Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1928)
- Date
- 1928-04-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. io Der Israelit 13 April 1928 Aeber die soziale Bedeutung der Realschule im Jahre 1871. p"i nn mpirn bv orpa ^ana ui-rr D^rnn o^iyn px (Talmud ©ob'büt 119.) Bon jeher mar der in der Gemeinde JRG. gepflegte Sinn für humane Bildung, sowie die Neigung zur Wohltätigkeit beispiellos. Die Stiftungen bildeten eine Quelle, aus der sich eine Fülle von Wohltaten auf weite Kreise ergoß. Die Stiftungen waren-derart, wie sie sonst keine andere jüdische Schule aufzuwtisen hatte. Es ist tief bedeutsam für den Charakter, für den sozialen Geist und den weitschauenden Blick des Gründers der Realschule, S. R. Hirsch, daß man bereits zwei Jahre nach Eröffung der Schule an die Begründung eines Witwen- und Waisenfonds ging, der segenspendend, und segenfördernd wirkte, der der Schule aber auch die Möglichkeit gab, ihre Aufgaben in aller Vollkommenheit zu erfüllen. S. R. Hirsch kannte seine Mtglieder genau. Von vornherein hatte er sein Schulwerk lediglich auf das Schulgeld, sowie auf die opferfreudige Hingebung seiner Mitglieder aufgebaut. Er durfte sein unerschütterliches Vertrauen in seine Mitglieder setzen; denn er knante seine Mitglieder; und er irrte sich nicht. Denn die Opserfreudigkeit in der Gemeinde war so stark, daß außer den bedeutsamen Stiftungen, fortgesetzt Geschenke und sonstige Zuwendungen der Schulkasse zuflofsen. Mit welcher außergewöhnlichen opferwilligen Freigiebigkeit von den Mitgliedern der Relgionsgesellschast z. B. das Bedürfnis der Unbemittelten — ohne Unterschied, ob dieselben zur Religionsgesellschaft gehörten oder nicht — berücksichtigt und versorgt ward, möge aus folgendem zu erkennen fein. Bei einem jährlichen Budget von fl. 30.000 betrug die Einnahme durch Schulgeld fl. 16.000. Das Fehlende ward lediglich durch freiwillige Beiträge der Mitglieder und dem Erträgnis der von denselben gewidmeten Kapitalien aufgebracht. Während so die Mitglieder der Gemeinde zur Erhaltung der Schule nicht geringe Opfer brachten, hat.von vornherein deren Humanität sich zugleich die Aufgabe gestellt, auch den Unbemittelten den Besuch der von ihnen gegründeten und erhaltenen Anstalten zu ermöglichen. ‘ So hatte man lediglich aus der Mitte der Mitglieder heraus Freiplätze von je fl. 1000 gestiftet. 1871 waren es bereits 20 an der Zahl.' Als kurz vor dem Kriege 1870 die Zahl der Unbemittelten jedoch zu steigen begann, bildete sich außerdem aus dem Schoße der Religionsgesellschaft heraus eine Kaffe, welche für weitere 38 Kinder das Schulgeld bezahlte und sie zum Teil auch noch mit anständiger Kleidung vresorgt«. Außerdem wurde noch für eine ganze Anzahl von Kindern von sonstigen Mitgliedern der Religionsgesellschaft und für 11 Kinder aus einer Rochschildfchen Stiftung das Schulgeld entrichtet. Der reine Ausfluß humanen Mitgefühls brachte also das ideale praktische Ergebnis zustande, daß etwa 36 % der Kinder kein Schulgeld zu entrichten brauchten. Cs dürfte wohl in ganz Europa keine Mische Schule fein, die dieses ideale Verhältnis auch nur annähernd jemals verwirklicht hat. —n. Zum Gedächtnis an Dr. Josef Guggenheim Vst anläßlich der 75 Iahrfeier der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, an der er wirkte. Dr. Josef Guggenheim b"xr wirkte nur wenige Jahr« an der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, und wurde am 6. Adar 5668 (1908) an seinem 32. Geburtstage seinen Angehörigen, der Schule und dem bbo durch einen plötzlichen Tod entrissen. — Selbst eine durchaus jugendliche Persönlichkeit, konnte >er unserer Jugend ein Vorbild an religiöser, geistiger und körperlicher Ertüchtigung sein. Seine tiefe Bescheidenheit ließ immer wieder die Grenzen des Wissens betonen — das er sich jedoch umfassend angeetgnet hatte, und auf diese Weise, täglich mit unermüdlichem Fleihe mehrte. Den Jahrgängen 1890—95, also unseren im ersten Mannesalter stehenden o-na ^ya muß Dr. Josef Guggenheim unvergeßlich — und seines Wirkens Einfluß unverlierbar fein. Hier steht an der Straße ein Meilenstein, so weit sind wir heute geschritten!. Und wir schauen zurück,' unser Anfang war klein; - wir sind, — unser „Werden" muß größer sein und stehen sinnend inmitten. Am Weg sind auch Gräber, und Namen grub ein dem Gedächtnis —man dankbar - den „Müden"; die Vergangenheit wuchs in die Zukunft hinein, der „Tat ihrer Jahre" ward ewiges Sein, Frucht — reift aus gesegneten Blüten. Doch es ist auch ein Hügel am Wegesrand, die Erde hebt sich nicht „rund", wo seit Jahr und Jahr keine Aehre stand, gelockert die Kruste von Keines Hand, und der Boden ist hart — und — wund. D a, stand ein.