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Der Israelit · 1929-04-18 · Heft 16 (18.4.1929) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 16 (18.4.1929)
Date
1929-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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18;, Aprile 1929 Der Israelit l MtyK- * —» J{tif-lt»I-U2 . - . . ... .. „. Synagogen-Mrihe^ der TlegMuden m Newyork. -. -'SMivAVitck2S,"M8r^'. . Bekanntlich existiert; in N-ewyork-eine; Kongregation oonNegern jüdischen Glaubens, die. sich „Bnei Brith. Mttcham7.- nennt. >; Die Kongvegation erwarb vor . kurzem irn Zentrum .des- Negerviertels von Newport zwei Häustr und hauch? stein ei ne. Synagoge und e-me Schule um.. Der Einweihungder. SyMgöge wohnte ein Neger-i Herrscher aus Westafrika, Prinz Gora Amaa III., beider Mer Millionen Neger-stntertan»n herrscht. Vor. der Feier wurdesi das Mincha- und' das Maariw-Eebet geineinsaMj verrichtet. Es/fand d-änn eine Seelenandacht nach verstorbenen Negerjuden statt, wobei der Rabbiner der Nögergemeinde, Rabbi Fordder-selber Neger ist, das KDdisch-Gebet sprach, Fürst' Gora - Amaa hielt eine Ansprache,>in ch>er ,er die . kulturell hochstehlLnden .Mitglieder; der Gemeinde aufforderte, . in sein Reich nach Afrika - zu' kommen/ wg sie-als Lehrer des Volkes an der Erlösung' Afrikas' mitärbeitsn solMi Rabbi- Ford. führt in seiner. Rede aus,-die, schwa-rzen Juden' seien für den Aufbau'.von Erez-Jisroel und; für die Befreiung Afrikas. Mit dem Gesang von. „Hatikrbah^ schloß die Feier. He -jüdische' Negertzemeinde setzt sich aus Negern zusammen, -die odep.deren Eltern erst.in Amerika, zum Judentum ühergePeten /sind. . Wohl, gibt - -es in Amerika Netzer-,! die behaupten,- -einem uralten jüdischen Heger» stcnM^ ONM.KehHven,--.'Di-efe Behauptung hält aber der Prüfung nicht" StäNdi . PalSsNya. Aufschwung des Siedelungswesens in Palästina. — AM Edniech üsalem, 7. April. 25 georgische Mische Familien-.rvurden vgn der Palestine JerrnshZ-Eolonisation- Association, demi Kolpnisatronsinstvument des Barons Edmond de Rothschild in Palästina, in der' Kolonie- Wnjaminch ange^iedelt Die PICA stellte den georgischen-Kölflnisten den. Boden zur Verfügung^ währeiÄ» hie. NM-yorker Pälestine Economic Eorpor-crtion ihnen die Gelder zum Bau von-' Häusern oorgeschossen hat. In der neuen Siedlung „Rabiah" . bei Benfaminah sind Mitte März die ersten Siedler eing-ezogen. Die neue Kolonie ist 7 Mometer von Benjatnrnah und 8 Kilometer von Chederah entfernt gelegen. Sie soll nach ihrem Ausbau 600 Häuser enthalten, darunter '50 Arbelterhäuser. Die Fläche' der Siedlung beträgt 30.000 Dunam. In der Ebene Saron, in einer Entfernung von 19 Kilometern von Tel-Äwiw, wurde -eine Neue Siedlung „Hadar", angelegt, -die inerster Linie Orangenbau betreiben wird. Die gegenwärtig kultivierte Bodenfläche beträgt 1600 Dunam und soll später auf 4000 Dunam erweitert werden. Die .neue Siedlung grenzt an Inas Gebiet von Am Chaj, Ramataim und Magdiel und ist in. die Audja-Vewässerung mit eingeschloss-en. Die Kwuzah „Schiller", die den Namen des verstor- Personalien. Rabhi Solomon Earlehach f. A. Als vor 10 Jahren die größten R-abbinen. und Persönlichkeiten des deutschen Judentums Salomon Carleb-a-ch Las letzte Geleik gab-m-. alsi72vo