Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1925-09-10 · Heft 37 (10.9.1925) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 37 (10.9.1925)
Date
1925-09-10
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450337-2450373--72507-2529884
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

MAWtWbMM sationsgesellschaftz MtMey^.qm < t HkLhtzr/ilbernommen werdsn.!U-^ 1 N'N;P .1^,;..; .;i ,:.;•:..;•: Das Zentralbtzro. der „Ozet" in Moskau e^Wkiüon dem^K HWM^WME^Arstt^roörein 'H jüdische Kold'nisrÄion^in Rüßtaüd den Betrag qa^lAYHOO Dollar. Zwischerr,^L)tzet"- und „Jkor."chsfteljt ein Äb- Eommen. rvonäch^das. gesatnte >von Jkvv ausgebrachte Geld -er Üzet' 'Überg4ßeü' v^wd,/ wo^eHri^ Äjet' verpflichtelt fst, über die Berwendu.yg; W ' SuyiM' Bexicht zü'.ersten. Dasr -Lanvi ^Mr'iYrtt t7ven Pogromen getöteten jüdischen Bauern. Moskau, 6. September. Im Marjupol-Distrikt in der Ukraine wurden neuerdings 10 000 Desjatin Land (27 000 Morgen) für jüdische landwirtschaftliche Kolonisation zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um den Boden der jüdischen Kolonien Netschaewka und Trudoljubowka, deren Bevölkerung von den Banden des ukrainischen Attamans Machno zur Zeit des Bürgerkrieges zum großen Teil getötet, zu einem feineren Teil vertrieben wroden sind. Die Vertriebenen haben sich inzwischen an anderen Orten angesiedelt. (I. T. A.) Autonomer jüdischer Distrikt in Rußland. Moskau, 6. September. Der Präsident des Rates der Volkskommissare in der Ukraine und Oberhaupt der ukrainischen Republik Tschub a r, erläßt aus Anlaß des ersten Jahrestages der Herausgabe des Dekreten betreffend die jüdische Kolonisation eine Mitteilung an die Presse, in der es heißt: Mit der Zunahme der jüdischen das Land bearbeitenden Bevölkerung im Distrikt Cherson wird dort eine autonome jüdische Domäne mit jüdischen Sowjets errichtet werden. Es liegt durchaus im Bereiche der Möglichkeit, daß mit der Zeit in diesem Distrikt eine autonome jüdische Republik nach den Richtlinien der anderen Sowjetrepubliken errichtet werden wird. Herr Tschubar benußte die Gelegenheit, um der Arbeit des „Joint Distribution Committee in der Kolonisierung der Juden in Rußland, sowie der Mitarbeit der „Jewish Colonisation Association" auf diesem Gebiet hohes Lob zu zollen. 7ln*erik*» Der amerikanische orthodore Rabbinerverband für den Joint-Drive. R e w y o r k, 26. August. Der Verband der orthodoxen Rabbiner Amerikas nahm in einer besonderen Konferenz zu der geplanten 15 Millionen Dollar-Kampagne des Joint Distribution Committee Stellung und beschloß, diese Kampagne, deren Ertrag hauptsächlich der jüdischen Landansiedlung in Rußland zugute kommen soll, mit allen Kräften zu unterstützen. Jeder Rabbiner in den Vereinigten Staaten wurde verpflichtet, während der kommenden hohen Feiertage in einer Predigt für dieses Ziel zu wirken. In einerKonferenz von Vertretern der Vereinigten jüdischen Gewerkschaften, des jüdischen nationalen Arbeiteverbandes, der jüdischen sozialistischen Föderation, der Poale Zion und anderer Arbeitervereine wurde eine Resolution angenommen, die jüdische Arbeiterschaft für die Joint-Kampagne mobil zu machen. Die Konferenz setzte eine 17gliedriges Komitee ein, welches den Leiter der Jornt-Kampagne, Mr. David A. Brown, zu unterstützen haben wird. Die Juden der dritte Teil der Newyorker