Die Vereinigung der Familie Eger. ernste Gedenktag, der 100. Todestag des Rabbi Akiba Eger s. A. eine neue Bindung herstellen kann. Vielleicht regt das Mitgliederverzeichnis von 1913, das Hier abgedruckt werden soll, zu neuen erfolgreichen Versuchen an. Der erste Aufruf, d. h. das erste Rundschreiben fand als Widerhall die. Mitteilung, daß zu den Nachkommen des R. A. E. auch Nichtjuden zählen___Es wurden ein Dr. Otto Rosanes in Breslau und ein Minister Bilinski in Wien genannt. Aber Dr. Leo Eger erwidert, daß Nichtjuden nicht aufgenommen würden und daß Bilinski kein Jude sei. Auch der „Israelit" (Frankfurt a, M.) knüpfte an den ersten Bericht ähnliche Bemerkungen, berichtigt aber in einer späteren Nummer, daß „Nachkommen von R. Akiba Eger, die sich vom Judentum getrennt haben, nicht in die Vereinigung; aufgenommen werden können"., . » (Schluß.) . ''■ Nach mehreren Reden anderer Teilnehmer, so des Dr. Jalowicz, der Schriftstellerin Frau Regina Eiger- Lihenthal, die im Namen der auswärtigen Mitglieder den Gedanken der Familienvereinigung begrüßte _ sie ist als Historikerin bekannt geworden und ihr großes Werk über die jüdischen Festtage wurde von der Krakauer Akademie der Wissenschaften herausgegeben und galt als wichtigste Quelle für die Erforschung der primitiven Volkskunst unter den Juden des Altertums . und . des Mittelalters, sie starb in Warschau.. im Dezember 1924, des Akiba - Konnitzer und des Carl Lasch — der den Einbefufefn herzlichst dankte, wurde die Versammlung geschlossen, j Am folgenden Tage vereinte, ein Mittagsmahl etwa 60 ' Teilnehmer. Hierbei sprachen* drei Herren, .unter ihnen Advokat Wolf Rapäport aus iPrzemysl in Hebräisch. Ueber den Zweck der Vereinigung sagt § 5i „Die Vereinigung bezweckt die Pflege des Gefühls-der Zusammengehörigkeit der Familie. Eger, die Pflege des Studiums der Familiengeschichte, Schaffung , und Fort^hruq.g eines Stammbaumes,, , die Sammlung .der auf Familiengeschichte' bezüglichen Literatur/ die Hera^s^be von .noch^^Ün^dryckten:/Werlcen Ak°ibä ä Egers^ von Werken; aus der 'Familiengescliichte und; verwandte Bestrebungen.'" . " v<i ' i1' Ausführlicher wird über die: geplanten..Versammlungen' ■ gehandelt. ^Mindestens: in jedem-?Zweiten Jahre 'sollSein FamilientaJ Einberuf en . werden. Gleich-! zeitig mit dem Fanrilientage. findet die Mitgliederversammlung statt. Zutritt zum^Familientager.haben;alle Personen^ bei denen idie Voraassetzungieii für den Erwerb der Mitgliedschaft, vorliegen."Der Ort des, Familieritages soll vom Vorstand festgesetzt werden. j, ,Unj(. 'dui Gründung in weiteren Kreiseri bekannt zu machen, wurden Berichte über die Vereinigung in die. Blätter gesetzt, ein Bericht über , den ersten^ Familientag' abgefaßt- und an die Mitglieder Versandt und eine Rundfrage ^eriefetetf^uni'.. zu"'er£orts.