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Der Israelit · 1927-04-26 · Heft 16 (26.4.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 16 (26.4.1927)
Date
1927-04-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Jtr:: Seite 2 Nr. 16 Der Israelit 26 April 1927 Hausen zum Schächten gefesseltes niedergelegtes Jungrind nach dem von dem Schächter S. Marx in Geln- Daimn mwkiiMMnen sWHWniit Drei Dlinimn lang ausgleblg geblutet, plötzlich seine Feffel zerrissen, sich erhoben hat und umhergelaufen sei, bis es Reis gelungen fei, das Tier zu Fall zu bringen. Der Inhalt dieses Briefes ist veröffentlicht worden, worauf Marx und Reis im „Gelnhaufener Tageblatt" erklärten, daß ihnen von diesem oder einem ähnlichen Vorfall nichts bekannt sei, und sie die Schilderung als eine Verleumdung dezeichneten. Deshalb hatte üindernann gegen sie Strafantrag gestellt. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht hielten beide Teile an ihren Behauptungen fest. Das Schöffengericht sprach die Angeklagten frei, da es die erheblichsten Bedenken hatte, ob sich der Sachverhalt so zugetragen hatte, wie er von Dr. Lindemann geschildert worden, sei. Die Berufungsinstanz hob das Urteil der ersten Instanz auf und erkannte auf je ISO Mark Geldstrafe. Verband des jüdischen Lehrerseminars in Köln Köln, 22. April. Der Studiendirektor des Jüdischen Lehrerseminars in Köln teilt uns nachstehenden Erlaß des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an das PraviWnWiillollksium in Koblsng mm Aus den Bericht vom 3. März 1927 — II 2050. Unter den obwaltenden Umständen erkläre ich mich damit einverstanden, daß in die zweite Klasse des privaten jüdischen Lehrerseminars in Köln Ostern ds. Js. Schüler und Schülerinnen, welche eine ausreichende Vorbildung Nachweisen, ausgenommen und nach erfolgreichem Besuch der beiden obersten Seminarklassen Ostern 1929 zur staatlichen Entlasnatf) Den seftimmunofn Der Msungsordnung vom 1. Juli 1901 zugelassen werden. In Vertretung: gez. Lammers. An das Provinzialschulkollegium in Koblenz. Ausreichend vorgebildete und 18 Jahre alte Aufnahrnesuchende mögen t^re Be - Werbung schleunigst einrsichen. Wie man um die jüdischen Stimmen ringt. Wien, 12. April. Die Wahlen zum österreichischen Parlament und zum Wiener Gemeinderat stehen unmittelbar bevor; die Wahlbernegung hat ihren Kulrn.rnatrorlspu.ttkt erreicht. Bunvcsrangstr Le. Tsipel M gestern in Klvsteeneuburg eine Rede gehalten, in der er sich mit der Judenfrage beschäftigte und ausführte: „Daß ich selbst als christlich-sozialer Parteimann zum christlich-sozialen Programm stehe, weiß alle Welt. Für mich als Bundeskanzler aber und auch als Führer der Einheitsfront gibt es eine Judenfrage nicht. Als Haupt der Bundesreniklimg ßllße ich mm ZU wachen. Dal Die m* faffungsmatzlge Tlecchberechügung aller Ilaalstzurger von jedermann gegen jedermann eingehalten werde. Ich habe dies bisher in vollem Umfange getan und werde es auch weiter tun. Niemand und nichts wird mich dazu bringen, von dieser Linie abzugehen. Die Gleichheit aller vor dem Gesetz, ohne Unterschied der Abstammung und des Bekenntnisses, ist und bleibt die Richtschnur meines Handelns als Kanzler. Dies liegt ebensosehr im Interesse der Juden als der Nichtjuven. Selbstverständlich müssen auch diese die Gewißheit vollen Schutzes haben." Die sozialdemokratische Partei hat einen Aufruf „An die Juden Wiens" erlassen, der von einem „Wahlkomitee werktätiger Juden Wiens" gezeichnet ist, in welchem die jüdischen Wähler aufgesordert werden, für die sozialgu Passus sanimt Der Elltz DM! „DMmllND Darf und kann UNL öas Recht nehmen, uns als Juden zu bekennen." Jtolen. Rabbinerjubiläum. Warschau. 