Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1928)
- Date
- 1928-04-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Schulcmsstelluvg anläßlich des 75jähr. Bestehens der Ankerrichtsansialken (Realschule und Lyzeum) der Israelitischen Religionsgefellfchafk' . Die Unterrichtsanstalten veranstalten anläßlich ihres 76jährigen Bestehens eine Schulausstellung, die das Werden und die . Entwicklung! der Schale vorfuhren will. Demgemäß stehen im Mittelpunkt die die Schulgründung betreffenden -Akten aus dem Marburger Staatsarchiv und dem Frankfurter Stadtarchiv. Interessieren dürsten das alte Zeugnisbuch und das erste Aufnahmebuch der Schule, das ungefähr 20 Jahre nach der Schulgründung noch! geführt wurde. Die Bilder der Gründer und der ersten Schulräte finden hier ihren Platz, ebenso die Schriftstücke betreffend, die Erwerbung des Schulhauses und die Druckschriften zur Schuleinweihung. Meran schließt sich die Hirsch-Ausstellung, die zum größten Teil dem Besitz des Herrn Josef Sänger entstammt. Der Lebensweg Rabbiner S. R. Hirschs bietet sich an Hand von zahlreichen Briefen, Dokumenten und Bildern. Die Lehrer Hirschs — Oberrabbiner Jakob Ettlinger und Chacham Jfaac Bernays—, seine Eltern, Großeltern, seine eigene Familie, * seine Wohnungen, Zeugnisse — all dies wird neben den persönlichen. Erinnerungsstücken sehr interessieren. Selbstverständlich ist es Hauptaufgabe dieser Abteilung, Rabbiner Hirsch als Lehrer und Schulmann zu zeigen. Dies geschieht durch zahlreiche Manuskripte und Druckschriften, die in den meisten Fällen das Verhältnis der Schule zur Religion, zur sozialen Bildung, zur Sitte und . Ge-, sellschast behandeln. Eingaben an die Schulbehörden und ihre Beantwortung finden hier ihren Platz. Aber neben dieser Tätigkeit als Lehrer und Erzieher bietet sich auch die weitere, außerordeMich vielseitige Tätigkeit und Bedeutung dieses Mannes. Die vielen Werke Rabbiner Hirschs, zum Teil im Manufkript, Gutachten, die für weiteste Kreise Interesse haben dürften,"leiten über zu seiner Organisationstätigkeit in Oldenburg, Nikolsburg und später in Frankfurt a. M. Der Kampf um die Selbständigkeit der Israelitischen Religionsgesellschast, die entscheidenden Eingaben und. Gesetze, der Ausbau der Israelitischen Religionsgesellschaft — man zeigt hier vor allem die Synagoge und die Institutionen der Gemeinde —, führen zu seiner rab bi Nischen Lehrtätigkeit. Hier befinden sich die Manuskripte zu den. Pentateuch-,, Psalmen- > und Gebetbuchkommentaren. - Die Ausstellung zeigt nun weiter die Direktoren und .ihre Werke: Direktor Dr. Mendel Hirsch und Direktor Dr. Gerson Lange. Zum Teil noch nicht veröffentlichte; Manuskrspte, Vorträge und Briefe zeugen von der vielseitigen Tätigkeit dieser Männer. Dies.zeigt sich auch bei den Lehrern und ihren Werken, die sich hier anschließen. Es würde zu weit führen, hier die.Bedeuülngeines jeden einzelnen dieserMänner vorzufühven. Dies-läge nicht im Rahmen dieses Berichts; Genannt seien nur Prof. Sulzbach,. Moses Lewin,' Dr.. Levy, Dr. Speyer, Lehrer Jhphet — der Schöpfer der bekannten Synagogengefänge, aber auch der' Verfasser der 'lange bewährten Fibeln und Grammatiken — ßZros. WM, Dr. David Hoffmannund, der vor kurzem MyrgeMckgenK Prof. ^Dr. I. H. Bondi. Hieran schließen sichdie DylreichM Klassenbilder, Lobkarten und Prämien aus fast sämtlichen Jahrgängen, außerdem die Schulfeste und Schülerfeste. Den Abschluß bildet eine Schau von Handarbeiten der ältesten Schülerinnen, die im Vergleich zu - den ausgestellten Handarbeiten des 'letzten Schuljahres sehr interessant wirkt. Dasselbe gilt von den alten Zeichnungen. . Man findet hier u. a. eine Erstlingsarbeit des bekannten Malers Jakob . Nußbaum. Die Ausstellung der Zeichnungen der Schüler des letzten Jahres ist sehr beachtlich. Unter Leitung -des Zeichenlehrers, Herrn Nathan Jeidel, wurdenhier doch