Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1930)
- Date
- 1930-11-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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:fi. November 1936 Der Israelit Nr. 45. Seite 5 Mähren wäre längst der min wied^rgegeben, wäre es von n*’»n nicht dazu bestimmt, den ringenden Flügelstellungen der Weltjudenheit zum warnenden Zeichen und als Anschauungsmittel zu dienen: „So werdet Ihr .in Bälde ausseh e n, wenn Ihr nicht schien n r g st Euer Tun einer durchgreifenden Umänderung unterzieht! " Brüder! Schon wetterstuchtet es am politischen Völkerhimmel. Schon löst die Not des Augenblickes eine Lockerung der eingebildeten Souveränität des Menschen und seiner Gemeinschaften aus. Ein neues Gemeinschafksgebilde der Völker, bislang im Werden begriffen und doch schon vielfach offen und versteckt bekämpft, also etwas Faßbares, soll in Zukunft die Mandate zur Beherrschung von Territorien verleihen. Legt Euch die Frage vor, wem heute Erez Jisroel völkerrechtlich eigentlich gehört? Fühlt Ihr nicht, wie sich vor Euren Augen, von Euch unerkannt, die größte Umwälzung der Weltgeschichte zu vollziehen beginnt? Der Mensch, in die Geschichte getreten, die Dinge kraft seiner Ueberlegenheit zu erobern und zu beherrschen muß nach mehrtausLndjähriger Evolution rückbildend zu dem Urgeöanken des g'ttlichen Gesetzes zurückkehren! Sobald in der vor uns-liegenden Geschichtsperiode die Erkenntnis werden wird, daß auch dieses höchste Spitzengebilde der Menschheit unmöglich Mandant sein kann, sondern einzig und allein der Ureigner, der Lehensherr der ganzen Erde, wird die Menschheit zu G'tt zurückzukehren beginnen. Denn um nichts Geringeres als um die weltbewegende Frage, ob die annexionistisch-imperalrstische Produktionsweise der Völker oder das Mandat der min zu gelten hat, geht es! Sobald sich der Mensch wieder als beauftragter Stellvertreter G'ttes auf Erden begreifen wird, fft der Zeitpunkt der nbirri gekommen! verlängert werden. Brüder! Wie wäre es, wenn Ihr in unserem | lichen Aufschub der Wahlen zu erreichen, mindestens soU- Gebiete, wo es nichts mehr zu verderben gibt, ten die Wahlen für zwei Jahre, d. h. bis Ende 1931 wie einstens der Frankfurter Zaddik und nach' seiner bewährten Anleitung, den Vakuumtransformator errichten helfen würdet, der Eure min und Eure akt derart umleitet, daß sie wieder greifbare Ewigkeitswerte schaffen? Der Osten lehre weiter nun wie bisher. Wir in Mähren übÄnehmen die Schulung in der Kunst, diese erlernte min in die alles Leben beherrschende und bewegende Kraft umguwandeln, damit sie unverfälschtes, urjüdisches Leben gestalte! * B r ü der! Vor Euren Einsallst o r e n l a g e r t die S ü n d e! Diesen Zustand könnt Ihr, dürft Ihr nicht dulden, wenn Ihr Verantwortungsbewußtsein EureW kommenden Geschlechtern gegenüber habt! Und wenn Ihr wirklich gekommen seid, nicht bloß um uns wieder zu erwecken — wir sind Eure zu uns gesprochenen Worte *?ap» nanxa — sondern um selbst «Hm ij?in zu sein, dann ist dieser Tag brüderlichen Treffens mehr als eine Trauerfeier gewesen, dann ist er der Beginn einer neuen