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Der Israelit · 1925-09-10 · Heft 37 (10.9.1925) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 37 (10.9.1925)
Date
1925-09-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
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Sette 20 Nr. 37 Der I s r a e I t t M-September'19^ So war es in Moskau und so war es auch in Homburg, wo sich Josef Persitz nach furchtbaren Kriegserlebnissen ein neues Asyl schuf, nicht für sich allein, sondern für viele, die gleich ihm, der Zeiten Bitternisse gekostet, fanden. Hier schuf er mit einer Energie ohnegleichen ein neues Lebenswerk, richtete nicht nur die verlorene wirtschaftliche Existenz wieder auf, sondern half auch seiner Gattin den Verlag „Omonuth" begründen, der ein Quell des Segens für die hebräisch lernende Jugend geworden ist. Und wenn seine Freunde ihm in den letzten Jahren vor dem Omud beten hörten, wenn er sie wieder so zahlreich, wie einst in besseren Tagen, zu Simchaus in sein Haus rief, so wollte keiner glaubendaß -dieser- Mann eben erst Folter und Marter der Sowjet entgangen war, und daß aus all diesen düsteren Qualen heraus sich ein heiteres Lebenselement und seine tiefe Gläubigkeit empor ans Licht gearbeitet hatte. Nun sollte schon in wenigen Monaten ein neues jüdisches Leben beginnen auf heiliger Erde im heiligen Lande. Der Traum seines ganzen — ach so kurzen — Lebens sollte sich erfüllen: Josef Persitz sollte schon in den nächsten Monaten hinübersiedeln in das Land seiner, unserer Sehnsucht, um seine geliebten Kinder zu Juden im vollsten Sinne des Wortes heranzubilden, zu treuen Dienern seines Gottes und Volkes, wie er es gewesen.!rnu!> ni»v yia Wäsche für Wöchnerinnen. Die „Suppenanstalt für arme Israeliten, Frankfurt a. M.", teilt uns mit, daß von ihr im Falle des Bedarfs Wäsche und sonstige Gebrauchsutensilien für Entbindungen und Wochenbett unentgeltlich zu beziehen sind. Die Agudas Iisroel-Orts- und Jugendgruppe veranstaltet Sonntag, den 13. September, abends 8,15 Uhr, im Lokale des Mekor Chajim, Langestraße 18, einen Vortrag des Herrn Rabbiner M. B. Klein aus Kollo (Polen) über das Thema „Die Lage der Juden in Sowjetrußland". Gäste willkommen. In Anbetracht der Selichaustage wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Leopold Stern-Heß Wie ein Blitz aus heiterem Himmel brach am Montag mittag die Kunde über die Gemeinde herein, Leopold Stern sei von dannen gegangen. Wer hatte den lieben Menschen nicht noch vor wenigen Tagen gesehen, gesprochen, ihm die Freundeshand gedrückt? Freund war er jedem, der ihn kannte, der in persönlicher oder geschäftlicher Beziehung ihm irgendwie nahesland, Freund war er seiner Kehillah, Freund der heiligen Thora, die er in freien Stunden lernte und im Alltage auch liebte. Einer alten angesehenen Familie entstammend, hatte er erst spät mit der Tochter eines ebenfalls altangesehenen Frankfurter Hauses ein Heim gegründet, das ihm, von einem lieben Kinde beglückt, ein jüdisches Heiligtum war. In diesem Heime verkehrten Freunde in wärmster Geselligkeit, wurden mit Mitarbeitern Pläne des Wohltuns ausgearbeitet, gingen Arme aus und ein, die Rat und Vermittlung von dem Manne und materielle Hilfe durch die Frau erhielten. In diesem Hause kamen auch des öfteren am Sabbat mittag und im Winter nach Sabbatausgang Freunde, um unter Leitung eines Dozenten ihren Gemoro-Schiür zu lernen. Und wie Thora und Wohltat die Stützen des Halrfcs waren. so fand Leopold Stern draußen reiche Gelegenheit, der A b o d a mit aufopfernder Freude zu obliegen. Vorderer und Baal Tokeah im