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Der Israelit · 1938-02-10 · Heft 6 (10.2.1938) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 6 (10.2.1938)
Date
1938-02-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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gehend dem allgemeinen Kausafablauf des Ge schehens. Das ist der Zustand, in welchem sich das jüdische Volk im Golus befindet. Hierauf bezieht sich das ständig wiederkehrende Flehen des Königs David, daß G'tt sein Angesicht nicht verbergen möge. So heißt es z. B. (Kap. 13 Vers 2)' „Bis wie lange, o G'tt, wirst Du mich in Zukunft vergessen? Wie lange Dein Ahge sieht mir verbergen." Und weiterhin (27, 9) „verbirg nicht Dein Angesicht vor mir, weise nicht zürnend Deinen Diener beiseite" oder (44 24) ,^Zeige Dich wach, warum willst Du zu schla fen .scheinen, mein Herr.' ,,Lasse Wache-Zeit werden, verlasse mich nicht auf immer, Warum willst Du Dein Angesicht verbergen, unser Elend vergessen und unseren Druck." Dieses „Verbergen des Angesichts" ist aber keineswegs eine völlige Entziehung der beson deren g'ttlichen Fürsorge. Sie ist nur „verbor gen" und tritt nicht mehr so deutlich, wie das Wundergeschehen früherer Zeiten in die Erscheinung. Unsere Weisen finden in den Worten; „ich werde mern Angesicht verbergen" (inon TflöX).(5. B. M. 31, 18) einen Hinweis auf die Königin 'ifiöK' (Chulin 139b). Bekannt ist ja die auffällige Tatsache, daß der G'ttesname in der Megillo nicht vorkommt. Sie wird damit erklärt; daß die in ihrem Gesamtverlauf so wunderbare Purimgeschichte sich scheinbar im Rahmen de** Naturgesetze abspielte. Es geschah kein offenkundiges Wunder. Die Purimgeschichte ist daher eine Erläuterung des „Verbergens des Angesichts". Durch diese besondere Form der Fürsorge wird der gesamte Verlauf der Golusgeschichte bestimmt. Daß der Perserkönig Cyrus den Juden die Wiedererrichtung ihres Staatswesens gestattete, und der Tempel trotz aller Anfeindungen genau nach Ablauf der vorhergesagten 70 Jahre wieder erbaut wurde, geschah ohne offen zutage tretende Durchbrechung des Kausalverlaufs. Gleichwohl enthält es des Wunderbaren genug. Dasselbe gilt für den Verlauf, der Golusgeschichte bis auf den heutigen Tag. Denkt man sich in die Zeit der Zerstörung des zweiteil Tempels zurückversetzt, so wäre einem der Gedanke",; daß das jüdische Volk 2000 Jahre lang inmittenaller Verfolgungen erhalten bleiben würde, gewiß als dasgrößte Wunder erschienen. Da aber die Einzelphasen sich im Rahmen der Natürkausälität abgespielt haben, tritt, das Wunderbare „des Gesamtverlaufs nicht so, deutlich hervor. Hier abtrennen und im Kuwert an den Verlag senden. Bestellschein Ich/Wir bestellen hiermit beim ISRAELIT UND HERMON JÜD. BÜCHVERLAG G. m. b. H., Frankfurt a.M., Schützenstr. 12 Renegalen des Geistes von Oberrabb. Dr. Joseph CARLEBACH zum Preise von RM. 1.00 oder/und Die Welt der Gebete I. Kommentar zu den Werktagsgebeten von Rabbiner Dr. Elie MÜNK, Paris zum Preise von RM. 5.00- Der Betrag wird auf Postscheck - Konto Frankhirt a. M. Nr. 19802 gezahlt soll per Nachnahme erhoben werden. Name Ort Straße \l Niehtgewünschles bitte streichen. Die nur mit den sogen, realpolitischen Möglichkeiten rechnende Betrachtungsweise hat sich demnach für» die Vergangenheit nicht bewährt. Sie kann daher auch nicht alleinige Leiterin für die Zukunft sein. Scheinbare Unmöglichkeiten politischer und ökonomischer Art brauchen dann nicht zu schrecken, wenn die Voraussetzungen für das Walten der besonderen g'ttlichen Fürsorge gegeben sind. „Die sittliche Reife des jüdischen Volkes allein wird also darüber entscheiden ,ob ein etwaiges staatliches Gebilde Bestand haben kann! Der Weg der Cherubim, Der