Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 50 (16.12.1937)
- Date
- 1937-12-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 50 D e r I s r a.c Ii t ^i^^piff^^p^atf^ "16. Dezember 1937 Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORAH Sammeldose! Bitte Dosen bei der Zentrale anfordern : Hamburg 1 3 , H e i n r i c h ß a r t h s t -r a ß e 2 1 Juden angesiedelt werden können. Auch für diese kleine Siedlung hätten die jüdischen Organisationen die Kosten aufzubringen. In französischen Zeitungen liest man dazu, daß Delbos seinem Gastgeber, Oberst B.e c k, klarzumachen suchte, daß das einzige Einwanderungsland für Juden Palästina sei. Trifft diese Darstellung zu, so darf man an sie die Hoffnung knüpfen, daß es den beiden Ministern gelingen möge, auch die englische Regierung von dieser ihrer Auffassung zu überzeugen. Mählich setzt sich doch die von der A g u d a s Jisroel immer und immer wieder ausgesprochene Ueberzeugung, daß nur Gruppensiedlungen die jüdische Substanz vor Zersplitterung und Vernichtung retten können, durch. Dr. Leo Löwenstein schreibt im Organe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten „Der Schild" vom 3. Dezember u. a.: „Tatsächlich scheint mir die Gruppenwanderung, insbesondere in der Form der landwirtschaftlichen Grjuppensiedlung hervorragend geeignet, um einer starken und fühlbaren Auswanderung verstärkte Impulse zu geben. Ueberdies kann es für unsere jüdische Gemeinschaft wichtige Vorteile mit sich bringen, wenn eine umfassende- Planung insbesondere für die Auswanderung der jüngeren Generation gerade nach der Richtung landwirtschaftlicher Gruppen Siedlung durchgeführt wird. Voraussetzung für die praktische Durchführung der überseeischen landwirtschaftlichen Gruppensiedlung ist die Auswahl geeigneter Menschen und ihre landwirtschaftliche Ausbildung. Auf diesem Gebiete ist heute schon in Deutschland Beträchtliches geleistet worden. Neben den großen landwirtschaftlichen Ausbildungsstätten, die auf Palästina ausgerichtet sind, verweise ich auf Lehrgüter wie Ahlem, Lobitten, Neuendorf, Groß-Beesen." Voraussetzung, und zwar allererste, für den Aufbau neuer jüdischer Gemeinschaften ist indes eine jüdische Erziehung der Anwärter und Schaffung der jüdischen Lebensmöglichkeiten in den neuen Siedlungen. In dieser Beziehung vermag uns aber der Hinweis auf Ahlem nicht viel Vertrauen einzuflößen. Bickermann macht Schule. Seine These, im Buche Daniel stehe die Makkabäergeschichte geschrieben (siehe Leitartikel in Nr. 47) wird von Ignaz Maybaum in einer Kanzelpredigt nicht nur vertreten, sondern als gegeben und bekannt vorausgesetzt. Die Predigt ist in der letzten Nummer der „C. V.-Zeitung" abgedruckt, in der Inhalt und Sprache der „hellenistischen- Makkabäer-Bücher" ganz richtig geschildert und abgelehnt werden. „Diese. Sprache gehört nicht in unsere Synagogen!" sagt Maybaum. Dann aber schreibt er: „Wehigbir beriss lorabim. Und er machte schwer den Bund für die meisten. So berichtet das Buch Daniel von Antiochus. In dieser referierenden Sprache, in der Sprache der kurzen Berichterstattung, erzählt das Buch Daniel von der Glaubensnot, Es bedarf keiner anderen Sprache. Heldengröße ist groß. Erdenruhm ist voll Glanz. Aber wo ist eine Größe, und wo ist ein Glanz, wie sie den Juden umgeben, der als Jude Geschichte erlebt und aus seiner Geschichte zu G'tt spricht?" Ein Jude, der als Jude Geschichte erlebt, weiß aber, daß Daniel annähernd 300 Jahre vor Antiochus gelebt hat und mit Hellenismus also nichts zu tun hat. Daniel und die Glaubensnot zur Makkabäerzeit!? Nein, verehrter Herr Doktor, auch eine solche Sprache gehört nicht in unsere Synagogen! . . . Aufgaben und Ziele des in Deutschland