Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1929)
- Date
- 1929-04-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6. Nr. 16 Der Israelit 18. April 1929 rabbimsche Funktionen ausüben könne. Ein Rabbiner Iedlit scher- Rau, und Rabbi Schabfsi Rapp« sei unabwÄslich nötig, -er Macht gegenüber. Auch ein port. Beide Werden dann einstimmig gewählt!. Nach Ratmann der Aguda meint, daß ein Rabbiner, — zwar nicht im Sinne der Zionisten und nicht für die Macht — nötig sei, um das Kafch r u swesen„ das in Bialistock im Argen liege, zu regeln und zu üblerwachen Rabbi Pinchos E r f e n st a d tsagt in einer flammenden Rede: „Ich kenne Deutschland, ich komme nach Königs berg und nach Leipzig. Dort holt man sich Rabbiner aus dem Osten, damit sie diesem Namen gerecht werden und hier will man gerade einen deutschen „Doktor" Greift in Wilna und Bialistock das System des Krön rabbinates durch, dann haben wir in zwanzig Jahren Stefan Wife als Rabbiner". Misrachi schlägt vor, einen Rabbiner der alten Schule zu wählen und chm einen modernen als zweiten Rabbiner zur Seite zu stellen. Es geht bei diesem Kampf um einen Herrn Dr Raus mann, der alle Qualitäten von Rabb. Rubinstein ausweist, aber nichts, was ihn zum Bialistocker Oberrabbiner qualifizierte. Der Narr», der das Vertrauen der Orthodoxie besitzt, ist Rabbi Feins. Eine traditio n-elle Hemmung zur Ernennung eines geeigneten Raw wie in Wilna besteht in Bialistock nicht. Um aber den Machenschaften der Liberalen und Nationalen entgegen zutreten, stimmt die Orthodoxie dem Beschluß des Seniorenkonvents, die rabbinifchen Angelegenheiten iw die Hand eines Kollegiums zu legen, bei-. Dieser Beschluß wurde auch mit zwölf gegen acht Stimmen gutgeheißen Zionisten und Misrachi erhielten je sieben Stimmen Riiualmordhetze in Polen. Warschau, 11. April. In dem Städtchen Ka-r.ku.s- B eresa aus dem Wege zwischen Bialistock und Brest-Litowsk wurde ein christliches Mädchen, das in -einer. MaM-thbäcker-e-ibs fchäftigt war, vermißt. Der .polnische Fleischermeister Jakob Zalewski hetzte die christliche Bevölkerung gegen -die Juden , auf und behauptete, die Juden hätten die Vermißte getötet, um ihr. Blut für die Pessachkost zu verwenden. Eine aufgeregte.. christliche Menge, versammelte sich in den Straßen und. nahm eine drohende Haltung gMest die. jüdisch Bevölkerung ein. Der Judenschaft, des Ortes bemächtigte sich eine ftaxke. Panik.. Die . Polizei untexsuchte den, Fall , und. fand schließlich die Vermißte frisch und mupter ,im,Hause..des, Hetzers, der somit als efn Provokateur gefährlichster Akt entlarvt wurde. Der Staatsanwalt. des.,DfhitzteH Pufzani erhob gegen Zaleürfkr Kkage wegen UuruhesWung. Die Judenheit des SMtche.ns., P ela tin lebt seit einigen Tagen in schwerer.Pgnst. Bor einigen Tagen haben unbekannte Personen Msten auf einem Platze> der ganz von Häusern von Juden, umgeben ist- Kreuze aufgestellt. Der Vorsitzende der. Gemeinde ließdie Kreuze we^bringen. Antisemitische Agitatoren hetzen die christliche Bevölkerung von Stadt und. Umgehung gegen die jüdischen Einwohner.auf. .De Christen hielten mehrere Kundgehungen unter freiem Himmelab-.. Nach diesen Kundgebungen wurden jedesmal jWfchtz E-Mwohyer, di« sich auf . die Straße wagten, schwer.. mißhandelt. Der Kreischef, der von den. Juden gebeten wurde, die Ordnung herzustellen, erklärte,, er könne nur daun für die Ruhe garansteren, wenn die Kreuze wieder auf dem Platz aufgestellt werden. Unter Protest, der jüdischen Gemeinde wurden die Kreuze vor den Häusern der Judenwieder aufgestellt. Aus der Krakauer Kehila. Kra kau, 10. April. In der Plenarsitzung des Krakauer!-Kehstarates wurde zunächst der ^chenscWH-YÄU. deK Mrjtgst für, 1928 erstattet, , In der Debatte.w-ird aas -die. räumlichen-Mängel und die Notwendigkeit von-' Um- und Anbauhingewses-en. Insbesondere erweise^sich^als notwendig: eine N;«,ro enabtei<>gnzugltedeM; da die ^Zähl.. der^P-exveukrästKen Judenn.untz-ernein' Srsitz..AM M $£• ErMtWK:.