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Der Israelit · 1937-07-08 · Heft 27 (8.7.1937) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 27 Der Israelit 8. Juli- 1937 KEREN HATOR-AH steht im Dienste ^uns er e r Jugend! Talmud Tora-Schulen - für unsere Jugend! ^Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend! Keren Hatprah-Heime - für unsere Jugend!:-\ Subventionierung des Jeschiwa-Besyches -'fürunsere Jugend! La ndesdi r.&k t o r i u m . de s Kere n H qj o-ra h •, Ha rn'burg, Po st s check kon t o: Ha m b u r g 24753 1 » ■. , c ■ ■'.'*'• - ' ' ' : ". . " '« * Weltverbandes in Amsterdam zusammen, um diesen neuen Stützpunkt zu festigen und die religiös-liberale Taktlosigkeit zu sanktionieren. Es ist schon so, wie es der spöttische Dämon in der Schreibmaschine der ITA. „irrtümlich richtiggestellt" hat: „Man tritt", man schreitet über die Autorität im Religiösen — „unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Max Dienemann" (unter seinem Vorsitz nicht allein in Holland) einfach hinweg ... * Wir finden im Programm auch eine Aussprache über das Thema: „Organisierte Religion im heutigen Leben". Wenn darunter die Einengung der Religion in die Zwangsjacke der liberalen Organisation zu verstehen ist, so kann die holländische Judenheit auch aus diesen taktlosen Anstürmen auf ihren so wohl behüteten religiösen Bezirk neue Auftriebe bekommen; den Auftrieb, nicht der „organisierten Religion", sondern der Religiösen Organisation sich zuzuwenden. Die Kenessio Gedaulo naht, und daß sich auch das jüdische Holland kräftig rüstet, hat man aus den Berichten der jüngsten Nummer unserer Zeitung erfahren. * * * Es gibt Berichte und Berichte, die den gleichen Gegenstand behandeln und doch grundverschieden sind — weil sie von verschiedenen Prämissen ausgehen. Vergleicht man den eben erstatteten Bericht der britischen Regierung an den Völkerbundsrat über die Palästinaunruhen mit dem von uns bereits gemeldeten Bericht der Jewish Agency an die Mandatskommission, so mutet der erstere Bericht beinahe wie' eine Anklageschrift an — nicht gegen die Araber, die über hundert jüdische Menschenopfer auf dem Gewissen haben, sondern gegen die Juden. Mindestens wird es für die Anwälte und Richter in Genf nicht schwer sein, aus dem ersten Teil des Berichtes mildernde Umstände in reichem Maße für die sengende u'nd mordende Terrorhand, die den Takt für die halbjährige Streikbewegung angab, herauszuarbeiten. Es wird im Berichte von der den Unruhen vorangegangenen Mißstimmung unter den Arabern gesprochen, dadurch hervorgehoben, daß 1935 insgesamt 62.000 Juden nach Palästina eingewandert seien. Die Erschießung zweier Araber (nach kaltblütiger Ermordung von drei Juden) hätten die Araber für einen „jüdischen Racheakt" gehalten. {In der Folgezeit hatte sich gezeigt, wie oft Araber durch Araberhand fielen.) In aller Breite werden jüdische Kundgebungen bei Beerdigung von jüdi- . sehen Opfern geschildert, die aufreizend wirkten (wobei doch 2U bemerken wäre, daß die Morde immerhin den Kundgebungen vorausgingen, mithin der aufreizenden Reden nicht bedurften). Es wird nicht. einmal vergessen, zu berichten, daß an einem Tage jemenitische Knaben Steine nach einem arabischen Omnibus warfen. Nach Registrierung dieser Zwischenfälle, gewissermaßen als Vorspiel, geht der Bericht erst auf die eigentlichen Streikunruhen mit ihren schweren blutigen Opfern über. Daß unter 828 Personen, die wegen illegaler Einwanderung zu Gefängnisstrafen im Jahre 1936 verurteilt wurden sich nur 198 Juden befanden und unter den 674 Deportierten nur 89 Juden waren, ist eine gewisse Ueberraschung und beweist immerhin, daß die „jüdische Invasion" keineswegs die Ouvertüre, zur furchtbaren Tragödie des Sommers 1936 bilden konnte, wie man aus dem Bericht den Eindruck gewinnen könnte. Kein Wunder, daß in einer Stunde schicksalsschwerer Entscheidung diese amtliche Darstellung die jüdischen Kreise aufs peinlichste berührt. In einer Zeit, in der sich alle Länder diesseits und jenseits des Ozeans vor Einwanderung neuer Menschen hermetisch abschließen, wirkt es fast wie ein