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Der Israelit · 1927-11-03 · Heft 44 (3.11.1927) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 44 (3.11.1927)
Date
1927-11-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Ä/ November 1937 Der Israelit Nr. 44 Seite 3 aber rechtmäßig angefochten Werden, so daß demnächst eine rreue Nominierung' stattfinden wird, bei der man hofft, gummmhefien Herrn Dr. Freimann dmchzübringen. &b ble5 aber gelingen Wird, ist zweifelhaft, da merkwürdigerweise die Herren der Wahlkommission mit den Herren in der konservativen Vertretung zum Teil identisch sind. Trotz Ms LWkoiWromisskZ ist n nicht ganz ausgeschlossen, daß es bei der allgemeinen Stimmung in den Parteien doch noch zu einem Wahlkampf kommt, da bereits 50 Unterschriften genügen würden, einen Wahl- /kämps hzpzusZu beschwören. , * , 1 * * Wie uns nachträglich von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, fand Dienstag Abend eine interne Versammlung des Konservativen Gxmklnd 8 L 8 5 kln § Mtß die bis in die tiefe Nachtstunde dauerte. Cs wurden befumw als Repräsentanten der Konservativen Partei gewählt, bezw. wiedergewählt die Herren: Naftali Fromm, Felix M a i! e r, Heinrich R o t s ch i l d, Dr. Scho n b e r g, Julius Werber und Dr. Lgnst Fv & im an n. Dieser Mt an MM des Herrn Dr. S. Katzenstein, der bei der Abstimmung unterlegen ist.. Esdarf 'dieses als Sieg der Jugend, dre geschlossen für Dr. Freimann eintrat, gebucht werden. Außerdem gehören zur Konservativen Liste: Herr S. Le tü t ta tt timt den Handwerkern, Frau K atz vom Frauen v e r e in e und Herr S. G i t t l e r , der von den O st j u d e n nominiert ist, - im Wandel der geiken. Unter dieser Ueberschrist sollen von Zeit zu Zeit an dieser Stelle int-eressante Nachrichten und Artikel aus. den vor fünf, sechs oder sieben Jahr- Whntöll an UM üMHMll LN %V schienenen Nutttttt^ttt dSs „I S k Q 61 i t“ abgedruckt werden. Es gewährt einen eigenen Reiz, auf diese Weise den Blick in die Vergangenheit zu lenken und sich des Wandels der Zeiten bewußt zu MMN- Aus dem „3sraelif“ 7lv, 44 vom 31. Oktober 1877 (5638), Frankfurt a. Al., 25. Oktober. Das große Ereignis, das alle Gemüter beschäftigt und in jüdischen Kreisen den fast ausschließlichen Gesprächsstoff bilbel, Ist b!e VeMählung des Freiherrn Edmund voniRothschild aus Paris mit dem Freifräulein Adelheid von Rothschild, Tochter des durch seine innW MMmWeiz und große Wohltätigkeit weltberühmten FreihLrm Wilhelm von Rothschild, vmwi vö*» i'nrt' 'rr uwn und die bei diesem freudigen Anlasse ins Leben gerufenen großartigen, wahrhaft! königlichen Mittungen- LikNStttg «p?np verleitete sich die herzerfreuende Nachricht/ daß der Vater der Braut dem Vorstände der Israelitischen Religionsgesellschaft die Summe von d^eimalhunderttausend Mark zur Errichtung eines neuen Schulgebäudes übergeben habe. Der Unterrichtsanstatt ber 3sraelIIIfcheÜ MällZtöNsgösöllschNfi, diesem epochemachende Schöpfung unseres ehrwürdigen Rabbiner welche in unserer Zeit zuerst den Grundsatz p« *|*n osr mm irnbn ns*» „Schön ist die Verbindung der Gotteslehr.e mit wettttchem Wissen" gür WshHsit Zsmacht hat, deren Knabenschule den Rang einer öffentlichen Realschule mit Berechtigung zur Ausstellung von Einjährig - Freiwilligen Militärzeugnissen, und deren AMchMsHM dsN Rang einer