10. AM. Zu Ehren der Rabbiner Perlmutter, Gutschächter, Posner und Jutowsky, die alle ununterbrochen 25 Jahre im Rabbinate wirken, hielt die Rabbinatskommission der Verwaltung am Sonntag abend eine Festsitzung ab. Neben den Jubilaren waren sämtliche Mitglieder der Verwaltung anwesend. In herzlichen Ansprachen begrüßte der Vorsitzende der Kommission, Herr S Rosenbaum und von der Kehilla-Ver- *EWg Msfsj MM, Nvsensech, WMffg und Stückgold die Rabbinen. Die Jubilare rühmten in ihren Antwortreden das einträchtige Zusammengehen von Verwaltung und Rabbinat. rmlökrung Der gwanMvnmagZruve in Wien. Warschau, 11. April. Wie der JTA-Vertreter erfährt, hat die polnische Regierung beschlossen, den Besitzern kleiner Läden, sowie Handwerkern, die keine Lohnarbeiter beschäftigen, zu gestatten, an den Sonntagen einige Stunden lang die Läden offen zu halten, bezw. sich der Arbeit zu widmen. Man erwartet, daß der nächste Ministerrat ein Dekret hierüber erlassen wird. Juden für und wider den Sabbak in Polen. Warschau, 21. April. Im Ministerium des Innern tagte eine von der Minderheitssektion einberusene Konferenz in Sachen der Sonntagsruhe, mit dem Zwecke, die Ansichten, Meinun gen und Forderungen der jüdischen Bevölkerung bezüg M M ©oDflals anjuöören. IM Den AnMöriW her gufiembigen Wmsterikn imb verschobenen Aornnnf sionen waren von jüdischer Seite anewsend die Depu tierten H a r t g l a ß und W i s ch l i tz k i, ebenso Ver treter vom Handwerkerverband, „Bund" und „Handels, gehilfenverbände". Von der Aguda nahm Ratmann Trockenheim teil an der Besprechung. Wischlitzki setzte in einem längeren Referat die schweren wirtschaftlichen Schäden, die für bie Inden aus der Hrvangsfoimillgsruhe erwachsen, auseinander. Die; Verlängerung der Arbeitsstunden in der Nacht nach Sabbatausgang nütze nicht und habe ihre Bedenken. Er beantragte eine Arbeitserlaubnis für die jüdischen Geschäfte am Sonntag von zwei Stunden vormittag und drei Stunden nachmittag. Der Vertreter der Poale Zion, Lew, plädiert für die freie Wahl des Ruhei b S f t j unfi’pfif iiiüit inuij WMMn m bsitZsM, ssn-^u AnzsstsMn. Dsr VuMst Alts? schließt sich den Forderungen der christlichen Angestellten auf absolute Sonntagsruhe rückhaltlos an. Auch der Vertreter des Angestelltenvereines, Bo kr ent, wünscht keine Aenderungen. Seine Kollegen seien bereit, am Sabbat zu arbeiten. Herr Trockenheim von der Aguda setzt sich mit den letzten DteDnern Mars unD MW ausemanDer unD fraßt stk. wer ihnen das Manbat gegeben hätte, im Namen ber jüdischen Arbeiter und Angestellten gegen den Sabbat zu reden? Im übrigen schließt er sich den Ausführungen Wischlitzkis an über die katastrophale Wirkung der absoluten Sonntagsruhe auf das jüdische Geschäftsleben, geht aber über dessen Forderungen hinaus und verlangt achtstündige Arbeit für die sabbathaltenden Juden am Sonntag. Die gleichen Ansichten vertreten autf> SRopner oom chandrnerkernerband und 2>ejjutierte Hartglaß. Auch Wischlitzki ergreift noch einmal das Wort, um die unerklärliche und unwürdige Haltung der Linken zu brandmarken, die die jüdischen Interessen den angeblich christlichen opfert. In Wahrheit kollidieren die Interessen der einen mit denen der flnösrn man, \ml DMn s« ««mg Bfi SMtm m$r sislli sink mit umzsksM Chriftm M Audstt. Ts ksMtr aber leicht dazu kommen, daß bei einer Einführung der absoluten Sonntagsruhe nach dem Wunsche des Angestelltenoerbandes in vielen jüdischen Geschäften die jüdischen Angestellten durch christliche abgelöst werden. Herr R a ß n e r spricht noch den Wunsch aus, den jüdischen Handwerkern die volle Sonntagsarbeit in ihren geschlossen Werkstätten zu erlauben. Die Kommission hörte die Ansichten aufrnsrksam an und nrivd auf Grund der gsajoimenen Eindrücke kn die 8^e^andlung