Regenerationsepoche. — —. — Korrespondenzen « ßaebriebten. Deutsches Reich. Die jüdischen Gemeinde- und Verbandswahlen. Berlin, 4. November. In den Lampf um die Frage, ob Gemeinde- und Verbandswahlen jetzt stattfinden sollen oder nicht, greift Rabbiner Dr. Baeck, Vorsitzender des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes, mit einem Schreiben an die Führer der Parteien ein, in dem er sie beschwört, noch einen letzten Versuch zu unternehmen, um einen wesent- Die Gemeindewahlen unvermeidlich. Berlin, 4. November. Der ITA. wird mitgeteilt: Die „Religiöse Mittelpartei für Frieden und Einheit in der Gemeinde" teilt mit, daß sie die von ihr in zahlreichen Vollsitzungen und Einzelverhandlungen mit allen Parteien versuchte Vermittlungsaktion, um den jüdischen Wahlkampf in Berlin und in Preußen zu vermeiden, als mißlungen aufgibt. Es war trotz unausgesetzter Bemühungen der Mittelpartei nicht möglich, die Parteien zu einer gemeinsamen Liste, noch zu einer Vertagung der Wahlen zu bringen. Das liberale Judentum zur neuen Lage in Palästina. Berlin, 28. Oktober. Herr Rechtsanwalt Heinrich Stern, Vorsitzender der Vereinigung für das liberale Judentum, übergibt der ITA. einen „Offen en Brief an Herrn Direktor Oscar Wassermann" zur Veröffentlichung, dem wir folgendes entnehmen: ... Sollte wirklich bei den mchtzionistischen Palästinafreunden die einzige Lehre des erschütternden Londoner Dokuments die sein, nichts ändern zu wollen an ihrer bisherigen Tätigkeit, fo dürfen sie so wenig glauben, im Namen „der Juden" zu sprechen, wie sie schon eimnal diese Art der Arbeit an und für Palästina zu Unrecht als ein Werk aller Juden bezeichnet und dadurch den Zwiespalt in unseren Reihen nur verschärft haben. Zweitens: Mit vollem Recht — und das ist mir das Erfreuliche an Ihrer Erklärung — haben Sie, der Führer der Nichtzionisten in der Jewish Agency, sagen dürfen und sagen müssen, daß die jetzige Auslegung der Balfour-- deklaration über den Begriff des „national hoine" Sie und Ihre Freunde nicht in ihrer Arbeit heinmen tonne. Palästina soll, so sagt das englische Weißbuch, für alle Juden ein — nicht das — Zentrum sein, an welchem die Judenheit als Ganzes „aus Gründen der Religion und der Abstammung ein Interesse nehmen und auf das sie stolz sein kann." IN KÜRZE ERSCHEINT IN MEINEM VER LA GE: FESTSCHRIFT FÜR JACOB ROSENHEIM ANLÄSSLICH DER VOLLENDUNG SEINES 60. LEBENSJAHRES DARGEBRACHT VON SEINEN FREUNDEN DEUTSCHER T EIL MIT BEITR MOSES AUERBACH / NATHAN BIRNBAUM / JOSEPH CARLEBACH/LEO DEUTSCHLÄNDER MARKUS ELIAS; / S. HALBERSTADT / ESRIEL HILDESHEIMER / WOLF 8. JACOBSON / LEO JUNG / A. KLEIN / PINCHAS KOHN / MAXIMI¬ LIANLANDAU /ARNOLDMERZBACH / ESRA MUNK / S. SCHACHNO WITZ / ISAK UNNA / J. WEINBERG / ROBERT WEISS / JOSEF WOHLGEMUTH HEBRÄISCHER TEIL Ä G EN VON: ■>as mv »svi' / pinn mio t min1 / i'iiv^> prm / wao .tti.t rniv / pmin 'i^n / p'vwsp •omn nva / f’pwüinxü pbr / *rub apr / *iyams wTn ’ax / prm kwit —moaVK a*>b ma / a^ mim / DmisrsKa «jVkii Virrr / maw / pmr' am / pan Z u b e zieh e. n d u r eh s ä m II icke B u eh h a ü d 1 ü n g e n öde direkt J, Kauffmann Verlag / Frankfurt a/M.. Schillerstraße 19