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Der Israelit · 1937-07-15 · Heft 28 (15.7.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 28 (15.7.1937)
Date
1937-07-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seiie 6 Nr. 28 i t 15. Juli 1937 Korrespondenzen. Deutsches Reich. Neue Zertifikate für Schüler und Jugendliche« Berlin, 7. Juli., Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend- Alijah teilt mit; Nachdem wir erst vor. einiger Zeit 100 Zertifikate für das Emek Hajarden bewilligt bekamen, wurden uns jetzt weitere 80 Schülerzertifikate zugeteilt. 30 sind für die Belegung der Schule in Mishmar , Haemek bestimmt und 50 für K£ar Jehoschua. Von den uns zur Verfügung gestellten Ben Shemen-Zertifikaten wurden 60 an Polen abgetreten, während weitere 60 für die Schule Tel Litwihski in Aussicht gestellt sind. Alle Jügend-Alijah-Organisationen haben demnach ein ganz besonders umfangreiches Programm zu bewältigen. ...... . Beschleunigt die Auswanderung nach Palästina! Einwanderern der Kategorien A und B wird empfohlen, bis zum 31. Juli in Palästina einzutreffen. Berlin, 8. Juli. Das Palästina-Amt der Jewish Agency in Berlin teilt mit: Es ist zur Stunde noch nicht bekannt, ob und inwiefern die palästinensischen Einwanderungsbestimmungen mit dem 31. Juli 1937 außer Kraft treten oder Aendemngen erfahren. Gemäß einer Anregung, die wir aus Palästina erhalten haben, empfehlen wir den Einwanderern der Kategorien A (Vorzeigegeld . von RM. 1000.—) und D (von Verwandten angeforderte Personen), die Einwanderung, wenn .irgend möglich, bis zum 31. Juli zu' vollziehen. Tagung des Bayerischen Landesverbandes. München,, 11. Juli. Die nach der neuen Verfassung ■ des" Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden gewählten Körperschaften hielten in München ihre konstituierende Sitzung ab. Präsident des Rates wurde Qberstlandesgerichtsrat i. R, Dr. Alfred Ne u m e y e r, Stellvertreter " Bezirksrabbiner Dr. Hanover (Würzburg) ■ und Kommerzienrat Rosenz we ig ' (Nürn- . berg), der zugleich Schatzmeister des Verbandes ist. Vorsitzender des Landesausschusses wurde Bankier Julius Wasserm an n (Bamberg). Die Jahresrechnung für 1936/37 wurde verabschiedet. Die Haltung des Präsidenten bei den Verhandlungen zur Umbildung der Reichsvertretung^ würde gebilligt. Aus Baden, , ' Neuer Vorsitzender des Oberrats. ■ Karlsruhe, 15. Juli. Wie in der vorigen Nummer dieser Zeitung bereits berichtet wurde, ist durch den Rücktritt des verdienten bisherigen Vorsitzenden des Oberrats, Prof. Dr. Stein, die Notwendigkeit entstanden, an die Spitze des Oberrats eine neue Persönlichkeit zu berufen. Dies geschah in einer Sitzung des Ober-5 rats und Synodalausschusses am 11. Juli. Gewählt wurde einstimmig der bisherige Präsident der Sy-' node, Herr Friedr. A. Strauß. Es ist eine gute Wahl, und - sie findet in Karlsruhe und in der Lain-! desäyna'goge : allgemeine > Billigung] Wir glauben,- daß die Traditionen des elterlichen Hauses den neuen. Präsidenten des Oberräts begleiten; und leiten wer-; den' in dem sehr verantwortungsvollen .i Amte. . :r-! Gleichzeitig wurde der bisherige .'Referent••: im Ober-! rat, Herr Oberreg.