sehr gute Arbeiten geliefert. Interessant ist der Wettbewerb für das Ausstellungsplakat,' der sehr schöne Entwürfe zeitigte. Das jüdische Motiv steht auch hier im Vordergrund; so sieht man eine ganze Wimpel, zahlreiche recht hübsche Misrach-Schilder u. a. m. -wandten ^Methoden. Die Anordung entspricht dieser Entwicklung, sie führt von dem Anfangsunterricht in der Fibel und der Biblischen Geschichte zum Pentateuch, später zürn Talmud und zum hebräischen Schreibunterricht. Sehr lehrreiche Modelle der Stiftshütte, des Lagers der Kinder Israel in der Wüste, talmudische Hohlmaße u. a.m vervollständigen dieses Bild. Es sind noch! sehr instruktiv ausgesührte statistische Tabellen zu nennen, die Aufschluß geben über den Schulbesuch, die Zulagen der Gemeinde usw. A. L. Die Eröffnung am Sonntag, den 8. .April. Die Eröffnungsansprache hielt Oberlehrer Max Munk. Er dankte den geladenen Gästen für ihr Erscheinen und begrüßte sie im Namen der Schule. Der Referent'führte den Anwesenden ein kurzes anschauliches Bild vom Werden und vom Wesen der Ausstellung vor. Insbesondere sprach er den üeihgebern den Dank der Schule aus, dankte aber auch den Mitgliedern des Lehrkörpers, insbesondere Herrn Lehrer S. Adler, N. Jeidel und K. Ochsenmann, für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit. Dank gebührt auch den Herren Dr.S.Schwärzfchikd undNatan-Jeibei, die ihre Fachkenntnisse in den- Dienst der Ausstellung gestellt haben. Die Leitung der Ausstellung lag in den bewährten Händen des Herrn Erich Töplitz, dem der Referentebenfalls den Dank der Schule aussprach. An die Eröffnung schloß sich eine Führung unter Leitung des Herrn Töplitz an. * Die Ausstellung ist Am Tiergarten 8 zu besichtigen in der Zeit vom 8. bis einschl. 22. April täglich (außer Samstag und jüdischen Feiertage) von 10—13 und 15—17 Uhr. Eintritt frei. Die Woche. Das Programm für das Schuljubiläumsfest. Gemütliche Zusammenkunft am Samstag ' ab en d. " Am Samstag den 14. April, 9'Uhr pünktlich findet im Volksbildungsheim gemütliches Beisammensein statt. Der der Erinnerung an die gemeinsame Schulzeit gewidmete . Abend soll die ehemaligen Kameraden und Kameradinnen, auch diejenigen, die die.Schule vor Absolvierung aller Klassen verlassen haben, in den alten Klassengruppen wieder vereinigen. Eintrittskarten kostenlos. Soweit Raum vorhanden, können auch Damen- und Herren, die nicht unsere Schule besuchten, an dieser Veranstaltung teilnehmen. - Akademischer Festakt. Der Akademische Festakt geht am Sonntag, den''.15. April 11 ^lhr, im großen Saale des Z o olo grf'chen Gartens vor sich. Da die Verwaltung des Gartens den Eintritt nUr gegen Karten zuMtso ntüssentzEintrittskarten! (kostend) frühzeittz besorgt werden. Zm'Li'lä..us m s l. ... Am SonntagMekWWWpril, 8 Uhr Wangt im.Saalbäu ein Festf p i eil -zur Aufführung. Nach -der AuWHrung folgt zwangloses Beisammenseinin den, Nchewräumen. Büffet ist vorhanden. Eintrittspreis: Mk. 2.50 bezw. 1.50. ' - Ausstellung. - > - -- Auf die im Turnsaal der- Realschule am. 8, Aprih erösfnete Sch ul a u s ste l-l un g (Hirsch - Ausstellung, Lehrmittel für den hebräischen Unterricht, SchukgeMchte, Statistisches' AHchäuungsmateriak; , GchüMMMMgenmrt reicher Sammlung von Lehrer- und KlasseNHildern) ist noch besonders aufmerksam zu machen., M ' Die ,.Ork"Aktion in Frankfttrk a. -Der Frankfurter Aktions-Ausschuß der „Ort"-GeMschaft zur.Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden, Abteilung Deutschland, veranstaltete im großen Saal der. Frankfurt-Loge einen.Vortag des Generalsekretärs der „Ort"-Gesellschaft, Dr::Mchaek Traub, über ,-Jüdische Siedlugns- und Aufbauarbeit in. Osteuropa"; ' ' Gebieten seiner Tätigkeit in den osteuropäischen Ländern erreicht hat. In .seinem Schlußwort dankte der Vorsitzende des Abends, Hermann Wronker, Dr. Taub für seine interessanten Ausführungen und forderte die Anwesenden zur Unterstützung des Werkes auf, das nicht nur rein jüdische, sondern allgemein menschliche Bedeutung habe. Dem Aktionsausschuß der „Ort"-Gesellschaft für Frankfurt gehören Vertreter der verschiedensten Richtungen an, wie z. B. Johanna Baer, Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach a. M., San.