Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1925)
- Date
- 1925-02-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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§tr. 8 «eile'7 19. Februar 1925 die viel .-zu kleine und einer-' großstädtischen Kehilloh nicht mehr entspreche p deS y nä g o g e behindert. Die Erkennt, ms, datz.hier.Wandel. geschaffen, hier der Hebel angesetzt merven muß.' ist, heute Allgemeingut geworden, und es.fteht zu:hof.fen>. i .daß Kn .absehbarer: Zeit mit -dem' Neubau eines würdigen Bes Haknesses begonnen werden kann. Bei der : homogenen Zusammensetzung von Verwaltungskörpelj ^und. Mitgliedern der Gemeinde sind fach-. lichL^ Meinungsverschiedenheiten von vornherein ausgeschlossen.Nur^bieFrage des Wahlrechts der auch zur Großgemeinkie zahlenden. Mitglieder scheidet noch die Geister^; Wayrend. die einen es ihnen dauernd verwehren wollensind.die: anderen, unter ihnen auch der Raw, geneigt, es ihnen dergestalt zuzubilligen, daß im Vorstand sowohl wie in der Repräsentanz die aus der Syagnögengemeinde ausgetretenen Herren die Majorität behalten. Von der Entscheidung der Angelegenheit aus deren positive Lösung viele den größten Wert legen und von er sie vergeblich auch ihre gesteigerte ideelle und finanzielle Mitarbeit an den-Aufgaben der Adaß abhängig machen, wird an dieser Stelle wieder berichtet werden. I udenentrechtungsanträge im ungarischen Parlament. B u d a p e st, 10. Februar. In der - letzten Sitzung der ungarischen Nationalversammlung brachte der Rasseschützler Tibor von Eckhgror .öxn, folgenden, Antrag ein:. „Die Nationalversammlung erklärt die ungarländischen Juden für eine nationale Minderheit und weist die Regierung an, einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, durch den die rechtliche Stellung der Judenschaft genau festgesetzt werden möge." Er warnt; die Regierung, davor, den numerus clausus irgendwie zugunsten der Juden abzuändern und weist.auf den drohenden. Beschluß des Landesverbandes der ungarischen Hochschüler hin. (I. T. A.) Keine jüdische Vertretung im ungarischen Magnatenhaus. Budapest, IS. Februar. Der ungarische Ministerrat befaßte sich dieser Tage mit der Vorlage über das Oberhaus. In einem Gespräch, das ein Mitarbeiter des „Pester Lloyd" aus diesem Anlasse mit dem Minister des Innern Iwan Rakovszky hatte, äußerte sich dieser auf die Frage, ob in der Vorlage eine Vertretung der ungarischen Judenschaft in der ersten Kammer vorgesehen sei, folgendermaßen: „Die Vertretung der jüdischen Konfessionen im Oberhaus ist eine schwierige Frage, weil das Judentum in Ungarn keine hierarchische Organisation, mithin auch keinen Oberhirten besitzt, der selbst nach jüdischer Auffassung befugt wäre, alle innerhalb des ungarischen Judentums in Sonderorganisationen vorhandenen Schattierungen im Oberhause zu vertreten." (I. T. 2l;) |>clcn* Die Gefahr einer Judenaustreibung. Warschau, 13., Februar. - Der pylmsche Innenminister Kiernik Hat in der letzten Sitzung der Verwaltungskommission des Sejm einen Antrag eingebracht, aus den Grenzgebieten Polens alle jene Einwohner, die die polnische Staatsbürgerschaft noch nicht besitzen, auzuweisen. Die Kommission hat den Antrag des Ministers mit einer Mehrheit angenommen. In den polnischen Ostprovinzen, auf die sich der Antrag des Ministers bezieht, wohnen viele zehntausende Juden, die zwar in Polen, geboren oder in ihrer jetzigen Heimat seit Jahrzehnten wohnen, dennoch aber wegen der bestehenden verwickelten Bürgerschastsbestimmungen bis jetzt die polnische. Staatsbürgerschaft noch nicht erhalten, haben. All-diese sind nun von der Ausweisung bedroht. - , . ... In jüdischen Kreisen hat die Annahme des Regieruygsantrags durch den Sejmausschuß große Bestürzung hervorge^ufen. Der jüdische Parlamentsklub erläßt eine Erklärung an die jüdische Oefsentlichkeit, in welcher gesagt wird, die Annahme des Antrags durch die Sejmkommission bedeute noch nicht dessen Gesetzwerdnng: .sobald der Entwurf vor das Plenum des Sejm gelangt, rperden hie jüdischen.Abgeordneten mit allen Kräften gegen dessen Annahme ankämpfen. Der jüdische Nationalrat macht die jüdischen Grenzbewohner _D e r I s ra e! i t auf die Notwendigkeit aufmerksam, unverzüglich neue Gesuche wegen Staatszugehörigkeit einzureichen. 