Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 16 (26.4.1927)
- Date
- 1927-04-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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■&,, ~ - -' ■ ■ _v * v c t- 1 1 ' MWWMtzMWzMWD m. Jahrgang. a> fic— a %yf 26,2lpttl 1927 Frankfurt a. ZU., den —airniffüTW Nr. 16 Ein Centraloraan für das grM» JudeRtnin Begründer von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement' ab Januar 1984: Deutschland 1 Toldmark Monatlich; Ausland: Vidrteljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifbands-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar: England 4 sh.; ab 1. Juli talfli 8 Wh VW» gtaite« » A«: s° DA; Bltauen 7.M li.; wumSttktt 900 fiel; Mttl4 bsutfi|C UöIbttlMl M!WM M 7 -fttötxjj <?c^xoeiA 5 ift-; Sf^c^osStoiuaict SS ÄrottCtt; ß » I Zrorh: 0(4«>ctS o°0„t S»«opo» fen gronsn 5 Kronen; Norwegen ö Kronen; Schweden 3.60 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Chiffregebühr in Höbe eines dop! Rabatt nach Tarif. Bet laufenden MB W.WMM M ff» fwafi! d«im fcee ssimIK ffi.m.6. s.. jfcantf. a. 91., (k Wmbel«r «tk>»i B, M Hl>»Il>W sou?, (Illfi fHHTlfl Simpnce»"®*»». »es Oixin» auslan^s. Snferotcoann. fux Sranff. W. Butaj (8Iu! Uiloilckll'EÄkv: ocs oll>'a.k° Geschäftsanz..'JuI. Schmidt- Langestr. 7,II, Tel. Hansa 4641, Platzvvrschr. ohne Verbindlich!. direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Pr. 18808. — AWerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 79605. — Postsparkassenamt Budapest Nr. 18434. — Postscheckkonto - - * u'*- - ~ ‘ ' - :t Amsterdam Nr. 34868 - Böhmische Unionbank in Prag - IW» Marmarosch Blank & Co. in -rarschau Nr. 190787. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7351 — Jnkäfso-Bänk Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34889 — Böhmische Unionbank in Prag — Bsmca Marmarosch Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten sich ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a M. Die vorliegende Rümmer ist eine nummer für die ausgefallene Chol hamoed- Nummer. Die nächste Nummer erscheint wie gewöhnlich am nächsten Donnerstag. Der heutigen Nummer liegt ein Spendenverzeichnis von Moses Bamberger, Würzburg, bei. Warum liksl man die so gerne? Von A. Mannheimer in Dettelbach. Alljährlich, wenn das Pesachfest vorüber ist, beginnen wir mit dem Lesen der Perokim, zu deutsch „Abschnitte", auch jvdk ■»ps genannt, oder „Sprüche der Väter", d. h. der Weisen. Es Jini) fßtfjfi affimnita voll mm jnDts nur fünf der eigentlichen Mischna angehörett, (Traktat Abot) während der sechste aus Boraitos sich zusammensetzt und auch inhaltlich sich insofern von den andern fünf abhebt, als er nur die Heiligkeit der Thora und die heilige Pflicht des Thorastudiums zum Gegenstände der Betrachtung hat. Die Perokim bilden eine beliebte Volkslektüre. ffHff btriibli^en (Er^cfjjetrcxirtgert! irt ßet>re und Löbm Des Öubmmms, trug allem önüiffr rentismus, dem wir. in Schule und Gotteshaus vielfach begegnen, kann doch behauptet werden: man lieft die trpis gerne. Nicht etwa weil sie gefühlsmäßig mit ein Wahrzeichen der sommerlichen Jahreszeit sind; das wäre eine reine Aeußerlichkeit. Der Grund liegt tiefer: Die v'ps srsrfen in das frisch pulsierende Menschenleben -Un. 8: sss. flgfi? ifi jg mW ffiifsjfunflßn er im Laufe der Zeit zu sammeln imstande war, je gereifter er im Urteile geworden, desto leichter findet er. in den v'piv all das bestätigt, was er als Wahrheit auf dem langen. Lebenswege oft nach vielen Jrrgängen kennen gelernt. Die Sprüche der Väter knüpfen an vorhandene Vorstellungen an; die Apperzeption ist hier gegeben. Der Mann aus. dem Volke findet seine Rechnung auch beim schlichten Lesen des. Textes. gcrngen |int> t>ie SSilSsei- ^efjren errtrtb jbartrt ttticf) nicht schwör japar. Wer verMnbc ntöjt hm Wort : "i2i „Seid nicht wie Knechte, die ihrem Herrn dienen in der Absicht, Lohn zu empfangen, sondern seid wie jene Knechte, die ihrem Herrn dienen nicht in der Absicht, Lohn zu empfangen?" Oder „Dein Haus fei ein Sammelplatz für die Weisen und bestäube dich mit dem Staubs ihrer Füße und schlürfe mit Durst ihre an i i o(( o» T'' ' •i""";rT°a