Ehrenamte war er lange Jahre in der altehrwürdigen Niederhosheimschen Schul, für deren Weiterbestehen er sich mit Eifer einsetzte, von der er auch des öfteren mit der Ehre des nun wo bedacht wurde. Kaum gab es eine soziale Aktion, eine Wohltätigkeit oder gesellige Veranstaltung in der Gemeinde, für deren Vorbereitung sich Leopold Stern nicht irgendwie verdient machte. Wie hatte er sich dem Schomer Mizwoh-Vereine gleich von Anfang angeschlossen! Wie wußte er mit seinem offenem, sonnigen Wesen überall zu erfrischen und zu erfreuen, wo trübe Stimmung Platz zu greisen suchte! Er beriet mit den Alten und arbeitete mit den Jungen, stets hilfsbereit, stets gefällig, arbeitsfrisch und entgegenkommend. Unvergessen bleiben seine Verdienste für" das „Jüdische Hei m", dem er mit der ganzen Liebe seines Herzens diente, mit dem er sich ein ewiges Denkmal setzte im Sinne des wb mp™- Leopold Stern ist nicht mehr. Es wird schwer sein für seine Freunde, sich mit dieser erschütterlichen Tatsache abzufinden, schwer für die Gattin, die treue Wegegenossin seines Lebens, und das Kind Trost zu finden. Er kann nur gesucht und gefunden werden in dem Gottvertrauen, das auch das Leben des Verstorbenen allezeit sonnig gestaltete, im Ausblick zu Ihm, dem Leopold Stern mit einem Leben in Gradheit, Liebe und Rechtlichkeit diente. Er wird uns allen unvergessen bleiben, rrasan- Die Bestattung fand am Mittwoch nachmittag auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. Die Halle war zu klein, um die Menge der Teilnehmer zu fassen. An der Bahre sprach Herr Redakteur Schachno w i tz als Freund der Familie herzliche und ergreifende Worte treuen, ehrenden Gedenkens. Vortrag Jakobsohn im Keren Hatauroh. Mittwoch abend hielt Herr Wolf Jakobsohn, Hamburg, in der vollbesetzten Aula der Realschule einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über den „Keren Hatauroh". Redner führte aus, daß das Wort „Keren Hathorah" gar nicht den Begriff umschreibe, welcher in Wien durch die Kenessio Eedaulo zu neuem Inhalt gebracht werden sollte: Haromath Keren Hathorah, die Wiedereinsetzung der stHora als alleinige und ausschließliche Triebkraft des Judentums, das sollte in erster Reihe der - Sinnvönu Kerem -Hathorah/ sein. - „Gelernt"wurde immer, aber der „Lerner" war nicht der ausschließliche Verkörperer des jüdischen Menschen. Thorah als Lehre galt immer, Thodah als Leben aber, diese Selbstverständlichkeit, die vor einigen Jahrhunderten in den breiten Massen des jüdischen Volkes noch lebendig war, sie wurde entthront. Haromath Keren Hathorah will den König wieder einsetzen. " Drei Mittel zeigte die Kenessio Gedauloh, daß die Thorah wieder „Symbol des Glückes", „Waffe im Kampfe", -.„Ecke .des.jüdischen Altares" werde. Ein gewaltiger Fond sollte geschaffen werden, aus dessen Zinsen allein die großen jüdischen Lehranstalten erhalten und dadurch unabhängig gemacht werden sollten von außen kommender Unterstützung, die auch Beeinflussung von außen unvermeidbar gemacht hätte. Die Lubliner Jeschiwoh, ein stolzer königlicher Bau, in dem 500 junge Menschen zu aufrechten und selbstbewußten Trägern der Lehre herangebildet werden sollten — junge Menschen, nicht ausgemergelt vom Hunger, sondern stark und froh im Leben stehend, die als Hüter der höchsten inneren Güter auch äußerlich Persönlichkeiten sind — und schließlich der »»i» *n Zeugnis dafür, daß der moderne Mensch jeden Tag seines Lebens nur dann als lebenswert spürt, wenn er ihn bewußt und betont gebunden hat an Gottes Wort. Gemoroh, das Symbol des Judentums nach den Anfangsbuchstaben hinweisend auf die vier