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Der Israelit · 1928-02-16 · Heft 7 (16.2.1928) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 7 (16.2.1928)
Date
1928-02-16
Page
– (sequence 15)
Language
German
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16Februar 1928 Der 3 st«e 1 t t flf?r *7 5* welche>-die Schule iw dieser für die Berufswahl auch für uns Juden so schweren Zeit erhalten wird, wird diese Schule' auch von der jüdischen Gemeinde ' äüss wärmste begrüßt. .. Dieblühende jüdische Gemeinde unseres zwischen Fulda .und Frankfurt gelegenen Städtchens von etwa 100 Familienderen größter Teil Geschäftsleute sind, bietet in jeder-Beziehung ein sehr, geeignetes Milieu, wie'man, es für die die Schule befuchendeJugend nur wünschen känn/die rituelle Verpflegung und vorteilhafte Untetbringung von Zöglingen der Provinz in den hlefiMr.HämMen ist sehr leicht möglich.. Dev Lehrer der, Gemeinde, Herr A. B e r l i n g e r , erklärt sich gerne bereit, in allen die zu errichtende Aufbauschule betreffenden -Anfragen Auskunft .zugeben und mit 9ftn und Tat zur Seite'zu stehen. Geheimrat Dr. Osc. Pinner s. A. Am 8. Februar verschied der weit über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannte Chirurg, Geheimer Sanitätsrat Dr, Oscar Pinner im hohen Alter von 77 Jahren. Der Heimgegangeen, der sich im Jahre 1883 in Frankfurt niedergelassen hatte, war über 40 Jahre lang der Chirurg des Georgine Sara von Rothfchildschen Hospitals und trat in dieser Eigenschaft naturgemäß in engste Fühlung mit allen jüdischen. Kreisen Frankfurts, ganz besonders aber auch, mit denen der Israelitischen Religionsgeseklschcrft. Zusammen mit Geheimrat Dr. Rosen-, bäum s. A. hat- Pinner am von Rothfchildschen Hospital in vorbildlicher. Weise als Arzt und Mensch gewirkt und zahllosen jüdischen Patienten, namentlich auch aus den ärmeren Schichten der Bevölkerung, seine Hilfe angedeihen lassen. Pinners Ausbildungszeit fällt in die- Periode der Entwicklung der modernen Chirurgie. Er war einer der ersten, der die Errungenschaften der Klinik in die Praxis hinaustrug. Er war vor allem ein vorzüglicher'Diagnostiker und verstand es in meisterhafter Weise, die Summe ärztlicher Erfahrung und. sorgfältiger Beobachtung am Krankenbette mit den wissenschaftlichen Fortschritten, deren er im Laufe seiner langjährigen Arbeit natürlich eine ganze Reihe miterlebte, zu verbinden. Seine Patienten' hatten zu ihm ein , unbedingtes Vertrauen, und da er die jüdische Psyche, besonders auch ihre Einstellung in den Tagen körperlichen Leidens, wohl zu erfassen wußte, so ging von ihm ein Fluidum der Beruhigung für den Kranken aus, das schon bet seinem bloßen Erscheinen am Krankenbette vorhanden war. Pinner hatnoch bis zum Sommer vorigen Jahres operiert und wurde bis in die letzte Zeit seiner Tätigten hinein stets gerne von seinen Kollegen, besonders auch seinen engeren Fachgenossen, in schwierigen Fällen als Konsiliarius zugezogen. Reiche Erfahrung hatte er namentlich auf dem Gebiete der Blinddarmoperationen-, so hat er mir wiederholt scherzweise gesagt, er habe im Laufe der Jahre fast in alle. Bäuche des Frankfurter Ostends hineingeschaut; er könne direkt eine Chirurgie des Ostends schreiben. Er besaß einen sehr kritischen Blick und stürzte sich nicht, wie gar mancher, mit vollem