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Der Israelit · 1927-11-03 · Heft 44 (3.11.1927) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 44 (3.11.1927)
Date
1927-11-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 44 Der Israelit 3 November 1327 milren abzuwenden. Das gleiche Bestreben in der großen und tiefgründigen Abhandlung im Falle mn Agttnn, 5fFin Nillim, »hi WWs gezogen, auf feine Identität agnosziert werden soll. Er neigt niiAV nipn dvpd' naä} Berücksichtigung aller Umstände zur Erleichterung, Littet aber in seiner rührenden Bescheidenheit, noch ein Gutachten von Rabbi Akiba Eger in te Säche Mzutzölött, Im öi? sich, falte ebenfalls in erleichterndem Sinne aussällt, mit ganzem Herzen anschließen wollte. Es wird dann, schließt er, so sein, wie es im Talmud heißt: -r»*iam «a’psr *ana nsbn weitere Entscheidungen betreffen Fragen von ewig aktueller Bedeutung: ob es erlaubt sei, ein Grab zu öffnen aus das Gerücht hin, daß die Leiche des Leichengewandes beraubt wurde; ob eine Braut, die Waisenkind ist, verpflichtet sei, 3Jh aaffer t> o n ihrer 9Ji i i g ist Qit geben. (Die Antwort lautet bejahend.) Einige halachische Fragen akademischer N.atur folgen, dann Anweisungen zum Akte der Sonnenweihe, unTp nann. für Milo am Sabb at, für das Schreiben von Thorarolle und Megiloh, kmigkZ Mkr Lmergshlkn uns Mk \m L8? mud gebrauchten M ü ßstü b e^^ast^V. Dis in vielen Kreisen ungeklärte Frage des M a.a f - sergebens vom Vermögen und laufenden Verdienste wird auf vier Druckseiten erschöpfend behandelt, auf ebensovielen Seiten finden alle FxsZKN dss „S ch s s t n r S" - Vsrbstss thrs Klärung. Im ganzen 24 Gutachten und Abhandlungen, von denen keine einzige Nummer verfehlen wird, das Interesse von Rabbinen und thorakundigen Laien zu bannen. Lern kksttn IMS ift fin Göschsnk der Herausgeber an die Leser, n^D' oder D’öj nvvo insr yngehängt, eine anschauliche Schilderung der Belagerung Hanaus durch Napoleon und d ßr K äMPs e vor,d ßr Stad 1 aus öir Feber von Rabbi Mosche^uwje. lieber dieses hochwertige historische Dokument soll noch im anderen Zusammenhänge gesprochen werden. Es sollte hier auf Grund der ersten halachischen Proben nur aiMdeum werden, von wenvem Formate der Hanauer Gaon war und von welcher Bedeutung sein Lebenswerk ist. Eine Kundgebung der Treuer Men zeschlnwh. Am Sonntag tagte hier der SSermal* tungsrat der Ieschiwoh, und so nahm man den Anlaß wahr, in einer imposanten Kundgebung auch Der meitereiü OossmtlichMt big hohe Bedeutung der Ieschiwoh nahe zu bringen. Der Verwaltungsrat, vor einem Jahre zur Stärkung des Ieschiwoh-Gedankens gegründet, fetzt sich neben dem Kuratorium aus 30 Mitgliedern Mammon, van donon 35 a u ß s rha l b Frankfurts, zum Teile auch im ÄUslande wohnen. Damit ist der Tatsache Rechnung getragen, daß die Ieschiwoh keine ausschließliche Frankfurter und nicht einmal eine rein deutsche Angelegenheit ist, sondern ein Stützpunkt der Thora für Westeuropa überhaupt, wo tm Gegensätze zum Osten die Pflanzstätten der Lehre noch dünn gesäet sind. In Würdigung dieser Tatsache ist es gerechtfertigt, daß Aufnahme-Gesuche aus Deutschland ihren Hunger nach jüdischem Wissen nicht an den Quellen der Thora zu stillen vermochten und so NW dik MlMNM hNttksi, M MWN Heroen der Vorzeit und aller Zeiten auf sich eiNiwirken zu lassen. Nur duRH Ieschiwohmilieu gewinnt man jene Selbstbesinnung und Bescheidenheit, die sich mit dem jüdischen Stolze auf unser Eigenes und Heiliges wohl verträgt. Ieschiwoh lztzrl ms, Bag Muttst pi$u Mmnichäl? die schwanken apologetischen Stützen aufbauen, sondern es im jüdischen Fundamente befestigen, Ieschiwoh weist der suchenden jüdischen Seele den Weg auch für die Zukunft, so daß sie die Vachurim