Bevölkerung. N e w y o r k, 4. September. Bei der Feier der Grundsteinlegung für die zu erbauende „Bnei Jaacob"-Synagoge hielt der Newyorker Bürgermeister Haylon eine Ansprache, in welcher er erklärte, die Juden bilden mehr als den dritten Teil der Bevölkerung Newyorks, und dies fei ein Glück für die Etadt. Die Juden haben einen unmeßbaren Teil zu der Entwickelung Newyorks beigetragen, sie verdienen es, daß man ihnen im Geiste der Toleranz begegnet. Er warnte gewisse „selbstsüchtige Gruppen", die Zwietracht unter den amerikanischen Bürgern säen wollen. (I. T. A.) Dj-i-, We Palästina Die Einwandermrgserschwerttnaen Itry Palästina^ 7;: :; ’1 -; 7 '3 .efu s jfrjty., 4.-jSepHmb^x^''s'. Roch EMtresfen de,r.'. MMiMnjgsx.' 'Mß. De Aäsästly,a^ ämteri in Polen und Rumänien, außidem Zionistenkongröß wegen neuer Erschwerungen der- Pälästin'a-ErnwcmdeMN^ aus ihren' Ländern vörojebracht' haben,begab sich'^K" Vertreter der Palästinensischen Telegrafen-AgientiL^! in das Regierungsgebäude, um dortnErkundiguygen einzy?. holen. Es wurde-ihm»'ggsag^üdäß'^dle «Men 'Jnstvttk-- tionen sich keineswegs'allein auf Polen und Rumänien beziehen, sondern daß sämtliche britische Konsuln im Ausland angewiesen wurden, vor der Erteilung der Einreise- Visa bei der Regierung in Jerusalem anzufragen. Diese Vorschriften beziehen sich nicht allein auf sogenannte Kapitalisten, sondern auf alle Kategorien von Einwanderern. Von der palästinensisch-zionistischen Exekutive wurde der.Palästinensischen Telegrafen-Agentur miigeteilt, daß .die Leitung der Exekutive energisch gegen die Erschwerungen ankämpst, jedoch ohne Erfolg. Was die Einwanderung von Touristen betrisst, so ist eine besondere Anfrage in Jerusalem. nicht notwendig: das Warschauer Konsulat, welches bei Touristen besondere Anfragen für nötig erachtete, hat die Instruktion mißverstanden. Vermischtes. Hamburg 7. September. Herr Oberrabbiner Dr. Spitzer bittet uns um Aufnahme nachstehender Mitteilung: Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Bittsteller gefälschte Empfehlungsschreiben mit meiner Unterschrift, unter Benutzung gefälschter Visitenkarten, Briefbogen und. Amtsstempels, oorgelegt haben. Ich bitte daher davon Kenntnis zu nehmen, daß ich nur in den allerseltensten Fällen und stets nur an mir persönlich bekannte Adressaten Empfehlungsschreiben gebe. Es empfiehlt sich, Empfehlungsschreiben gegenüber stets größte Vorsicht walten zu lassen, und in allen Zweifelsfällen bei mir Nachfrage zu halten. Hamburg. 20. August. Am Sonntag, den 16. August, (26. Aw) fand in den vor etwa drei Jahren mit einem Sijum auf „Seder Nesikin" eröffneten renovierten Räumen der Klaus ein Sijum auf i'iwa statt. Unter großer Beteiligung war Gelegenheit gegeben, bei Kaffee und Kuchen den?i7i-Worten unseres verehrten Herrn Oberrabbiners Dr. S. Spitzer zu lauschen. Her Rabbiner Dr. S. B a m b e r g e r, der diesen Schiur morgens im Anschluß an das nnn® -Gebet und abends, nach altem Brauch, zwischen Minchoh und Maariw lernt, gab der Hoffnung Ausdruck, daß in Zukunft eine größere Anzahl Besucher diesem Schiur beiwohnen möchte. Erhebende nun 'N2N des Herrn Oberlehrers Dr. L. Schlesinger sowie des z. Z. in Hamburg weilenden R a k o w er R a w s gaben der Feier einen besonderen Glanz. Würzburg 8. September. Am 16. September d. I. beginnt bei der Regierung von