Eifer sofort auf das Reue los. Vorsichtig wog er erst die Vorteile einer neuen Methode gegenüber bewährten alten oder vor allem auch gegenüber seinen Erfahrungen ab. Er wußte sehr interessant von früher zu erzählen, besonders auch, wie sich verschiedene Operationsverfahren, die wir heute zum Teil als selbstverständlich hinyehmen, erst allmählich entwickelt haben, und wie er dann in die eigene Praxis solche Dinge, immer an seiner Vervollkommnung weiter arbeitend, mit ausgenommen hat. Pinners Art, Mit den Patienten umzugehen, trug einen jovialen, gewinnenden Charakter. Sein Interesse erschöpfte sich nicht in der medizinischen Erledigung des Krankheitsfalles/ sondern erstreckte sich darüber hinaus auf die persönlichen Verhältnisse des Menschen, der ihm seinen Körper asivertraute. So verband ihn eigentlich grade mit der Relrgionsgesellschaft und ihren Familien eine langjährige Freundchsaft. Sah er doch ganze Generationen heranwachsen- ' die er im Laufe der Jahre ärztlich beobachten konnte. Er war der Typus des guten alten Arztes und Beraters, der aber kraft seiner Begabung und der besonderen Stellung seines Faches, sowie er ursprünglich Unioersitätsdozent und Forschers war, es verstand, sich stets auf der Höhe der Wissenschaft zu hckltem Sein Andenken wird bei all denen, die mit ihn zusammen arbeiteten, und erst^ recht bei den zahlreichen Kranken, denen er Hilfe bringen durfte, unvergessen bleiben? Dr. med. Willy Hofmann. Vereinskalender. Verein Mekor ChoPm. > Freitag abend, nach Schul, im HörfaleFriedberger-Anlage. Mikro. Herr Joseph Carlebach. Samstag morgen nach Schul, im Hörsale. Dinim. Herr Dr. E. Posen. — Nachm. ®/4 Stk vor Mincho, im Vereins-Lokale Newiim. Herr Dr. W. Hofmann. — Eine V2 Stunde nach Hawdolo^ (ebenso Sonntag vormittag 8 Uhr) im Vereinslokale Gemoro. Herr I. Soffer. — Sonn 1 ag morgen nach Schul im Hörsale (ebenso Mittwoch) airr "N, Herr Red. S. Schachnowttz. — Dorm. 974 Uhr sebenso Dienstag abd. 6‘/2 Uhr) im Vereinslokale Gemoro. Herr R. A. G. P 0 sen. 6 Uhr im Vereinslokale. Vortrag des Herrn Dr. S. Ehrmann.über ^Megilath Esther". Montag morgen nach Schul, (ebenso Donnerstag) im Hörsale, Miscbna, Mitgliederlernen- — abends 7 Uhr. (ebenso Mittwoch), rm Vereinslokale, Gemoro. Herr Rabb. Dr. Josef B r eu e r — abends 87* Uhr, (ebenso Donnerstag), im Dereinslokale, Gemoro. Herr Dr E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, (ebenso Freitag), im Hörsale, Mischna. Herr Dr. E. P 0 s en. Jeden Abend 88/4 Uhr im Vereinslokale. v"V-Lernen. Herr Herz Ha Ipern. Ja hrzeits-Stiftungen: mip, 18. Febr. Sarah Rosenbaum-Stiftung. Dienstag, 2». Febr. Dr. Ernst Lindenbaum-Stiftg. Mittwoch, 22. Febr. Gabriel Rothschild-Stiftung. Donnerstag, 23. Febr. Theo Ries- und Julius Stern-Stiftung. Freitag, 24. Febr. Frau Justizr. Dr. Naphtali Hirsch, Therese geb. Eisler-Stiftung. Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. (Alle anderen Schiurim wie gewöhnlich). n 3V, 77« Uhr, Tsillas Schacharis. — s410—117* Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — 8/4ll-3/412, Herr Louis Kahn, Kizzur Sckulchan Oruch. — 8/4ll—3/4i2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 8/4l2- */«i, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. ^12—1, Herr Herz Holpern, Das Jaumi. — Vsll—l/s4, Herr Dr. W- Hosmann, Gemsro Bowo Kamo. — 3—47s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 3-4, Herr Emanuel Wolf, Gemoro Makkaus. — 4, Tfillas Mincho. — 47* -572,. Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mit Raschi. — 8/4 Std. vor Nacht, Herr Dr. S. Ehrmann, Gemoro Sewoschim. — Mit Nacht. Tstllas Maariw. — abends 9 Uhr: Besprechungen im Anschluß tm Herr Jacob Rosenheim. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, /—8abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch, 9-10. Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim. Samstag, ^All—s/412, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Arbeitsgemeinschaften. Gruppe A. Samstag von 3/412—1. Besprechung der Sidra und Allgemeines, Herr Jlaac Rosenheim. — 3—4, Herr Martin Katz, Kizzur-Schulchan Oruch. — 4-5, Herr Theodor Spiegel, Mischnajis-Schiur für Anfänger. Dienstag-Abend von 749—740, Seil2. Herr Rachelsöhn, Schiur für Fortgeschrittene. Mittwoch-Abend (jede 14 Tage) beginnend am 18. * 1. 28. Schwanenstratze 12. Heimabend von 729 an. Donnerstag-Abend oon'" s/49—10 Uhr, Herr Gerson Schnerb. Jüdische- und Weltliche-Literatur. Gruppe B. ■ Sonntag-Nachmittag von 7*6—7 Uhr. Herr Gerson Schnerb, Jüdische- und Weltltche-Literatur. 'Donnerstag-Abend von 8/49-10 Uhr, Herr Isaak Rosenheim. Besprechung der Sidra und Allgemeines.^?f Jüdische Frauenverelnigung. Sonntag, 19. Februar, 6 Uhr abends im Hörsaale Friedberger-Anlage. Herr Rabb. Dr. I. Breuer über „Das Tischgebet. Liwjath Chen-Verein. Samstag, im Hörsaale Friedbergeranlage, 474 Uhr nachm. Herr Redakteur S. -Schachnowttz. (Don der zweiten Hälfte). Beshamidrasch, Ostendstraße 18. Don Sonntag abend bis Donnerstag einfchl. allabendlich von 874-974 Uhr r,3V Da- Herr Rabb. M. Karpel. nap «33-Schiur des Herrn Dr. Ifaac Breuer: Sonntag vorm. 7?9 Uhr, Dienstag bis Donners- . tag abend 8 Uhr. Freitag abend nach Dortrag. Herr Rabb. M. Karpel. Allabendlich zwischen nnia und any» oirr «rr. Herr W. Rosenzweig. N3V Mittag zwischen 12—1 Uhr, vV VaiN- Herr W Rosenzweig. v^V-vereln Ostendstraße 18. Rabbiner S. Weber. M3N3 Da von Samstag abend bis einschließlich Donnerstag abends nach 1MT3 3'^Vv. Beshamidrasch Schwanenstr. 8. Jeden Freitagabend nach Schul Sidroh-Dortrag des Herrn Rabbiner Judelewitz, Dozent an der Schneider'schen Jeschiwo. Beshamidrasch Obermalnanlage 8. Jeden Abend von 87s—972 Ksrxa «33-Schiur. Winter-Urogramm des Züdischen Turneröundes. Sonntag, 12. Februar d. I. findet eine Wanderung Sin den Meffeler-Park statt. (Erzhausen—Bernkardsbrünnchen — Beffunger Forsthaus — Ober- Ramstadt). Treffpunkt 874 Uhr Hauptbahnhof, Hauptportal. Fahrpreis ermätzigung. onntag (alle 14 Tage) Sport und Spiel, Riederwaldwiese. — Alle 14 Tage Wanderung. Montag, 872—10 Uhr. Turnen und Gymnastik" für Herren, Annaschule, Rechneigrabenstraße. Dienstag, 6—77? Uhr, Turnen für Knaben. Annaschule, Rechneiqrabenstr. Mittwoch 47-—7 Uhr, Turnen und Gymnastik für Mädchen, Annaichule. Rechneigrabenstratze. — 772—8-7s Uhr, Gymnastik für Frauen, Realschule, am Tiergarten. Donnerstag 872—10 Uhr, Turnen und Gymnastik für Damen, Liebfrauenschule, Schäfergasse. — 872—10 Uhr. Turnen für Herren, Annaschule. Rechneigrabenstratze. — 879—10 Uhr, Turnen für Alte Herren, Annaschule, Rechneigrabenstratze. Gebetzeiiea. 