e. V. Man schreibt uns; Seit einiger Zeit ist der Hilfsverein der Juden in Deutschland aus einer jahrzehntelang bewußt geübten Zurückhaltung, die keineswegs Untätigkeit bedeutete, ins Licht der jüdischen Oeffentlichkeit getreten. Diese Tatsache ist nur der Ausdruck und die natürliche Folgeerscheinung des jüdischen Auswanderungsdranges, ■ der sich von Tag zu Tag verstärkt. So ist es nur allzu erklärlich, daß die jüdische Presse immer mehr dazu übergeht, dem Auswanderungsthema ihre Spalten weit und weiter zu öffnen und diesen Teil ihres Stoffes neben eigenen redaktio- Hilfsvereins der Juden nellen Arbeiten mit Nachrichten über den Hilfsverein und mit Informationen aus seiner Quelle auszustatten. Denn nachdem Palästina für die jüdische Einwanderung zunächst praktisch ausscheidet, wendet sich naturgemäß das Interesse den Teilen der Erde zu, die der jüdischen Wanderung keine unübersteigbaren Schranken entgegensetzen. Wer aber den Gedanken der Auswanderung erwägt, der bringt heute zwangsläufig mit seinen Plänen den Hilfsverein in Verbindung, der in Deutschland die einzige anerkannte jüdische Organisation für die Beratung jüdischer Auswanderer sowie für die Planung und Durchführung der Auswanderung selbst ist, soweit sie nicht Palästina betrifft. Von den 75 000 jüdischen Auswanderern, die seit 1933 nach Europa und Uebersee gegangen sind, hat der weitaus größte Teil moralische oder finanzielle Betreuung durch den Hilfsverein empfangen. Täglich erscheinen Hunderte bei den 16 Beratungsstellen des Hilfsvereins im ganzen Reiche,, um sich in allen Rechts- und Wirtschaftsfragen der Auswanderung von geschulten Beratern unterrichten zu lassen, die in den Paß-, Transfer-, Niederlassungs- und Berufsmöglichkeiten überall in der Welt Wohlerfahren sind. Kein Außenstehender vermag eine Vorstellung davon zu gewinnen, welche Vorarbeiten geleistet werden* wie reibungslos und vollständig der Nachrichtenapparat des Hilfsvereins gestaltet' sein muß, um alle die schicksalschweren Fragen zu beantworten, die den Beratern alltäglich schriftlich und mündlich gestellt werden: da müssen Sprachenkundige das aus den ausländischen Hilfskomiteequellen fließende Material schnellstens und wortgetreu übersetzen und es den Beratungsstellen zuleiten, damit zu jeder Stunde die aktuellste Information gesichert ist. Juristen und Reisefachleute, Volkswirte und Bankiers, Organisatoren und Seelenkenner müssen zusammenwirken* um individuell und doch ohne Verzögerung jedem Rat und Hilfe angedeihen zu lassen, der darum nachsucht. Mit dieser, übrigens kostenlosen, Beratung und Durchführung der Vorbereitung zur Auswanderung erschöpft sich aber die Tätigkeit des: Hilfsvereins keineswegs. Die Aufspürung und Erschließung neuer Auswanderungsmöglichkelten,, ihre Verwirklichung und Propagandierung ist das Ergebnis einer den Erdball umfassenden Organisationsarbeit, von deren erfolgreichem Abschlußdie Oeffentlichkeit dann oft nur durch eine Kürzere oder längere Notiz unter der Rubrik „Der Hilfsverein teilt mit" erfährt, ohne die Unsumme zermürbender Kleinarbeit und — die Kosten., zu ermessen, die ein solches Resultat erst ermöglicht haben. Jeder A u s w a n d e r u n g s- ,, F a 11", dessen sind sich alle Mitarbeiter des Hilfsvereins zweifellos bewußt, stellt ein Menschenschicksal dar, dessen Lenkung in die Hände des Beraters gelegt ist: Wie oft sieht solch ein „Fall" ganz hoffnungslos aus, denn der Auswanderungs„lustige" hat nichts, kann nichts, was ihm „drüben" eine Chance bieten Miszellen zu den laufenden Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S» Speier. Kap. 48. V. 6. Onkelos, Jonatan und Raschi fassen mV n als Zukunft auf und übersetzen: „Aber die Kinder, die du