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Der Israelit · 1934-08-09 · Heft 32 (9.8.1934) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 32 (9.8.1934)
Date
1934-08-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 32 Der Israelit 9. August 1934 SprechsaaL Altona, 30. Juli. An die Redaktion des „Israelit". Auf eine Anregung von befreundeter Seite hin erkläre ich zu meinem Artikel: „Den Manen S. R., H i r s c h s " in der letzten Nummer von G o 1 a und, G e u 11 a folgendes: Nichts lag mir dabei ferner, als irgend jemand persönlich angreifen oder kränken zu wollen, om nfrbn- Meine Tendenz war nur die grundsätzliche Abwehr der Polemik gegen S. R. H i r s c h, Es m u ß t e endlich einmal den unrichtigen Deutungen seiner Leitgedanken entgegengetreten werden, da offenbar heute eine bestimmte parteimäßige Einstellung es sich zur Pflicht macht, einen Geistesriesen, wie S. R. Hirsch es unleugbar war, herabzusetzen. Ferner mußte herausgestellt werden, wie völlig unberechtigt der Vorwurf einer „neuentdeckten" Zionsliebe gegenüber der Orthodoxie ist. Dieser Vorwurf von Seiten derer, die Zion wirklich vergessen hatten und erst durch diej nationale Bewegung Palästina-Freunde geworden sind, erinnert an die Auseinandersetzungen zwischen Achad haam, Herzl und Nordau. Herrn Dr. Ernst Simon persönlich, an dessen Vortrag meine Darlegungen anknüpfen, habe ich in keiner Weise treffen wollen. Oberrabbiner Dr. .Joseph Carlebach. Ueber die Größe eines 10p n^tJ» (des sog. „Aba Kanfaus".) Die *naa sagt in: 'a tp mnaa: jpx'x m"n na Kxv ^>nani iam is?k-i ia noann "ppc? rvbv :mias 'sny na xxv Vnan s"s?k lam iE7*n na noinn ]öpn \>& Ebenso paskent der o*am in 'X na^n 'a pns irx-'X Jvn^n. der "iw und der vv in fta p'D, Unter \op versteht man ein Kind, welches alleine über eine Straße gehen kann, (Siehe vvi nn^ -ins -jnx |->ki pwi naV -pnan ]öp; das ist nach dem "viö 9 Jahre.) Wie groß ist nun dieser ->WS7? Der a'an -yta. bringt: nns ,y3T 's o'nan nys^ nnan -]-n n=o owa ana y-inn 'na nsoa •anna nax ">xm insa Diesen ~\vr>v bringt auch der y*P "iixp- Natürlich meinen sie nicht, daß das ganze ]vp n^ü auch des Loches für den Hals um diesen "nyw haben muß, sondern sowohl der Vorderteil wie auch der Hinterteil muß so groß sein. Darauf fragt aber der »ht *iw»ff bv iuxiaaipa wr» &b :bpvn n'xna und er bringt einen Beweis, daß '"an in der mnaa rnaa hält, daß der WS? ist nax by nan- Der irpixr D"n psn bringt in seinem Werk nnia napa zum i*o p-'O ru folgendes: . nxn ira 3pai mn^a nasi vasVa nas tpe? pipiV nsrea 'was anaai s-ajn vVs? "p3V ^a'i mpson ]n kx' nra p-trn paV nbw •'lain^BaV naiac?»n nTa v> 7\"bxi ix ^ab nns Tai 'an nina-" Hier haben wir also das Mindestmaß eines rr^o ]Bp 3/4 nas X nas 3/* je Vorder- und Hinterteil. Rechnen wir eine nax zu 56 cm, so erhalten wir 42 cm X 42 cm. Auch sagt uns der D"n psn die Größe des nox eines zu kleinen ]op wbt- Außer dem bwz der fl'X'x'mxa sind noch zwei D'nox damit verbunden: nbüib naia und nac Vi^n, denn die ri'S'S gehören nicht zum Kleid, weil es nicht a-inn ist und sind eine 'wd- (Siehe y~v 'atpyo 'Tp'Jder schreibt, daß man ein solches Kleid, welches nur ri'X'xa 3'ina psoa ist, am nro nicht tragen darf, weil die tpv'2 eine 'wa sind, um wieviel weniger ein solches Kleid, welches bestimmt nicht 3'wa ist und tvx'X hat. Auch der D'apr mxari schreibt: pann an lanap na '131 ia noana ia'x 'n p jop ii"sxi rjaa ]cp eriaVaa rvx'x »ia'^ :ni>ü3V nans paiaa ^an -o iVna? 'im nia anaa Dagegen bringt der oma» pa vom x~an: lam'p nj?n naV^ 'a ]»'o a"T aroi n'X'x xVa Dvn b's "]bbn nna *i 127dk ds »"»1 Dvn ^3 na is^'i lüpn nx tiüS'i ^>na n^ta bv npiaa .