Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1938)
- Date
- 1938-08-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 32 Der Israelit. ■^■^p.i-iynrT.r'niriiCTr^ ifflAst 1938 ■rm- D'BHaa und O'poiQ sieht man aus dem Stellennachweis in Abschnitt 10 und 11 der Einleitung- Wenn auch dieses Werk erst jetzt in seiner Vollständigkeit bekannt wird, so wußte man bereits früher von seiner Existenz. Es wird die Ansicht des Verfassers häufig zitiert von n»ov> »pos /»pbn '^wp /X"ats»n und dem an»?? dem Kommentar zum ipT den der Ordner desselben selbst verfaßte- Zuweilen wird sie als "WSDl/i// zitiert. — Die Bedeutung dieses ersten Teiles ist damit genügend dargelegt. Zwei demgegenüber geringfügige Mängel seien noch kurz erwähnt, und zwar hauptsächlich ihrer prinzipiellen Bedeutung wegen: Wenn schon (Abschnitt 16 der Einleitung) die vom Verfasser angewendeten -Wörter zusammengestellt werden, so sollte doch auch ihre sprachliche Deutung versucht werden, etwa nach dem Muster von Berliner in der „Erklärung Raschis auf den Pentateuch" oder von Schlessmger für das Madisor Vitry. Ferner ist es vollkommen unangebracht, Namen von fremdsprachigen Zeitschriften zu übersetzen. Die Herausgeber schreiben mehrfach 'annn r» für Monatsschrift und via-ran naixn bezw. 'VaJSrt: für Revue bezw. Review. II. Die Herausgeber des n-.vsn n*a haben sich in der Einleitung kurz gefaßt, da die Person und "die Lehrmethode des 'Txnn bereits aus früheren, Veröffentlichungen seines Kommentars zu anderen Traktaten bekannt ist.' (Genaueres darüber s. Stern, Einleitung zu man ma 'o ). Hervorzuheben ist nur, daß das Vorliegende die O'pos des Meiri sind (daher mit Recht r-ivnan n>a genannt), während dem Verfasser des B'isio 'pnpi die Erklärungen des gleicheu Verfassers vorlagen. Ai^ch hier zeigt sich der vielleicht einzigartige Systematiker unter den Kommentatoren zu Schaß. In wenigen Sätzen erhält man zum Anfang des Traktates einen ganzen Ueberblick über die in diesem Traktat behandelten Themen, ebenso wie am Anfang jedes Perek, ja jeder Mischnah eine genaue Gliederung des folgenden Abschnitts gegeben wird. Zum Schluß zitiert der Verfasser auch noch Einschlägiges zum Hauptthema unseres Traktates: den *a fliVa« — Dieser Veröffentlichung liegt die Pafmaer Handschrift zugrunde, die die Erklärung der 36 Traktate Schaß umfaßt. Diese Neuausgabe beweist wieder, welch wichtige Aufgabe es für die jüdische Wissenschaft wäre, die noch ungderuckten Teile dieses Manuskriptes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. III. Die wnn niaom,, die vom Verfasser der r-nnsn stammen, die unseren Schaß-Ausgaben beigedruckt sind, wurden von R. Ascher wahrscheinlich noch in Deutschland verfaßt, während seine niM aus der spanischen Zeit stammen, Dementsprechend war es hier die Aufgabe des Herausgebers, sein Hauptaugenmerk auf einen Vergleich der hier gegebenen Ansicht mit der der mrun zu lenken. In vielen Punkten ergänzen und erläutern sich die beiden Arbeiten des Verfassers. Daß sich die gelehrten Anmerkungen des Herausgebers nicht etwa darauf beschränken, braucht kaum hervorgehoben zu werden. IV. Das Manuskript der 'Ptt'n entstammt der Bibliothek der Synagoge am Tlomackie in Warschau und ist bereits früher eingehend beschrieben worden (Hazefira 1893). An Hand einer Reihe von Zitaten aus anyaren Rischonini wird die Echtheit des Manuskripts nachgewiesen. Ueber den Verfasser und sein Werk braucht hier nicht viel gesagt zu werden; auf eines sei nur hingewiesen: Wenn es bisher nicht einwandfrei feststand, ob die Erklärung zum Rif zu unserem Traktat vom Ran stammt oder nicht, so kann jetzt