Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 16 (26.4.1927)
- Date
- 1927-04-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 16 Sette 3 26. April 192? :m ZWgWksktz ükkk jüdis^en «Semeinb«» in IugvMmeL Belgrad, 6. April. Der Verband der jüdischen Gemeinden ugoslaviens unterbreitete der Regierung eine -jesetzesvorlage betreffend die Regelung aller jüdischen lligiösen Angelegenheiten. Die Regierung Jugoslaviens beschäftigte sich in der letzten Kabinettssitzung mit die- ,-c.m Projekt und beschloß, der Skupschtina ein Projekt wer Me Regelung der AnT?legen^s!sen aller Aon^sitZllsn;ni Lande zu unterbreiten. In dieses Projekt ist der Lext der Petition des jüdischen Gem.eindeverbandes eingeschlossen. Uehev SMttflfemifismus unb 3ubenfra<je in Rust- MoSkau, 10. April In der Sitzung der ukrainischen Sowjetkonferenz berührte der Vorsitzende des ukrainischen Rates der Volkskommissare, Tschubar, auch die Judensrage und führte ii. a. aus: * Gegen die jüdische Kolonisation führen unsere Feinde klllk WWW??ll Msts^'^k^er Verleumdung vergiftete Agitation. Es hsißt, wir geben den Juden den besten Boden weg, die jüdischen Siedler hätten alle Privilegien. In Wahrheit aber erhalten die jüdischen Landarbeiter weniger als 10 Prozent des Bodens, der in den letzten zwei Jahren unter Neu-Siedlern im allgemeinen verteilt wurde. Der ukrainische Bauer darf sich vom Antisemitismus nicht gängeln lassen. Für die Sowjetregierung existiert kein Unterschied zwischen Nationalität uid Nationalität. Dis Jud.su haben keine Privilegien, wlk helfen ihnen nur, ihr Leben auf prolmülö« ÄrunöläHl aufzubauen. FvtrirkirsieH. Die fion|ct«»3 3 <££(-£> ms-<£mtgbii:eff- Paris, S, Die Konferenz des Vereinigten Rates von Jea, Hias und Emigdirekt, der zwecks Zentralisierung des jüdischen Wanderungswesens in den Auswanderungs- und Cinwanderungsländern gebildet worden ist, ist heute zu Ende gegangen. Es wurde ein Exekutiv-Komitee gebildet, zu dessen Präsidenten für ein Jahr Abg. Dr. Oskar Cohn-Berlin gewählt worden ist. Das Exekutiv- Komitee wird seinen ständigen Sitz in Berlin haben. Ui RatLL von ICllchlllS'EmlgMett ist, wie schon mitgeteilt, Herr Dr. James Simon gewählt worden. Die nächste Sitzung des Rates wird im Monat Mai in Berlin stattfinden. Der Rat setzt sich bekanntlich aus zehn Vertretern der JEA. und zehn Vertretern mäßig verteilt werden, da die Bedingungen vom Besdin nicht als gegeben erachtet wurden. Rabbi Schlomo nahm selbstverständlich das Urteil an, konnte sich aber in feiner Erbitterung nicht der Bemerkung rnHalfsn- „Sty* Euch, RüM, aus alle Fälle erst mit meinem Vater (Rabbi Akiba Egeri n Posenj besprechen können*. „Da will ich Euch eine.hübsche Geschichte erzählen", erwiderte der Rabbi ruhig: „Rabbi Heschel. der spätere Obercadbiner von Prag, war schon als Kind bewundert und gefürchtet ob seines Witzes und seiner Einfälle. Er war Sohn des Lubliner Rabbiners. Rabbi Jakob. An der ersten Sedernacht war irn 2Tabbiner^»anse wie üblich vor bem Benschen der AMoiNaU N?egg?^?mmen rrnl, nicht HU stnßell. Selbstverständlich lenkte sich der Verdacht aus den kleinen Heschel. Er gestand auch die Tat ein, stellte aber weitgehende Bedingungen. Alles, was sein kindlich Herz gelüstete, wollte er nun erfüllt haben, andernfalls er mit dem kostbaren Gut nicht heransrücken wollte. Alle Verhandlungen scheiterten und es biieb nichts anderes übrig, als sein Ultimatum anzunehmen. Endlich war der Rabbi im Besitze des Afikoman. Nun aber glaubte er den Ueber- Spielen bürten. Er reichte jebern ber Hausgenossen «in Aflkomau M Heschel machte er aber Halt und sagte: „Nun habe ich Dich in der Hand, Du bekommst nicht eher Afikoman, als bist du mir einen großen Teil deiner Forderungen wi< der erlassen hast" „Nicht im ge-, rtngsten"! antwortete der Junge. „Und Afikoman"? „Ich habe von vornherein damit gerechnet', lachte Heschel, „und habe meinen Anteil vorwegaenommen*. Sprachs, zog das Stück Afikoman aus seiner Tasche und biß mir großem Behagen hinein. So muß man es machen", schloß