«-sMA Bethausos, int.Spichl un^>^eisljch,..-.and-a-,u^ stll, Mje.,Hpagep Av^Msungs finden,-, wenn der. Mst gf strH t,Mr^;.GO^dkM4-,..d!ex:.ZWschen.-. Be»! v'öMmygEs/rv«rdM.bann AlM ioo.ooot --- --- Äuf l^.'iDrgeßgr/>nstngj.zsteht WmcOe Mchl z w e -r er. 'D « j ani WbMqtz-stW stchrVWrZKitzMs, sechs langer, zum Teil lebhafter Debatte werden, größere Stipendien für L-ernhäufer und Thoragelehrte bewilligt. Ein Antrag Schwarzbarts, auch misrachistische Schulen und die hebräische Universität in Jerusalem zu subv-entiomeren. wurde mit Stimmenmehrh-ei-t a b> g ei e h n t, worauf die Zionisten demonstrativ den Sitzungssaal verließen. 'Im Krakauer Magistrat steht die Wahl eines Bize- Präsidenten auf der Tagesordnung. Der bisherige Vizepräsident war Josef Sore, ein Jude. Nach seinem Ableben geht ein wildes Treiben in antijüdifchen Kreisen, dieses Amt, das den Judennach der Zahl ihrer Bevölkerung zusteht, zu nehmen. Bleibt aber die jü-'. difche Fraktion im' Stadtrate einig-, was zu hoffen steht, so wird dieses hohe Mandat den Juden wieder erhalten bleiben. Als Kandidat ist Dr. Rafael Landau vorgesehen. Wilna in Lemberg.. Lemberg, 12. April. Die Vorgänge in Wilna und in Bialistock lassen die Lemberger Prediger ebenfalls Oberwasser spüren. In Lemberg gibt es einige Prediger an den modernen sogenannten Ehorschuten, Re sich aber niemals rabbinifche Autorität und rabbinifche Funktionen änmaßten. Nunmehr stellen sie den Anspruch, -in Würdigung der neuen, Zeit, als Rabbiner angesehen zu werden und auch zu Gemeinde- - wie rabbinischen Beratungen herangezogen zu werden. In der Sitzung der Gemeindeverwaltung kam es darob zu einer sehr scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Prediger Dr. Lewin und Vertretern der A g u d a. Die Aguda> wie überhaupt die- Orchodoxie Lembergs, ist fest entschlossen, 2s Mit aller Kraft zu verhindern, daß der Ä-ilnaer Geist hier Platz greift und die Tem-p-ältabbiner getzen -den bisherigen Brauch zu rabbinWen Funktionen Herangezogen werden, (Siehe Leitartikel.) ' . Hilfswerk im litauischen hungergebiet. V- - 1 Köwn o/11^ April. Sofort nachdem sich die, Hungersnot in Nordlitauen bemerkbar gentächt hat, hat die Gesellschaft für Gesundheitsschutz dev /Juden, „Ose", eine Statistik der hüngerleidendeni Kinder'' angelegt und auf Grund drr ermittelten der Kinderfürsorge, der 2000 Kinder, umfaßt, ausgeärbeitet: Das Kownoer Zentral komitee, in welchem ,-Of'e" vertreten istz hat diesen Plan akzeptiert! - Vom denekstön W00 Dollär- M.das Ämerl« can Joint Mstbibutton Eünmsitttz-e zur Perfügung gestellt hat, wurden mehr als 400 Dollar der Ofe-Kinderspeffung in Schaulen,- Birdz und - Poniew-esch zugewendet. Vor gesehen-'-ist eine Ausdehnung -der Fürsötge für Säuglinge und-i-Vorschülkinderj'. wozu aber die Mittel heute nicht verfügbar sind. Im. kommenden Sommer wird Ose die Zahl ihrer Somm-erevholungsplätze für Kinder in Litauen vermehren. gewählt wurde und das. einzige' orthodoxe ■ Mitglied dieser Körperschaft ist. Desider Korein wird infolge seiner allgemein-en Beliebtheit und seines großen Ansehens sowohl von der Stadtleitung, wie auch von allen politischen Parteien in seinen.jüdischen- Bestrebungen kräftig unterstützt. Immerhin freut es uns, andiesen Daten gesunde Symptome der po-l-itischen! KonfoWierung n Ungarn k-onstatierenzu können. Rutzland. Beträchtliche TNazzothsendungen aus dem Ausland in Rußland eingelroffen. Moskau, 8. April. Anfang April waren -die ersten auf Weisung, des Berliner Mazzoth-Komitees nach Rußland gesandten Waggonlad ungen mit Mazzoth in Moskau eingetroffen. Rabbi Klemns hat die Verteilung der Mazzoch i-n- Moskau