die Identität endgültig verneint werden, wie die Herausgeber an Hand mehrerer Vergleichsstellen beweisen. Die Zitate aus Raschi, die der Verfasser bringt, sind teilweise verschieden von den Texten, die wir in der Gemara bezw. in Rif und En Jaakow zur Stelle haben. In den sehr umfangreichen nirmBtt ist eine Aufzählung aller dieser Stellen gegeben. Besonders interessant und lehrreich sind die beiden Abschnitte'" (7 und 8 der Einleitung): wawna i»s»a» Drppösi Dwnsn «ijimmj'so und 'rinn wvi Seinem Kommentar hat der Verfasser (ähnlich wie der Meiri) noch Ergänzungen zu den »"a JTfoK 'Jn aus den anderen;talmudischen und den gaonäischen Quellen angefügt. Vorwort und Einleitung des Verwaltungsrats und der Leitung des Fischel-Instituts beschränken sich im Wesentlichen darauf, die Arbeit des Instituts su schildern, sowie auch den Dank an den Gründer, Harry Fischel, zum Ausdruck zu bringen und auch das Andenken des geistigen Schöpfers, Raw A. J. Kuck '-yxi zu ehren, dessen Namen ewig mit diesem Lehrhaus verbunden sein wird.; " Rabbiner Dr. Josef Unna-, Ramat Gan,.. >,.■'''::'•-• Vor der Berufswahl . Ein Wegweiser für' jüdische Eltern und 1 Kinder. Herausgegeben, von; der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Jüdische Gemeinde Berlin, Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands e. V. 4f-- Verlag Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland Abt. Jüdischer Buchverlag. Berlin. 1938. . '; Ein überaus dankenswertes Buch, das jeder eingehend studieren sollte, der verantwortlich bei einer Berufswahl mitzuwirken hat. 'In sorgfältig ausgearbeiteten Einzelbeiträgen werden die . Voraussetzungen, Ausbildungsmögliehkeiten und- Aussichten der einzelnen Berufe geschildert. Naturgemäß treten die handwerklichen Berufe dabei in den Vordergrund. Aber auch die kaufmännischen und technischen Beruf e sowie die besonderen Frauenberufe kommen zu ihrem Recht, Für die akademischeBjBerufe wird der beherzigenswerte Grundsatz aufgestellt, daß nur außergewöhnliche Leistungen, unter den augenblick liehen Verhältnissen die Ergreifung eines solchen rechtfertigen können. Weitere Beiträge unterrichten über Jugendalijah, Auslandsunterbringung von Kin dern und Jugendlichen in den Vereinigten Staaten von Amerika und Australien und die handwerklichen und landwirtschaftlichen Ausbildungsstätten. Für eine Neuauflage darf der Wunsch ausgesprochen werden, daß die Möglichkeit der Sabbatheiligung bei dett ein zelnen Berufen kurz erörtert wird. Bi. 'üb pim msin ''Vmifr'jnRn nson nnaa •fmn B'^EnT „Anthologie der Erezisraelitischen neuen Prosa unter Beifügung von literarischen Wertbemerkungen, herausgegeben von Dr. R. P a t a i und Zwi Wohlgemuth mit einer Einleitung von Prof. Dr. Josef Klausner. So lautet der Untertitel dieses Buches. Und s: sagt viel über den Inhalt. Hier sind über 25 Schrift steller mit je einer oder zwei Erzählungen, denen das nötigste biographische Material und eine knappe, sachliche Charakterisierung vorangestellt sind, vorgeführt. Die Erzählungen sind ganz verschiedener Art, viele mit spannender und lebhafter Darstellung, andere sehr stark Situationsdarstellung, Ausmalung gewisser Empfindungen und Zustände, Genremalerei bis ins Kleinste. Recht bekannte Namen wie Ascher Barasch, Sch. J. Agnon, Seew Jawetz, Awigdor Hameiri, Nathan Bistritzki, Jehuda Burla u. a., sind neben weniger bekannten wie Dewora Baron, Schraga Kadri vertreten. Die meisten hier vorliegenden Erzählungen stammen aus. den letzten Jahren, wie die am Schluß gebrachten Quellen dartun, Was das literarische Auge des Lesers erkennen dürfte, der nicht nur die Erzählung