Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1927)
- Date
- 1927-12-15
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 Nr. 50 Der Israelit 4L TtonjMtertfW VkMllK uh| feinem W^E, SkroffsKt* oenmift, Mil mefer „zur Mchthüberei Mrs". Schulz« Irmtftrn nuK flTrtttft/niftn ^»{ii *«M« f-/ .?_... cvx_< « .<. _*t<_ is Dezember 19g^ lrchuns der Constantin Brunner-Gemeinschaft, gibt uns.jedoch GelMnheit zuernem Vergleiche zwischen Berlin 1927.. Gustav Ktepenheuer Ver- Kants und Cohens?Motip der Abnützung gSgen Geschichtsglauben. Bei Kstnstwar es sozusagen der Ausruf: „Lehret die zweifelhaft geiLbrdenen bibtischsn Geschichten lag, Potsdam. Klein 4°. 8V. Die ersten und die drei letzten Aufsätze dieses Buches enthalt«» vieles über Brunner, und es ist ilNMNNM slilhl weiterhin ülk lSlallböNSlcheS« SS?Lkl;chtLn^r' Äst, . uch, -me Besprechung zu besprechen. Inneres und fondöktt als Fadeln zu moralischer Belehrung". Bei *}tr Slohr./> e-c- Xi«v fTifi. V' .1.. *1 c _ _ . I *'* " T / * ' V f * * 4/H4JU. «-J+* p;«ryuiij.uxiH UVv 1/1)101 UllU/> wWUlc VIners; „Kein Gedachtes, kern gedachter Inhalt des Denledigt, also die historische W^hryert dsr^ Blb-ei nöii* Be I1'1 «M —r/ ■b<mfb°t f ™r »A rsSMi Wsk [tat®!sl. W Mi SSW«i «iS «m RrchtgLdachtrs" klingen MS eher buddhistisch rm glauben" haben, weil dieser „rechthaberisch macht" und bnne des vor kurzem an dieser Stelle besprochenen gar zu verpflichtend auftritt. Noch in einem weiteren Dahlkeschen Buches. Wenn Suhl im Geiste Brunners den Gründer des Christentums das letzte Wort des Judentums nennt und uns auffordert, von ihm uns kritisieren zulassen, ZW 88kl kW zu lritisimn, — ihn Wörter den mystischen tiefen Sinn des Judentums nennt, der feine Jünger zu temerlet Frömmigkeiten angehalten und von der ganzen Religion, deren Stifter er fein soll, keine Ahnung besessen habe, — dann erinnert das doch alles gar zu sehr an die Weltreligio» öer MßM, ijnMntitr und (Senoffen, als daß mm verpflichtet wäre, das alles von neuem ad absurdum Punkte erscheint durch Schutzes Darstellung die Kantfche Ablehnung des Gefchkchtsglaubens uns sympathischer als di« Cohensche, und das ist bezüglich des chauptt^emas 8s? §chr!ss, hes Eoüesreichs; Während nach Cohen schon heute die Rolle des Ueberlieserunsglaubens im wesentlichen ausgespielt ist, bedarf nach Kant erst in einer fernen Zukunft, in welcher der L^rnunftglaube oder die Naturreligion herrschen wird, der Glaube keiner historischen Stütze mehr. Weniger interessiert uns die Feststellung, daß Kants Gottesreich (29) mehr dem Individualismus als einer zu fuhren. Wenn der Satz von L. B.: „Der Gott ist'sozialen Idee entspricht. Bei alledem bleibt Kants die Verzerrung des Geistes durch das Volk" wirklich Gottesrerch die Vereinigung der zu moralischem Tun dem Brünnerschen System gemäß ist, dann ist der in Brunners srgsnsn Schriften oft rviederkehrende Ruf: $e[, in Synagogen aus!" eigentlich nur bereiten Menschen, und alle Versuche Cohens, es mit der Pofnerfchen Arbeit läßt ihren stellenweise ungeteiltest Stil und.Satzbau.vergessen. Eine bunte Reihe fürwahr, — dennoch gemeinsam zeugend vom Sehnen unserer Zeit nach &m$m eichäb?n?ren Zkilaücr» mit erhäöeuereu Tugenden und — erhabeneren Fehlern. Die letzteren melden sich schon im ermähnten Goldbergschen Werkchen; dieses soll seine Besprechung .finden, sobald die ersteren ^e^enübep) weroen können. Aus der Arbeiksstätte der WWN NkWgkMM ill NkzUang ü.lffip, . _ „ „ , find noch fruchtloser als Schulzes