auf ..nsonfolgte und immer wieder das. Lob dieses Großen .in Israel gesungen wurde, da schien die Trauerum/ ihn gar nicht aufhören zuwollen/, und 'sein Weggangeineunersetzliche, Lücke- / geschlagen zu. Habens . Ein. halbes ^Jahrhundert hat er als Rabbinern dev Israelitischen- Gemeinde Lübeck, ge-, wirkt;., jedem Einzelnen in der Gemeinde war er in der langen Zeitspannezueinem unenchehrlichen Ratgeber, zu einem. Sorgerrfür-die Seele, und auch für den Körper, zu einem Lehrer alles Göttlichen- Wahren und. Guten geworden,' wio. es der Rabbiner einer jeden Gemeinde fein soll,- heute -aher unmöglich, mehr sein kann., Salomon Earlebachi war auseiner anderen, einer, guten alten Zeit^Mr^-ÄestchtsBse'-ÄefM-i MMisttüpstch den -Eindruck heroor,»einen Patriarchen vor /sich zuhaben, einen Mann, der-denen , ähnelte- oder gar gleichkam, die vor Jahrhunderten.-unsere,-Lehrer waren und -deren Wort noch heut», gilt., - Er -war - di« -Größe -und die - Wahrheit selbst, Man,,erstaunt, , weyn, m<M'. sieht, wie -Lübecker G-emeindeangehövige - den 26jähr-ige!N> jüngen-- Rabbiner: bewunderten-und - zu ihm -aufbkickten undähm? v'onLlnfang Mdie Verehrung: entgegenbrachten, di», - wahrscheinlich. - auch der innerste/.Grund-,dafürwar, daß Salomon Carlebach r. mit- Lübeck verwurzelt..war, und die.. Lübecker,; -trotzdem er nach Bevlmj Hamburg.--und Karlsruhe/ Berufungen erhielt;-nicht verlassenhat.-, - S.es-n.- Hgüs mußte das. Muster sein für alle Häuser; seine Kinder die Muster brauch einer Redewendung, wie die „zerstörende Kräfte" „ckestruetivelorees" zuschreibt. Seine Exzellenz spielte aus j.disruptive eiements“ (einheitdschädigende Elemente) an. Der He AsisMlMg war in keine r Weise auf dieAgudas Jisroel-Zentrgle gemünzt, sondern bezog sich aus' allgemeine Tendenzen; welche gegen die Harmonie sind auf Uneinigkeit gerichtet sind, welche er beklagte." Rabbiner Dr. Salomon Carlebach Lübeck, gest. Nissan 8879 denen Schlomoh Schillers trägt, ist einer-der jüngsten Siedlungspunkte im Pflanzungsgebiete nahe bei R-echowoth. Sie besteht aus 34 erwachsenen Mitgliedern und sechs Kindern. ■;! Eine Richtigstellung des High Commissioner. Jerusalem, 27. März. Die hiesige Agud-as Jisr-oelhat sich an den High Commissioner mit der Anfrage gewandt, ob es richtig fei, daß er die aus der „Knes-es Israel" ausgetretenen Anhänger der Aguda beim Empfang der misrachistischen Delegation, wie das misrachistische Blatt „Hator" behauptete, als cnnn mmp (Kräfte der Zerstörung) bezeichnet hab-e. Es war, wie bereits in der Jerusalemer Korrespondenz in Nummer 13 vom 28. März ausgeführt, von vornherein höchst wahrscheinlich, daß -es sich hier um eine parteimäßig gefärbte Kommentierung, oder Ueberb-ewertung einer Aeußerung des Regierungschefs -handele.. Diese Vermutung ist nunmehr durch das folgende offizielle Schreiben des Regierungssekretärs vom 7, April an die Jerusalemer Agudas Jisroel-Zentra-l-e bestätigt worden. Das Schreiben' lautet: „Ich bin beauftragt, -auf Ihren Brief vom 29i März zu antworten, hinsichtlich eines Berichtes in -der Zeitschrift „Hator" über-eine von den High Commissioner den Vertretern der misrachisti-schen Orgamsation ge-, währte Unterredung-. Ich benachrichtige Sie, daß -der Bericht irrt, indem er Seiner Exzellenz