Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1938)
- Date
- 1938-02-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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17. Febrrfar 1938 Der Israelit Nr. 7 Seite 7 Werke ,",Orientations'\ welches im Zentralorgan des orthodoxen Judentums, des „Israelit", in Frankfurt a. M., mit größter Ausführlichkeit besprochen Wurde lind in welchem er "seine warmen Beziehungen auch zum glaubenstreuen Judentum in markanten, sehr_ freundlichen Strichen zum Ausdruck brachte. Sir Ronald dankte Herrn Rabbiner Horovicz für dfe freundliche Aufmerksamkeit und ersuchte ihn. den Fühfem des Weltvefbandes Agudas Israel, di& auch seine Freunde sind, seine aufrichtigen Dankesrfrüße für die Sympathiekundgebungen zu übermitteln. Die Unterhaltung wurde in der hebräischen Sprache, die Storrs vorzüglich beherrscht, geführt. - H. Tschechoslovakei. Der Kongreß der neuen zionistischen Organisation. Prag, 1. Febr. Der Kongreß wurde gestern früh nach einer Nachtsitzung geschlossen. Neben dem Nasi Jabotinsky wurde eine zwölfgliedrige Exekutive gewählt. Die angenommenen Resolutionen erklären den 10-Jahresplan zum politischen Programm der neuen zionisti- - sehen Organisation. Auf dem Wege dieses Planes soll während -der nächsten 10 Jahre eine jüdische Majorität und ein jüdischer Staat in Palästina und Transjordanien geschaffen werden. Die Rechte der Jewish Agency sollen auf die jüdische Nationalversammlung übergehen. Für die Dauer der 10 Jahre solle das Mandat aufrecht erhalten bleiben. Jabotinsky wurde ermächtigt, mit den verschiedenen Regierungen, die in Betracht kommen, wegen der Einberufungeiner Staate n k onferenz z u r Lös Uß g der Judenfrage zu verhandeln. (Siehe Wochenründschau.) Litauen, Die Minderheitsrechte in Litauen. Kowno, 7. Febiv Der litauische Staatspräsident, Smetona, empfing heute eine jüdische Delegation, der er erklärte, daß die Regierung die Garantieklauseln für den Schutz der Minderheiten^ .ohne .jede böse Absicht aus dem neuen Verfassungsentwurf weggelassen habe. Die Regierung sei entschlossen, auch in Zukunft Toleranz gegen, die Minderheiten zu üben und die traditionelle litauisch-jüdsche Freundschaft aufrecht zu erhalten. Vielleicht werde es ratsam sein, einen Zusatzparagraphen im Sinne seiner Erklärung in die Verfassung aufzunehmen. Die jüdischen Gemeinden haben in der Angelegenheit auch an das Parlament eine Petition gerichtet. Rumänien. Die Judenfrage in Rumänien. B u k a r e s t, 13". Febr. Im „Aufrufe an * das rumänische Volk", den die »eue Regierung C r i s t e a erlassen hat, wird u. a. betont, daß dem Rumänen tum im eigenen Lande überall der Vorzug gesichert werden müsse. Die geschichtlichen''-Ungerechtigkeiten müßten aufgehoben werden, ohne gegenüber den. seit Jährhunderten in Rumänien lebenden Volksängehörigen Ungerechtigkeiten zu begehen. Die Staatsbürgerschaft derjenigen jedoch, die nach, dem Kriege mit gefälschten Dokumenten nach Rumänien eingewandert, seien und sich hier niedergelassien hätten, werde von .der Regierung aufs schärfste; .überprüft werden. t In diesem Zusammenhang werde,, es dann auch ermöglicht, den rumänischen Staatsangehörigen auf wirtschaftlichem, Gebiet den ihnen gebührenden Platz; zu sichern,; Die Entfernu n'g der. fremden Gruppen aus dem. Lande werde die" Regierung organisieren, und, zwar ,in.» -enger Zusammenarbeit mit anderen Staaten, in der Weise, daß die aus „dem Land ausgewiesenen Juden i n e i n e m n e ü e n L a n d a n g.e s i e d e 11 würden, wie dies jiie Juden ja auch^selber wünschten. Die Ueberprüfüng der Staatsbürgerschaften. Bukarest, 14. Febr. Nachdem der Termin für die Einreichung der Dokumente zum Nachweis des rechtmäßigen Erwerbs der rumänischen Staatsbürgerschaft bis, zum 10. März verlängert worden ist, bearbeitet, 'wie1 bekanntgegeben wird, der interimistische Justizminister Cancicov nun die vonseinem-.;Vorgänger..bereits ausgearbeitete; Ausführungsverordnung; zum -Gesetz über. die Ueberprüfüng betrügerisch .erworbener Staatsbürgerschaften. Es sind c einige Aenderungen zu erwarten, und die. Fertigstellung der Ausführungsverordnung in ihrer, neuen Form dürfte wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. ,.