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Der Israelit · 1927-12-15 · Heft 50 (15.12.1927) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 50 (15.12.1927)
Date
1927-12-15
Page
– (sequence 21)
Language
German
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ijjpn m tr-mv^s - tV w f ff Die das Heil bringen wollen. Eine vön Är. I, Ej^Ii, Am Beginn des jetzigen Kalenderjahres, für welches der Malbim die meffianifche Erlösung errechnet hat, ist es ein eigenartig anmutendes WtMkWkN, TKWN W'kMkN, £1? tt!§ geschichtlichen Gegenstand' frühere Versuche der Erledigung unseres Exils behandeln, — solche, die entsprechende Versuche der Gegenwart politisch beleuchten, und solche, welche selber mehr oder mindsr fchWärmsfischs Versuchs bedeuten, innei'- und außerjüdische prinzipielle Gegensätze zu überbrücken. . i. Dr. N. M. Gelber: Zur Vorgeschichke des Zionismus» Judenstaatsprojekte in den Jahren 1699 bis 1845^ Ij>erausg-egeben im Sfujira^e her Exekutive der zionistischen Wektorganisation, London 1927; Phaidon-Verlag,, Wien. kl. 4". 320 S. Zweifellos enthalten fast alle Judenstaatsprojekte des von Gelber behandelten Zeitabschnitts rudimentäre An- [öp de? sMx W Zionismus z. T. nemiMWen Wdanken. Ihre Schilderung deswegen schon zur Vorgeschichte des Zionismus zu stempeln, das ist eben schon StandpNnktsache. Der Zeitabschnitt ist,, wie aus der Einleitung zu ersehen, so abgesteckt, daß die spätmittelalterlichen Mystiker und Schwärmer aller Konfessionen außer MtMtzt WibÄn; danach Ms aßor MsntliH auch Holger Paulli nicht in das Innere dieses Werts gehört. Auch dieser hat nur in christlich religiöser, nicht aber in politischer Hinsicht irgendwie bestimmte Ziele verfolgt. Die an sich in schöner Uebersichtlichkeit gegebenen Schilderungen des Lebens und Wirkens von Paulli und von Seyffert deckte kaum ein-ert Verührungspunkk mit dem Zionismus auf, es!ei denn, da^ beit Moeaüsmüs, von dem beide sich fortreißen ließen, als solchen betrachtet. Höchst aufschlußreich sind das Kapitel über Napoleons Judenstäatsprojekte sowie das über die Dekabristen. (Leider sind gerade diese stellenweise durch srnnstörende Druckfehler argentstellt). Ersteres gibt uns?in erstes ^ifxi?^ davon, wta ^nyen {Ur Mefsiashossnung begraben und sich zu Volleuropäern erklären („la Franoe est notr« patrie"). Der erste moderne Kolonifationsversuch, der des Amerikaners Noah, erfährt bei Gelber eine durchaus rnohlmollende Ltzrfttttung mit allen .femm Um Avmomas ähniilheri und unähnlichen Zügen und Einzelheiten. So wird Noah als „Palästinist" (83) bezeichnet, feine große Enttäuschung auf Grand Island (Buffalo) aber als „Episode", — mit offenbarer Hindeütung auf die spätere Uganda-Episode. Das Projekt Nvahs erscheint hier rein h«srU!vj?osiüslh. 9ÜrgenU roerUn stcra lsg r ürt Uris che Illusionen sichtbar. Auch der streng jüdisch-religiöse Charakter Noahs wird. (285) deutlich gezeichnet. Uns will es scheinen, als ob Gelber den Zusammenhang zwischen letztgenannten zwei Tatsachen nicht bemerkt hat. — Auch die Gegenaktion der ^rangö^ifchen Oberrabbiner Cologna und Andrade (11) sowie Noahs Cmangipattonsskinhschaft finden bei Gelber glossenlose Erwähnung: der Kenner bemerkt jedoch ohne weiteres die Beziehung zur Gegenwart. Die, gründliche Quellenforschung und die historische Gerniss-en^a^tigkert geben dem-Gelberschen Buche selbst dort ' den Charakter ruhiger uni» erquickender vöjeki!<?!tät, w<? er die heutigsten Probleme abhandelt, so. bei Erwähnung der Gegnerschaft Noahs gegen die Emanzipation (83) oder bei der des Rothfchildschen Verhaltens gegen Wehrend (88); fast ein wenig zu objektiv mag den heutigen Zionisten die -'BeHmldlunH h rl i p p f o u s erMlneil. ~ Gewitzt üüch vl'e ONyodoxle des vorigen Jahrhunderts, vor allem R. I. Hildesheimer, hat vor allem gewarnt, was über das rein Kolonisatorische hinausging: doch Philippfon hat von seinem überbetont deutschkulturellen Gesichtswinkel aus auch das letztere verworfen und es wäre interessant, festzustellen, ob nicht MM W SSS ösmslM mmm mm i»«n' r?