lesen, sondern sie und ihren Verfasser in Literatur, Zeit, Stil und Geschichte einreihen will, das nimmt als Fazit Klausners Einleitung voraus, und es wäre deshalb gut, daß sie nicht zuerst, sondern in einem späterem Stadium der Lektüre studiert würde. Nur, was irgendwie Verbindung mit dem Erdgeruch des heiligen Landes hat, ist hier aufgenommen, so soll die Sammlung die Renaissance der hebräischen Literatur in einer literarischen Gattung zeigen. Die Schriftsteller sind — nur zwei Ausnahmen — nicht in Erez Israel geboren, aber sie lebten und leben Jahrzehnte bereits dort und kennen das Klima, die Sitten, die Natur des Landes und können in ihren Bildern, in ihren Zeichnungen von Feld und Flur eine Wirklichkeit wiedergeben, die sie erleben und aus eigenstem Erlebn kennen, sie kennen die Menschentypen, die verschiedenen, die sich hier zusammenfinden, um allmählich zu einem gemeinsamen Leben zu gelangen. Juden, der Galuth werden nur bei vier Verfassern uns vorgeführt, aber eben volle Juden. So wird diese Anthologie zu einem historischen Dokument für das Geschehen im Lande in den letzten Jahrzehnten, in den Städten, in den Moschawoth, in den Kibbuzim, bei Arbeit und Ruhe, am Alltag und Festtag. Von vielen Seiten betachtet wird man diese Neuerscheinung mit Freude begrüßen und ihr weiteste Verbreitung wünschen. Mit Stolz und Genugtuung muß man wiederum feststeilen, daß die äußere Ausstattung des Bandes eine vorzügliche ist. Ein prachtvolles, zur Zierde gereichendes Geschenkwerk liegt hier vor, Rabbiner Dr. A. Posner, Jerusalem. Askarah. Ein Buch zum Andenken an Rabbi Kuck •V"ST Unter dem Titel „Askarah" (Gedenken) ist in Jerusalem ein Standardwerk erschienen. Mehr als 40 Personen haben hier Beiträge geliefert, um dadurch das Andenken Rabbi Kucks zu ehren, und Raw Fischman hat als Redakteur sie in fünf Abteilangen geordnet und jede Abteilung zu einem eigenen Band zusammengestellt. Wenn man. berichtet, daß sämtliche Gebiete der jüdischen Wissenschaft, Bibel, Talmud, Geschichte, Religionsphilosophie, Dichtung usw., in diesen Aufsätzen berührt werden, daß ein Band eine ausführliche Lebensbeschreibung von Raw Kuck, eine Charakteristik seiner Persönlichkeit, seiner Arbeitsweise und eine Bibliographie seiner Schriften und deren Uebersetzungeh enthält^ dann kann man . Sich vielleicht eine Vorstellung von dem Umfang und dem ganz ungewöhnlich hohen Niveau dieses Werkes machen, das 1870 Seiten zählt. Und dann erkennt man es wohl auch als eine Pflicht an, von diesem Werke der großen jüdischen Welt wenigstens in Kürze Kunde zu geben. Aus den Kreisen der Universitätsprofessoren, der Rabbiner der Jeschiwoth, der Lehrer, der Parteileute und der Privatgelehrten setzt sich die Mitarbeiterschaft zusammen. Unter ihnen seien hier die Männer genannt, die dem deutschen Leser'mehr vrtraut "sind: Rabbiner Dr. Bleichrode setzt hier seine 1904 begonnene Ausgabe des Maimonides-Kommen|aTf)'zum Traktaf Sanhedrin fort; Dri-.Brody'.' veröffei$l|£ht -iiier einige Klagelieder, Dr. Wolfsberg schildert äie Originalität am Werk und Wesen dieses Meisters, iRa$ Fischman zeichnet das äußere und innere Leben' uria Dr. A. B, Freimann, der Sohn des kürzlich dahingeschiedenen Dr. Jakob Freimann, gibt einige Briefe (von Rabbi Akiba Eger zum ersten Male heraus^' ]; Sämtliche Beiträge sind in hebräischer Sprache geschrieben, sämtliche Verfasser finden Verbindungslinien zwischen ihren Forschungen oder jPublikationen und dem weiten Arbeitswerke;imd j[Felde des Rabbi Kuck und belegen ihre; Verehrung durch dankbare Worte in ihren Aufsätzen. Die'ji Zukunft wird zeigen, wie oft und auf wie