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Der Israelit · 1927-04-26 · Heft 16 (26.4.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 16 (26.4.1927)
Date
1927-04-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Nr. 16 Der Israelit 26. April 1927 großartige Huldigung. Tausende von Menschen durchfluteten die Straßen und bereiteten dem vorbeifahrenden PW-mttn »vAiwnni. Präsident Masaryk empfing ben Führer der Agubrsten in Palästina, Rabbiner Sonnenseld, der den Gast willkommen hieß. Nachher besuchte Präsident Masaryk die jüdischen Institutionen Jerusalems. Am nächsten Tage begab sich Präsident Masaryk nach Tel-Awiw, wo ihm von den dort wohnhaften Bürgern der Tschechoslowakei ein Ehrenempfang bereitet worm ist. Einstein und die Hebräische Universität Jerusalem. Jerusalem, 10. April. Vom Sekretariat der Hebräischen Universität wird uns geschrieben: Unsere Aufmerksamkeit ist auf eine Notiz aus Jerusalem in Nr. 11 ds. Js. Ihres Blattes aalanlt MMn. i» mMsimiiy State «üf amerikanische Zeitung die Behauptung ausgestellt wird, Herr Professor Einstein „ziehe sich von der Hebräischen Universität in Jerusalem zurück, weil Dr. Magnes die Bibelforschung im Sinne der radikalen Bibelkritik aus der Universität gebannt wissen wolle". Wir möchten demgegenüber feststellen, daß Herr Prof. Einstein niemals in irgend einer Form zur Frage der Bibelkritik an der Hebräischen Universität Stellung genommen hat. mi Ms. (Mein Ödt Mm MlMlWl MMMN. bas ©erüd)t, daß er sich von der Universität zurückziehe, und daß dies im Zusammenhang mit der Frage der Bibelkritik stehe, in kategorischer Weise zu dementieren. (Siehe „Jüdische Rundschau" Nr. 15 ds. Js.). Präsident TNasaryk in Jerusalem. Jerusalem. 12. April. Präsident QJ1 a j a r tj I bejucljle gestern nacljmUbig b'e tschechoslovakisch-jüdische Kolonie im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim. Auf dem ganzen Wege dorthin war er Gegenstand begeisterter Ovationen seitens der Jerusalemer jüdischen Bevölkerung. Aus dem Gebäude der Kolonie war eine große tschechische und hebräische Aufschrift: „Es lebe Präsident Masaryk" angebracht. MM Bin MMIM in der mit tschechischen Flaggen geschmückten Räumlichkeit und überreichte ihm namens der orthodoxen Gemeinde eine hebräisch geschriebene Adresse in einem glänzenden Etui aus Filigransilber. Durch ein dichtes Spalier fuhr sodann der Präsident Masaryk in Begleitung des Obersten Kisch und des Banjuls in &re lro|c S n a g o g« Jerusalems, wo er ebenfalls mit Gesängen und Gebeten begrüßt wurde. In der Synagoge wurden dem Präsidenten Masaryk u. a. der Oberrabbiner Kuck vorgestellt. Jüdische Erfolge bei den Stadtratwahlen in Palästina. Jerusalem, 19. April. Ml MMl M MM 2m\mm MM $8t sich auch die Judenschaft in anderen Städten Palästinas zu Wahlblocks vereinigt, wodurch die jüdische Liste ohne Wahlgang als gewählt erklärt werden konnte. So war es z. B. in Safed, wo die vier jüdischen Kandidaten ohne Wahlgang ihre Sitze erhielten, während die restlichen drei arabischen Stadträte mit Hilfe der Juden gernäkytt murbert unb ihre 9Seretifcf)cif£ erklärten, freunö= . i > i > i schaftlich mit den jüdischen Stadträten zusammenzuarbeiten. Hmevita. Wichtige Ergebnisse der Hias-Konferenz in Äewyork. NLBY8?k. 11. AM. Sn der dieser Tage in Newyork abgehaltenen Konferenz der amerikanisch - jüdischen Wanderschutz-Gesellschaft Hias wurden offizielle Mtteilungen der Regierungen der südamerikanischen Republiken Peru und Paraguay verlesen, aus denen hervorgeht, daß die füdamerikamschen Staaten einer jüdischen Einwanderung in diese Länder freundlich gegenüberstehen. Die Regierung von Paraguay gibt in ihrer Kundgebung den herzlichen Gefühlen für diejenigen Ausdruck, drs in btefes Hand fommen moüert, um sich hier burdj ‘ 1 ’ ‘ i i 1 J i Arbeit eine Existenz aufzubauen. Das jüdische Volk, heißt es dann weiter, hat in überreichlichem Maße bewiesen, daß es tüchtig und arbeitswillig und jedem Fortschritt zugetan ist. Glieder dieses Volkes werden in Paraguay mit Sympathie ausgenommen werden. — Die Regierung von Peru tzkgrM es, vast Dills in Lima, mm Hausühafen von Peru, ein Einwanderer-Büro errichtet hat. Dieses Telegramm der Peruanischen Regierung wurde