• ., ',;;;< Italien. Eine Richtigstellung. * Rom, 15. Febr. Zu einer Mitteilung englischer Blätter, wonach die italienischen Verleger offiziell verständigt worden wären, daß sie keine Bücher italienischer Juden mehr veröffentlichen dürfen, ohne hierfür die amtliche Bewilligung erhalten zu haben und Bücher ausländischer Juden überhaupt nicht mehr in Italien übersetzt und Theaterstücke ausländischer Juden nicht mehr aufgeführt werden dürften, wird in einer Erklärung von maßgebender römischer Stelle festgestellt, daß sich diese Maßnahme nicht gegen die Bücher italienischer Juden richtet, sondern gegen die Schriften antifaschistischen Inhalts, deren _ Verfasser' ausländische Juden sind, wobei nochmals festgestellt wird, daß es in Italien keinen Antisemitismus gibt. Schulschiff „Sara I" gekentert. Rom, 6. Febr. Der Viermaster „Sara I", der als jüdisches Schulschiff dient, ist an der Küste von Korsika auf Grund geraten. Das Schiff, das 700 Tonnen verdrängt, gehört zur italienischen Marineschule von Civita Vecchia. Dort ist vor drei Jahren vom Betar eine selbständige Abteilung eingerichtet worden, um junge Juden für den Seefahrtberuf auszubilden, damit eine jüdische Handelsmarine in Palästina rekrutiert werden kann. Die Offiziere und die Besatzung ebenso wie die Marineschüler sind Juden, An Bord waren 31 Schüler, die aus Polen, Oesterreich, Litauen, der Tschechoslovakei, Deutschland und Palästina stammen. Die „Sara I" war auf einer Kreuzfahrt von Palästina über Rhodos, Saloniki, Malta und Tunis unterwegs nach Marseille, als sie, etwa vierhundert Meter von der Küste, in der Nähe der Mündung des Flusses Golo, auf Grund kam. Die Versuche, das Schiff wieder flott zu machen, sind bisher vergeblich gewesen. Besatzung und Schüler sind wohlauf. England. Keine Entscheidung über die kommende Schedule. London, 2. Febr. Auf eine Anfrage im Unterhaus erwiderte Mr. Ormsby-Gore, daß die Regierung erst nach dem 31. März in Erwägungen über die Zahl der Einwanderungszertifilcate für das nächste halbe Jahr eintreten werde. Große Palästina-Debatte im Unterhaus. London, 10. Febr. Ein ausgedehntes Frage- und Antwortspiel über Palästina-Angelegenheiten wickelte sich, wie schon in jüngster Nummer kurz berichtet, gestern im Unterhaus ab, wobei der sachliche Ertrag der Debatte allerdings im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Ausdehnung stand. Die wißbegierigen Abgeordneten haben von dem geschickten Vertreter des Colonial Office, Mr. Ormsby-Gore, nur wenig erfahren, was sie nicht schon vorher gewußt hatten. Den Beginn machte Captain Victor Cazalet mit der Frage, ob die Regierung noch an ihrer im Weißbuch vom vorigen Juli niedergelegten Teilungspolitik1 festhalte und ob bis zur Schaffung eines Definitivum das Mandat unverändert in Kraft bleibe. Beide Fragen wurden bejaht. Daß der lange Schwebezustand die wirtschaftlichen Interessen des Landes schwer schädigt, bedauert der Minister, kann es aber nicht ändern. Die weiteren Fragen der Abgeordneten Mander;'Campbell Stephen, Lipson, Leach würden entweder gar nicht oder mit der Versicherung beantwortet, daß die Regierung alle Argumente im Äuge behalte und sich durch den Terror in" Palästina Tiicht davon abschrekken lassen werde, weitere Untersuchungen anzustellen, . um ein definitives Projekt vorzubereiten. Der Abgeordnete Thös. Williams ging dann auf die Frage der Einwanderungsregelung ein. Der Minister blieb dabei, daß über das, was nach dem 31. März geschehen werde, jetzt noch Erwägungen schwebten und gab schließlich gar keine Antwort mehr. Zu der vom Board of Deputies gefaßten Resolution, die die Lösung der Palästinafrage auf der Basis des DominionstatüS'-verlangtr erklärte ider Minister, die Frage sei'so schwierig,'daß er sich dazu nichtoäußern könne. Gewiß ' Werde" '-die Resolution dem Völkerbund und der Mandatlcommissiön iweiter :geleitefc werden. Schließlich gab Ormsby Gore noch)Auskunft über die Terrortäten in Palästina in. der Zeit vom.j31. Januar bis 7. Februar- und erklärte, die eingeführten Waffen kämen zumeist aus Syrien, i, n\_ :-';.; - ■;■ ■'■ ■ ±--•-; *i - Canada. ^ur fprage der Ansiedlung in Canada. =: *S Frankfurt a. M., 15. Febr. Von einem Kenner Kanadas und seiner Lebensbedingungen wird uns geschrieben: Für die Ansiedlung in dem nördlichen O n t a r i o bedarf es erst einer gründlichen