der Rabbi Der Israelit von Hias-Emigdirekt zusammen. Als Aufgaben der nächsten Zukunft wurden bezeichnet: berufstechnische Vorbereitung der Emigranten, sprachliche Vorbereitung Lit- Truis-Mön. Rsgölung Nr AusMMMMg aus SM Emigratkonsländern unb Vorbereitung von KölSllifStionsgebieten in den Jmmigrationsländern. £n$lanb. Die Wirksamkeit der Adath Jisroel-Gemeinde in London. London, 11. April. In der gestern stnttg^hnbten HahresoerfamnilullH äiß Adath I i s r o e l -Ge m e i n d e (North London Beth Hamidrasch) wurd? der Jahresbericht erstattet, der ein eindrucksvolles Bild von der Bedeutung und der Entwicklung dieser die unverfälschte Orthodoxie repräsentierenden englischen Gemeinde gewährt. Die Gemeinde hat ein Budget von etwa 3000 Pfund, obgleich die Mitgliedereinige I^unbert nid;t übersteigt. Ihre Tätigkeit erflköSl sich iiDM alle MMle Des WtMn Trm?in^° lebens: Unterricht für Knaben und Mädchen, Fortbildung der erwachsenen jungen Leute durch Schiurim, die, wie man hofft, sich allmählich zu einer kleinen Jeschiwa entwickeln werden, Gottesdienst, Kaschrus und Wohlfahrtsinstitutionen. Der Verwaltung der Gemeinde gehören der langjährige Präsident Kestenbaum, der Vize- PlästMül. Ä, Mkill tilleirxe “"Kt amf im «llgervei. nen jüdischen Üsbstt wühl bekannter Persönlsthkeilen Der Londoner Orthodoxie an. Der führende Geist ist der Rabbiner der Gemeinde, Dr. Schönfeld, der früher durch die Rolle, die er im Misrachi auf dem Gebiete des palästinensischen Erziehungswesens spielte, bekannt wurde und van orthodoxen Kreisen vielfach bekämpft worden ist. Herr Dr. Schönfeld ist inzwischen auf Grund der Erfahrungen, die er insbesondere im heiligen Lande selbst Rammelte, aus ben Steigert bes Misrachi ausgeschieden und vertritt, wie kein anderer, im öonlwncr Aememök° leben den Gedanken der ablosuten Souveränität der Thora und der selbständigen Organisation der orthodoxen Gemeinden. Seiner Anregung entspringt die jetzt von den Kreisen der Adath Jisroel stark propagierte ^jüee ber ©Übung einer Union rfrii)obojer Sy« NllgDg 82 SD2DD25. BtltltS Mkv bezw. Synagogen haben sich zu diesem Verbands zusammengeschlossen, und es ist zu hoffen, daß er den Kern einer ideell und materiell lebensfähigen Organisation bilden wird. Ltzirnr. Dank des britischen kommandierenden an die 0emeinbe in ShüNghllj, 18. WM. Generalmajor Duncan, der Kommandeur der britischen Streitkräfte in China, richtete ein Schreiben an die jüdische Zeitung Shanghais „Israels Messenger", in seine Erzählung. „Ich wußte wohl, daß diese Einwendung kommen würde, so ließ ich mir einen Monat Zeit, um nach Posen zu schreiben. Hier ist die Antwort von Rabbi Akiba Eger, ec teilt vollüommM meinen MaiWirnkt,,. (Melder Arvinsker Kaon einen Hohen Aenmten vor dem Höbe rettete). Maklakow, ein hoher Beamter des früheren Rußland, erzählt in lettländischen Zeitungen, wie er R. Meir Simcho. dem Rabbi von Dwinsk, sein Leben dankte. Rabbi Meir Simcho war in Wilna zu Besuch nnd die Wilnaer Gemeinde bereitete ihm einen ehrenvollen Emofana. ebenso war bei seinem Abschied i» Bsßnm mm iDeronrern km Mim Doaaeraati die ihm noch eitt LsbsVvhl Zurufen Ivomeu. Auf dem Perron stand er, Maklakow, und wartete auf den Expretzzug nach Petersburg. Als er nach dem Grunde der großen Menschenansammlung fragte, wies man aus den greisen Rabvi, dem all die Huldigungen galten. Zu seiner Ueberraschung erkannte er. der selber aus Dwinsk stammte. Rabbi Meir Simcho, trat auf ihn zu und begrüßte ihn mit warmem Händedruck. Zu einer Unterhaltung Konnte es nicht kommen, da der Rabbi kein Wort NullM smach. mm öer MM Dielt Tctnc iMllv fest und ließ sts Nicht los. Wie ein nillgnemmei Zauber hielt ihn. Maklakow, gebannt. Und inzwischen war der Expretzzug herangesaust und weitergesahren, ohne ihn. Nach einer Stunde kam eine Depesche, daß der (Apretzzug unweit von Wilna mit einem Personenzug zusammengestoßen war. wobei es sehr viele Menschenopfer gab. Maklakow nannte den Rabbi von jetzt ab nur noch seinen Lebensretter, welchem er