problematische Harmoverständlich als Ruf zur Errichtung eines atheistischen j nrsterungsversuche zwischen Kantscher und Lutherscher Menschheitspantheons. Aehnliches erpfinden wir, wenn wir in Leoys Aufsatz lesen (36): „Dem .Geist stellt Brunner entgegen das Analogon, das fiktiv absolute Denken, das Herrbild, den Llber^laubkls gjjg ££$[($( Hcjen in den d'rej Formen der Religion, der Metaphysik und der Moral." Im Ganzen jedoch hat man bei dieser Veröffentlichung der Brunnergemeinschäft das Gefühl: Hier haben die Jünger den Meister in dem überboten, was. unbrauchbar «n ihm ist, nömfiöj Der aiwaltiamm ZljNk lhefe zwischen jüdischen und christlichen Lehren, die bei den. Jüngeren zur völligen Derchr i stllchung des Judentums geworden ist, die, welche Hertz in seinen „Assiramtions of Judaism" als Hauptschaden der neologen jüdischen Lehre bezeichnet. Dagegen toben die BruüN!-.- fn “? 'n^t.sssSllsffiss fÄsn m MW ühök den Autisetnitismus viel zu wenig heroorgehoben und, ungetreu ihrem Motto, daß man . immer nur einen Zweig und nicht einen ganzen Garten in die Stadt trägt, viel zu viel Persönliches über, ihn im Büche zusammen getragen, auch zuorste Gele^enheitsäu^erun^e^ der Tannrs^ Mun btlvmmi ein füljches und verzerrtes Bild von ihm. Er selber verleugnet auch in seinen heterodoxesten Schriften nicht seinen jüdischen Geistesadel als Enkel des Rabbi Akiba Wertheimer; in. den ÄDerken ferner Schüler aber, rft der letzte davon enl^wun^en, ' \ 5. Die Idee des Reiches Gottes bei Kant. Bon D. Martin' Schulze, Universitätsprofessor in K ö n i. g sberg. Königsberg i. Pr. Gräfe u. Unger, Verlag. 8°, 35. ^«r Kant ist das TottesreiH Skl Religion. innerhalb der Grenzen der Vernunft und wird als. solche in seinem so benannten dritten Haüpiwerke gründlichst erörtert. Nnen über den kulturgeschichtlichen Rahmen hinausgehenden, metaphysischen oder eschatolöaischen Charakter trägt dieser Gottesreichssebanks. gärnip. SM B8B Mips Zrpm P MM- GiM. chrrftlrch-eschatolotzlsche Vorstellungen in KaNts System hrnernzulefen, von kirchlicher Seite -enarsischy^urüchge- «iesen worden. Schulze verhehlt, sich, nicht M gMe, Distanz zwischen christlichem und kantischem) ßatteß* fssst t. ism m Christentum unentbehrliche „radikale Möse".sich garurchs, einordnsn läßt und daß nach .Kant die Datur ,tzes HM-L. schon von Anbeginn gut ist und nur> im ZyspmrrM" leben, der Menschen verdirbt. . Tatsächlich Mcht. .wie S^ulge sss ünbesriedigt seststells, M MkUM iMW schrlöMS zwischen der juridischen, stch selbst'.Gesetze.# denden und der ethischen, aus heterouome, van Gott ge-, offenbärte Gesetze angewiesenen.Gemeinschaft nur dazu, „eine Art Theokratie" zu begründen, wie sie das Gottesüolf nach jüdischer? Aufforderung bilden solt, —. . nrchLzll? _\er- »on »ejrirel artigen Nelix/ionsauffasfung. .Doch «W unsererWs Lehre. 6. Schriften des Vereins zur Erhaltung des überlieferten Judentums. Heft 3'4. Proph« tifchss unb FBBBiHifaM . S«>481U®, iü Seit«« zur Einheit der jüdischen Lehre, von Dr. A. P o s n e r, fftabbin-et in Kiel. Berlin, 8° .65. Die Schrift bezeichnet in einem vom „Verein zur Erhaltung" gesetzten Motto als ihr Ziel eine „Klärung ber irn Kampfe zrvifchen überliefertem Subentum unb streitigen Fragens —!s» Molty faffers heißt es aber: „Diese Schrift soll nicht dem Kampfe, sondern einzig und allein der Aufklärung dienen".. — Es ist gerade eben noch Zeit, gegen die Apotheose des Prophetentums auf Kosten des Gesetzes, wie sie von den Liberalen geübt