Vorprüfung des Bodens und der Witterungsverhältnisse durch einen unbedingt zuverlässigen Fachmann. Selbst die tüchtigsten Landwirte müßten vollständig umlernen, denn in jenen Gegenden wächst und reift alles ganz anders als in unseren Breiten. In dem besagten nördlichen Ontario folgt einem langen strengen Winter mit ungeahnt vielem Schnee übergangslos ein herrlicher Frühling, der in einen kurzen Sommer übergeht. Der Herbst ist ganz kurz. Aber Sommer und Herbst bringen in ihrer Kürze reichlich das hervor, was in Europa der dreimonatige Sommer und Herbst schafft, vorausgesetzt, daß der Siedler aufgrund richtiger Erfahrung und Belehrung angebaut und das Feld bearbeitet hat. Ferner ist zu beachten, daß eine waldreiche Gegend, möglichst mit fischreichem Wasser, zu bevorzugen ist, weil die zur Verfügung gestellten Landstriche sehr weit von der Bahn liegen werden, eine Versorgung mit Kohlen zu kostspielig sein und die Siedler nur auf selbstgeschlagenes Brennholz ange-s wiesen sein werden. Hierbei muß also auch die Fülle der Ausbeutungsmöglichkeit berücksichtigt werden. Zu all dem gehört ein gesunder, kräftiger, ausdauernder, arbeitsfroher Mensch. An eine Ernte, die den Neusiedler ausschließlich ernähren soll, ist in den ersten zwei Jahren kaum zu denken, weil ja erst die Erfahrungen gesammelt werden müssen. Deshalb ist es unumgänglich, daß die Leute, die sich für die kanadischen Gegenden entschließen, einige Mittel besitzen. Selbstredend ist eine gewisse Gruppensiedlung, bei der aber die Selbständigkeit der einzelnen Familie nicht gehemmt sein soll, zu empfehlen; also etwa Dörfer mit je 20—40 Familien, natürlich mit allen religiösen Einrichtungen. Lehrer, Schochet, Mohei, Chasan, Ssofer wären am besten in einer Person zu vereinigen. Ein Arzt darf nicht fehlen, der aber als Farmer auch überall Hand anlegen könnte. Als erstes wäre ein Holz-Sägewerk, verbunden mit Krafterzeugung für elektrisches Licht einzurichten. Deshalb muß ein dazu geeigneter Platz ausgesucht werden. Im Winter ist jedwede Verbindung mit der übrigen Welt abgebrochen. Deshalb müssen im Sommer alle Vorräte an Lebensmitteln, Medikamenten, Feuerung und Ritualien vollständig gesichert werden. Ein guter Auto-Lieferwagen ist nötig, selbstredend die Ackergeräte mit Bulldog (Zugmaschine). So kostspielig dies auch alles erscheint, so leieht wäre dies durch einen sachgemäßen „drive" (Geldsammlung) zu erhalten. Ein Versuch, der in dieser Richtung vor mehr als vier Jahren unternommen wurde, als die Millionen an Dollars, Pfunden und Franken noch flössen, mißglückte. (Wenn auöh die meisten dieser Vorschläge noch reichlich verfrüht sind, so ersieht man doch daraus, daß Kenner des Landes Kanada als Siedlungsland für Juden nicht glattweg ablehnen. Red.). -Südafrika. Jüdisches aus Südafrika. Johannisburg, 20. Febr. Advokat P. Grünberg, eine im jüdischen Leben bekannte Persönlichkeit, wurde zum Vorsitzenden des höchsten Gerichtes in Südafrika ernannt. _v Auf einer öffentlichen Versammlung hat der Innenminister Südafrikas, Hofmaler, eine Erklärung "abgegeben, daß die Regierung den Antisemitismus ablehne und ihn daher mit allen gesetzlichen Mitteln bekämpfe. * Briefkasten. jV/ K., Breslau. Sie haben vielleicht übersehen, daß wir den Artikel mit einer redaktionellen Bemerkung gebracht haben, aus der hervorgeht, daß wir die Ausführungen nur als die Einzelansicht eines gesetzestreuen Jugendführers betrachten, ohne uns mit ihnen 2u identifizieren. Sie haben ferner übersehen, daß schon in einer nachfolgenden Nummer die Stimme eines anderen Jugendvertreters wiedergegeben wurde, die im Wesentlichen all das vorbringt, was Sie zu beanstanden haben. Wir hoffen nun, daß mit dieser Aufklärung Ihr altes Vertrauen zu uns wieder hergestellt ist. Bes Jakob. Die Bes Jakow-Zeitung erscheint in Lodz (Polen), unter Redaktion von Friedsohn, Kilinskiego 44. ,h Im übrigen verweisen wir auf den bei uns alle paar Wochen erscheinenden „Kleinen Israelit". Frau F. MAIER Ww. Fahrgasse 94 1 Minute von der Kbnstabler Wache DAS LICHT DER EWIGKEIT ytRUC DES ISRIlEtilUlD I I kieidiiiis für Auswanderer £^"^ejUJ.X^' HERMOH GMBH., Franklort a. M. I Im «. ß - k o n f.-.irjt i o n bröschiert RM. 4.oo Lwbd/RM. 5.oo Schützenstr. 12 Postsch .;i.98p2 I; I «*> D -Vera r b e 11 t u n g