von einer Mitteilung des peruanischen Konsuls in Newyork, Herrn Edwardo Higginson, ergänzt, die besagt: Wir betrachten es als Vorzug, daß die Gesellschaft Are Woche. Berlin. In der Riesenhalle des Sportpalastes wurde Sonntag abend eine republikanische Kundgebung abgehalten, in. der der Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Oberpräsident H ö r s i n g , und Abg. Dr. Josef W i r t h bie J^aupirebner mar-erc. Berbe roan&ten grofje1F gsgssi ' SrTfWfTl Nabau-Anttsemiten. — Bon dem erweiterten Schöffengericht Schöneberg wurde der 42 Jahre alte Ernst Marzahn zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er sich am 12. November. 1926 in der Kurfürstenstraße auf den Fahrdamm gestellt und auf „die verdammte Judenrepublik" geschimpft hatte. Wegen eines ähnlichen Deliktes wurde der Student Carl Gilowi zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. — Der Legationsrat beim AuswärliQcn nr. M. ® o D b r n n ö i m, wurde zum ersten üegationsrat ernannt. — Wolffs Telegraphen-Büro teilt aus M ö r s 18. April, mit: In der Nacht vom Karfreitag auf Sonnabend wurden auf dem israelitischen Friedhof in M ö r s etwa 28 Grabsteine umgeworfen und zum Teil zertrümmert. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Emden.. Das vom Amtsgericht Emden seinerzeit ausgesprochene Urteil gegen die völkischen LllWNMMtzicM NI DllNUM, M W Sommer vorigen Jahres den Cmdsner Rechtsanwalt Eharig am Strande überfallen hatten und in der ersten Instanz zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, wurde in der Berufungsinstanz vom Landgericht Aurich bestätigt. Prag. Das Postminifterium hat einen Erlaß herausgegeben, wonach die Beförderung österreichischer und deutscher hakenireugferifefjer burdjj die gu unterlassen sei. Riga. Del der Wahl des neuen Präsidenten der Republik Lettlands durch das Parlament stimmten die jüdischen Deputierten und die übrigen Vertreter der nationalen Minderheiten für den bekannten Demokraten M. Semgall, der auch gewählt worden ist. Bukarest. Die hauptsächlich von Juden bsrvohnts Stabt Vohuschr in ber Nähe IBöCäU, £>tjj eines (RaLkt <ms Ler ^amxJie Frledmann und ein Ehassidim-Zentrum, ist durch Feuersbrunst fast völlig z e r - st ö r t worden. Mehrere hundert jüdische Familien sind obdachlos und kampieren im Freien. Die Verzweiflung unter der Bevölkerung, die zum Peffachfest ohne Obdach blieb, ist groß. Eine Hilfsaktion ist eingeleitet. London. Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation beschloß, den Kongreß in der letzten Woche des Monats August irr W a s e l , <Bcfrroeis, a&sufiafteri. “ o l l > - 3 * Ul Rervyork. Der 1911 von Andrew Carnegie begründete Verband der Kirchen für Frieden in der Welt teilt mit, daß im Jahre 1928 eine Vorkonferenz zwecks Vorbereitung einer Weltkonferenz aller Religionen für Frieden in der Welt, die im Jahre 1930 abzuhalten feii?-wird, stattfinden wird. — Herr David A. Brown, der Leiter der Kampagne des Joint Distribution Committee zur Ausbringung von 2 5 Hß'inpnen B o l i a r pir an bie ^udenheit der Alten Welt, teilt mit, daß von den 25 Millionen bis heute etwa 20 Millionen Dollar gezeichnet wurden, aber nur etwa 6% Millionen Dollar bar eingezahlt worden sind. Herr Brown fordert die Zeichner dringend zur sofortigen Barleistung der Beträge, auf, da die Kassen des Joint leer find und das Hilfsrverk ohne Barmittel untsrbunbsn rvsrdon mm. MMll. M m m Mich MMbenbe Konferenz der rvelßrussischen Sowjets beschloß die Schaffung eines Staatswappens der weihrufsifchen Republik, das die Inschrift in weißrussischer, jiddischer, russischer und polnischer Sprache tragen wird. Hias in der Republik Peru eine geordnete jüdische Einwanderung organisieren will. Zum Schluß erhob der Präsident von Hias, Herr harrt Sj e r m a rr , Protest creaen t>ip qertenbe Einh»tu öS o i m a ii! iitotclt ^cgcit DtC gtlllHM @tlU wanderungsbkll, die sogar Frauen und Kindern derjenigen die Einreise verwehrt, die aus die amerikanische Bürgerschaft Anspruch erheben. Ltbmhcrm Seidenu. Garn-Handelsges. 