verschiedenen Gebieten auf die im Buche Askarah gebrachten Artikel zurückgegriffen wird, Raw J. L. Fischman hat im Doppelhefte der Zeitschrift M'D das Andenken des vor 900 Jahren verstorbenen Gaon Raw Hai ehren wollen und ihm, seinen Schriften und seiner Bedeutung; das ganze Heft — mehr als 200 Seiten — gewidmet. Da lesen wir den Beitrag von Raw A m i e 1 über die besondere halachische Methode des Gaon; der Herausgeber berichtet über seine Lehrweise, Prof, Raw Assaf weist nach, wie er dem Rambam als Quelle diente, Prof. Brody und J. Werfel bringen und erzählen über seine Piutim und Lieder, Dr. Obadjah erzählt sein Leben usw. Sämtliche Aufsätze rücken diese letzte Gaonengestalt in das rechte Licht und lassen uns bedauern, daß nur so wenige Reste seiner Schriften, die sich in der Hauptsache mit nwsa •»a'T beschäftigen, auf uns gekommen sind. Rabbiner Dr. A. Posner, Jerusalem. Neuauflage eines Gebetbuches, M. Lehrberger u. Co., Jüdischer Buchverlag und Buchvertrieb in Frankfurt a. M. teilt mit, daß soeben eine Neuauflage des Siddur Sefath Emeth mit deutscher Uebersetzung von S. Bamberger bei ihm erschienen ist. Das Gebetbuch ist wiederum auf bestem holzfreiem Papier hergestellt, und auch die Einbände sind in altgewohnter Güte am Lager. Sprechsaal. Noch einmal Mordechai Aschkenasi. Geehrte Redaktion! Ihre jüngst erschienene Rezension der Scholem'- schen. Schrift über Mordechai Aschkenasi gibt mir ZU folgender Frage Anlaß: Läßt es sich nicht durch Spezialfachleute des kabbalistischen Schrifttums, die unvoreingenommener als - Scholem arbeiten, einmal genau feststellen, ob R. M. Aschkenasi wirklich im arm« bv& keinerlei versteckte Anspielung auf Sabbatai Zwi bietet? Daß gerade ein Vertreter dieses Wissenszweigs eine solche Doppelseele besessen haben soll, will uns Außenstehenden doch nie recht einleuchten. Hineingesehen in Sohar und ama« \>W habe ich wohl gelegentlich auch; aber zu einem Urteil in dieser Frage reicht es nicht. Selbst ein guter Kabbaiist wäre vielleicht nicht ganz zuständig, ohne zugleich sich Kenntnisse über die speziellen Irrwege jener Sekte verschafft zu haben. Andererseits habe ich allerdings mündlich und ohne Quellennachweis erfahren, der rf?nan fiD» Vs>3 sei, ungeachtet seiner gewaltigen Autorität im Halachischen, dem genannten Kreise so ergeben gewesen, daß er mit Hilfe der Sabbatai-Anhänger sein Amt erlangt habe. Dies aber ist begreiflicher, weil ja ein vielleicht einseitiger Knnynsr 5>ya in weltanschaulichen Dingen gelegentlich irregehen kann.' Diese ganzen Erörterungen sind ni. E. d u r c h - aus zeitgemäß. Ich kann nicht einsehen, daß man, wie Sie meinen, dieses Thema'als erledigt ansehen soll. Man sollte den heutige^'orthodoxen Mitläufern nichtorthöcToxer Bewegungen klarmachen: Es schadet zwar dem Ansehen' des nVmn 'ia nichts, daß er der Sabbatai-Sekte anfangs traute; es hatte auch unserer Ehrfurcht vor Rabbi Akib.i nichts geschadet, daß er dem Bar Kochba Glauben geschenkt hat. Aber, und das ist die Hauptsache: Es hebt den Wert der Sabbatai;"Zwi-; und der Bar Kochba-B.ewegüng nicht u m' e i ri e n Deut, daß es ihnen gelungen ist, hervorragende Große der Thora vorübergehend in ihren'; Bann zu ziehen, _ t ij! Ebenso können wir zwar nicht '^en de^ heutigen und der vorigen Generation angehörenden Thbra- Autoritäten seit R. Schemuel Mohilever wögen ihijer Teilnahme an einer ganz außenste'Kenden;Bewe|ung den Respekt versagen. Dennoch wird sicherlich dereinst k e i n e dieser Bewegungen' dafür, daß sie; (einzelne Große, zu den Ihrigen zä'hlen könnte; ein günstigeres Urteil in den Augen1 der Geschichte finden. '•; :' b. c.