„Sämann", stand — und fiel, vom Schnitter gefällt — wie er stand —; der Schrecken war groß und des Weinens war viel, aber die Menge drängte, stürmte zum Ziel — und die Tränen — starben im Sand.- „Kein Ziel" ist erreicht, fort schreitet die Zeit, unter dem Stürmen wuchs das Land — aber ich schlag' ins Gestein — und es öffnet sich weit: Ein Bronnen gab uns heimlich! Geleit ein Quell des Lebens — immer bereit aus den Tränen auferstand. Und all die „führende mitreißende Kraft" in dem Quell gefaßt; — und die „Tat", in Demut ersonnen, in Kühnheit geschafft, und „das Wort zum Herzen" meisterhaft — sei wieder dem „Leben" genaht. Ein Blick: Aus Vergangenheit dunkler Nacht ins Gedächtnis — hell und licht: Ein Auge,.— das göttliche Flammen entfacht, ein „leuchtendes" Angesicht! Die „hohe" Stirn, der Scheitel „gekrönt", eine „königliche Gestalt"! Eine Stimme, — Unrecht —, da hat es gedröhnt! — und Lippen, die so gerne versöhnt mit der Güte Allgewalt. So — rief ich heran die —. geistige Schau, so — rufs Euch zur Feier; — und merk: So — möcht ich die „Meister" beim währenden, Bau, Die Bauherrn am heiligen Berg, So, wem ich die „Seele des Kindes" vertrau, so — Führer zum „Manntum", zur „wackeren Frau" in der „Schule" zum Lebenswerk! Der Geist — führ — von Meile zu Meilenstein, bis daß wir — zu, ende gestritten: - und wir schauen zurück, unser Anfang war klein, unser „Werden" ward groß, und mit uns t— wird sein, wer uns lebend geführt, und mit uns, wer rein und sterbend vorangeschritten.-- Vereinskalender Verein Mekor Lhajim. Beginn des Sommerlehrplans. Agudas Jlsroel-Iugendgruppe. (Alle anderen Schiurim wie gewöhnlich). N2V, 77s4lhr, Tfillas Schacharis. — s410—W/a Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — 3'4ll-3/412, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch: — 3/4ll—3/4i2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 3Ul2~ *lil, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Holpern, Das Jaumi. — il23—iIA, Herr Dr. W Hosmann. Gemoro Bowo Kamo. — 3—41/2, Herr Leo Schnerb. Gemoro Dezoh. — 3-4, Herr Emanuel Wolf, Gemoro Makkaus. — 4, Tfillas Mincho. — 47a -51/2, Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mft Rascht. Agudas Iisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7-8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah. Montag, 9-10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch, 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim. Samstag, 3/4ll—3U12, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—6, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Liwjalh Lhen-Verein. Samstag, im Hörsaale Friedberger-Anlage, nach Mincho (574 Uhr) Vortrag des Herrn S. Schachno witz Aus fna 'm rvnx. Veshamidrafch, Ostendsiraße IS. Don Sonntag abend bis Donnerstag einschl. allabendlich von 874—974 Uhr nntp 'oa. Herr Rabb. M. Karpel. 822-Schiur des Herrn Dr. Jsaac Breuer: Sonntag vorm. 1/29 Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. Allabendlich zwischen nni» und n'iva cnx Herr W. Rosenzweig. naw Mittag zwischen 12—1 Uhr, tasr ffiain* Herr W. Rosenzweig. Gebeizeiten. 'rav nnw Freitag Abend 6.40 Samstag 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 5.— Samstagabend 8 05 lVochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 6.30 Tefilin-tegen am Morgen 4.20 Oslseebad Timmendorfer Strand # Neuer5ffang des rituellen Restaurants 15. Mai Haus Kleve-Bachrach u. Aufs. Sr. Ew. Herrn Rbb. Dr.Winter, Lübeck Vorzügliche Küche - mäßige Preise - unmittelbar am Strand Vorh. Anmeld. erb. Hamburg.-Adr.: Kleve, Grindelallee 25 III MARIENBAD Hotel »Goldenes Schloss« **' und *lt^D~Reftauration »Goldener Schlüllel« Besitzer Gottlieb Leitner in der Nähe der Bäder, Brunnen,Endstation d. elektr. Bahn, ruhige Lage, 100 mod., ei nger. 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