01. b. H 47 Bleidensfraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse Z) SPEZIALHAUS in Näh-und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder All m Konferenz VMM, sofort ein© Kamagnö zui Aufbringung von 500.000 Dollar zwecks Unterbringung der jüdischen Emigranten aus Ost- und Mitteleuropa in anderen Ländern als in den Vereinigten Staaten einzuleiten. Die Koordinierung der gesamten jüdischen Wandererhilfstätigkeit durch das bekannte Abkommen zwischen Jca, Hias und Emigdirekt wurde sehr warm £ii seiner Tonen nuut mm für m ffmu flFQtißHSflP&äi!1, fßüiern au<^ für die bernftiche Äusbib düng der Emigranten Verwendung finden. — Zum Leiter der Kampagne wurde Herr John L. Bernstein, der frühere langjährige Präsident von Hias, gewählt. Herr Bernstein eröffnete den neuen Feldzug mit einer Ansprache, in der er ausführte, daß Länder wie Südafrika und Australien, sowie die südamerikanischen Staaten Mdische Wanderer ausnehmen können, sobald diese Wanentfprecffenb nor&ereft-et be Die Stadt der Sabbat-Beobachter in Amerika. Newyork, 15. April. Die Vorbereitungen zur Gründung der Stadt Jawne in der Nähe von Newyork sind soweit vorgeschritten, daß bereits der Grundstein für die ersten Häuser gelegt werden konnte. Vis Ende dieses Sommers werden die ersten hundert Jffllfi MM LMM M. M M nächsten paar Jahren sollen 2000 Häuser erbaut werden. Das Gemeindeleben in dieser jüdischen Stadt soll nach der Absicht der Gründer aus der Beobachtung aller religiösen Vorschriften des „Schulchan Aruch", insbesondere auf der strengsten Beobachtung des Sabbat basieren. Personalien. Gedern, 10. April. Was der große Kreis ihrer Verwandten und Freunde befürchtete, , ist zur traurigen, bitteren Wahrheit geworden: Frau Esther Rothenberger geb. Stiefel *?": ist im Alter von nahezu 76 Jahren von uns gegangen. Ein Menschenleben, das so ungemein reich an Cdlsm und Schönsnr mar, ist a£wj<f- WlWil., MlliH m\ £epcrtf \m f»rmen. iett Treiben ber Gesellschaft da draußen wurde Esther Rothenberger gar selten gesehen. p» m nras jm Innern ihres Hauses, dem ihr ganzes, reich gesegnetes Leben gewidmet war, kam der Zauber^ ihrer edlen Persönlichkeit zur Entfaltung. Und wer unter ihren Verwandten und Freunden wäre nicht einmal in den Lichtkreis ihres stets offenen Hauses getreten, wäre dort nicht von der freundlichen, gewinnenden Art ihres Wesens entzückt gewesen! Auf alle, die ihre Schwelle überschritten,, fiel ein Strahl der innigen Harmonie, der muttberberren Gsinfracfji, bie in ihrem ^au.fe frerrfcfite, « ' ' . . ( dMtMtal allen wurde ein D'imu noiun im jüdischsten Sinn des Wortes zuteil. Da trat kein Bedürftiger ein, der nicht durch eine Gabe, ja, was noch mehr ist, durch ein ermunterndes Wort, durch einen freundlichen Blick erfrischt und aufgerichtet worden -wäre. Und alles wurde überstrahlt und gekrönt von einem wunderbaren Gottvertrauen, von einer tiefinnerlichen Frömmigkeit, die sie keinen Augenblick ihkes Seins verlor, die sie geleiteten vom Gebet im nojan ma hinaus In bie Tätigkeit des Seil, Äl fli trügen m £en feilen lier Prüfungen uns Kümmernisse, die sie sich freuen ließen in den Tagen des Glückes und die sie auch in den letzten schmerzensreichen Leidensmonaten nicht verließen. Sie waren es auch, diesie am Eingang des letzten tue? noch, auf den für sie bald der große n:np folgen sollte, innige Segenswünsche für ihre Lieben erflehen liehen. Nun ist sie ihnen und uns entrückt in die cnppt in die Welt der Wahrbeit, Dank, beisten Dank schulben ihv m ItnööF lmö MM fü? m üte, M ÄrötS ihrer Verrvanblen unb freunde für die hingebungsvolle Freundschaft und die Armen und Bedrückten für die warme Fürsorge, die sie ihnen angedeihen ließ. Möge die teure Verblichene ein ■>®v> fein für ihre Hinterbliebenen, die in aufopferungsvoller Hingabe ihre Leiden zu lindern suchten, vor dem göttlichen Throne. Möge ,wtpn Seine tröstende Hand heilend auf die chmerzliche Wunde legen, die der große Verlust der Familie gerissen. rr:is:in. Emden, 4. April. Wieder hat unsere Gemeinde einen chweren Verlust erlitten. Mitten aus -einem rastlos UW mm WM \\i m WM ©ra A M- 1 eimer im 74. Lebensjahre dahingegangen, ein Mann, von dem ein nichtjüdifches Lokalblatt schreibt: >,Geachtet und beliebt in breiten Kreisen unserer Bürgerschaft, weit über die Grenze der jüdischen Gemeinde hinaus, in der

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