aus dem Paradiese vertriebenen Menschheit wurden die Cherubim zu Wegweisern zum Baum des Lebens bestellt. Wesensgleich sind diese Cherubim mit jenen, die im Heiligtum als Träger der G'ttesherrliehkeit atrf der Lade stehen ,die das Gesetz der Thor^r in sich birgt» Auch der jüdische Staat soll Träger g'ttlxcher Herrlichkeit auf Erden sein. Wie jene Cherubim ruht auch er auf dem Gesetz der Thora, das seinen Aufbau ermöglicht und ihm Bestand verleiht. Er ist das Bild des getragenen Trägers.. rnanzu ]m rnaizna nwia \ Korrespondenzen. Deutsches Reich. Lehrgang für technische Lehrerinnen, Berlin, 28. Jan. Die Schulabteilung der Reichsv'ertretung der Juden in Deutschland und der Jüdische Frauenbund teilen mit: Es ist in Aussicht genommen, April 1928 an der Jüdischen Haushaltungsschule Frankfurt a. M., Quinckestr. 20, einen einjährigen Lehrgang für technische Lehrerinnen zu beginnen. Es können Mädchen aufgenommen werden, die hauswirtschaftlich und technisch begabt sind und eine pädagogische Ausbildung bereits erhalten haben (wissenschaftliche Lehrerinnen, Vplksschullehrerinnen, Sport - und Gymnastik-Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen) oder anderweitig nachweisen können. Ziel des Lehrganges ist die Befähigung zur Erteilung von Hauswirtschafts- und Handarbeitsunterricht an jüdischen Schulen und hauswirtschaftlichen Betrieben. Die Kosten betragen für Schulgeld RM. 25.— monatlich; für Wohnung und Verpflegung in der Frankfurter Haushaltungsschule RM. 60.— "monatlich, Anmeldungen sind zu richten an die Jüdische Haushaltungsschule Frankfurt a. M., Quinckestr. 20. Beizufügen sind: ein Gesundheitsattest, selbstgeschriebener Lebenslauf und schon vorliegende Zeugnisse. Auswanderungspolitische Gesichtspunkte. Berlin, 4. Febr. Die „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" erö'ffnet-ihren neuen Jahrgang (Heft 1 vom Februar 1938) mit einem Aufsatz von Dr. Georg Josephthal: „Pädagogische und auswanderungspolitische Gesichtspunkte des jüdischen Berufsausbildungswerkes in Deutschland". Er legt die Ursachen dar, aus denen sich im Laufe der letzten Jahre das Schwergewicht von der Umschichtung zur Erstausbildung verschoben iat, er deutet den besonderen Sinn jüdischer Gemeinschaftsbildung, die Eigenart des Führerproblems u. a. m. Alles ist aus nächster Nähe gesehen. Ein weiterer Beitrag gilt einem Problem, das etwas zu lange in den Hintergrund getreten war: der sozialen Wiedereingliederung Gefährdeter, das Hannah Karminski erstmalig für Mädchen, an Hand einer Reihe von Lebensläufen ehemaliger Isenburger Zöglinge, sorgfältig und mit recht aufschlußreichen Ergebnissen untersucht. Prof. Dr. E. Seligmann gibt einen Ueberblick über die dringlichen Aufgaben der jüdischen Gesundheitsfürsorge; er begründet die kürzlich vorgenommene Dezentralisation durch Errichtung von Bezirks-Gesundheitsfürsorgestellen, Fragen der organisatorischen Ausrichtung behandeln Max Birnbaum-Berlin und Dr. Weißmänn-Karlsruhe unter dem Thema „Reform des Lastenausgleichs". Von der Sitzung der RepräsentantenYersammlung, B e r 1 i n , 6. Febr. Am 1 .Februar fand eine Plenarsitzung der Repräsentantenversammlung statt. Der Vorsitzende, Herr Kaiser, eröffnete die Beratungen mit ehrenden Nachrufen auf Rabbiner Jacob Freimann, Berthold Feiwel, Prof. Otto Warburg und gedachte auch des von Mörderhand erschossenen englischen Archäologen J. L. Starkey. Die nunmehr vorgenommenen Wahlen in das Präsidium der Repräsentantenversammlung ergaben die Wahl von Regierungs-Direktor a. D. Conrad,K a i s e r zum ersten Vorsitzenden und Dr. Max B a r w a 1 d zunu Vize^ Präsidenten. -;T .i„ . Die veränderte Einkommensteuer; Berlin, 7. Febr. Das verkündete neue-' Steuerges