als jüdisch „Erwählte^ verlassen, um Ihre Ideale im Leben zu verwirklichen. Der Redner geht dann speziell auf die Bedeutung unserer Ieschiwoh über, zeichnet in großen Zügen ihr Programm und Bestreben und legt Jedermann, der es ernst rnit dein Judentuin rNernt, die Pflicht ans Hcrg, die Lchranfkalt und ihre Fiele nach Kräften zu fördern. In diesem Sinne fleht er den Segen für die Arbeiten des Verwaltungsrates und des Kuratoriums herab. Mit einer Midrasch-Erklärung, die den Sidrohsatz n«3a «bi 'i3i maa narn nm dem «Mlkn mw m Schrift rroai »iw» »san s1? arm in Verbindung bringt, schließt das begeisterte und begeisternde Referat, an diesen Worten und Bildern aufzeigend, w i e und w o die Grundlagen des jüdischen Lebens verwurzelt fein müssen. Der Bsrsitzsnds des Kuratoriums, Herr Gustav Kaufmann, dankte zunächst im Namen des Kuratoriums und der Versammlung dem verehrten Referenten- Dank zollte er auch allen Herren, die von nah und fern zur Tagung fjergeeifj smd^ den Dozenten im wie den Lehrern in den kleinen Gruppen, die ihr Bestes in den Dienst der Ieschiwoh stellen, auch dem Vorstande der Gemeinde und dem weiten Freundeskreise der Ieschiwoh. Mit einem Appell an. alle, noch weiter für den Lebensnerv des Jur dentums zu arbeiten, schloß die öffentliche Versammlung. Nach dem Mincho-Gebete setzte man sich zu den internen Beratungen, die sich bis in die tiefe Nacht hinzogen.. * ' i Ueber zwei Drittel der Mitglieder des Verwaltungsrates und Kuratoriums der Ieschiwoh waren zu der Sitzung von Verwaltungsrat und Kuratorium erschienen. Das Kuratorium legte Berichte über die mners Verfassung der Jeschiwa, über den Etat für das laufende Geschäftsjahr vor, ferner erstatteten die Wirtschaftskommission, die Kommission zur Ausbildung von Schochtim und die Propagandakomwlssion der Jeschiwa Berichte, Aus Dem Bericht über die innere Verfassung erfuhr man, daß in vier Abteilungen drei Dozenten außer dem Leiter der Jeschiwa tätig sind. Unterrichtsgegenstand ist hauptsächlich Talmud, aber es wird auch regelmäßig gelernt; Tnach/ jüdische Grammatik, jüdische Geschichte, Iore dea; Gelegenheit zu ho-> miletischen Uebungen ist jeden Samstag in Anwesenheit von Dozenten gegeben. v Der Etat von 1926 belief sich auf 42 000 M., der Etat von 1927 auf 61 900 M. Das Defizits beträgt 1927: 6000 M. Die WMschaftskommtfstön über Verpflegung durch Naturalien mit. Ein Damen-Komitee verabreicht 250 Brote monatlich, ebenso werden Wäsche und Kleider besorgt; Fe- und anderen Ländern Westeuropas st e t S volle Berücksichtigung fanden, da man denen, die wenig Gelegenheit haben, Thora an der Quelle zu lernen, diese Quelle nicht abschneiden durfte. Beschickt war die Tagung des Berwaltungsz rates von verschiedenen Städten Nord- und Süddeutschlands, wie auch der Schweiz. Die öffentliche Kundgebung im vollgefüllten Hörfaale Friedberger Anlage fand Sonntag nachmittag um 3.39 Uhr statt. Sie bestand jn der Hauptfachs aus einem Referate des Leiters der Vefchiwah, Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer, über das Thoralernen und die Bedeutung derJefchiwoh. In meisterhafter Rede zeichnet er das hohle und haltlose Leben derer, die rienaufenthalt wurde für einige Vachurim in jüdischen Hotels während der Sommerferten gewährt. Mit großem Interesse nahm der Verwaltungsrat davon Kenntnis, daß in den letzten drei Jahren Bachuriw aus 48 deutschen jüdischen Ges meinden die Iefchiwah besuchten, wie überhaupt der überwiegende Teil der Vachurim aus W e ste u r o p a stammt. In Konsequenz dieser Tat-' ache wurde einstimmig beschlossen, die ideelle Ustd materiest? Propaggstda M ytk W groMüowem Matzstabe in ganz Deutschland AU intensivieren. In der sehr angeregten Diskussion' wurden eine Reihe