pnr Worte ein?" Oder „Tue Buße einen Tag yok deinem Tode?" Oder „Wisse, woher du gekommen und wohin du gehst?" Oder „Wer den Menschen angenehm ist, der ist auch dem Allgegenwärtigen angenehm?" Allerdings, nicht immer liegt das Verständnis so an der Oberfläche, daß auch der Laie das Gold der Wahrheit erfassen kann. Indessen sind gerade jene Partien nicht in ermüdender Folge aneinander gereiht: immer ist das ÜMlNPMW ln wWlIMM WMWMll mit eingeftieut. Die Partien, welche eine Vertrautheit mit dem Lehrinhalt des Judentums voraussetzen, bilden nicht den überwiegenden Teil. Zum menschlichen Leben gehört bekanntlich ein wenig Philosophie. Philosophiert wird nicht nur in Gelehrtenzirkeln, im Kreise der Gebildeten; auch der Bauer am Pfluge, der schlichte Arbeiter M llkk.WMMl *5r? ssWelUneisk)eU" gerne aus. Selbst Kinder misten schon in ihrer Art zu moralisieren und fechten Geisteskämpfe auf. Da unsere D’ps Morallehren sind, so kommen sie' der spezifischen Anlage der Menschennatur weit' entgegen. Es werden Wahrheiten geboten, die der gesunde Menschenverstand leicht begreift, die auch der Laie sofort für stichhaltig crnsieht. Damit rückt aber bte Gefahr nabe, man tonnte Öie Ämnispen der als eine gällZ allgemein menschliche Morallehre betrachten. Mit Recht weist der Kommentar des Bartinora darum gleich bei der Einleitung darauf hin, daß eine solche Meinung irrig , ist. Die mpns seien keineswegs den Moralschriften gleichzustellen, wie solche die Weisen nichtjüdischer Nationen im Laufe der Jahrhunderte allenthalben schufen. aJBBfnin^D'™ unrcre ZMnlmm sstik auch vom 4*»' wis dis ganze übrige .Tnniftß sind ganz durchtränkt vom Geiste der Lehre, die einst Moses auf dem Sinai empfangen. Wir mögen sie nicht in allgemein menschlichem Sinne auffassen, sondern in spezifisch jüdischem Geiste. Auch die Sittenlehren Israels sind sinaitisch. Sie haben deshalb autorative Kraft und wirken auch, ohne viel Pathos und Pathetik auf Herz und Gemüt des Lesers. Auf das Kunstmittel einer glän- Zsndsn nutzeren Rhetorik können sie wohl ver- 8ch!rchl xin% fchlnll^lns - fl? Sg? finden sie gerade öeshaw desto leichter den Weg. zu unferm Innern; denn der unverdorbene Menschengeist ist für die Wahrheit geschaffen. Er hat Freude am.'Suchen der Wahrheit, Freude am Finden der Wahrheit. So sind die „Sprüche der Väter" auch den späten Epigonen noch eine Lieblingslektüre geblieben. Vomh"p'^i isiv vrin VikS VM,.K PU m lange All WM' sinn er auch nur einen Tag ohne nv«-Lernen verstreichen ließ. Die offizielle Mustarstunde der östlichen Thorakreise ist eine wahre Erbauungsstunde für die Hörer. Ein Schimmer derselben fällt auf die Glieder der weiten jüdischen Diaspora, wenn das SommerHalbjahr ihnen die ü’pa allsabbatlich reicht. Man hält Einkehr bei sich, Reflexionen befruchten Geist und Gemüt; beslhllllWk BkkkSWWM HIV leben, Judentum, Schicksal und Lebenszwell, Irdisches und Ewiges werden angestellt. Und das Wohlgefallen an solchen Gedankengängen prägt sich in dem schlichten, aber gerade darum treffenden Worte aus: die trpna sind schön! üomrponSenre« » Nacdricdten. Rei«h. ^bmeinbenin^len, Berlin. 10. WNÜ Das endgültige Ergebnis der Gemeindewahlen wurde am Sonntag, den 10. d. M., im Sinne einer Entscheidung des Polizeipräsidenten von Berlin noch einmal festgestellt. Auf Grund des neuen Ergebnisses erhalten die Liberalen zehn Vollmandate, die Jüdische Volkspartei sieben Vollmandate, die Mittelpartei zwei Vollmandate, die Konfsi7VcrtrV-err ixrtS> bte Poetle Aton je ein 92oIItttCltthcti:_ ©egenper ösm nm id, mm trat auf Grund der neuerlichen Zählung eine Verschiebung insofern ein, als Dr. Oskar Cohn von der Poäle Zionpartei nunmehr Repräsentant wird, während die Jüdische Volkspartei anstatt acht nur sieben Vollmandate in der Repräsentantenversammlung hat. Der Schächk-Prozeß von Gelnhausen in zweiter Instanz.! > ,, , SSeflin, 3.4. 2IprrI. . i . - » * * ♦ m. | s - > Der UL» GslNhSUsM Hai gösMll üüö Hanauer Gericht in zweiter .-Instanz beschäftigt. Sch! achthofdirektox Dr. Lindemann ün Gelnhausen hatte in einem Briefe än-den^Merschutzverein in München behauptet, daß ein von dem'Metzgerm'eister Ludwig Reis in Geln- .1:^1