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Der Israelit · 1938-01-13 · Heft 2 (13.1.1938) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
– (sequence 16)
Language
German
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StÄtßiM . Austritt aus der Gemeinde. Und bald darauf wurde sein Austritt aus dem Leben erklärt; er starb. Seine Söhne gingen zum Vorstand der Gemeinde und baten um die Erlaubnis, ihren Vater auf dem jüdischen Friedhof begraben zu dürfen. Rabbi Akiba Eger erklärte, daß dem nichts entgegenstehe, jedoch müßten die Söhne eine hohe Summe (ca. 1000 Mk.) für das Grab bezahlen. Das wollten die Söhne nicht, und sie brachten die Streitsache vor den Stadthauptmann. Der Stadthauptmann fragte Akiba Eger, warum man für ein so kleines Stückchen Erde eine so hohe Summe fordere. Darauf stellte Akiba Eger die Frage, ob denn nicht eine Wohnung, die man für 10 Jahre miete, teurer wäre als eine solche, die man nur für 1 Jahr miete. „Selbstverständlich ist eine Wohnung für 10 Jahre weit teurer", gab der Stadthauptmann zur Antwort. Darauf erklärte Rabbi Akiba Eger; „Wir haben den festen Glauben, daß einmal die Gräber sich öffnen, und die Toten wieder auferstehen werden. Der Verstorbene aber leugnete die Auferstehung der Toten, er will für ewige Zeiten im Grabe ruhen. Also muß auch für seine Grabstätte weit mehr gezahlt werden als für die Grabstätten der anderen Toten, * * * Eines Tages, kamen zwei Frauen zu Rabbi Akiba Eger und beklagten sich über ihre Männer. Die eine Frau sagte: „Ich weiß, man muß dem Armen geben, aber mein Mann gibt mit vollen Händen. Was er heute verdient, das erhalten morgen die Armen. Noch eine kurüe Zeit, und wir sind verarmt und müssen hungern und darben". Die andere Frau aber sagte: „Mein Mann ist ein großer Geizhals, er könnte geben, aber kein Armer erhält von ihm eine Gabe. Er verschließt einem jeden Armen die Türe." Rabbi Akiba Eger ließ sogleich beide Männer zu sieh kommen. Und er sagte zu dem Wohltäter: „Gewiß ist es heilige Pflicht, dem Armen zu helfen, aber nicht so, daß wir selberverarmen. Heißt es doch "py "priK ">m „Dein Brudet . soll leben, aber auch du". Der Mann aber entschuldigte seine Freigebigkeit, indem er sagte: „Ich bin schon 50 Jahre alt, wer weiß, ob ich nocn morgen für Aulom habo etwas tun kann." * „Auch ich," sagte der Hartherzige, „bin übet1 50 Jahre alt, wer weiß, wie lange ich noch arbeitsfähig bin. Und darben und hungern will ich nicht." „Aber weißt du, maö ^Xn np*TSV was du den Armen gibst, gibst du G'tt", gab ihm der Rabbi zur Antwort. Nach einigen Wochen erkrankte der Hartherzige schwer und starb. Der andere lebte noch vieles Jahre und brauchte nicht zu darben. * * * Einmal kam spät abends ein Mädchen zu Rabbi Akiba Eger, das weinte und weinte und wollte sich nicht beruhigen lassen. Endlich sagte es: „Der Vater krank, die Mutter krank, die kleinen Geschwister haben Hunger, ich habe kein Geld, ein Stückchen Brot zu kaufen." Sogleich machte sich Akiba Eger auf den Weg, um bei reichen Wohltätern um Hilfe zu bitten. Aber überall kam er an verschlossene Türen. Da\ hörte er, in dem Vereinslokal wäre eine Feier veranstaltet. Sogleich nahm er seinen Weg dorthin. Alles erhob sich von den Sitzen, als er eintrat. Akiba Eger bat, weiter zu spielen, er selbst werde sich am Spiele beteiligen. Er setzte einen hohen Betrag in die Kasse, die anderen folgten und setzten ebenfalls hohe Beträge. Zum Erstaunen aller stülpte er die Kasse um und sagte: „Das jüdische Herz ist Trumpf." und steckte das Geld in die Tasche. Und als er Aufklärung darüber gab, wozu er das Geld benötige, spendeten die anderen noch beträchtliche Summen. An dem Abend gab es zwei glückliche Menschen, detf Rabbi und das Mädchen. -

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