Kräfte, die des Menschen Leben bestimmen: „Gott ist meine Kraft i-rrrrrn bwa >bw-ai Vsms Tauroh, so hineingestellt in Volks- und Einzelschicksal kann allein Golus-Haschchinah beenden, nicht aber eine noch so schöne Gestaltung der Dinge selbst im heiligen Lande". Tag um Tag hört das jüdische Volk die Tochter jener Stimme klagen, die einst am Horeb vernommen wurde und das Volk zu einmütiger Hingabe unter Gottes und seiner Thorah Willen verpflichtete, min in» i>in .na dv>i dv saaa Die Tochter klagt über die der Mutter angetane Schmach! Haromath Keren Hathorah regelt die Beziehungen des Menschen zu Gott und die Beziehungen von Mensch zu Mensch. Jüdisches Herz höchstes Ziel, das der Mensch -erreichen kann, erreicht man nach nisi-rr n eignem Wort nur: min »in- Wie die Thorah das Herz bildet, führte Redner an den Vorschriften über viit» ntt des Näheren aus. Ob das Ziel erreicht worden ist? Redner muß die Frage verneinen. Eines der Mittel, nämlich die Sammlung von Geldren, wurde zum Zweck des Keren Hathorah und das höhere Ziel, durch Haromath Keren Hathorah die Menschen innerlich umzustellen, wurde vernachlässigt. In seinen weiteren Ausführungen ging Referent im einzelnen auf die bisherige Tätigkeit des Keren Hathorgh ein, setzte sich mit Vorwürfen, die dem Keren Hathorah gemacht wurden, auseinander, brandmarkte die Verleumdungen, die von dem Vertreter einer der größten Jefchiwoth, gewiß ganz gegen den Willen der JeschiwaheLitung selber, verbreitet wurden und bat über der Tagesarbeit des Keren Hathauroh seine höhere Aufgabe nicht zu vergessen. Rur wenn wir alle egostischen Regungen ausschalten, wenn wir uns wie Isaak als Sohn des Abraham, als Träger einer großen Vergangenheit fühlen, wenn die mpy uns nicht nur Erinnerung, sondern persönliches Erlebnis ist, können wir das Werk zu Ende führen. Haromath Keren Hathorah bringt dem Menschen seine eigene Winzigkeit zum Bewußtsein und zwingt dem Menschen auf die Knie vor Gott, n'innvn wird der Gewinn sein, n'innrm die alle große Schicksalswendungen in der jüdischen Geschichte herbeiführt und herbeigeführt hat: der Ausgang der mp» ,2'i82 nsm» /min in» der Aufbau des Heiligtums und die Belebung der Toten alles ist nach dem Midraschwort nur minntm man In Agudath Jisroel, dem Heiligtum der jüdischen Volksgemeinschaft, muß das Wunder wirken, das im Heiligtum sich vollzog: Beharrt nicht jeder aus eigenem Willen, verficht nicht jeder die eigenen Interessen, beugen sich alle vor der großen tragenden Idee, dann werden alle Aufgaben harmonisch gelöst werden und ihre Voll- •ann D’inncyni nniss cnair bringer in Frieden miteinander arbeiten: Die Versammlung wurde geleitet von Herrn Joses Rosenbaum, an der anschließenden Diskussion beteiligten sich die Herren Paul Aron Sänger, Liverhut und Neufeld. Veremskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul Dtnim. Herr Dr. E. Posen, — mittags 12V4 Uhr in der Frauensynagoge der Klaus tvok 'g. Herr Professor Weyl. — nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale „Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag nach Schul ..Mizwas Haschem über Teschuwah" (auch Mittwoch). Herr Redakt. S. Schachnowitz. — vorm. 974 Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) im Vereinslokale „Gemoro": HerrDajan Posen. — abends 6V2 Ubr im Vereinslokale Herr Dr. Jos. Breuer: „Von unseren Slichausgebeten". Monta g bis einfchl. Fr ei ta g nach Schul Mischna, — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends 8% Uhr fauch Donnerstag) Gemoro; Herr Dr. El. Posen. Allabendlich 83/4 Uhr Schatz-Lernen. Jeden Nachmittag 2—7 Uhr Lerngelegenheit im Vereinslokale. > Jahrzeits»Stiftumäen: Dienstag, 15. Sept. Ludwig Elieser Kallmann- Sttftung. Mittwoch, 16. Sopt. Ahron Källmann-Stiftuna Fretrag, 18. Sept: Esther Eschwege geb. Adler- , Stiftung. . Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittags, „Gemoro"; Herr Leop. Oppenheimer. — 2 Uhr nachm.. „Mischna"- Herr Jacob Landau (ebenso Samstag 6 Uhr abends). —9 Uhr abends „Lektüre"; Herr Dr. Abt. Montag, 7*9 Uhr abends. „Gemoro für Fortgeschrittene"; (auch Donnerstag) Herr Hirschberg, Hegelstratze 13. — */29 Uhr, (gemeinsam mit der Esra) Turnkursus?— 7s9 -UhrDinim Herr G Schn erb. — 9 Uhr Gemoro Herr Hälpern. Dienstag, y29 Uhr abends (auch Donnerstag), -Gemoro*; Heu Dr. Willy Hofmann (auch Samstag 3 Uhrj. — 749 „Gemoro" Herr Schnerb. Mittwoch, l/s9 Uhr abends, Zwanglose Aussprache — */29 Uhr „Dinim für Fortgeschrittene"; Herr G. Schnerb (ebenso Samstag 5 Uhr). Donnerstag abend 7a9 Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) „Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. — 1/29 Uhr Besprechung verschiedener Themen. Samstag, 10 Uhr morgens, „Gemoro": Herr Dr. Posen, Am Tiergarten 42. — 10 Uhr. „Kizzur Schulchan Aruch" für Anfänger. Herr Louis Kahn. — 11 Uhr »Tnach"; Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 12 Uhr. „Mischna" sür Fortgeschrittene Herr Lehrer Hirschberg. — 7,3 Uhr, „Sidro"; Herr Halpern. — 4-51/2 Uhr, „Gemoro"; Herr Leo Schnerb. — y27 Uhr. „Mischna für Anfänger"; Herr G. Schnerb. Alltäglich ist Vormittag Gelegenheit geboten, unter Leitung eines Dozenten zu lernen. Jeden Mittag 12 Uhr „Das Jaumi". Während der Renovierung des Agudoheims, Hanuerlandstraße 17 finden die Veranstaltungen in anderen Lokalitäten statt. Näheres ersichtlich durch Anschlag am Eingang. Hanauerlandstr. 17 pt. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Montag, ^ugulfiunginoieGebetordnung, Frl. B. Katz. — 9 Uhr abends. „Newiim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends 7K Uhr, »Dinim", Herr Dr. Weg er. Mittwoch, abends Va9 Uhr, zweiter Heimabend. Hanauerlandstratze 17. Donnerstag, abends Uhr. „19 Briefe". Samstag, y2ll Uhr „Tillim" Herr Louis Kahn. — 11 Uhr jTDK -»pis/ Herr H. Franken th al. — 4 Uhr rmv Herr Lehrer Hirfchberg. Llwjalh Chen-Verein. Samstag, 5 Uhr, „Miora,ch", Herr Redakteur S. Schachnowitz. (Schwanenftratze 7.) ösra '211 Lernverein Unterlindeu. (Vereinsräume Unterlindau 231. Program bis Vsnn nwn wki Montag und Dienstag, abends 83/4 Uhr, Herr Rabbiner Dr. Horowitz. wKI Dv Kim natsm- Täglich, außer Montag und Donnerstag, unmittelbar nach Schul Tvpatpa. Mittwoch, abends 87a Uhr, Herr Dr. May. ''JW (Jefaias). Am Nachmittag v'Vllp D '"wl vp Vvm mit erläuterndem Vortrag des Herrn Dr. May. Beginn: 50 Minuten vor Nacht. Veshamldrafch, Ostendstratze 18. Va3—7*9 Uhr v.UaoenüUu} 711212 Kim. Herr Rabb. M. Karpel. V. I. A. (Frankfurt a. M.) Nachhilfeunterricht in ^lleu Schulfächern vermittelt die V. I. A. Frankfurt durch Bbr. stud. phil. nat. Wolf Bodenheimer, Hanauer Landstr. 28» Tel. H. 524. Stellen-Vakanz: Oberarzt der inneren Abteilung eines Krankenhauses. v. I. A. (Berlin.) I. Gesuch t w ir0: a) Hauslehrer in schweizer. UniversitätsstadL b) Zahnarztvertreter in bayrischer Stadt. II. Steilen suchen: a) ein Chemiker b) ein Medizinalpraktikant in einer Frauenklinik. Gebetzeiken. 1*71 W2L2 nnw Freitag Abend 6.15 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.— Samstag abend 7.35 Mochengottesdienst: Morgens 6.— Nachmittags 6. Tefilin-Legen am Morgen 4.55 rvm^o , Sonntag 5.15 Montag—Donnerstag 5.30 Freitag 4.30

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