1 * Die jüdische Kolonisation in Rußland. - Moskau, 11. Februar. ■j Die Registrierung der neuen jüdischen Siedlungsj Werber in Rußland wird fortgesetzt? Im Gouverne- | ment Wolhynien haben sich 1968 Familien, im Gouvernement Podolien 1500 und im Gouvernement, Charkow 835 Familien, in die Siedlerlisten eintragen lassen. Alle Klassen der jüdischen Bevölkerung sind hierin eingeschlossen. An erster Reihe stehen, die brotlos gewordenen Handwerker, dann kommen die früheren Händler und Ladenbesitzer, eine Klasse, die durch das kommunistische System am meisten zugrunde gegangen ist; an dritter Reihe stehen die beschäftigungslos gewordenen Arbeiter, an vierter , die beschäftigungslosen Beamten und Privatangestellten, an fünfter Stelle die Juden, die während der Bürgerkriege die Dörfer, wo sie Landwirtschaft be-! trLieben haben, verlassen mutzten. I Es wurde festgestellt, datz es in diesem Jahre möglich! sein wird, höchstens 70 °/o der Registrierten änzusiedeln.i es sei denn, datz . es gelingt, sofort weitere. Anbauflächen urbar,zu machen. Der Volkskommissar für Landwirtschaft der Sowjet- Union forderte das. Landrvirtschastsdepartement .der Südkaukasischsn Sowjetrepublik auf, sofort einen Plan für die Wiederansiedlung der während des Bürgerkrieges und der Pogrome aus ihrer Heimat geflüchteten jüdischen Gebirgsbevölkerung auszuarbeiten und. zu unterbreiten. , Diese Verordnung steht im Zusammenhang mit der Anwesenheit einer Abordnung kaukasischer Bergjuden in Moskau im Dezember v. I. Diese Abordnung ersuchte die Sowjetregierung im Namen von 150.000 kaukasischen Gebicgsjuden, diesen die Wiederansiedlung auf dem Lande zu ermöglichen. Sie ersuchten ferner, ihre Sprache, die dem Persischen verwandt ist, einen starken hebräischen Einschlag aufweist, und deren Schriftart hebräisch ist, offiziell anzuerkennen. Die kaukasischen Gebicgsjuden sind äußerlich den kriegerischen Stämmen, unter denen sie leben, sehr ähnlich. Wie diese sind sie geschickte Reiier und tragen immer ihre Waffen mit sich. Sie beschäftigen sich meist mit Viehzucht, auch ist unter ihnen die Färbereiindustrie verbreitet. (I. T. A.). Eine Konferenz jüdischer Unparteiischer in Charkow. Moskau, 12. Februar. Eine dieser Tage in Charkow abgehaltene Konferenz jüdischer Unparteiischer nahm eine Pesolution an, in welcher die Unterstützung des jüdischen. Kolonisationswerks in Rußland durch die Sowjetregierung gebilligt und die Tätigkeit der Zionisten, B u n d j st e n usw. m itz b i II i g t w ird. In der Resolution wird gesagt, die Zukunft der russisch-jüdischen Bevölkerung liege in Rußland und nicht in Palästina. Die Unparteiischen in Rußland sind ein Element, das die Politik der Sowjetregierung unterstützt, ohne der eigentlichen kommunistischen Partei anzugehören. > (I. T. A). Katholischer Religionsunterricht an jüdische Kinder. Rom, 12. Februar. Der jüdische Senator Polacco, Professor an der römischen Universität und Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde in Rom, ergriff im . italienischen Senat während der Diskussion über das Ergiehungsbudget das Wort und schilderte die Zwangslage, in der sich die Zreligiösen Minderheiten in Italien hinsichtlich des Religionsunterrichtes befinden. . Es sei ein Anschlag gegen das religiöse Gewissen, sagte er, wenn man Kinder anderer Religionen zwingt, an dem katholischen Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen teilzunehmsn. Die bemittelten -Juden können diesem Gewissenszwang, ausweichen, indem..sie ihre Kinder, in Privatschulen schicken. Aber die - Kinder des jüdischen Proletariats, die. öffentliche Schulen' besuchen müssen, werden ' gezwungen. dem katholischen, Religionsunterricht beizuwohnen, wodurch sie ihren jüdischen Eltern entfremdet werden. Es ist auch im staatsbürgerlichen Sinne ungerecht, Kinder zu. einer ihrem . Elternhause fremden religiösen Erziehung zu zwingen; über die Erziehung der Kinder haben nur die Eltern zu bestimmen. Man muß .auch vor dem Glaubensbekenntnis der religiösen Minderheiten Achtung haben, da aus diesen Minderheiten verdiente italienische