^nw auch hierin polemisiert hat. Es übersteigt den Rahmen dieser Rezension, auch nur einen Begriff davon zu geben, wie klar übersichtlich, leidenschaftlos und doch fesselnd Gelber die Bewegungen der 1840er Jahre schildert, und so versagen wir uns auch die sehr naheliegenden Bermm »NS ASglWltz Sik W m WtWll LMSSLKkst Leser bei der eifrigen Lektüre aufdrängen, die das Gelbersche Werk verdient. -— Das gilt besonders dem in den Anmerkungen und Dokumenten angesammelten vorzüglichen Material, hat sich doch Gelber nicht die Mühe verdrießen lassen, in alten und ältesten PolizeiokchMn seine Jlrmifflunoen anzustellsn Trotz unserer ganz gegensätzlichen Weltanschauung haben wir dieses Mal Anlaß, der zionistischen Weltorganisation für das unter ihren Auspizien entstandene Werk dankbar zu fein. 2. Zionistische Politik. Eine Aufsatzreihe von Hans Kohn und Robert Weltsch. 1927. Verlag Dr. R. F3StzS?, MSPtfßrOfkkü»-N, I I- 5 Mk. Tagesaufsätze können — und sollen — nicht in gleicher Höhe über den Ereignissen stehen wie geschichtliche Rückblicke. Ob ein solcher genügend Dauerwert hat, um S!M EMMlUNg SlMklSlN zu WöktzM, kllnn MN Wist im ersten Jahrzehnt nach seiner Entstehung und nach länger nicht beurteilen. Kohn und Weltsch haben sich über diese Bedenken hinweggesetzt und ihre seit 7 Jahren entstandenen Aufsätze zu einem politischen Bekenntmsbuche zu vsveirngsn gewagt So gut ein solches Wagnis zMzrtt hmhr Lvfchsink m ihnen gelllnpn Das Nüchs lein bekennt den Zionismus so frei, wie es menschlicher Selbstkenntnis nur möglich ist und so gemäßigt, wie eben ein Parteistandpunkt irgend vertreten werden kann. Eigens als Einleitung für das Buch geschrieben ist die Abhandlung über den „Eintritt des Judentums in die europäische Welt", rvorin die Reform irr ihrer ganzen -H;■*!•. . (i..... .; «• < J I Assimilaüonssucht unbeschönigt dargestellt, aber auch in einer eigenen, Widerspruch herausfordernden Weise aus das ReFenerationswerk S. R. Hirschs Bezug genommen wird. Zwar wird hier dem Meister nicht mehr, wie einst seitens Max Nordau geschehen, der sinnlose Vorwurf gemacht, er ^abe^ gleich den Vätern der R-eförrn, das Auvemüm gu einet ausschließlichen Neügivnsgemeinsihaft erklärt; sondern Kohn erkennt Hirschs nationale Erweckungskraft an und häuft seinen Zorn mehr aus die nach Hirsch ausgewachsene, angeblich besonders „starre" (32) Generation der „Neu-Orthodoxen". Doch letzt«n Endes gehört sowohl d. N. Hirsch «iS auch pirsch Kalischer nach Kohns Auffassung (31) dem jüdischen Mittelalter an. Erst Salvador, weil er Israel, wandlungsfähig sah", findet Gnade in Kohns Augen. Erst der Stock-Hegelianer Moses Heß heißt bei ihm ein gesunder Vorläufer von Hergl und von Achad haam. Recht kühn erscheint uns Kohns völlige §!e'^Umeriung (vfgenUr beiden Aussprüche: Moses Heß: Wäre es wahr, daß die Emanzipation der Juden im E^il unvereinbar fei mit der jübijt^en N a ttonali - tat, so müßte der Jud-e dte erstere^der letzteren zum Opfer bringen. Moses Mendelssohn: Wenn die bürgerliche Vereinigung nur unter der Bedingung möglich märe, daß mir vom Gesetz abspenstig wurden, ionn müssen wir g« unserellr ern erklären: dann verzichten wir lieber aus die bürgerliche Vereinigung. . Hier ist freiweg N a t i o n a l i t ä t und G e s« tz einander gleichgesetzt. Wenn aber Dagesäufsatze, stlUr ^phemrr^g Eharakt-ers, „bleibende Werte der Lehre" eines Mannes festzuhalten, versuchen, dann müssen sie völlig irregehen, und so ergeht es Kohn mit der Lehre von Achad haam. Daß der (75) „dem Europa des 19. Jahrhunderts entlehnte