nach ihnen zeugen wirst." Andere Kommentatoren erklaren rnS>in als Vergangenheit und meinen, daß Joszef während der letzten siebzehn Jahre, da sein Vater in Aegypten lebte, noch andere Kinder geboren wurden. Eine Bestätigung für diese Auffassung" bietet Vers 5. „Und nun, deine beiden Söhne, die dir im Lande Aegypten geboren wurden, bevor ich zu dir nach Aegypten kam, mein seien sie," Der scheinbar überflüssige Zusatz „bevor ich zu dir nach Aegypten kam," läßt darauf schließen, daß Joszef nach der Ankunft seines Vaters n§ch weitere Kinder zeugte. In diesem Sinne läßt sich auch 41, 50 erklären.' „Joszei wurden zwei Söhne geboren, bevor das Jahr des Hungers kam." Aus den Worten „bevor das Jahr des Hungers kam" können wir entnehmen, daß. auch noch späterhin Joszef Kinder geboren wurden. Kap. 48. V. 9. „Joszef sprach zu seinem Vater; Meine Söhne sind es, die mir G'tt hier gab." Nach der üblichen Auffassung bedeutet m? „hier". In dieser Bedeutung finden wir ma' in 38, 21 und Schemot 24, 14. Es bedarf jedoch der Erklärung, weshalb Joszef hervorhebt, daß die Söhne hier geboren sind; war dies doch Jaakow bekannt, wie wir aus V. 5 ersehen. Einige Kommentatoren schreiben deshalb nta die Bedeutung von „in dieser Weise" zu. Meine Söhne sind es, sagt Joszef zu seinem Vater, die mir G'tt in der von mir näher bezeichneten Weise gab. Es sind die Söhne, von denen du gesprochen „die dir im Lande Aegypten geboren wurden, bevor ich zu dir kam, mein seien sie." In ähnlichem Sinne ist nn in Eszter 2, 13 zu erklären: i*nn *k nio jtwki mal In der im vorhergehenden Vers geschilderten Weise, nämlich nach den üblichen Vorbereitungen, kam das Mädchen zum König. Schließt man sich der oben erwähnten Auffassung an, daß Joszef tatsächlich zu jener Zeit noch mehr Kinder hatte, so gewinnt das nra an Bedeutung, als Joszef damit betonen will, daß es nicht d i e Söhne sind, die ihm nach der Ankunft Jaakows in Aegypten geboren wurden. Kap. 48. V. 14. Einige Kommentatoren identifizieren iou? mit feo töricht handeln. Es hätte den Anschein erwecken können, daß Jaakow ohne weiteres Nachdenken seine Hände den Kindern aufs Haupt legte, da doch Menasche der Erstgeborene war, Kap. 48. V.. 22. „Und ich habe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern gegeben, den ich aus der Hand des Emori mit meinem Schwerte und mit meinem Bogen genommen habe." Das Land habe ich für das jüdische Volk aus der Hand des Eniori genommen. Nachdem G'tt das Land Jaakow versprochen,1) hatte dieser es dadurch gleichsam schon genommen. Nach einigen Erklärern ist ">r\nrb als Futurum propheticum aufzufassen. Finden wir ja in der prophetischen Rede häufig das Perfekt in der Bedeutung der Zukunft, wie z. B. in Jeschajahu 5, 13; 9, tff. •»nwpsi 'anna Jisrael wird das Land nur durch Krieg erobern. So wird in Jehoschua 11, 18—19 berichtet: „Lange Zeit führte Jehoschua mit all diesen Königen- Krieg. Es war keine Stadt, die sich, den Söhnen Jisraels friedlich ergab, außer den Chiwitern, den: Bewohnern von Giweon; alles nahmen sie im Kriege." Die Weissagung Jaakows steht nicht in Widerspruch zu Jehoschua 24, 12: „Ich sandte vor euch her dic- Hornisse, sie vertrieb sie vor euch, die beiden Könige des Emoriters, nicht mit deinem Schwerte und nicht mit deinem Bogen." Dieser Vers will nur besagen, daß Jisrael trotz Schwert und Bogen ohne den Beistand G'ttes seifte Feinde nicht besiegt hätte.. Vgl. Tehillim Kap. 44, V. 3—7. Kap. 49. V. 4. Der Nachsatz bedeutet; Damals entweihtest du den,.' der mein Lager zu besteigen pflegte. Die Worter rby '372' sind eine Umschreibung für vwc . Damals; entweihtest du mich. *) Kap. 28. V. 13. „Das Land, auf dem du liegst,, werde ich dir und deinen Nachkommen geben."