wird, zu kämpfen. » IW B« im SqW& 18. §Äray UM eine neue, ganz entgegengesetzt gerichtete Kampffront: die Prophetenseindschaft O. Goldbergs in seiner „Wirklichkeit der Hebräers, über die an dieser Stelle demnächstzureden sein wird. Posners Borwort malt ans nott) Die Diene iiluatioH, Db| sitz Die WM« zu Unrecht und in übertriebenem Maße auf die Propheten berufen und das rabbinifche Judentum zwar aus ihrem Programm nicht streichen, aber in seinen Formey so herabmindern, „daß sich das liberale Judentum fast dem ilDtraifll DDikswIMN UDPN'.. WUMkWIlIlg verdient die Geduld, mit. der die SchülerD. Hoffman ns f.' A., obzwar feine Widerlegungen der historisch-kritischen Schule beharrlich auf der Gegenseite irgnoriert werden, immer und immer wieder die Behauptungen dieser Schule gründlichst und von immer neuen Gesichtspunkten, m MMgkll: M aiDr tM MMr noch MZ unn wird solche wühl besütiders IN halbgsbilbeien Kreisen noch lange geben, denen .'mam ryre .es .Posnres Weites Kapitel tut, erst beweisen muß, haß. die Überfalles vergötterten Propheten die Thora der 'Mvse gekannt und als Funbument ihres Gottesglcrubeus 'geschätzt,. den. drn Drmpel' und dcn Opserdienst als göttliche Institutionen betrachtet und nur denjenigen Menschen di« . innere Beziehung zu diesen Institutionen ^bgesprvchen haben, die dessen nicht, würdig waren. Diese Beweisführung ist dem Posnsrschsn Buchs aufs ~°W W W«iW, MW es die Vergeltutkäslehre Ezechiels der'der Thora gegen-. überWU ist Mhr als eint-dberflächkches Streifen -des ProbMs, alsl-das es in^Maßr Pefcheidercheit Pofner selber bezeichnet Das Gleichki^ gilMDon feinen Nach. nrttf M AmuM Wk. vroMUWll SüM;. MMas- .. . “ Von Joseph Carlebach in Allona. (Schluß.) Um nach dieser Nebelwelt in eine reinere^ gesWpksk AtmöWäre elllzutallch-m unüiJz 2iv mit etwas Gutem ZU enden, weisen wir auf das Werk: Z w e i ft r o m l a n d von Franz R ose n z w e i g, Berlin 1926 Philoverlag, hin. Es ist eine Sammlung feiner kleineren Schri^terr Wk Religion ün^ Müosophie, der zwei großen Ströme, die das Land seines Lebens durchfließen; es ist zugleich ein Ueberblick über den ganzen Werdegang des Frankfurter Philosophen. ®“ f b rn#® friTJf srftfn iHflflßEi;; 3 Uf ists " und „Bildung und kein End e "> die zum ersten Male die Äufmerkfämkeit des jüdischen Publikums auf den jungen Denker, den Schüler Hermann Cohens richteten. Die Not der WWen ErMung und Bildung sprichj sich, in ihnen aus, zur Gründung von Stätten der Fortbildung wird aufgerufen. Zwei kostbare Aufsätze: „Apologetisches Denken" und „Ein Rabbinerbuch" bringen Auseinandersetzungen fflÜ SlOÜ £ „3U8?fifUffi, E^riftentum uni IglLen« tum", mit Bäcks: „Das Wesen des Judentums" und mit-Emil Cohns: „Judentum, ein Aufruf an die Zeit". Sie zeigen Wert und Unwerts Slllvym m ®dpai)ö viß WlöWM Sinkens, bei dem zu viel- „Anwaltskunst" und Tendenz lm Spiel sind, wo der Gegner Ziel und Methode der Untersuchung vorschreibt. Da wählk»8 Ber lüiiiipri) EßWMlz unfro WM Sif?; rätureinen krankhaft apologetischen Zug hat, wirken diese offenen Worte geradezu befr-eiend.