-Rat i. R., Dr. W e i ß m a n n ,; zuni Mitglied: des ■ iKoIlegiums gewählt,, der.i dn-;dem r verflossenen Zeitraum dreier schwerer Jahne; auf wich? tigen' Gebieten f(jüd. Schule, soziale; Betreuung u.Aa.) wertvollste Arbeit geleistet hat. Polen. Dauernder Rückgang der jüdischen Bevölkerung •.-Warschaus» ... ..- ' '"- "•' Warschau,' 9. Juli. j Der seit' längerer Zeit fes'tztistellende Ruckgalng der' jüdisch ein, Bevölkerung' Warschaus hat-nach einer soeben veröffentlichten Statistik auch im' Monat Mai angehalten. Die. jüdische Bevölkerung von Wärschau macht 30 Proz. der Gesaintbevölkerung aus. Von 662 im Mai geschlossenen- Ehea;;.waren nur 212 jüdisch, also 18 Proz; Von~ den/14811 Geburten entfallen ebenfalls nur 18 Proz.y> nämlich -353; auf die Juden.''Von-den 28 totgeborenen. Kindern stammten 17 Von jüdischen Eltern (67 Proz.)./ Die Ursache •ist'*zweifellös 'in der; unter - derj jüdischen Bevölkerung herrschenden Not zu suchen. Von den Todesfällen entfielen 26, Proz. auf .die Juden. Der natürliche Zuwachs be.tr.Ug|.-knapp 10 pro Mille gegenübe: 12 pro Mille bei der/"nichtjüdischen Bevölkerung. ■ v i England. -Protokoll der" Y&inehmungep durch die Kglif Kommission wird frühestens in einem Monat veröffentlicht. London, 8, Juli. Kolonienminister Ormsby-Gore gab auf eine Allfrage des Abgeordneten Oberst Nathan bekannt, daß das Protokoll der öffentlichen Vernehmungen durch die Kgl. Kommission im Druck sei und als ein nichtparlamentarisches Dokument veröffentlicht werden wird. Das Protokoll dürfte nicht früher als mindestens in einem Monat fertiggestellt sein. Die Woche. Nürnberg. Nach /längerem Leiden starb der langjährige" Rabbiner der Israelitische« Kultusgemeinde, Rabb.< Dr. Max Freudenthal. Der Verstorbene war .lange . Jahre stellvertretender Präsident des Vec- . bandes Israelitischer Gemeinden und .Vorr ritzender der Bayerischen Rabbinerkonferenz und ist erst jüngst zum Ehrenmitglied im Rat des Verbandes Bayerischer Israeli- „ tischer Gemeinden gewählt worden, Wien. Im Alter von 80 Jahren ist in Wien der ehemalige Vorsitzende des Disziplinarausschusses der Rechtsanwaltskammer, Dr. Alfred Bach, gestorben. Er hat wiederholt den österreichischen Hof vor in- und ausländischen Gerichten vertreten und genoß auch als Verfasser einer Reihe wichtiger juristischer Schriften hohen wissen- 'schaftlicheri Ruf. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den Schriftsteiler r Franz W e r f e 1 eingeladen, Oesterreich bei der nächsten Sitzung der Kommission für Intellektuelle Zusammenarbeit zu ver-; treten. Amsterdam. In den Straßen Amsterdams wurde mit Erlaubnis der Behörden eine öffentliche Sammlung für die Rudelsheim-Stiftung, die \ in Hilversum ein Heim für schwachsinnige jüdische Kinder unterhält, veranstaltet. , Hunderte von Sammlern waren in den Straßen Amsterdams unterwegs . und verkauften Ansteckblumen, die beim Publikum einen großen Absatz fanden. Warschau. Um Zwischenfälle zu vermeiden, hat die Eisenbahndirektion in Katto-; witz verfügt, daß den jüdischen Fahrgästen auf den Hauptstrecken besondere Abteile zur Verfügung gestellt werden. — Im Alter von 67 Jahren ist in .