Unterfranken in Würzburg die Prüfung für den Volksschuldienst (2. Lehrerprüfung). Im Anschluß daran wird gemäß den bayerischen Bestimmungen eine Prüfung über das Lehroerfahren im Religionsunterricht abgehalten. Für israelitische Kandidaten, welche die erste Lehrerprüfung bestanden und mindestens 4 Jahre erfolgreich der Fortbildungspflicht genügt haben, wird diese Prüfung in ihrem schriftlichen und mündlichen Teile an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt abgehalten. Durch Regierungsentfchließung Rr. 4165 b 36 vom 4. September d. I. wurden zu diesem Zwecke die Herren Distriktsrabbiner Dr. H a n o v e r, Seminaroberlehrer S t o l l und Seminaroberlehrer A n f ä n g e r in den Prüfungsausschuß berufen. Als Prüfungstage wurden der 16. und 18. September bestimmt. L. Wiesbaden, 7. September. Am Sonntag, den 6. September sprach in der hiesigen Agudah-Gruppe Herr Rabbiner Dr. Ansbacher vor einem äußerst großen Kreis von Zuhörern über das Thema „Wie erhalten wir uns die Jugend?" Der Redner schildert mit vortrefflichen Worten den hohen Wert der Erziehung der Jugend im agudistischen Sinne und fand allgemeinen Beifall. Herr Rechtsanwalt Dr. M. Sulzberger, der an diesem Abend den Vorsitz führte, verstand es aufs Beste in der darauffolgenden äußerst erregten Debatte die Versammlung zu leiten. Von Diskussionsrednern, die in interessanter Weise zur Sache sprachen, wären zu nennen die Herren Löwenstein, Hecht und Abt, Mainz und vor allem Herr Dr. Max Cohen, der zufälligerweise in Wiesbaden anwesend war. Wenn letzterer auch als sehr guter Redner bekannt ist, so muß doch noch gesagt werden, daß Herr Dr. Cohen in dieser Agudaversammlung besonders dankbare Zuhörer gefunden hatte, die seine Ausführungen mit Begeisterung aufnahmen. Herr Rabbiner Dr. Ansbacher wies zum Schluffe mit zündenden Worten nochmals darauf hin, daß wir uns die Jugend nur erhalten, wenn wir sie erziehen, fähig zu sein am großen Agudo- Werke der Lösung der Gefamtheitsaufgaben des jüdischen Volkes im Sinne der Thauro, mitzuwirken. Außer einigen kleinen Ruhestörungen Allzuheftiger, die sich durch ihr Gebühren wahrlich nicht die Sympathie der Anwesenden erwerben konnten, verlief die Versammlung zufriedenstellend und man verließ am Schlüsse den Vor- _Seit?-ly '1AWU" für die Agüdah- BrüWe/.Ll^ Allen,eDn anregendest^ Ahend gegeben hat. 7/ -'7f«ff:7 777,Ä.,,T. ist M.-Gladb aÄ. Freitag. 1,7^ Adar. Dr. G. H. Wir werden den Aussatz hrMgen. Besten Dansti ~ '; 3. G. in B. und Andere. Wir nehmen zur Keststlnis. daß sich der Satz 7 in Eruhin 13 in der Mm befindet? d.NstSstbe beruhte aus emem bedauerlichen Per-, sehen. H. in M. 6.43 eingegangen. M. H. in M. Ihre Beschwerden über zu teuere Preise und unhöfliche Bedienung im Hotel F. in F. scheint uns berechtigt zu sein, doch ist die Zeitung nicht das zuständige Forum für solche Anklagen. — Ihrer sreundl. Anregung werden wir Nachkommen. frankfurter Berichte. Eine Samson Raphael Hirsch-Stiftung? Herr Moses Bamberger in Würzburg ersucht uns um Aufnahme folgender „Berichtigung": „Frau Emilie Cohn geb. P e r l st e i n aus Kopenhagen und ihre Söhne, die Herren Drs. Cohn, nahe Verwandte von Rabbiner Seligmann Bär Bamberger V"str haben die Synagoge „Schützenstraße" nicht aus glühender Verehrung für S. R. Hirsch Vst erworben, sondern um ein altes 00221 m? wieder seinem würdigen