hef Sflchs ekssgehen. Antwort auf die schwere Targumstelle. Zur Targum- und Raschierklärung in ,3*3 maw 'Ti bemerke ich zunächst, daß aus Raschi nicht her- -fitz er Jfdj der^argumepstlü^g mschsskßs, Da das Won yivr ttüiäit; nmn pap pn "laiTmv, um den Ausdruck von .3^» nwmn auszufchlietzen, deshalb bemerkt Raschi "iaiL37ii" nicht s. n. ->"En '•>*& und 'N378 z. St. Aus die Targumerklärung selbst eingehend, verweise ich aus *>n3Ta z. St., der daraus hindeulet, daß der Targum hier nicht mit V"m übereinstimmt. Ferner verweise ich auf rrn» Dirm "2, die dahingehend das vvn b’ff erklären, datz es steh auf Die j-rM HtzWv Dos B. L Beließe, s ». rrny "331- Auch bemerke ich, baß B'W 'Oin m '3 ro /»ot ausdrücklich erklären, daß Targum mit 37V'^s '3 Tiv'v öberereinstimme gegen die Ansicht von '>d m '"13 'om, s. n. riiai' riivvVn '"is 2"i3N» '3 ra und n"2i nvrun zur St.; letzterer verweist auf nb'i». daß »gg moK X"3. Obwohl es in Megilloh '»-,1 'SN Heißt, dennoch lernt Targum nach rr«i, s. n. npi3 nma '0 v'vSVv, wo bewiesen wird, daß hierin sich der Targum nur nach riv^V richtet und daß unbedingt lernen muß. daß die nrrrn nicht apn bv wa» bedeutet, da sonst auch die zweite Diti-Antwort in 7,183'' schwer sein würde. *IJ4 UM WJB! U(»l rchUB m MBMB UBI» HIB 'Tn ''») n’b'iüi ioidi mn^ nKTnn xa^i ni'dvn nsrn ^2 ''n «b ^"srri (iaij?as irnnn -.'131 sin S130 nas tbw t"'sbi annnn ''sd apn Auch verweise ich aus 3"v'sa A"'L v"3an der überhaupt nicht von nsrn bringt, nur nb'3v beweist er v. 93. ambaw 10121 oniynpv wie snb'2a 'iipaV vipb'i. z. St., s. n. n"vn ''v 3"i' uv by n"2 rmk m im '-m w'1 m» tw?i3f«n iud a ]Dpi tdd letzterer aussührtz Daß Dato ver x:pDD nsti3i nV^io sbi nsm v b"v »e^in’ 'T s"3 01330,3 ''22 3212.3 by ,33 '’.3 vaa 0V,3 bV isb .3IV23. nb'30 von .3317, f7>a abgelernt wird und 0"3a3 wie die sn^’oa lernt. Damit ist 'own '■»lyip '3 Ta Tiiai' beantwortet und sind beide Targumim, Targum Onkelos und auch Targum Jonathan nach der sipoa zu rechtfertigen. Rabb. ffiaffermanit, Darmstadt. * Aus die Frage des Herrn Prediger Emanuel Heimann aus Plauen erlaube ich mir zu bemerken, daß es in Wirklichkeit nicht "iai:i3TD» sondern "181)3711" heißt. Wenn Raschi lamm schreibt, dann will er damit sagen, daß er mit dem Targum nicht übereinstimmt. And dies ist auch hier der Fall. Onkelos ist nämlich der Ansicht, daß nj?'3T sich nur auf rnta beziehen kann, weil sonst der Ausdruck von,3x7,3 hätte gebraucht werden müssen. Deßhalb übersetzt er: xni3a bV p3Tl- Raschi aber übersetzt es genau wie der Talmud und bemerkt daher ,p3fi rtxtn j*3sr. Denn auch np”“)T kann als nHtn r»er- DüDÖtD TDClDm. Uebrigens ist die Frage, warum Onkelos im Widerspruch zum Talmud übersetzt, nicht neu. Im 3^ ni'Til von R. Adler. wird diese Frage lang und breit behandelt. Doch seine Erklärung, daß der Targum sich nach Rabbi Elieser lichtet, leuchtet nicht in allen Teilen ein. A. Wolp ert, Göttingen. Aleines Feuilleton. Rabbinische Geschichten. Rabbi Schlomo Ege r, Sohn des großen Rabbi Akiba Eger und nachmaliger Rabbiner von Posen als Nachfolger seines Vaters, hatte einen Prozeß in MösÄ«ftssn8tt88mtz«ittn, M Dsm eg nai um eine immmlt mannt oaaDtlit, Dtl Dem Damaligen ©Deis rabbiner von Warschau, dem berühmten Verfasser des 71383« Der Oberrabbiner hörte - beide Parteien an und verschob die - Urteilsverkündung um einen ganzen Monat. Zum festgesetzten Termin erschien Rabbi Schlome Eger wie seine Partner im Rabbinerhaüse zu Warschau, um die Entscheidung entgegenzunehmen. Das Urteil fiel gegen Rabbi Schlomo aus. DieSumme, die vom reichen Schwigervater Rabbi Schlomo unter gewissen Voraussetzungen ausgesetzt war. mußte unter die Erden gleich- 69275

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