«Bialystok der Vizebürgermeister der Stadt. Wolf H e p n e r, gestorben. Lemberg. Auf der Jahreskonferenz der Gesellschaft der polnischen Radiologen wurde zum Vorsitzenden des neuen Vorstandes; der Warschauer . jüdische Radiologe Dr.. K r i n s k i , gewählt, Bukarest. Ein sehr bekannter Ingenieur, Anton Moor, hat in; Bukarest Selbstmord verübt. In einem Schreiben erklärte er, .er habe die Tat be-!.•; gangen, weil er, obwohl Christ, .allgemein als... Jude gegolten habe. Kopenhagen. Einer -derhervorragendsten jüdischen In-, dustriellen Dänemarks, Beni D^ss.a^ü, ist in Kopenhagen im Alter von 69 Jahren gestorben. j. .Lpndon. ,Die. .Staatsdru^ckerei gibt . bekannt,-idaß\ die. ersteh Auf läge des B^&h- ,; tes der. KgC .Kommission ausy e.r^auft '■' ist. Von der Veröffentlichung an, zeigte -sich, eine ungeheure -.Nachfrage nach den Exemplaren, die, zu einem Prejise ,von 6. ■ Schilling, 6 Pence verkauft wurden. Die zweite Auflage ist in Vorbereitung. - ,j Triest. Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Großen Synagoge .in Triest fand in. Anwesenheit des neugewählten Gemeindevorstandes mit seinem Vorsitzenden Oberst Levi-Bianchini an. der Spitze ein Festi'tt'esdiehst': statt.;1'Nifw'- Yörfc': In r,H a in m - v t o ri. {New Jersey) wurde 'für /die :>äus n 18 ' Familien-' bestehende-/jüdische i Bevölkerung? ■ eihe^ >S'y na g oig:fe - ^eröffnet, deren ,'BaUf; hauptsächlich '■' düfrchv; S p. e. n d .e n •: \ d;e r r; c' h r i's.tJU c h e n 'B e v ö lfefer^ng rrermögi; L licht %0'rden'',J war.; .Deii^EinweihurigsfeierHv 1' wohnten zahlreiche Niclitjüden, lunter ■ ihnen ,•; die Vertreter /der städtischen Behördeti und . fünf ■ Priester - bei, die die! Sammlungen für.F ' den Synägogenfonds organisiert , hatten.; Italien. Zehn Jahre Verband jüdischer Frauen in Italien.. . :r'.^f:/' Rom, 6. Juli. Die „Assoeiasiohe Böhne Ebree in. Italia" (Verband jüdischer Frauen in Italien) hat in Rom ihre diesjährige Generalversammlung abgehalten, an der 150 Delegierte teilnahmen. Die' Vorsitzende des Verbandes, Frau Vittoria Cantoni-Pisa, wies in ihrem Bericht darauf hin, daß der Verband jüdischer Frauen in den nunmehr zehn Jahren seines Bestehens eine umfangreiche Tätigkeit auf sozialem, kulturellem und philanthropischem Gebiet entfaltet hat. Während er im, Jahre seiner Gründung vier Ortsgruppen mit 117 Mitgliedern zählte, umfaßt er heute 17 Ortsgruppen mit 1331 Mitgliedern. Der Verband hat insbesondere Fürsorgearbeit zugunsten der armen jüdischen Bevölkerungvon Tripolis geleistet, er hat dort „Nähschuleir': eingerichtet,' um der weiblichen Jugend eine selbständige Existenz zu verschaffen, er hat, insbesondere in Padua, wo esf unbemittelte ' ausländische ' jüdische Studenten in größerer Zahl gibt, Mittagstisehe für diese organisiert und" die' jetzt in Italien bestehenden Hachschara-. Stellen unterstützt. Die Jüdische Gemeinde Triest, an deren Spitze einige Monate lang ein Regierungskommissar stand, hat eine neue Leitung gewählt. Zum Vorsitzendeir der Gemeinde ist Oberst Achille L' e v i B i än c hi ni gewählt worden. In dem jüdischen Verein „Convegno. Ebraicö" ist eine Ausstellung, jüdischer Künstler aus Italien eröffnet: worden. Neben Gemälden von Giuliö Jona, Elio di Gipacchino, der besonders durch seine Entwürfe .für fheaterdekorationen bekannt ist, Eva Ismirli und .Franca Corcos umfaßt die Ausstellung auch Bilder der Malerin Meta Cohn-Hendel -aus. Berlin. Personalien. Justizrat Dr. Max Feuchtwanger V^T* München,110. \Iuli. Am 7. Juli verschied nach längerem Leiden, jedoch Unerwartet, im Alter von 63 Jahren ' Justizrat Dr. Max Feucht w a n g e r 'rih. der erste Vorsitzende von Ohel Jakob. Schon: in ' jungen Jahren schloß er sich dem Kreise der organisierten. .