Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1935)
- Date
- 1935-07-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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8sK*w W^pepsm^Mv^ ,wW^Ja w^iw^iip^py^Äuim 11. Juli 1935 Der Israelit Nr. 28 Seite 5 tiven s t ä dt 1 sc h e n Siedlung bei Tel Awi w. Eine große Fülle allgemeiner Fragen harren der Lösung, sowohl ideologische, als auch praktische, organisatorische und wirtschaftliche. Es wird Aufgabe der Landeskonferenz sein, allen diesen Fragen ihre ernste Aufmerksamkeit zuzuwenden." Wir begrüßen diese erste öffentliche Plenarversammlung der 50 Delegierten der Poale Agudas Jisroel-Qrganisation mit ihren etwa 1200 Mitgliedern aufs wärmste und rufen ihr die Worte des Propheten zu: DTy riy2V7 nnRpK Wenn man sich vor Augen hält, welche Rolle eine von wahrhaft j ü d i s e h e m Geiste erfüllte Arbeiterorganisation gegenüber dein auf geistig-religiösem Gebiete mehr als verderblichen Einfluß der Histadruth hoowdim heute spielen könnte, und wie sehr auch die ganze Jugend der Diaspora, die in Scharen nach dem heiligen Lande strömt, darauf angewiesen ist, in einer kraftvollen, bewußt-agudistischen Arbeiter-Organisation geistigen Halt und wirtschaftliche Lebensmöglichkeiten zu finden, so kann die Bedeutung der bevorstehenden Zusammenkunft gar nicht überschätzt werden. Vor allem aber müßten sich die Führer der Organisation darüber im klaren sein und bleiben, daß nur in engster Verknüpftheit der Arbeit e r s c h a f t m i t d e r G e s a m t n a t i o n, in der Ausschaltung aller marxistisch e n K 1 a s s enkampf theorien, in der unbedingten organisatorischen Einordnung in das Gefüge der Agudas Jisroel und in der gehorsamen Treue gegenüber dem von den rabbinischen Führern repräsentierten Thoragesetz die Poale Agudas Jisroel-Organisation ihr dauerndes Heil und die Aussicht auf gesunde Entwicklung finden kann. Die Grenzen Palästinas. In der Diskussion" über den vom Colonel Wedgewood vertretenen Plan, Palästina zu einem englischen Krönlande zu proklamieren, im ,,Near East an India", äußert sich Jacob de Haas in beachtenswerter Weise über die Grenzen Palästinas. Er stellt die Forderung der endlichen Einbeziehung Trans Jordaniens auf und schreibt darüber: „Die Mandatarmacht hat niemals an die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gedacht. Die Berichtigt^ der Grenzen würde für Palästina mehr bedeuten, als alles, was eine Kronkolonie-Verwaltung von sich aus leisten könnte. Sie würde ein klares Bild der Tatsache ergeben, daß. 1,300.000 Menschen in dem kleinsten Teil eines Gesamtgebietes von 24.000 Quadratmeilen zusammengedrängt sind. 18.000 Quadratmeilen könnten für Ansiedlung zugänglich gemacht und die natürliche Verbindungslinie Palästinas mit dem Orient wiederhergestellt werden. Sie würde die Durchführung eines systematischen Bewässerungsplans'von Norden bis Süden, von Osten bis Westen ermöglichen und eine planmäßige^Besiedlung und Erschließung von Gebieten unter Vernichtung der Bodenspekulation begünstigen, wie dies seinerzeit in Washington mit dem englischen Botschafter als beste Methode für die Lösung der Gegensätze zwischen Juden und Arabern und der Bewältigung der bei verschiedenartigen Bevölkerungen naturgemäß entstehenden Probleme erörtert wurde. Von Seiten der Mandatarmacht müßte der Tatsache Rechnung getragen werden, daß Massen von Juden nach Ansiedlung in