•D'ya nat aiö na nypa sin» Vna nisyp dtk^ Und wem sollte das unmöglich sein?! SaBa. (Es wäre Aufgabe der Rabbinate, darauf zu halten, daß die einschlägigen Geschäfte zum mindesten auch solche „Arba-Kanfaus" führen, die die notwendige Größe haben, wenn sie dadurch auch naturgemäß etwas teurer sind. Red.) Personalien. Randegg (Bez. Konstanz), 30. Juli. Herr Kultusbeamter Jakob Biedermann begeht D'dsip 'D seinen 7 0. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Herr Biedermann wirkt seit 30 Jahren als Kultusbeamter in unserer Mitte und hat sich reiche Sympathien in der ganzen Gemeinde erworben. Möge Herrn Biedermann ein froher, glücklicher Lebensabend beschieden sein, nap nsa iy- Vermischtes,. Berlin, 30. Juli. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden beabsichtigt, in der Zeit vom 1. Oktober bis 3. November ds. Js. einen Schulungskurs für etwa 30 Wohlfahrtspfleger und Wohlfahrtspflegerinnen aus allen Teilen Deutschlands zu veranstalten. Der Lehrgang ist in erster Reihe bestimmt für erwerbslose, ausgebildete Wohlfahrtspfleger und -pflegerinnen, die, sei es beruflich, sei es ehrenamtlich, in der jüdischen Wohlfahrtspflege tätig sein wollen. Außerdem ist er für neu in die jüdische Wohlfahrtspflege hereinkommende Wohlfahrtspfleger und -pflegerinnen gedacht sowie für Akademiker, die bereits auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege tätig waren und dies weiterhin zu tun beabsichtigen. Bei dem großen Angebot von stellungslosen Wohlfahrtspflegern und Wohlfahrtspflegerinnen muß hervorgehoben werden, daß durch den Besuch des Kurses ein Anrecht auf spätere Anstellung nicht erworben wird. Der genaue Lehrplan wird jetzt fertiggestellt und wird nach endgültiger Festlegung in der Presse veröffentlicht. Der Preis für den Kursus beträgt Mk. 30.—. Es besteht die Möglichkeit, auswärtige Teilnehmer in den Räumen des Lehrgangs für Kindergärtnerinnen unterzubringen. Der Preis für Wohnung und Verpflegung für die Dauer des Kursus beträgt Mk. 60.—. Meldungen von Teilnehmern werden erbeten an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Schweinfurt, 1. Aug. Im Rahmen des feierlichen Schabosg'ttesdienstes fand im Monat Juli die Abschiedsfeier für Justizrat Dr. H o m m e 1 statt, der nach Palästina verzieht. Bezirksrabbiner Dr. K ö h - 1 e r hob in seiner Predigt die Verdienste hervor, die sich Justizrat Dr. Hommel um die Gemeinde und das allgemeine Judentum erworben hat. Seit 1901 gehörte er der Kultusverwaltung an, seit 1914 war er .der erste Vorstand. Er hat es verstanden, so betonte der Rabbiner, mit Takt und Geschick, mit klugem Rat und eifriger Tat die Gemeinde zu leiten und für den religiösen Geist der Gemeinde zu wirken. Darüber hinaus hat er sich einen Namen im ganzen Judentum .gemacht. Er war der Mitbegründer und stellvertre- : tende Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden in München und hat auch in den letzten Jahren mitgewirkt in der Reichsvertretung der Deutschen Juden, Der Rabbiner begrüßte zugleich am Schlüsse den neu gewählten Vorstand, Herrn Direktor Ludwig Silberstein. Hierauf dankte Direktor Silberstein im Auftrage der Kultusverwaltung in herzlichsten Worten und hob nochmals die großen Verdienste des scheidenden Vorstandes hervor. Dann ergriff Justizrat Dr. Hommel selbst das Wort zum Abschied und ermahnte seine Gemeinde, im gleichen Gemein- und Opfersinn für das jüdische Wohl einzutreten. Am Schabbos Nachmittag fand im kleinen Kreise eine Ehrung für Frau Justizrat Hannchen Hommel statt. Bezirksrabbiner Dr. Köhler dankte im besonderen Auftrage der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes, die Frau Justizrat Dr. Hommel im Jahre 