3'^pV VV1S ll'VLV» N3V Freitag Abend 5.20 Samstag NV3VN 6.45 öamstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1 und 4.30 Samstagabend 6 35 lvochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.30 Tefilin-Legen am Morgen 6.20 Wir weisen auf die im Inseratenteil angekündigte Firma für Möbel, Innendekoration sowie Innenausbau hin,' deren Inhaber H. Zimmer, Sandweg 42, durch langjährige Tätigkeit als Innenarchitekt imstande ist, jeder^ Geschmacksrichtung Rechnung zu tragen. Die Tatsache, daß dies neue Geschäft am Samstag und Feiertagen streng geschlossen bleibt, wird unsere geehrten Leser sicher dazu veranlassen, sich in Bedarfsfällen dieser Firma zu bedienen. Korrespondenzen « Hacbricbten. Exodus der Minderheit aus dem Delegiertem kollegium des Synagogenverbandes. , Hamburg, 10. Febr. . Die Kämpfe zwischen der Achduth-Mehrheit.im Delegiertenkolleglum und der Minderheit, die bereits in der erestn Sitzung des Delegiertenkollegiums nach den Wahlen ihren-'Auftakt fanden^,-setzen sich fort. Cs handelt sich bekanntlich,^um den rechtlich' völlig /unhaltbareMMr-fuch, die mut Satzung^ dWWnagog env evbandes nachträglich zu annullieren nW'"von einem ebenfalls juristisch unhaltbaren Genehmigungsrechte des Vorstandes der Deutsch-Israelitischen ÄeMemde äbhängiig zu machen. Entsprechend der gleich von Anfang eingeschlagenen rücksichtslosen Majorisierungstaktik, weigerte sich.die/Mehrheit, vom den drei Sätzen der Kultuskommisston - auch.nur. efoten-, einzigen der Minderheit zuzugestehen. Rach vergeblichem Versuch, die Anerkennung dieses selbstverständlichen Rechtes bei der Mehrheit zu Erlangen, erklärte Dr. Schtesinger namens seiner Freunde, daß auf diese Weise ein Zusammenarbeiten unmöglich sei, worauf die Herren Dr. Schlesinger, Cohn und Pels vor der Abstimmung den Saal verließen. Der Vorsitzende .mußte hierauf- Beschlußunfähigkeit seststellen und die. Sitzung schließen. ' ' ' Budgetdebatte m der Wiener Kultusgemeinde. Wien, 10. Febr. Der Kultusvorstand hat die Budget-Debatte in drei langen Sitzungen beendet. In der.Debatte kamen die drei zum Teile heftigmiteinander ringenden Richtungen in der Kultusgemeinde zu Worte. Während man von ziomistWerl"Sekte' '.allgemeinen Rückgangs- und Zersetzungs-Erscheinungen des Wiener ässimilierten Judentums, den Rückgang der Geburten (Zahl der Geburten im Jahre 1924: 2557, im Jahre 1927: 1579), die Austritte aus dem Judentum (gestiegen von 881 im Jahre 1924 auf 1063 im Jahre 1927), das Sinken der. reinen Eheschließungen zwischen Juden (1470 im Jahre 1924 auf 1159 im Jahre 1927), als überzeugenden Beweis für die Unhältbaxkeit der liberalen Vorherrschaft in der Kultusgemeinde-ins Feld führte, trägt der Kampf der Orthodoxie noch immer mehr oder'minder den Charakter des Ringens um elementare.Gleichberechtigung.Die Schissschul- Orthodoxie befindet sich dabei in einer sehr merkwürdigen Lage/ Sie erfreut sich heute, gerade durch die bisherige einseitige Bevorzugung des Liberalismus in der Kultusgemeinde, einer nach innen wertvollen Selbständigkeit. Indem das Rechtsgefüh'l sie. dennoch zwingt, um die Gleichberechtigung der Orthodoxie innerhalb der einheitlichen Kultusgemeinde zu ringen,.kann es nicht ausbleiben, daß die eigene Prinzipienfestigkeit dabei auf eine harte Probe gestellt wird. Trotzdem zeigt der Verlauf

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