-Münchner Orthodoxie an und wurde bereits'im Jahre11908 von dem: dänialigen Parnes, Kommerzienrat Sigmund Frankel ^"St. für die Mitarbeit in der Vorstandschäft gewonnen. Seit dieser Zeit war er ohne Unterbrechung mit \ größter Hingabe und Aufopferung für den Zusammenschluß und für die Erstarkung der Orthodoxie 'tätig, insbesondere nachdem er im Jahre 1925 nach dem Tode von Kommerzienrat Frankel ^"ST erster Vorsitzender von Ohel Jakob wurde. In der Kultusgemeinde Münchenj deren Gemeindevertretung er als stellvertretender Vorsitzender seit 1921 angehörte, und im' Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden wirkte er als Vertreter rder Orthodoxie. Eiwar mit .aller Kraft bemüht, -die orthodoxen Forderungen zur Geltung iit: bringen. Er hat sich so; unvergängliche Verdienste erworben. Durch seihe vornehme; Gesinnung,! seihen'1 tadellosen Charakter, seine geschickte Verhändlungsleitung und durch seinefr klugen .Rat hat er in allen "Kreisen höchste Anerkennung ünd aufrichtige Verehrung gefunden. Trotz seiner geschwächten Gesundheit widmete er" der .Währung ' der 'orthodö'xen Jnteressen seine ganze Kraft bis zum letzten Ätenizuge. Dies im wahren Sinne des Wortes, bei eiheni Gespräche über' W; ereilte ihn der Tod'.' Welch große Arbeitskraft er zur Verfügung stellte," wird sich erst jetzt zeigen, häendem er von;uns gelängen ist. Mitten aus seinem Wirken wurde er seiner Frau, der treuen,' Helferin, seilen '.'Kindern, einem großen Freundeskreise und uns allen Tentrissen. .Seifa'^Andenken'"i^ird unvergessen? sein. - VD n*aSan ••:'- - > > ••.••• >-' u- ■ •■: ilr.'-i/, v . Mühlheim. a.M-, 8. Julj,.-, firati ThereseT.I;sa a k , geb. Adler in Mühlheim,Offenbach/'a^iM,. j?egeot am Tischohbeaw ., inu: kqrpferlieher ,.^nd :;vgeistiger Frische ihrdn 8 5-j ä-h r i gen G e b"u r trS;t a;g« ■k-r.muim*. iTnIfilg Richtigstellung. Zu der in der letzten Ausgabe unseres Blattes gebrachten Notiz über ein Telegramm des „Makk; bi wird uns. mitgeteilt, daß das Telegramm am 24. 6. in .Berlin;anfgegeben und am.2-5,,6. ,n ä^ h.m-i t t a äs 3>'V h n,,' Ü;e ir e i'tl ,v \e rlv i eÜ i zA t'fö d V e r " . i 1 1 ' " --• •' 1' " :. I. ■:/';t eilt W.ax,;,;., .//.; ViC.\ ,. » - . * (Das: Tele%^mm. tru^ "das üatüm „Berlin, 25; oluni 2i l|hr J^;.:Min|iiJen",, und där^.'m^ie^'n^a^'' ,ten;. .vRea.)..'.-f-q''' , V , / ^'t/.'"? 4 *t j/V «s i?n; /<■ B )•"••■ ' ■ ' B. H. in G. Bieten Sie die Jahrgänge einer djj ¥ekanAUn;>J,ädvscheii' Buchhandlungen an. Vielleicht wäre' noch' 'Vin'' Inserät rätsairii Ueber den Wert der Bücher k6nneK' wir' nichts1' ^sa^eri.''-:; '• [ih „ M, P. in ß. Wir besitzen^ leider..^inzelne^-Num* 'meri^'äelr -genannten '•3'dhx$$ä&-'ffi<M) -v» *';"-

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