-Rat Dr. Albert Ettlinger» Dipl.-Jng. Nathan Grünstem, R.-A. Dr. Siegfried Guggenheim, Offenbach a. M.,. Rabbiner Dr. Jacob Hoffman, Rabbiner Dr. Jacob Horovitz, Richard Höxter, Rabbiner Dr. Arnold Lazarus, Dr. Max Mainzer, Rabbiner Dr. Caesar Seligmann, Fritz Sondheimer, Jakob Wolfs, Willy Wolfs, Hermann Wronker. — Bei dem Interesse, welches die maßgebendsten Vertreter der Frankfurter Jüdischen Gemeinde an den „Ort"-Bestrebungen genommen haben, wird ein weiteres Gelingen der erfolgreich eingeleiteten „Ort"-Aktion in Frankfurt a. M. erwartet. — Die „Frankfurter Zeitung" widmet der „Ort"-Aktion einen eingehenden Bericht. Jüdischer Turnerbund E. V. Hiermit geben wir unseren Mitgliedern und Freunden unserer Sache unser diesjähriges Sommerprogramm bekannt. Unser reichhaltiges Programm bietet jedem einzelnen Gelegenheit, sich turnerisch und sportlich zu betätigen. Alle Kurse sur Frauen, Damen, Alte Herren, Knaben- und Mäüchen haben gegenüber dem Winterprogramm keine Aenderung erfahren. Insbesondere werden es unsere Herren begrüßen, daß wir die Riederwaldwiese zur Ausübung des Sportes Sonnte ■ vormittags zur Verfügung haben. Die Leitung dieses ü.urses haben wir unserem Sportlehrer Herrn Fr. Cisenhuth, übertragen. Unsere beliebten Wanderungen sollen nach Möglichkeit Sonntags 14tägig stattfinden. Näheres hierüber wird jeweils in dieser Zeitung und auf dem TUrnboden bekannt gegeben. Anfragen sind zu richten an unseren Herrn Adolf Fiebermann, Langestr. 3 (Hansa 8315). Unsere sämtlichen Kurse beginnen am Dienstag, den 17. April. Ein Aufruf des Jüdischen Frauenbundes für fabbathalkende Angestellte. Die Frankfurter Ortsgruppe -des Jüdischen Frauenbundes veröffentlicht einen Aufruf zugunsten sabbathaltender Angestellter, in welchem es heißt: „Die Zeit bedroht einen -der wichtigsten Grundgedanken des jüdischen Lebens-: Die Sabbat-Idee. . . . Der Jüdische Frauenbund möchte nachdrücklichst darauf Hinweisen, daß es eine das gesamte. Judentum angehende Aufgabe ist, denjenigen Individuen, die persönlich in der Hast und in dem Materialismus unserer Zeit sich die innere Energie erhaltenhaben, ein Gebot zuerfüllen, das durch die Jahrtausende dem jüdischen Leben edelste' Gestaltung gegeben hat, in ihrer Treue dazu zu un terstütz en. . . . Wir möchten dem Wunsch- und der Erwartung Ausdruck geben, daß Firmen und Unternehmer jeglicher Kategorie, Büros, Warenhäuser, Fabriken, gewerbliche Betriebe den moralischen Mut finden, wenn auchin kleiner Zahl, so doch Lehrlinge, Arbeiter, Angestellte und Beamte in ihren Betrieben zu beschäftigen, die den Sabbat halten, sie um ihres Mutes und ihrer Ueberzeugung willen, der Majorität gegenüber zu schützen und damit eine in der heutigen Zeit zu verlängerte, aber auch anzuerkennende Tat Wischen Gemeinsrnns, Wer das Maß konventioneller Versicherungen hinaus, praktisch zubekunden." ~ Geschäftsjubiläum. Die^Firma S. Hol lande r, Werkstätten für Steinmetz-, MarmotÄ uno Bildhauerarbeiten feiert ihr 50jährigßs Bestehen^ Jyhaber der Firma ist zur Zeit Steinmeßmeister : chtzW; Gerson F r o h m a n n. Den Abschluß der Ausstellung bildet -eine sehr interessante Leh rmittelschau, deren Aufgabe es inder ..Hauptsache ist, die im jüdischen Unterricht zu Grunde Helegten und benutzten Lehrbücher zu zeigen. Wenn auch sicherlich nicht komplett, so bietet diese Schau doch ein gutes Bild der in den-'einzelnen' UUterÄchtsft!ufen.nng-e- . i. - ' An Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte - der. Vortragende die -Crfolge, die' der-,„Ort" auftden verschiedensten