1927 hier gegründet hat und überreichte ihr eine künstlerisch ausgefertigte Urkunde, durch die sie zum Ehrenmitglied des Frauenbundes ernannt wurde; er verlas auch ein herzlich gehaltenes Dankschreiben des Bayerischen Landesverbandes des Jüdischen Frauenbundes. Darauf sprach Frau Kommerzienrat Frieda Hirsch im Namen der Mitglieder der Ortsgruppe und übergab ein erinnerndes Ehrengeschenk. Frau Justizrat Dr. Hommel dankte und sprach die Hoffnung aus, daß es ihrer Nachfolgerin, der neuen Vorsitzenden, Frau Anna Köhler, gelingen möge,. den Frauenbund geistig, gesellschaftlich und sozial weiter zu erhalten. Ein gemütliches Beisammensein schloß diese schlichte Feier. Die Kultusverwaltung hat zur Erinnerung an ihren tüchtigen Vorstand sein Bild in würdiger Vergrößerung anfertigen und in ihrem Sitzungszimmer anbringen lassen. Wien, 30. Juli. Vor einem Wiener Gericht erster Instanz fand dieser Tage ein Erbschaftsprozeß statt, wobei es um den Millionen-Nachlaß des jüdischen Bankiers in Rumänien, Jacques Elias, ging. Der vor etwa fünf Jahren verstorbene Jacques Elias hinterließ sein ganzes Vermögen — rund 80 Millionen Schweizer Franken — einer humanitären Stiftung, die unter Verwaltung der „Academia Romana" der Errichtung von Krankenhäusern, Schulen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen gewidmet sein soll. Seine Verwandten bedachte Elias in dem Testament überhaupt nicht, sondern bestimmte nur, daß, falls einer seiner Verwandten verarmen sollte, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen sei. Bald nach dem Tode des Bankiers kam es zu einem Erbschaftsstreit vor lumänischen Gerichten, der zugunsten der „Academia Romana" entschieden wurde. Der Prozeß, der dieser Tage in Wien verhandelt wurde, geht zwischen dem bekannten Wiener Großindustriellen Jacques Elias, einem Neffen des verstorbenen Bankiers, und der „Academia Romana". Jacques Elias, der bis vor einigen Jahren Millionär war, ist jetzt infolge der Wirtschaftskrise verarmt. Er sah sich gezwungen, an die „Academia Romana" um Hilfe heranzutreten. Diese zeigte sich nach umständlichen Verhandlungen bereit, Herrn Elias, der für eine Frau und -wei Söhne zu sorgen hat, eine monatliche Zuwendung von — 160 Schilling zu machen. Demgegenüber wendet Elias ein, daß die Stiftung seit ihrem Bestehen allein aus den Zinsen des ungeheuren Kapitals 10 Millionen Schilling eingenommen hat. Ueberdies erklärt er, daß die „Academia Romana" bisher nicht einmal Anstalten getroffen hat, um dem vom Erblasser gesetzten Stiftungszweck zu entsprechen. Der Anwalt, der " seinerzeit das Testament aufsetzte, ein Dr. Pantasij, verwaltet auch das Stiftungsvermögen, aus dem weder ein Krankenhaus ncoh eine Schule gebaut wurde. Da die „Academia Romana" auch in Wien und in den österreichischen Provinzen ausgedehnten Grundbesitz hat und Elias ständig in Wien wohnt, wird der Prozeß vor einem Wiener Gericht unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Ettmayer geführt. Jacques Elias verlangte eine monatliche Zuwendung von 2000 Schilling, welche Forderung jedoch vom Gericht abgewiesen wurde. Die Entscheidung gründet sich im Wesentlichen auf die Aussage des Dr. Pantasij, der angab, Jacques Elias hätte bei der Errichtung des Testaments gemeint: „Ach, was — meine Verwandten sollen sich selbst forthelfen!" Gegen das abweisende Urteil der ersten Instanz ist Berufung eingelegt worden, eine neuerliche Verhandlung ist für den 8. August festgesetzt. Marienbad, 1. Aug. Trotz wirtschaftlicher Depression in einigen Nachbarstaaten verzeichnet Marienbad auch in dieser Saison recht gute Ankünfte. Der Begriff „Hochsaison" als Rechtstitel für hohe Zimmerpreise