Wunder, wenn der Diplomat eines Landes erklärt: „wir brauchen Menschen, wir brauchen neue Arbeiter, neue Kraftzufuhr!" Dieses Wunder ist am 24. Juni in Genf geschehen. In der Generaldebatte über den Bericht des Leiters des Internationalen Arbeitsamtes wies der Vertreter Kubas, Senor A, Eskabar, darauf.hin, daß die südamerikanischen Länder unter einem Mangel an gelernten Arbeitern leiden, während in Europa Ueberfluß an solchen Arbeitern besteht. Es müsse eine Kompromißlösung, gefunden werden, die sowohl für die einwandernden Arbeiter, wie für die südamerikanische Industrie vorteilhaft sei. Der Redner schlug einen Austausch gelernter Arbeiter durch die interessierten Staaten vor. Zum Schluß verlas er de/i Wortlaut eines vor kurzem vor dem Kubanischen Kongreß einstimmig angenommenen Gesetzes, das sich für die Schaffung einer internationalen Organisation ausspricht, die einheitliche Gesetze zur Regelung der internationalen Wanderung entwerfen soll. Dieser Beschluß, sagte der Delegierte, zeige, wie sehr Kuba daran interessiert ist, eine praktische Lösung für die gegenwärtigen schwierigen wirtschaftlichen Probleme zu finden. Es ist zu bemerken, daß gerade im Osten, vor« weg in Polen, wo das Handwerk von jeher eine jüdische Domäne ist und beispielsweise das Schneider-, Schuhmacher- und Kürschnergewerbe fast vollständig in jüdischen Händen liegen, es gewiß nicht an auswanderungslustigen gelernten jüdischen Arbeitern fehlt. * * * Liebeserklärungen 8weiß das jüdische Volk auf Grund einer tausendjährigen Erfahrung mit einem gewissen Mißtfau'en aufzunehmen. Wo der Jude sein Recht unbeschränkt genießt, bedarf es keiner Erklärung, um diese Selbstverständlichkeit festzulegen. Wo dies nicht der Fall ist, werden alle Erklärungen der gekrönten Häupter und hochgestellten Männer Rhetorik bleiben, wenn die unteren Organe und der Beamte-napparat nicht wollen. Wir sprechen von Bulgarien, wo es bis vor kurzem so etwas wie eine Judenfrage kaum gab, aber nunmehr ebenfalls in der jüdischen Sache „erklärt" wird. In Warna, einer bulgarischen Mittelstadt, ereigneten sich Dinge, die sehr zu denken geben. Eine neugegründete Organisation entfaltete eine rege Tätigkeit und Bombenanschläge gegen jüdische Häuser kündigten die neue Zeit an, Vom Innenminister wurde aber einer Abordnung des Zentralkonsisloriums der Juden Bulgariens die Zusicherung gegeben, daß die Polizei alle Anstrengungen machen werde, um die Urheber der Anschläge zu ermitteln und Aufreizungen gegen einzelne Bevölkerungsteile z:i verhindern. Vielleicht wiegt aber eine Erklärung in Bulgarien, wo jene Vorkommnisse wirklich aus dem Rahmen fallen, etwas schwerer als sonstwo. Neue Gedanken zu einem alten Thema. Aus einer Rede Oberrabbiner Ämiels auf einer Tel Awiwer Kundgebung für den Sabbat. Wenn man in Synagogen eine Propaganda für den Sabbat entfaltet, entsteht die Frage, welchen Zweck eine solche Demonstration haben sollte. Die in der Synagoge anwesend sind, heiligen den Sabbat, und die es angeht, meiden die Synagoge, In Wahrheit aber haben wir, was den Sabbat betrifft, auch -den Thoratreuesten der Thoratreuen vieles zu sagen. Denn wenn sie auch in aller. Genauigkeit das mtPf! Dl' riS TOT das Gedenken des Sabbat halten, so ist es doch mehr als fraglich, ob sie auch das TiaV' das Gebot der S abb athut erfüllen. nnwn >mnnw na "jx Das Wörtchen *jn will hier nicht wie sonst mindern, sondern betonen und unt er streichen, daß gerade hier die Hebel anzusetzen sei, beim Hüten des Sabbat; will sagen, daß wir nicht allein für uns den Sabbat halten, sondern uns auch als Wächte ,r des heiligen Sabbatgutes bewähren. Wir, mit unseren Familien, mit Weib und Kind, wie es halachisches Gesetz ist in Bezug auf einen "ViWt auf einen, dem man ein kostbares Gut zur Aufbewahrung anvertraut hat. . m:.:^ :.: F%W'~* Alte Städte und Völker. In Anbetracht der Völker- und Städtenamen, die in den laufenden Sidraus in Verbindung mit* den Schlußetappen der Wüstenwanderung Israels genannt werden, dürften auch folgende Angaben interessieren: A s c h u r. Kap, 10. V. 11, tpn KS' sinn psn j». Einige Erklärer erkennen in ~n»K