den Gefür alle Kinder -in der Gemeinde, seine Führung, so unantastbar ,so genau den Buchstabends rf entsprechend, wie man es eben nur in guter,- alter Zeit — hier im wahrsten Sinne -des sonst oft faksch gebrauchten Wortes — gekannt haben kann. Er war einp**re ohne Fehl, und das vnrTra, trotz der reformsüchtigen anjüdischen Zeit, und das nicht .nur. für sich, sondern er verlangte es für alle. Liberale gab es in der Gemeinde nicht; auch die dem R-eligi-onsgesetz Fernerstehenden kamen jeden Schabbos m seine Schul, um -ihn sprechen zu hören, und er behandelte sie alle gleich, alle als Kinder -einer Mutter. Unterschiede.zwischen Arm und Reich gab es für ihn nicht; -in jeder Lage hatte man sich eben zu bemühen, Gottes Wort zu lernen und zu betätigen, und das war genug, ein jedes Leben auszufüllen. Diese Betätigung des Gotteswortes war für ihn eine Selbstverständlichkeit, und er verlangte auch von seinen Kindern und Schülern, daß sie es -als Selüftv-srständlichksit anffaßten; nie hat er eines von ihnen -ermahnt, Thorazu lernen, nie hat er auch nur eines gefragt, ob es Thora gelernt habe. Sein Haus leuchtete -im Glanz der Thora und er selbst strahlte ihren Geist aus, was und mit wem er auch immer redete; wozu bedurfte es da der Ermahnung? Und ebenso wie das Gotteswort war für ihn das Staatsgesetz verbindlich. Er-war 18 Jahre Mitglied der Bürgerschaft, des Lübecker St-MparlameMes und hat feinen Dienst am allgemeinen Volkswohl als einen Dienst am Wöhle seiner Gemeinde aufgefaßt. Welche Verehrung ihm 'auch von Senatoren und Honorationen.der Stadt -entgegengebracht wurden, erhellt -aus den großen Ehrenbezeugungen, die ihm anläßlich verschiedener Jubiläen dargebracht wurden. Sein Verdienst ist es auch, daß die .Lübecker Juden, die-Jahrhunderte hindurch, viel -länger als ihre Glaubensgenossen im übrigen Deutschland verachtet waren und denen das Bürgerrecht der Nr. 16. Seite 7. I LOREY •SCHILL ER STR. 16 Das Fachgeschäft , für Haus und Küche i ‘Große Auswahl Günstige Preise Stadt verweigert b-lieb^ ihre infolge der freiheitlicheren Ze-itströmung erlaubte gleichberechtigte Stellungnicht nur behaupten, sondern im Laufe der Zeit sich zu hochcmgesehenen Bürgern emporarbeiten konnten, Das Wesen dieses so unvergleichlich großen Mannes -m die Erinnerung derer, die -ihn gbkännt-und geliebt haben/ noch einmal zürückzurufenhatte sich die Israelitische Gemeinde Lübeck in einer! auf den 24. Marz <mgesetzten Gedenkfeier zur Aufgabe; gemaH. Die ganze' Gemeinde und darüber hinaus viele -auswärtige Schüler und Verehrer' Salomon E a r l e'b a chs hatten sich zusammengefunden, um sein Andenken zu ehren. Die Cheivroh Kadischoh »eranstqltet ain Vormittageine Andacht am Grabe ihres Raws, die Rabbiner. Dr; Aber, Bremen, fein Enkel,; mit herrlichen Midraf-chworten einleitete. Wie arm, führte-er-nnMahr aussind doch die. die Salomon. Cavsebgch,,-nicht g^kgnnt,- das Erlchchs. -dreses^/Mgyn^^s^WH.MW"^h^m^.T^Mrgle^ch^zü^'''d^.MA-. cheN, $eh$!4K08 Pfr unersch-öpslichen Tiefe seines Her- . zenH'.'..finit immer wiehhr geschenkt, hat. 'Das^.was^dxe.Luhecker Gemeinde, äns^eich-? •iKr"..MsgMückji. i0i:! AKtzas tonnte man -der‘.Lühemr'-'G^^. memde.. Besseres wstnschen, als.' daß. sie sicH diMn ' Reichtum noch rarM'zu^.«^^Mitrachte?'