ist für heuer jedoch ganz entfallen. Auch in den besseren Etablissements sind die Wohnungen um ca. 50 Proz. billiger. Sonst herrscht an den Quellen, sowie in den unvergleichlichen Gebirgswäldern die alte Behaglichkeit, die alte Zufriedenheit, wie man sie im Schatten dieser „Perle der böhmischen Bäder" zu genießen von jehe rgewohnt ist. Die ständige Bevölkerung von Marienbad ist überwiegend deutsch. Die tschechische Regierung sorgt auch dafür, daß unfreundliche Weltanschauungen hier keine Bürgerrechte gewinnen. Als sichtbares Symbol für diese offizielle Einstellung hat die Regierung den Präsidenten der jüdischen Kultusgemeinde, . Herrn B u x b a u m, auch zum Vize-Bürgermeister der Kurstadt ernannt, Marienbad ist auf seine Sommergäste wirtschaftlich angewiesen. 70—80 Proz. dieser Kurbedürftigen sind Juden. Die städtischen Instanzen, Kurdirektion und Bäderverwaltung sorgen reichlich und mit größtem Entgegenkommen für die Zufriedenheit der Erholungssuchenden aus aller Herren Ländern. Das Gros der jüdischen Kurgäste gehört der gesetzestreüen Judenheit an. Rabbiner und Vorsteher führender orthodoxer Gemeinden sind in ansehnlicher Zahl hier vertreten. Die jüdischen Restaurants, mit Ausnahme eines einzigen Auf dem S.chillerplatz, unterstehen nach wie vor dem Hamburger Speiseverein. In David Leitners Nationalhotel befinden sich zahlreiche Rabbiner, ebenso im goldenen Schloß. Regelmäßiger G'ttesdienst wird an mehreren Stellen abgehalten. Sowohl der deutsche als der chassidische Ritus sind als gleichberechtigt anerkannt. Der persönliche Ritus des jeweiligen Vorbeters ist maßgebend. Einzelne Gruppen halten auch ihre Schiurim ab. In dieser Hinsicht könnte und sollte systematisch mehr geleistet werden. Die zionistische Organisation und B. B. habe ihre regelmäßige Zusammenkünfte. Die Aguda hat für organisatorische Veranstaltungen keinerlei Vorsorge getroffen. — Zu Ehren des Oberrabbiners Wesel, Präsident der orthodoxen Landeskanzlei in Klausenburg, gab es im Kurgarten Maxtal ein intimes Beisammensein mehrerer Rabbonim, die ihn zu seinem 7 0. Geburtstag herzlichst begrüßten. Literarische Notizen. Eine bedeutsame Neuerscheinung ist demnächst auf dem Gebiete des rabbinischen Mussarschrifttums zu erwarten. Rabbinatskandidat Majer Feuerwerger - Frankfurt hat in einem "ISIS ISO d^tbdh betitelten Werke eine Sammlung von Charakteristiken aus der umfangreichen Hespedim- und Mussatliteratur geschaffen, die in aphoristischer Kürze die Kerngedanken zahlreicher Trauerreden formuliert und den Wesensgehalt jüdischen Fühlens der nin 'awa vieler Jahrhunderte der heutigen Zeit näher bringt. Es ist kein Zweifel daran, daß ein solches Werk, abgesehen davon, daß es dem Benutzer eine meist nur in Bibliotheken erreichbare Literatur vermittelt, wegen der prägnanten Kürze seiner Darstellung und der praktischen (nach Eigenschaften alphabetisch erfolgten) Anordnung des Stoffes einem wirklichen Bedürfnis entgegenkommt und dem Hesped- und Mussar- Redner ein unentbehrliches, praktisches Hilfsmittel, dem jüdischen Menschen überhaupt eine vortreffliche und einprägsame Einführung in die ethische Begriffs«- weit unsrer D'aan werden wird. Das in hebräischer Sprache geschriebene, von hervorragenden Sachkennern bestens empfohlene Werk liegt bisher nur im Manuskript vor. Es wäre außerordentlich verdienstvoll, wenn sich Mäzene fänden, die die baldige Drucklegung dieses ~i ö o ermöglichen würden. Die im Leitaufsatz der vorigen Nummer besprochene Broschüre von Dr. Hans Joachim Schoeps „Wir deutschen Juden" ist im Vortrupp Verlag, Berlin SW. 82, Hasenheide 54, erschienen.

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