- Eine Perle ist auch das Nachwvrt^ zu der Ueberfetzung -von Jetzuda -'AMvi. -Diese!' Ueber- WM stlvst M W» WA Wi» WM W>> ne'n wir zwar bewunMn, aber wirliebestsienicht; wir werden nichb warm bek ihr^ 'Was ist hebräischer Sprache echt und natürlich kltzrgtz berührt^'der deuten. gleicher ReimverschltchunD Mrcheür Donfallttnser Öhr fremd. Aber diests-Nachwort ^Änölttt nocst höherem Grade die Anmerkungen, zweig femer Ueberfetzung bsigik>i° fWd Zeugnis fv uesen Berstehens des grvtzewMscheU Sängers und so demütiger BerehrUMs Uner Muse, wir sie in der bisherigen LiterMynKher. Jehuda Halevr nicht ihresgleichen > hcrt. ^Joh. he-», deutliche Zitate aus . . . . . aus den Schritfen der Modernen die. These bewiesen, daß hinter allen Prophetenworten als Stütze und Leuchte die Thor« hervorftruhtt. Dabei cvcrd «uch Nirgends chartrArn, «i-s sttzr dir Lrhrd vom MniMisÄllDNillT dtr Propheten" -einzuschränken ist. festgestellt werden: Äerbindlichkeit' göttlicher Geßtze ohne Weniger rückhaltlos könnte man bei genauerem Nachethische Begründung erkennt auch>j Kant nicht an? denkestden Versuch anerkennen, den Posners fünftes Ka- „Reine r" Relisionsglaubs heißt nach. Kanh^nur Ler, MWr in ükr M^rWgW .AMM jp hafte Beflissenheit zu einem moralisch-guterstj Lebenswandel alles seh was Gott von Menschen Mhext/fium ihm wohlgefällige Untertanen in seinem Reiche FÜ sem".^ Schon jedoch an dieser Stelle wird) May an dM-öbstk- Prüfung der Kantschen „Religion innerhalb de^Drenzen - usw. leicht widerlegen. Allerdings wax-xiuch Kynt selbst ein- Kind seiner Zeit, und Umgebuygz.und^'aM..so/cher in manchen Mk -»MM WnnZW.sg smn .itMz, Judentum (22/3) als. einen „Inbegriff.sfachhststchex Ge-' setze ohne - llllen moralischer»' Geh<Pt^<hssAesMKt, alles,- was im Judentum diesem schlechten Urteil wloerspricht, einander der „Nuancen" des Judentums wirken, ___ _ ... ,, .während die Zertoerhättnisse M dringend etjheischen> daß auf griechischen Einfluß, und alles ihm im Christentum wir immer wieder bekennen: Nut Eine Wahrheit gibt nicht gefallende auf das Judentum zurückführt. 3Ues im Judentum^ und allein sie muh im Judentum lrtzttSM SiiM «rs äll^m ker „DelAAsgläüb^« den. souverän sein. So such ^ch^st W. ja nach Kants Borgang auch Hermann Eohen besonders i denen» „die das Heil bringen wallen-". Die.Gründlichkeit ich «?fl erst «US irieser üvdrvvLM uni, Köstlich ist ferner die Kritik der hebräischen- Ä88WWlSmmwm WN MM MsMWM weist da auf, daß die hebräische Spruche sich schlechterdings zum Ausdruck des „Apikorstus". nicht mißbrauchen läßt. Die Wendungen des chebutschen sind so dEMkt mit Sem l® ft TradMvn, daß jenes luftige Hmemphrlosophieren ms Nichts m diesem Gewände nicht, nächgebiitdet^ werden kann, eist Resultat, das unsren Fansttikern der Sprache ä la Klatzkin zu denken gebest Mg. .; , L: \ -- Das Beste aber in dieser Sammlung sind die großzügigen religionsphilösophischen Arbeilen^ die . Eohens, Bubers und fein eigenes - Schaffen bklmfen. .llmt Ms EmloMny zu dss. MskMlger Denkers jüdischen Schriften habe ich hei dereP Erscheinen in diesen Blättern bereits berHteö über feinest Profog zum. eignen Hauptwerk^dei^ pltsl macht, auch zu den vorn Judentum später abge^ IfäUe&en lm raßfcmi[^en i^ü&enlnnr felwe. und Ansätze, ja den Quell ihrer Macht zu finden. Jnterefsant, auch für den Nichtapolsgeten muß'diese ganze . SchlMabhandlung dennoch' fein, da sie uns lehrt, welches gröhm Gemütswerte wir auch aus der «Gesetzeslehre Snjer^u aSBetJen ^u — stldst JJWJ [f~J) M pfrptänijf viel zu wenig'sMmwn 'jürMW>n Tülmüdiraktaten. — Nur eineinzige»: schmerzlicher. Gedanke trübt unsere sonst aufrichtige Freude über Posners -Büch:. Es ist „zur Ehre dev Einheltlichkeit der Thora 'geschrieben", rvill also z«»ar „die unberechtigten Vehuuvlungeü . des genügen liberal^ .Qutenhims - enlkrösten .5»^ im übrigen offenbast für einträchtiges Rebenerkennung daher nur noch über den Aufsatz gegest