Palästina streben, und daß sie, mögen sie in das Land durch freien Entschluß oder unter dem Zwang der Verhältnisse kommen, es kraft ihres Rechtes und nicht als Ausländer betreten. Die jüdische Einstellung zu Palästina mag einzigartig sein, kann aber verstanden werden. Gesetz und Ordnung stehen dem Menschenschmuggel über die Grenzen entgegen, aber es ist schwer, jemandem beizubringen, daß er kein Recht hat, in sein „Heimatland" zu kommen. Engländer, Juden und Araber können von einer aufrichtigen freien Aussprache von Gleichen unter Gleichen viel gewinnen. Die drei in Palästina ringenden Kräfte, in deren Hand die Erneuerung des ganzen Nahen Ostens liegt, stimmen in vieler Hinsicht überein und könnten bei der Durchführung eines großen nutzbringenden Planes einander ergänzen. Dies erfordert nicht irgend eine utopische Verbrüderung, sondern die Gründung eines Bundes von Partnern mit gemeinsamem Ziel, zu dessen Erreichung sie ihre Hilfsmittel vereinigen. Stellet das Mandat auf diese Basis und es wird ,,ins Klare kommen"; der ganze Nahe Osten von Port Said bis Mossul wird den Nutzen spüren, Millionen von Juden werden sich in Gebieten niederlassen können, die ihre Energie und Mittel brauchen, und die Araber werden freier und unabhängiger sein als es ihnen jemals gestattet wurde, seit die ersten Kreuzfahrer nach Antiochia kamen. Die Sache ist möglich, aber sie muß vom Gesichtspunkt des Nahen Ostens angesehen werden, der eine länge, aber genau bestimmte Geschichte hat, nicht aber von dem begrenzten Gesichtspunkt vorübergehender Notwendigkeiten*von Downing Street, der Improvisation eines zionistischen Führers oder den Redekünsten eines gehätschelten Araberführers." Man wird diesen Worten kaum etwas anderes hinzuzufügen haben, als den Wunsch, sie mögen bald volle Beachtung in London finden. Die Erschließung Transjordaniens für die jüdische Siedlung — daran sollte man in England insbesondere in bibeltreuen, puritanischen und kirchlichen Kreisen denken — wäre, von allen wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkten abgesehen, nur die Verwirklichung der mosaischen Landordnung, die den Stämmen Rüben, Gad und Menasche diese transjordanischen Gebiete zuwies und sie völlig in den geheiligten Charakter des eis jordanischen Palästina einbezog. Die Erfüllung der Mizwas Jischuw Erez Isroel erstreckt sich auch auf Transjordanien. Die neue Aufsatzreihe Rabbiner Amieis über die ideologischen Grundlagen des Misrachi. Auszugsweise und frei aus dem Hebräischen Aus Gründen der Loyalität veröffentlichen wir im folgenden die wichtigsten Gedankengänge der Erwiderung Rabbiner Amieis auf die an dieser Stelle erschienenen Aufsätze „Die Tragik des Misrachi". Red. . > Ueber meine „Ideologischen Grundlagen des Misrachi". habe ich von Seiten des Misrachi nur scharfe und heftige Kritik, dagegen aber von Seiten der Aguda nur Zustimmung und Lobeshymnen gehört. Allerdings manchmal schmerzt Und nicht verebbend, gleich dem wilden Meere, Und aber überschäumend' in-der Bilder Verzückter Schau, und immer, immer wilder, Vergaß er sein — und Moabs Königs Ehre Und wandte sich dem Einen zu: dem Bilde, Das sich ihm, dem Verzückten, dem Entrückten, Von diesem Einen Neuen so Beglückten Darbot. Die von Aegypten einst Gebückten Ergänzten sich zu wundervollem Bilde Und glichen einer" Herde, die am Abend ruht, Und nichts als Frieden will und nichts als Segen will Und eine