von Beschlüssen, welche diesem Ziele dienen, angenommen. Die Satzungen des Verwaltungsrats würden' in der" vom Kuratorium vorgeschlagenen Form mit kleinen Änderungen einstimmig angenommen. spätst Abendstunde rvurde die geschloffen, welche starke nachhaltige Eindrücke bei den Teilnehmern auslöste und die sicherlich dazu beitragen wird, noch mehr , als' bisher der Sehnsucht weiter jüdischer Kreise nach gründlichem Thorawissen im Rahmen der Thora-Lehr- MstStt EkfÜllUNZ zu geben. Die Wahlen zur Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde. Das unbefriedigende Kompromiß. — Theorie und Praris. — Krise in der Bolkspartei. — Die Ostjuden nur 3 Sitze. — Bleibt es bei dem Kompromiß? Man schreibt uns von gut unterrichteter Seite: n .n: Söii bmte iu»| Zsrmldet, hsbsn dis fchiedenen Parteien der Frankfurter Großgemeinde für die Wahlen zur Gemeindevertretung ein Kompromiß geschloffen,, der den Liberalen wieder die Majorität mit 19 Plätzen gegenüber 17 Plätzen der Wvlkspartet und der Konservativen gewährte. Sv ist aller Voraussicht nach ein teurer Wahlkampf für dieses Mal. vermieden < worden. - Mit diesem Wahlkompromiß find anscheinend nur die Liberalen und Konservativen zufrieden. Die LolkZvartei hülle es llever zu einem Wahlkampf kommen lassen, da sie der unbegründeten Meinung war, daß ein Wahlkampf die liberale Majorität zugunsten von Konservativen und Volkspartei gebrochen hätte. Aber das rvollsn rvedsr dis Konservativen, noch die konservativen Herren in der V o l k s p a r t e i. Ihnen ist eine liberale Majorität natürlich viel, viel lieber. Selbst Majorität, wären sie verpflichtet, den liberalen Institutionen der Gemeinde jegliche Geldmittel verweigern. Selbst Majorität, wären sie verpflichtet, z. B fcte Entfernung der Orgel aus den liberalen Synagogen zu erzwingen, die Gehälter für die liberalen Seelsorger zu verweigern. Das würde natürlich den Bestand der Gemeinde gefük»rden. Das wollen Konservative und konservatwe Volksparteiler nicht im geringsten. Folglich bleiben sie tausendmal lieber in der Minorität. Denn nur in der Minorität sind die Gemeindetheorien der Konservativen zu vertreten. In dev Majomt «MN 2W LhkSlM M M WÜI? deln müssen und diese Praxis ist für den Bestand der Gemeinde untragbar. Rur so ist es zu verstehen, daß die Herren der Volkspartei mit dem Begründer der Volks- Mktsi, hmn Fkitz EsnShrimsk stsk Akizrns auch dem konservativen Verein noch angehört), und Herrn Jacob Wolfs in scharfen Konflikt!amen, dem Herr Jacob Wolfs schließlich z,p m O p f e r f i e l. Diö Hsndwst'käv ml dök ml auch die Ostjuden haben das Recht, ihre Vertreter ür dis drei Parteien (die Ostjuden nur für die Konfexvative Partei und Volkspartei) zu betimmen. Den Ostjuden wurden von der Konservativen Partei ein Sitz ^cherr Läufers von der Volkspartei nur zwei Sitze (Herr Gerlich' ünd Herr Vornstein) gewährt, obwohl den Ostjuden rechtmäßig und zahlenmäßig eigentlich mindetens 5 bis 6 Sitze zustehen würden. Die Ostjuden find selbstredend deshalb mit den d r e t S i tz e n, hie man ihnen m der Gemeindevertretung zubilligt, nicht zufrieden. Die Vertreter der Konservativen Partei in )er Gemeindevertretung setzen sich aus 3 festen lsitzsn (1 Frau für den Smmnmnm und je ein Herr für Handwerker und Ostjuden) und 6 neuzuwählenden Sitzen zusammen. Die 6 Vertreter der letzten Wahlperiode wurden wieüer^- gewählt, doch bestehen auch da Differenzen, dü die MügNeökt der kvnservüttven VereMigung jum ges Blut ihrer Vertretung zuführenwMen. Als Vertreter der Jugend hatte/man Herrn ^Dr. med. Freimann und Herrn Dr. jur. Frank aufgestellt. Beide aber wurden nicht gewählt. Die Nominierung der Konservativen Porter konnte

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