Zwecke zuzuführen. Es besteht auch n i ch t die Absicht, ein Ves-Hamidrasch und Hirsch-Museum — das nur dem Personenkultus dienen würde und unjüdisch wäre — einzurichten. Die Synagoge soll vielmehr ein vollkommen neutrales Gotteshaus fein u n d keiner in Frankfurt bestehenden Religionsgemeinde angegliedert werden." Wenn diese interessante Aeußerung des Herrn Bamberger die wahren Absichten der Familie Cohn verrät, dann handelt es sich um einen großangelegten hi st arischen Racheakt, der unter Beschwörung der Manen Seligmann Bär Bambergers das Lebenswerk Samson Raphael Hirschs, seine Gemeinde, von innen heraus sprengen soll. Wir zweifeln nicht daran, daß die Gemeindeverwaltung im Bewußtsein ihrer sittlichen Verpflichtung und ihres glücklicherweise gesicherten juridischen Rechtes diesem mit recht zweifelhaften Mitteln unternommenen Attentatsversuch in aller Entschiedenheit entgegenzutreten wissen wird. Dr. Josef Persitz y'XT* Zum Tode Josef Persitzs wird uns von befreundeter Seite noch geschrieben: In der Blüte seiner Jahre, noch nicht 40 jährig, ist Dr. Josef Persitz von uns gegangen. Die Nachricht hat lähmendes Entsetzen im Herzen all derer wachgerufen, die ihm freundschaftlich nahestanden, und wahrlich — es ist kein kleiner Kreis, die trauernd die Bahre dieses seltenen Jehudi umstehen. Ein ungewöhnliches, an tragischen Erlebnissen reiches Leben hat hier vorzeitig seinen Abschluß gefunden. In Moskau, wo er als ältester Sohn des kürzlich verstorbenen Jeschofchua Selig Persitz das Licht der Welt erblickte, hat er Kindheit und die ersten Jünglingsjahre verlebt. Im Hause dieses Vaters hat schon das Kind fast täglichen Umgang gepflegt mit den Gaonim der Zeit, für die das elterliche Haus ein wn-i war, wie buchstäblich keiu anderes in dem ehemaligen Riesenreiche Rußland. Die Gestalten der großen Rabbinen der jüngsten Vergangenheit, Männer wie der Brisker Raw, die Rabbinen von Wilna, Warschau, Telesi, Pomewics, Kowno haben einen unoerlöfchlichen Eindruck auf den Knaben und Jüngling hinterlassen und kein Wunder, daß der Respekt vor der Thoragröße und dem Thorageist ihm unverlierbares Eigentum wurde. Kaum dem zarten Knabenalter entwychsen, zog es ihn selbst zu den Lehrstätten der Thauro nach Telesi, wo er Jahre hindurch mit größter Hingabe lernte und den Grund legte zu einem umfassenden jüdischen Wissen. Schaß und Poßkim beherrschte er in geradezu erstaunlicher Weise und mit leidenschaftlicher Liebe hat er sich auch Tenach zu eigen gemacht, das er fast auswendig beherrschte. Kurz vor Ausbruch des Krieges hat er der kongenialen hochgestimmten Gattin die Hand zum Ehebund gereicht und mit ihr ein jüdisches Haus begründet, in welchem die Tradition der Väter fortlebte. Er errichtete ein Haus jüdischer Ideale» jüdischen Wissens und jüdischer Frömmigkeit, das jeden fesselte, der es betrat. Ein Schimmer fürstlichen Glanzes ging, besonders an-den Jomim Tauwim von ihm aus, wenn an feinem Schabos- oder Seder-Tisch Talmidei Chachomim aus den verschiedenen Ländern, Männer der jüdischen Wissenschaft und Dichtkunst vereint beieinander sahen. Dann empfanden alle, mit welchem Chen Josef Persitz wie der erste Träger seines Namens ein Ben Porath sein Judentum lebte, mit welcher Anmut und Sorgfalt hier jeder Din und jeder Minhag gehütet wurde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.