Heimat, fromm, geweiht und still, Darin zu wohnen unter Seiner Hut. Nicht unter die Stämme der Länder und Meere Läßt rechnen sich Israel. Wie Felsgestein Ragt es in die Zeiten hinein Und stammt aus Urzeiten Seih Und lehrt eine uralte Lehre. Es ist ein Stamm, ein Volk, das einsam wohnt — Wer vermag zu zählen Israels Staub, Die Hütten, die Zelte, drin Israel thront? Wie Gärten an Bächen, der Aloen. Laub, Wie Zedern an Jardens Wassern Hat G'tt sie gepflanzt in fürstlicher Nacht Und ihnen als Erbteil, zu ewiger Macht, Dies Land, diese Erde zugedacht. Nicht braucht zu bangen von seinen Hassern Wen G'tt so beschenkt; Nicht des Menschen Sohn Ist G'tt, daß Ihn sein Wort reute. Von Weltzeit _zu Weltzeit reicht Sein Thron, Er kennt nicht ein Gestern: noch Heute. Ein Morgen nicht kennf =Er, denn Sein sind die Zeiten Und Sein ist der Wille und der Befehl! Sein ist die Liebe zu. Israel. Fürwahr: gesegnet, wer Israel segnet* Verflucht, wer Israel flucht. G'tt ist ihm begegnet, G'tt ist bei ihm. Benno Kesstecher, Briefkasten. Leser in Schlesien; Die gebräuchlichen Puddingpulver, insbesondere auch Oetkers Puddingpulver, sind als "viok zu betrachten, weil u. a. Gelatine beigemischt ist. J. M. St. fs. 50.— für Abonnement eingegangen. Pred, M. in O. 20, Dez. 3«h'S 4, April is'D- Wochenkalender. Vom 13. - 20. Juli 1935 /Vom 12. - 19. Tammus 5695 'WP!)*? Samstag 13 12 's» aaa wp "! 'n 't pia pS>a rpn Sonntag 14 13 töj? Montag 15 14 Dienstag Juli 16 iinn 15 rp?> Mittwoch 17 16 ü'p Donherstag 18 17 'na saa nana nmv Freitag 19 18 3 i . Samstag 20 19 ■"1 nai onra übersetzt von E. Bilitzky in Antwerpen. eine Zustimmung mehr als die schärfste Kritik. Die meisten Zustimmenden nutzten meine Worte nur als Propagandamittel für die Aguda aus. Selbstverständlich kann man mit solchen Zustimmenden nicht diskutieren. Ich will nur auf zwei Führer der Aguda hinweisen, die eine Ausnahme bilden. Ich meine damit die Herren Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach und Dr. Isaak Breuer. Beide rühmten meine Broschüre nicht nur zum Zwecke der Herabsetzung des Misrachi, sondern um die Konsequenzen daraus zu ziehen, dje für die Vereinigung der jetzt zersplitterten thoratreuen Judenheit notwendig sind. Während aber Carlebach offen und klar betont hatte, daß auch die Aguda eine Persönlichkeit aus den eigenen Reihen nötig hätte, die nicht nur an fremden Parteien, sondern auch an der eigenen Partei Kritik übe, genau so wie es beim* Misrachi der Fall ist und daß sich dann sicher ein Weg für gemeinsame Tätigkeit und vielleicht sogar für eine vollständige Einigung finden ließe, so ist Breuer anderer Ansicht. Zwar empfiehlt auch er jedem Agudisten meine Broschüre nicht für Propagandazwecke, sondern um daraus zu lernen und sich selbst zu bessern, trotzdem kommt er andererseits aber zum Entschluß, daß vorläufig Misrachi und Aguda getrennt bleiben müssen, und erst in später Zukunft werden sie nach allmählicher Angleichung der Ansichten wie „zwei Quecksilbertropfen" Ineinander aufgehen. Allerdings stellt er selbst die große Frage: ,,Und bis dahin?" Sollen wir denn mit verschränkten Armen mit ansehen, wie die orthodoxe Judenheit durch die Schuld der Thoratreuen selbst, die nur npl^nö kennen, zugrunde geht? Diese. Frage ließ er unbeantwortet. Eigentlich ist er mit allen positiven ideologischen Grundlagen des Misrachi in meiner Auffassung einverstanden. Er erkennt an, daß Volk