et z sieht u. a. auch die Uebertragung von Rassengesichtspunkten auf die Einkommensbesteüerung vor. Nach der Neufassung des § 32 des Einkommensteuer-Gesetzes wird die Kinderermäßigung nicht' menr gewährt für Kinder, die j u d e n sind, das heißt, daß künftig jüdische Familien Steuern in solcher Höhe zu entrichten haben, als ob sie kinderlos wären. Entsprechende rassische Vorbehalte werden; auch bei einigen neueingeführten sozialen Erleichterungen für ältere Männer und Frauen gemacht. Da im Gesetzestext ausdrücklich nur für Kinder» die Juden sind, die Kinderermäßigung ausgeschlossen wird, soll demnach, wie berichtet wird, M i s c Illingen im Sinne der Nürnberger Gesetze, die Kinderermäßigung weiter gewährt werden, Tschechoslovakei, Vom Revisionisten-Kongreß. Frag, 2, Febr, Auf dem revisionistischen Kongreß legte Dr. K 1 i n g e r aus London einen umfangreichen Bericht über den Zehnjahresplan der Revisionisten zur Entwicklung von Palästina vor. Der Plan, sieht die. An- Siedlung von 80 000 jüdischer Familien auf dem Lande vor, mit einem. Kostenaufwand von 30 Millionen Pfund. Weitere 17 Millionen sind für die industrielle Entwicklung Palästinas vorgesehen. Von diesen 47 Millionen Pfund sollen 11 Millionen durch eine nationale Anleihe, 3 , Millionen vom Keren Kajemeth, 12 Millionen aus Regierungsgeldern, 48 Millionen durch Privatkapital und 3 Millionen durch Kredite aufgebracht werden. Die Anleihe soll in 40 Jahren, rückzahlbar und mit 3% Proz. verzinslich sein. Ueber die politische Situation referierte. Prof. Akzin. Hinsichtlich Italiens bemerkte cler' Referent, daß eine Aenderung der heute anfiziphistischett' Haltung Italiens durchaus nicht außerhalb^tfei.4B(erei-j;t ches der Möglichkeit liege- Er sprach sich'Äamem? ... der Partei nicht nur gegen Partition aus', Jsjonaern'o auch gegen den Plan der zionistischen F^derafi^rf Englands, Palästina dem British Empire einzuverleiben. Es gebe gegenüber dem Teilnngs^tan"'!nür>;' einen Alternätivvorschlag: Aufrechterhältung ''des"1 Mandates bis zur Errichtung eines1 jüdischen^ Staalteä auf beiden Seiten des Jordan,. n Eine Abordnung des* Kongresses wurde vom tschechischen - Außenminister ' und vom Präsidenfett Benesch empfanden. - jY . Polen. : Ein mysteriöser £all. " Warschau, 3, Febr,; t Folgende Notiz, für die wir der Zeitung „Das jüdische Volk" die Verantwortung überlassen, geht durch die Zeitungen: „Eine-große Sensation erregte in orthodoxen Kreisen die Nachricht von einem Versuch, den .Gerer Rabbi zu entführen. Unter den Anhängern des Rabbi, würde ein junger Mann entdeckt,; der einen falschen Bart trug. Bei seiner Verhaftung wurden bei ihm zwei Revolver gefunden. Er gab dann, zu, Mitglied einer Bande zu sein, die die Absicht hatte, den alten Rabbi zu entführen, um Lösegeld zu erpressen." *" Ein Zeitungsprozeß in Warschau,, W*a r s c h a u , 1, Febr. Im Zusammenhange mit dem energischen Auftreten des Agudaorgans in Polen „Das jüdische Tog^ blatt" gegen die skandalöse Sabbatentweihung der :natidnalen ,,Moment''-Kreise (sie geben, wie schon berichtet, ein^ jüdisches Blatt in polnischer Sprache t am Sabbat heraus) hät der „Moment" eine Beleidigungsklage gegen „Das jüdische Togblatt" beim Gericht angesträngt. Da' „Das jüdische Togbllatt" als Organ desreligiösen Judentums das Recht und sogar die Pflicht'hat,.Verstöße'gegen die Religion zu rügen und die'se "mit TDol^umenten- und Zeugen Reichlich beilegenkanny! so kann über den ^.usgang" des Prozesses kein Zweifel herrschen; Imr übrigen hatxdas Zentral- L_ _,,____ ... ,, ,MT,:.l,..-l..,.,.1L...ujL...J»^^,.._.UJm....L._..... f ■ ■ ' f - '- W-;v W ■ -. ' , '. - C-^, —. Wfe^Sfej^^m^^

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