übernommen. Auch in Leningrad hat man mit der Verteilung der e-m-g-etroffenen Mazzothsendungen, begonnen. Weitere Waggons rollen nach. dem Süden, Ruß- -lan-d'S. Der Verteilung in Moskaustehen noch Hindernisse im Wege,, da die Zollbeamten die.Nachzahlungeiner Luxusfteuer von Rubel 2.20 pro Kilo fordern.' Der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur begab sich zum Außenhand-elsamt und erhielt dort dis Auskunft, daß für aus dem Ausland eingeführte Mazzoth laut Abmachung mit dem auswärtigen Wazzoth-Komitee bloß -ein Zoll von 50 Kopeken pro Kilo zu -erheben fei, der bereits entrich-böt ist, und daß die Zollbeamten en-tsprechend iirstrul-ert werden würden. Inzwischen setzt die Zeitung „Emeß" ihre Attacke gegen die Mazzoth-Einfuhr aus dem Auslände fort. Die.Zeitung wundert sich wie schnell die Mazzoch-Transporte nach Rußland gelangt waren, so daß man sagenkönne, sie seien ,/g-eflogsn". Soebenhat auch in Möskäu -eine. jüdische .KolleMog-enossenschaft mit der Herstellung von Mazzoth angefangen. „Em-k-ß" fordert ein- Verbot der Mazzoch-Herstsllung durch die Genossenschaft. Angarn. Slädiische Subventionen für jüdische Zwecke. Budapest, 7. April. Das Mun-izipium der Haupt- und. Residenzstadt- Bu dopest, hat das.^Budget pr. 1929 veröffentlicht, dem u>ir folgende intweffant-e Datenentnehmen,. . Als Subvention für die - isMMifchen--Kuktu^emem-deN ümrde Peng-ö 165.000. votiert/ daküMr 'füt Denip-elbauder^ orthodoxen Gemeinde P. 20.000j welcher. Beträg-, vöraussichü-ich noch weitere vier - Jahye ins' Budget eingestellt wird- Weiterhin - für ' verschiedene - jüdische - sozial^ -VePeinigungen- & 6,0.000. Außerdem erhielt der orlhö-döxe Volkstisch für« tagüch^ 100.-Personen gratis Naturalien, der orthodox^ -Fvaueiwerein. nebst .P^.S000 Je? pärate^^ ODrhilfe-' 3^' MüggÄn Kättäffel,' Är ' orthodoxe LandSS-Bikür Eholim-VekÄn P. 6000 . Dex, Hcmua-Perderi-Nätüraliesi. 'ZnWefäM^'be^fstrN'.siE die^jm unstß» versWÄMen, Posstsi ^ntz-efüElM. jsi-d-iEest ^nker^ zemM-MnderM! GriechMland. Rttualmordhehe in SglonM. Salontki, 8. 2H>M. Sächniki war-an echem der letzten Tage Schauplatz eines Ritualmord-Tumu-lts, der gefährliche Dimensionen anzunehm-en drohte.. Eiye christliche Frau, die mit ihrem! Kinde in einem füdifchen Stadtvi-ertel spazieren ging, bemerkte plötzlich, daß ihr Knd nicht mehr an ihrer Sete war-.- Se begannzu schreien, daß die'JüdÄr ihr das- Kind gestohlenhaben, um es zu töten Md sein Blut für -das -kommende Peffachfest zu gebrauchen. Bald hattesich eine unübersehbare Menge Christen angesammelt,, die sich anschickten, über die jüdischen- Wohnungen herzufallien. Ein griechischer Soldat versuchte, die Menge zu beruhigen, indem er erklärte, er selbst habe -ein herum- -rrrendes Kind gefunden und es zum Polizeikommissariat gebracht. Das Kind konnte bald von der PoKzei der Mutter wieder zugeführt werdem Trotzdem beruhigte sich die Menge nicht, undes mußte viel Polizei aufgeboten werden, um den lärmenden Pöbel zu ze-rftveuen. Amerika^ Bewegung gegen die Salen-eeres«r,n in Amerika. Wash-vngton , 25.'März. Bekanntlichhat dü-S Mitgl-ved des' amerikänifchen Kongresses , Pprter dem'Kongreß der Veremigien Sätaten .-eine -RefoMion unterbreitet, in' -der gefordM' wird, daß der Präsident - der-,Vereinigten Staaten' - eine 'internationale. Konferenz- -für Kälenderrefotm' einbe^rüft oder eine..von einem anderen^ Staate' an 'Amekikä ergehende Ern-ladu-rrg zu-r.^Teilnähme-M eiM'folchen'''MiMnz annimmt.-. NunMsh^KfstM-kch^dcLMaMM'^M^^' das. von Charles &. letzte Rummex^ganz^der Frage tät-KNiErefofm' ^eryWtztr,.^^üM>Älffrüf^u^ UWtMM^ÄinWWtltron„an^ Senate uM'RepräfestMtMhaM" VereiDg-' tsh. ,Sta-cchn/Än: ünd PrWM' ersucht MerstAn' ' wenn >.nicht^ die ^lAewähr''ck>äfür "gebhHn' Mrd De , iwür^-de^^ MsOk^DaEH-WLl^aA- Wr TaU^derl ' DärM "wM>en'