der jüdischen Gemeinde von Shanghai den Dank und die Bewunderung des englischen Verteidigungskorps für die edelmütige Art ausdrückt, mit der jüöijtlje ©emeinbe jic^ ber tJloiteibenben unb Bsbrohm Dimimmt MMimen Bant spricht Qmmu Sir Elly S. Kadoorie .Herrn und Frau Ellis Hayim, Herrn S. A. Hardoon, und Herrn Rorris Benjamin aus, die unter großen persönlichen Opfern der armen Bevölkerung beigestanden und den Truppen ihre Häuser zur Erholung überlassen haben. Nie, schreibt General Duncan weiter, wird man in Shanghai und werden die englischen Truppen die edelmütige Hilfe der jüdischen ZemUnbe vergesset WH lMlPÖ MllN ßfi M HkMII Ellis Hayim, S. A. Hardoon, Sir Elly S. Kadoorie nie vergessen, daß sie ihre schönen Villen und Häuser für die Errichtung von Lazaretten für verwundete Soldaten und Zivilisten zur Verfügung gestellt haben. PalSftina. Du Ausgang öti jslviöUutivtiMvn — Sieg der gemäßigten arabischen Richtung. — Die Jüdische Liste ohne Wahlgang gewählt. Jerusalem, 10. April. Am Sonntag fanden die Stadtratwahlen in Jerusalem statt. Sie erbrachten einen Sieg der gemäßigten arabischen Richtung, die durch den Bürgermeister von LklUMM Na^assiüi repräsentiert tntrh. Die Nashäshibi-Liste erhielt elwa 73 Prozem Der Sttm-- men; es wurden ihr 6 Sitze im Stadtrat zuerkannt. Bürgermeister Ragheb Bey ist unter den Gewählten. Die Liste der radikalen Nationalisten, die von der Familie Hussein! geführt werden, konnte bloß 2 Sitze erringen, deren einer dem Sekretär der arabischen Exekutive, Jamal, zugesallen ist. Da sich die jüdischen Parteien zu einem Block zusamrnenschlossen, mar für dis jüdische Liste SlN WahlgUNg Nicht notwendig. Cs erscheinen a!s gcwä!,!!; SlH Zwi, einer der Führer der palästinensischen Arbeiterpartei, der Vizebürgermeister von Jerusalem, Chajim Solomon, Jsaac Eliashar und Elijah Shamaa. Der letztere repräsentiert die Agudas Jisroel. Prästvsm Masnryt in PaläsNnUt Jerusalem, 10. April. Der Präsident der tschechoslovakischen Republik, Thomas G. Mafaryk, ist am 7. April aus Aegypten in Palästina eingetroffen. Er wurde am Jerusalemer Bahnhof vom Chefsekretär der Palästina-Regierung Colonel Symes, vom Leiter der palästinensischen Polizei, Colonel Mavrogordato, vom Gouverneur von Jerusalem, Major Keith-Noach und vom Bürgermeister von Jerusalem, Raghrb Bry -empfangen. Die in Palästina wohnenden Juden Pus der Tschechoslowakei, unter ihnen auch Juden der früheren ungarischen Provinzen, bereiteten Präsident Masaryk eine (Arzneimittel am Wessach). Die „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands* hat rechtzeitig vor Pestach eine — der Presse leider verspätet zugegangene — „Pessclck-Lifte über ©enocithbarfeeit nort Ar zttetmtttein" (CßöiiJ 0H&. 1 —) Mß für eine große Zahl von Arzenetmirteln (für Kranke), nicht von Hausmitteln und kosmetischen Präparaten, die Verwendbarkeit oder Nichtverwendbarkeit hinsichtlich ‘jyn tidm niun mDK mos angibt. Der Late steht es dem kleinen Büchlein nicht an, welche Fülle von Wissenschaft, halachischer Gründlichkeit und Akribie in der kleinsten Einzelheit dazu gehörte, um dieses Verzeichnis in QHfflfftnienarbeit otm zahlreichen Nab b inen. Aemen und ThLMistIüN gnsianbe?ju bringen. MZääll Spötter ä Ia Gronemann die Rase rümpfen über diese „Technisierung" der Religion, — vor dem inu minn ist das Büchlein doch ein Ehrenzeugnis für den tiefen religiösen Ernst und die Gewissenhaftigkeit des gesetzestreuen Judentums Deutschlands. (Aas I^astaHfest der Samaritaner). Da der Beginn des diesjährigen Pastahsestes ans einen Sonntag fiel, brachte der in der Nähe von Nablus woh- Ü8Ü^? fiülnin ber Samaritaner schon arn Freitag Das Passäh?OpsN aus Berge Gerlylm Zahlreiche palästinensische und auswärttge Gaste waren Zeugen der Opferungszeremonie. — Der Stamm der Samaritaner, der seit lange im Aussterben begriffen ist, scheint sich zu erholen, denn in den letzten Jahren hat die Zahl der Stammesangehörigen zugenommen. Die Samaritaner beabsichtigen, Siedlungsland zu erwerben, um als Bauern zu leben.