&hen,:- ob sich .irgendwo Erklärungen looler; Anmerkungen von Rabbi/A. E. zum, _Jerusalemis'ch'en Taiihiid^befänden,; da man annehmen konnte/ daß 'er auch diesen nicht oihne ..Bereicherung der Forsch'üng studiert habe. Die Anfrage hatte aber keinerlei. Erfolg. : Sodann wurdensofort die Vorbereitungen zu einem zweiten Fimilientag getroffen... Die " Einladung ging im Mai 1914 .von Berlin aus. Der Familientag sollte Wieder am alten Orte in Berlin am 21. Juni 1914 stattfinden. Am Vormittag sollte eine Geschäftssitzung der Mitglieder stattfinden. Für den Abend war zunächst eine Festsitzung geplant, in der zuerst Rechtsanwalt Dr. Baeck über das Thema „Akiba Eger, ein jüdischer Idealist" sprechen, und am Spätabend sollte ein Festessen die Teilnehmer vereinigen. Diese Zusammenkunft hat noch . stattgefunden, Einen - kurzen Bericht über den Vortrag finden wir in den jüdischen Blättern. Aber ,einen,offiziellen Be-.': rieht haben die Schriftführer der Vereinigung nicht mehr therausgegeben. , . Es/kam der X'rieg mit se|nen Veränderungen und * seinen schweren Folgen. Das Vermögen "der Vereini-0 gung zerfloß in Nichts. Die Mitglieder zerstreuten' sich > noch' mehr,1 viele'1 Wandeln -nichts^mehr..unterden Lebenete^; . :'/ 'K-;^ ■■••■>■■.■■ '.1 : , v -t Sfy&at eine ,Verbindungr:in'r'? Ende ^efurtdenf di«; ivg, äncier:e.^mffien;Hätte vorbildlich Sein können.- Es ist g§w)ß/mehij {a|^,',ifraglichj;, ^bai: dieser^''große' midi :-- An die Einladung : zuj , zweiten Zusammenkunft schloß . sich •' ein . Briefwechsel, der sich abschriftlich bei einzelnen Mitgliedern befindet. Es nahm ein Mitglied daran Anstoß,-daß ein Rabbiner ztr. dieser Tagung sprechen würde, der- „dem Geiste des R. A. E. nicht konform wäre". Der Schriftführer hat in sehr ausführlicher . .Anjwort ^den. Standpunkt der Vereini«. gung begründet und .hat hierin ein besonderes Ruhmesblatt erblickt, daß ein sogenannter liberaler Rabbiner die 'Ideälgestätt des Rabbi Akiba Eger anerkenne und in öffentlichem Vortrag zu würdigen be*. reit sei, •. - - ■ Den kurzen Berichtüber die zweite» Tagung .bezw.. den Vortrag bringt „Der Gemeindeböte", Beilage zur Allgemeinen Zeitung; des Judentums e.d. L. Geiger.! Berlin, Jahrg. 78, Nr. 26;vom 26. Juni 1914. Ein ausführlicher Bericht über die erste Tagung soll in der hebräischen Zeitürig „Hamizpeh" (Krakau) stehen, Jahrg. 1913, verfaßt von dem Advokaten Wolf Rapaport (Przemysl)v der .. -Teilnehmer : der TagungwarJ Jch ' könnte.leider,. nicht in ,.den,;Besitz dieser Zeitung kommeri.1 .Manche kleinerej' Mitteilung verdanke ich Herrn Rabbiner DV, Bleichr^de und Herrn A. Marcus (J^rusalem)', sowie HefÄ;>A.rchivassisten-: ten B; Brilling '(Breslau)Die Generation, der Kinder und Nachkommen des R.. A. E^ näher. zu ,untersuchen, soll einer späteren Arbeit vorbehalten/bleiben/ Wochenkalender. Vom 22. — 29. Okt. 1938 / Vom 27. Tiscbri — 4. Mracheschwan E ■»nv s|T i . r ■ ■ - ■ ha». Samstag 22 .: -»ipn 27 - n 'nn^Diaa^Tüsia na© Sohntag 23 28 m i. ••. :' : Montag Okt 24 ■ 1 : 29 ' W; ' ' .:•< '.1; Dienstag 25 30 : °. i. ■ »in v«m %; Mittwoch!'• 26 V 1 : «P.i .;.^n.lf.«3T ^.; Donnerstag 27 "•• 9 •. --:rii;rv .; c> iFreftag 28 :~ 3 :- ' v''.'i u.;S^nVstäg >J/'S 29 '4 . »m .; ^h^» 1 Väiii-M. rti b D'iib" 'r,-*''i.'- •;•!•:>?:'c/üi £>it-