Patrioten hervorgegcmgen sind. Um nur von den Juden zu sprechen, erinnere er an Giuseppe. Finzi, Jsacco Maureoordato, Jsacco Artom, Giacomy Dina, die Venetianer.Giuseppe Neuere, Leopoldo Franchetti, Sidney So.nnino, Luigi. Luzzatio. Senator Polacco erinnerte an die internationalen Verträge über die Minderheiten, und sagte, man zerstöre die Grundlagen des öffentlichen Rechtes, wenn man die Freiheitsprinzipien. in . der Schule . nicht gelten läßt. Der Unterrichtsminister. Fedele billigte die Ausführungen des Senators Polacco und nahm dessen Tagesordnung. an. ' Ein arabischer Protest gegen das „Aufziehen der zionistischen Flagge" in Palästina. — Die Antwort der Regierung. |; . .; . I e r u s a l.e M , 11. Februar. Der Sekretär, der Exekutive des Palästinenstsch-arabischen Kongresses richtete an. den Oberkommissar Sir Herbert Samuel ein Schreiben, in welchem dagegen protestiert wurde, daß während des Fußballmatch zwischen dem Wiener Klub „Hakoah" und einer palästinensischen Mannschaft die „Zionistische Flagge" ausgezogen worden Zsei. Dcr Gouverneur des Jerusalem-Jaffa-Distrikts wies die Beschwerde ab. Jerusalem, 9. Februar. Bei der jüngsten Besprechung des jüdischen Nationalratsvorstandes beim hohen Kommissar, Sir Herbert Samuel. hat letzterer den anwesenden Herren die beruhigende Erklärung abgegeben, daß die Schechitafrage, die. zu weitläufigen Auseinandersetzungen Anlaß gab, zur Zufriedenheit gelöst, wird. Die anwesenden Vorstandsncitglieder des Waad leumi, von denen kein einziger Trefa und N'wela verschmäht, haben diese Mitteilung mit sichtlicher Befriedigung zur Kenntnis genommen. Personalien. Biel, 9. Febr. Der Synagogenrat in Mannheim hat Herrn Rabbiner Dr. Eh. Lauer in Biel als Direktor der hebräischen Schule der Lemle Moses-Klausstistung berufen. Herr Dr. Lauer hat den Ruf angenommen und gedenkt schon am 1. Mai sein neues Amt anzutreten. Herr Dr. Lauer lernte lange Jahre auf der Jeschiwa des weit über die Grenzen seines Landes berühmten Gaon R. Elieser Deutsch s. A. in Bonyhad (Ungarn), dessen Lieblingsschüler er stets war (siehe R. G. A. Peri-Ha-Sode, Bd. 1—3). Später kam er mit reichen talmudischen Kenntnissen nach Deutschland und war mehrere- Jahre Rabbinatsassistent bei Herrn Provinzialrabbiner Dr. M. Cahn s. A. in Fulda. In Basel war er anfangs einige Jahre lang Lehrer des „Schomre-Thora"-Vereins, und dann mehrere Jahre geistiger Leiter der Gemeinde L r e s t a I bei Basel. Nachdem er m Basel die Maturitätsprüfung bestanden hatte, studierte er an der dortigen Universität Orientalia, Philosophie und Naturwissenschaften. Nach seiner Promotion in Basel besuchte er das Rabbinersemiüär in Berlin, däs er mit großem Erfolge absolvierte. Im Sommer 1914' hat ihn die Verwaltung der „Jca" zum Oberrabbiner ihrer Kolonien in Argentinien ernannt. Infolge des Weltkrieges konnte Herr Dr. Lauer sein Amt in Argentinien nicht antreten. Ungern sehen seine zahlreichen Freunde in der Schweiz, seine Schüler — and last not least — seine Gemeinde ihn in das Ausland scheiden; wir hätten, ihn gerne zurückgehalten mit den Worten des R. Josua: so viele geistige Schätze besitzest du und du willst uns verlassen. Wir sind überzeugt, daß er durch sein charakterfestes und taktvolles Wesen, durch seine großen Kenntnisse auf religiösem und profanem Gebiete, durch seine aufrichtige, ungeheuchelte Religsösität sich auch in seinem neuen Amte bald die Sympathie und Wertschätzung aller Erringen wird. Wir wünschen ihm, daß sein Streben, die ihm anvertraute Jugend zu edlen Menschen und aufrichtige Juden zu erziehen, von reichem Erfolge gekrönt werde. Babenhausen, 3. Febr. Nach langem, schweren Leiden hauchte am. 23. Teweth mit dem scheidenden Sabbat Frau Sella S^eervald ihre reine Seele aus. Der bekannten Familie Rosen bäum aus Zell in Bayern entstammend, war sie in den besten jüdischen Traditionen üMgen und fand in Meyer SccroaLb den gleichgesinnten Lebensgefährten, dem sie als zweite Frau in treuer Liebe und, mistterlicher Fürsorge für die verwaisten Kinder zur Seite stand. Nicht lange währte das selten harmonische Zusammensein mit ihrem Garten, der ihr durch einen frühzeitigen Tod entrissen wurde. Trotz-