einen Personennamen, „Von diesem Land ging Aschur aus." Es ist aber fraglich, ob unter Aschur der weiterhin in V. 22 genannte Sohn Scherns, oder, da unser Satz im Zusammenhang mit den Söhnen Chams erwähnt wird, ein Nachkomme Chams zu begreifen ist. Einleuchtender ist es wohl, Aschur als Ländernamen aufzufassen. (Vgl. 2, 14.) Das Subjekt von ist der in 9 genannte Nimrod. Die Uebersetzung unseres Verses wäre danach: Aus diesem Land zog er nach; Assyrien. KS' im Sinne von „ausziehen nach" wird zuweilen ohne Präposition konstruiert, vgl. Bemidbar 21, 33; 34, 4, (S. auch Anm. 3 zu Bereschit 49, 10.) N i ü i v e. Kap. 10. V. 12. nbun -c»n «w rr?a pai nu'J jbi nxi Das Wort ]Di dient als .Bezeichnung für Zügel, So heißt es in Ijow 30, 11: „den Zügel werfen sie' vor mir ab." Der Zügel bildet die Verbindung zwischen dem Menschen und dem von ihm geleiteten Tier. In JDl dürfte man folglich eine Verbindung zwischen Ninive und Kalach erkennen, so daß diese eine große Stadt bilden, die den Namen Ninive führt So heißt es in Jona3, 3: „Ninive war eine große Stadt vor G'tt, drei Tagereisen." nbun T>»n darf man m. E. mit „Großstadt" wiedergeben. Die Uebersetzung unseres Verses lautet mithin: „Und Reszen zwischen Ninive und Kalach; das ist die Großstadt." S. Speier. Die Ehrenämter der Priester/ (Angeregt durch die Ausführungen Dr. Isaac Breuers über die. Ehrenamtlichkeit der jüdischen Führer.) Von Spectator. „In ihrem Lände sollst du nicht erben und Anteil sollst du nichfr in ihrer Mitte haben; ich bin dein Teil und Erbe zwischen den Kindern Israels." Die Sonderstellung, die mit diesen Worten. dem Stamme Levi und insbesondere den Kohanim angewiesen wird, hat. eine mehrfache Folge und ist auch verschieden ausgelegt worden. Die Ausschließung der Kohanim vom Bodenbesitz sollte den Stamm, der in erster Linie die Lehre zu verbreiten, hatte, von der Sorge für das Gedeihen des Landes befreien. Dieser Stamm sollte sich erwählt wissen zur ausschließlich oder vorwiegend geistigen Lebensaufgabe. Darum obliegt es den übrigen: Stämmen Israels, durch die Abgabe der Teruma und des Zehnten, die Existenz der Angehörigen dieses Stammes :zu sichern. Selbstredend ist eine solche Sorge des Nährstandes für den Lenrstand nicht,jän-die Einteilung der Stämme gebunden. Auch,!wer,.sonst aus^ dem Volksleben durch ausschließliche Hingabe an das G'ttesgesetz sich ausschaltet, darf im Volke Israel auf die Opferbereitschaft Anderer rechnen, die zu der Sorge um die eigene Existenz auch noch die um das Leben ihrer thorabeflissenen Brüder auf sich nehmen. — Dies ist die Auslegung des die Leviten vom Bodenbesitze ausschließenden Gesetzes, wie es von Maimonides, Hilch. Schemitta XIII, 12, 3 ausdrücklich erklärt ist. Ganz entgegengesetzt erscheint die Auslegung dieses Leviten-Sondergesetzes, wie sie Rabbitier Hirsch Gen. 47, 22 gibt. Dort ist die Notzeit der Aegypter geschildert, in der alle Aegypter ihren Boden an Pharao verkaufen mußten und nur der Boden der Priester Aegyptens ein unantastbares Fideikommiß blieb. Dort lehrt Hirsch: Wäre M°se ein gelehriger Schüler der Heidenpriester gewesen, so hatte Mose sicher seiner Lehre ein Gesetz eingefügt, durch das dem Priesterstamme ein gesichertes Staatseinkommen und ein eben so fester Bodenbesitz zugeschanzt worden wäre. Der Priester dss Judentums aber sollte keineswegs ein Hierarch sein, sondern ein um die G'tteslehre bemühter Mensch, der in seiner Existenz vom guten Willen und Vertrauen seines Volkes abhängig ist; Daher die Ausschließung des Stammes Levi vom Bodenbesitze Heiligen Lande. In den ersten beiden der Neunzehn Briefe kanjj man des Meisters Meinung, über die Menschen und Zeiten lesen, die es fertigbringen, dem, ' der zum . GHtesgehorsam ermahnt, zu. antworten:, Da mußt so reden, weil du dazu, angestellt bist und bezahlt wirst- Wohlbekannt ist ja auch die - große Exkursion de? R. O. Bertinoro in Bechoroth TV, 6 gegen die Honorierung gewisser Rabbinatsfunktionen-. , Die Auslegung, die wir. bei Hirsch gelesen na? ben, erscheint uns als die idealere.: Sie ist. in man

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