machtpolitische Gedanke eines Judenstaates einen Bruch mit vem wertvollsten unserer Geschichte bedeuten^ würde, ist drilh eigentlich nicht Ächad^Haams Enideaüng und nicht feiner Schriften Dauerwerk. Dagegen zeugt der Nachruf auf Achad haam von Verehrung und Objektrostät zugleich. Mit einer lichtvollen Auseinandersetzung zwischen Liberalismus Und Zionismus schlißt zunächst die Aussutz-! reihe von Kohn, der nur noch die staatspolMschen Schlußabhandlungen über Schutztruppe und Palästinaverwaltung angehören. Diese Abhandlung (84ff.) zeigt uns intimere Verwandtschaft zwischen neologer und zionistischer Geschichtsbetrachtung auf, als sie sonst eingestanden wirb. DllUM Millen llen Liberalknselllsl Mkn Gkötzsn (H. Cshsn und C. Msnkdfivke), in der Abhandlung Weltfchs über die liberale Weltkonferenz recht erfrischende Wahrheiten gesagt, insbesondere wegen ihres Fetifchs Patriotismus. Die Aufsätze von Weltsch sind meist gegen Jabotinsky und andere Jllufionenhafcher gerichstt und lshr-sn an Hand der schmerzlichstsn Erfahrung ^er 8 ^11 deutsche Orthodoxie schon seit den Zeiten R. Esriel Hildesheimers warnend betont hat: daß nämlich irdische Gewalt nicht imstande ist, unsere Palästinahosfnungen restlos zu verwirklichen. I kchgchkskW unll;;; Speisögesep. Offene Sßorte an Schcichtgegner und Juden, von Neman. Verlag Gustav E n g e l, L e i p z i g. 1927. 8°. Wie sagt Kleist im zerbrochenen Krug?: „Mit jeder Schnitte gebt Ihr mir Unsinn und Sinn gemischt". Wenn man vor 6 Jahren staatliche Schächtverbote -ersehnt f)«ij um ine Subsn gu SegelHviem g« npiigtn vmb her sich über diese Schächtoerbot-e wundert, — es „nicht gewesen sein will", so ist das eine schwache Entschuldigung, zumal, wenn man diese zweifelhaften Ratschläge wiederholt. Seine Unterscheidung zwischen Dispens und Aufhebung des Schächiens im Talmud verlohnt sich LW.WV'Ärnrrxr!'. Die Assyriologie setzt uns instand, auch einen Satz zu widerlegen wie den: „Daß Esau das Wildpret, wenn er auf die Jagd ging, nicht schoß, sondern fing und schachtete, undenkbar!" — Das Gegenteil ist undenkbar. Die kerlschriftlich kommentierten Jagdbilder der Assyrer rsWll Folgendes- Zls nahmen die lZchutzgerate mit. um wilde Raubtiere abzuwehren: die <)ii eiUeHetidell Tieke aber singen sich in Netzen oder wurden in solche getrieben, und dann wurden sie geschlachtet. In allen alten semitischen Sprachen ist, wie im hebräischen °m» ein Wort für „slllWil" und kein anderU für illgm vorhanden; die Schußjagd müßte itN Hebrätfch-öti öillöll an nT Schleudern" anklingenden Namen haben. Dies trifft nicht zu, ist aber auch gar nicht zu erwarten. Denn die Wiederbelebung und Scheinpoesie des Schußjagdwefens ist erst „Errungenschaft" der Arier und anderer WlkermMllkrungsMnnillalkN: Sie 8KMttuttö mit dem jüdischen Schächigegner Dr. H ist in. halruch nicht ohne Schärfe, — kann aber das von Neman verursachte Unheil kaum ungeschehen machen. Wichtig und neu ist das Argument, daß Todwunden oft gar nicht als solche bemerkt werden (13). Die von mim (15) rrsr-r-nDs (Emtmng iiöer Mö lipinm* stillende Wirkung ausströmenden Vluts findet sich im Jeruschurun d. I. Nr. 9—10, aus der Feder von Dr. Jacob Levy in Berlin. Die Schlußausführungen über Nemans Steckenpferd, den Vegetarismus, ohne den nach seiner Meinung wir geistig-sittlich und gesundheitlich nicht vMllsn können, unll llie lonllerllaren unll üpr- (üffigen Warnungen cm die Kofcherhaushalte verurteilen sich selber. Neman ist einer von denen, die noch heute, nach wissenschaftlichem Zusammenbruche der Wellhausenerei, an Evolution des Judentums glauben, und diese Leugner a iout pvrx können wissenschaftlich so rnenig erä’eu8^ tüte fee - SIlJ^ hier Illusionen einer Zukunftsethik, die nie wirb und nie werden darf. 11

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