Ijöfjeren Töchterschule. ömnlmmt, diese vorzüglichen Jugendbildungsanstalten entbehrten bis jetzt eines allen Anforderungen entsprechenden Schulgebäudes. Vor einem Vierteljahrhundert ms Leben gerufen, zählten die Anstalten nur wenige Schüler und Schülerinnen; jetzt sind beten mehr als fünfhundert; in neuester Zeit wurde der Raum des Schulgebäudes durch die Vergrößerung der Synagoge beschränkt. — Ein neues Schulgebäude war zur unabweislichen Notwendigkeit geworden. Es ist daher das fürstliche Geschenk des Freiherrn von R. eine ebenso zweckmäßige wie reiche Gabe. Sie können sich nicht vorstellen, welchrk Msl bsrüber in unforen Streifen lmrschl. Man erblickt gleichzeitig darin eine Anerkennung des großartigen Wirkens unseres Rabbiners '"a- Durch diese herrliche Stiftung wird es ermöglicht, die Stätte der Jugendbildung zu einer in jeder 25egiel^ung rnuftergültigen zu gestalten. Möge der allgütige Gott den'großherzigen Geber unb die Seimgen segnen. Noch erhöht wurde die Freude durch eine andere, dem Magistrat unserer Stadt von der Mutter der Krsuti m wiattjute üon Rothschild, übergebene Stiftung. Zweimalhundertfünfzigtausend Mark sollen einen Fond bilden, durch dessen Zinsen dem Kunstgewerbe Pflege und,Unterstützung werde. Welch ein tiefer Blick in! hie, vottswirtschaftlichen Zustände unserer Zkll und unMs LLiM Sffenbart sich dnrc^ diese Siistung! Vor dem dreißigjährigen Kriege blühte das Kunstgewerbe in Deutschland. Durch jenen jammervollen Krieg ward es aus Deutschland vertrieben, der Sinn dafür zerstört, und findet dasselbe erst in unserer Zeit die notwendige EllMütttLWttz wieder. Für Mbung Ms Kunstgewerbes sorgen, heißt den Wohlstand und die Größeunseres Vaterlandes. fördern. Auch von dieser Stiftung soll ein Drittel! solchen Israeliten zugute kommen, die auf dem Boden des »«*<« Kh«tim5> »on Rothschild als Achtzigjähriger. traditionellen Judentums stehen, und soll daher in der Verwaltung stets ein Mitglied der Israelitischen Religionsgesellschaft Sitz und Stimme haben. Die Verwendung der andern zwei Drittel soll ohne Äückflcht auf Religion oder ÄMifsion geschehen. Am 24. Oktober fand die religiöse Trauung statt. Zu /derselben waren, die Glieder der Familie Nrühschrld aus Paris, Londy» und Wien Herbeigekommen. Die Trauung vollzog In Vertretung feines Vaters Herr Dr. Pi. Hirsch! '"2. Direktor der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft. Die Trauung fand nach altjüdifcher Sitte statt; es wurde nicht der geringsts Brauch vernaMMl, Lik Wm, M Herzen gehenoe ikraurede machte auf alle Anwesenden großen Eindruck und fand allseitige Anerkennung. Nach der Trauung fand der Empfang aller NotabiliMm von Frankfurtber Darstände vvn Gemeinden und Vereinen statt; auch die Kinder, welche in dem von Herrn Baron und Frau Baronin Wilhelm von Rothschild gegründeten, und unterhaltenen Häuft erlogen werben, waren erschienen, um ihre Glückwünsche bnrzübritißelil Beglückwünschungstelegramme kamen aus der Nähe und Ferne. Bei der darauffolgenden Tafel ging alles nach jüdischem Gesetze und Brauche vor sich. Waschm\\w zum Händewaschen wurde llMhergelragM, man saß mit bedecktem Haupte am Tische, Herr Dr. M. Hirsch sprach das Tischgebet (M212 Abends brachten Schüler der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft einen Fackelzug: einer derselben hielt eine