.^- Jn/LÄ;7Syngg-oge^. eisirm einem" hetrlichen BcmH" her den urcheschrÄHW,. anzieh^Mp Heiz,"hq^ dgß .es. die «Äh-ul ist,' , in' dLr'-er/.gHpedlgt,. das. .Müs7 iH, in dem.er,.gewohnt" und gelehrt Hatz hielt R-abbiE Dr. Wstter> Lüb-Lck,^ äm"/ Nachmittag ej-ne feierliche. Ansprache an die Gemeinde', die durchdrungen rgar von Mve uM.Eehrung' für den großen FühreruM" Meister'und die., sem Mld zeichnetedas Bild 'des sittliMn' Menschen, des^^ geistigen. Förfchdrs, und des' uneigen-nußigen; SeAforMs. Tiefen Emd'rück' hinterließ der eigetrs; für Salomon - Carlebach ' verfaßte D’am sVi rr der vor genän 10 Jahren zum ersten Mal die Schul durchtönt hatte. Alsdann ergriff einer seiner Söhne, Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach, Altona, das Wort zu einer großangelegden Gedenkrede. Die Rede und die ganze Feier werden, uns unvergeßlich bleiben wie der große Führer stets in unserer Erinnerung -lebendig bleiben wird. Frielendorf, 10. April. Herr Jakob Gutkind, der vor drei Jahren zu seinem Sohne nach Gensungen zog, vollendete seinen 75. Geburtstag in -bester Rüstigkeit und Geistesfrische. GuWnd war lange Jahre Gemeind-eä-ltester unserer Gemeinde und Vorsitzender der hiesigen Chewra Kadischa, Delmenhorst, 12. April. Herr Kantor Seif in Vre- . men beging am 1. April sein- 25jähriges Amtsjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde ihm der i^n-Titel verliehen. Der Jubilar erfreut sich der größten Wertschätzung seitens seiner Gemeinde. Frankfurt a. IN., 12. April, Frau Amalie Simon, früher Vendersheim (Rhein-Hessen), z. Zt. bet Frau Warschawski, Frankfurt M., Uhlandstraß-e 46, begeht am 29. April ihren-89. Geburtstag. Marburg, 10. April. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: Am 1. Pesachtag sind 25 Jahre oerflvssen, seitdem Herr P s i s f e r l i n g, jetzt in Marburg a. Lahn, sein Amt als Lehrer und Kantor ausübt. Burghaun, 2. April. Frau Marianne Stern, dem echtjüdischen Hause Emm-rich, Rhina, entstammend, hauchte im Alter von 63 Jahren -ihre fromme Seele aus. Je mehr ihr Körper dahinsiechbe, um so mehr wuchs ihre an sich schon überaus große nwi- Kein Wort der Klage kam aus ihrem Munde, so sehr ihr auch der Ausgang ihres Leidens vor Augen schwebte. Sie war im wahrstenSinne des Wortes eine y>n nzw deren segensreiches Leben sich auf der breiten Basis v-on-d^vn n-my nrnri bewegte. Diese frommen Tugenden erleichterten ihr auch die Erziehung ihrer Kinder zu guten- Jehudim. Vor dem Trauerh-ause zeichnete Herr Lehrer Berlinger -eintreffendes Lebensbild der Da hi ng-e s chie denen, während Herr Lehrer K-atz, Gersfeld, namens der Verwandten der tiefen Frömmigkeit -und edlen Tugenden der Heimgegangenen gedachte. Mög-e der Verblichenen den trauernden Hinterbliebenen beistehen. Höchberg, 10. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres tritt Herr Prä-parand-enlehrer Emanuel Eldod nach 44jährige-r Tätigkeit, .davon 35 Jahre als Religionslehrer an der Talmud-Thora-Bürg-er- und Präparandenfchule Höchbe-rg in den Ruhestand. Groß ist die Zahl. derer, die von ihm die Grundlagen ihres jüdischen Wissens empfangen haben- und -denen er in Lehre und Le» ü-en das Idealbild eines jüdischen Lehrers zeichnete. Me,

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