Ansprache, die Herr Baron Wilhelm von Rothschild dahin erwiderte, daß er hoffe, die Knaben würben dum meist und Mer lm Erlernen der kj8iligen wie der profanen Wissenschaften der Gabe sich würdig zeigen. Die junge Ehefrau wird nun den Geist des väterlichen Hauses in'die große Weltstadt an der' Seins hinübertragen. Dis Israelitische Gemeinde zu Paris kann sich beglückwünschen, öaß Derjenige, welchen sie an die Spitze ihrer Wohltätigkeitsanstalten berufen (Baron Edmund ist Präsident des Comite de Bienfaisance), die Gattin gesunden, roeldje öen Traditionen des väterlichen Hauses entsprechend an seiner Seite wirken wird. Auch in Paris hat das Rothschildsche Haus aus Anlaß dieser Vermählung 150.000 Fs. zu wohltätigen Zwecken bestimmt. Möge des Allgütigen Segen die neubegründbte ^amitie irr OlütJ und Freude, in Tattes-- furcht und Wvhltun erstarren, gedeihen und wachsen lassen. Wie sich aus vorstehender Reminiszenz ergibt, mar es Safrm Edmund von NochWld und feiner' Gattin.vergönnt, am 24. Oktober ds. Js. ihr go ld e n es Ehejubiläum zu begehen. Nachrichten hierüber finden sich an anderer Stelle. Das neue yeim der Frankfurter Agudah-Zugevd. Aus Anlaß des allzufrüh erfochten Ablebens von Frau Clementine Oppenheimer geb. Stern s. A. haben im Jahre 1919 die Mitglieder des damaligen provisorischen Komitees der Agudas Jisroel, die Herren: Adolf Stern f. A. und Dr. Siegfried Oppenheimer, der derzeitige Leiter der PKlättMÜ^ZkNttalkk 8?r Agudas Jisroel-Jugendgkllppe in Frankfurt a. M. ein Haus gestiftet, mit dem Zwecke, daß dasselbe im Jahre 1927, sofern es die Verhältnisse gestatten, zu! einem Agudo-Hause umgestaltet werden soll, in dem NsbkN agudisffschen Büros die Agudas Jisroel-Jugendgrupp e ihr Heim finden soll. Nach langwierigen Verhandlungen wird nunmehr in den nächsten Tagen die Frankfurter Agudas Jisroel-Jugendgruppe in chr neues Heim, Schwanenstraße 12, ühersiedeln. Jüdische Wanderfürsorge in Frankfurt. ..' Die jüdische W a n d e r f ü r s o r g e in der hiesigen „Beratungsstelle für jüdische D u r ch w a n d e r e r" und im „Israelitischen Hilfsverein" konzentriert, ist ein einheitliches und söflskM ÜUS88sL«tt8tt§ T?yllde, '\ Die Anfänge der Beratungsstelle reichen m das Jahr 1920, wo sie als „Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge" ins Leben gerufen wurde, zurück. Ihre Wirksamkeit in dieser Richtung erreichte ihren. Höhepunkt 1922, wo sie den Strom der „Binnenwanberer^, b. h. ber nactz beni passiven Widerstand aus dem Ruhr- und sonstigen Industriegebieten Ausgewiesenen und zugleich den Strom der aus dem Osten. Flüchtenden geschickt ins richtige Bett leitete. ' Vis zu diesem Augenblick' bot bas von Ihr gegrnnbet? und eingerichtete, leider aus Mangel an Mitteln selbst heute noch nicht genügend ausgestattete Heim in der Einhorngasse den Durchwandernden Kost und NaOttager. Es L«gk, «n denen 60 Leute dort llnterküttst füNdöN. 1924 ebbte diese Wandererflut ob. 1926 gliederte sich die Beratungsstelle der damals eingerichteten Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge im Reich ein, deren Farnksurter''^rovi-nzicllkasfe sie wurde. ohne dabei ihre selbständige hohe Geltung und Bedeutung zu verlieren. Die „Beratungsstelle" hat von Anfang bis zur Gegenwart ihre Aufgabe von zwei Gesichts-

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