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Der Israelit · 1922-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1922) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1922)
Date
1922-10-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12 Nr. 40 u. 41 5ver JsraeM. 5. Oktober 1929. zu vergiften, und dies wurde geglaubt, natürlich nicht von den Verbreitern selbst, die nur Angst vor der Konkurrenz der Juden hatten, aber von der Masse, und dies zu einer Zeit," da Päpste jüdische Leibärzte hatten. Daß auch an manchen Orten geradezu Verbote erlassen wurden, sich von jüdischen Aerzten behandeln zu lassen, darf uns nicht wundernehmen. Der Verfasser beginnt dann mit -er Reihe der jüdischen Studenten, die die Universität in Frankfurt frequentierten/ des beschränkten Raumes wegen dürfen wir die VervvLfiändtgung der Liste erst in einer Fortsetzung erwarten. Es sei nun noch bemerkt, daß der Verf. seine Ausführungen auf das Werk des genannten Tobiah Moschowitz (''DIE rTOö) stützt, gegen Freimann, der es nicht für zuverlässig hielt und frühere Daten für den Besuch jüdischer Studierender in Franks, a. d. O. angibt/ allein diese Auseinandersetzungen stehen für unser Referat nicht zur Untersuchung und Beurteilung. Es folgen nun noch einige kleine, aber darum nicht minder schätzenswerte Beitrage. Rabb. Dr. Funk (Wien) löst einen scheinbaren Widerspruch zwischen Babli und Jeruschalmi, in dem von R. Jochanan für die Datierung im Scheideörirs ■'Tö DWö/ in jenem hingegen Jiarr XVV geltend gemacht wird. — Eine sehr beachtenswerte Entwicklung der schwierigen Mischnajoth Edujoth I, 5 u. 6, von Rabb. Dr. I. Bondr (Mainz) und zwei Bücherbcfprechungen (Strack, Einleitung in den Talmud usw. und Laqueur, der jüdische Historiker Flavins Josephus) bilden den Schluß des inhaltsreichen Bandes des Jahrbuchs. Sulzbach. ZZMmm Das nächste Programm -er Gesellschaft Mekize Äirdamim. Man schreibt uns: Die Gesellschaft Mektze Nirdamim, die sich zur Aufgabe gestellt hat, wertvolle Werke der älteren hebräischen Literatur nach Handschriften zu veröffentlichen, nimmt nach einer durch die traurigen Verhältnifse der Kriegs- und Nachkriegsjahre bedingten längeren Unterbrechung ihre Tätigkeit wieder auf und versendet drei Schriften. Gleichzeitig erstattet sie ihren Mitgliedern Rechenschaft über die letzten Jahre. Sie hat sehr schwere Verluste zu beklagen. Bon ihren Lettern sind gestorben die Herren Prof. Abraham Berliner in Berlin, der sie 1884 neu begründet und die 20 Jahrgänge der zweiten Serie fast ausschließlich geleitet hat, Prof. Schechter tn New-Iork, Dr. A. Harkavy in St. Petersburg, P»of. Brann itt Breslau, Prof. MargulieS in Florenz und Dr. Samuel Poznanski in Warschau, auf dessen eifriges Betreiben die Gesellschaft die dritte Serie ihrer Veröffentlichungen ausgenommen hat, der bis zuletzt mit größtem Eifer sich an den Arbeiten beteiligt und auch für die Zukunft eine Reihe von Anregungen hinterlaffen hat, mit deren Ausführung der Vorstand sich beschäftigen wird. Auch der bisherige Schatzmeister, Herr Leo Mainz in Frankfurt a. M., ist aus dem Leben geschieden. Ebenso beklagt die Gesellschaft den Verlust hervorragender Gelehrter, die ihr ihre Arbeiten zur Verfügung gestellt haben, wie Prof. Dr. David Hoffman« in Berlin, Dr. Adolf PoznanSki in Wien und Prof. Dr. Jakob Guttmann in' Breslau, der es übernommen hatte, Poznanskis Arbeit nach besten Tode herauszugeben. Mit frischem Mut geht die Gesellschaft an ihr Werk, sie gibt sich der bestmmten Erwartung hin, daß sich ihr wie in früheren Jahren gelehrte Mitarbeiter zur Verfügung stellen und die Fortsetzung ihres Werkes ermöglichen werden. Von nicht geringerer Bedeutung aber als diese selbstlose Mitwirkung der Gelehrten ist es, daß die Gesellschaft materielle Unterstützung findet. Sie ruft ihre alten Mitglieder auf, treu zu ihr zu halten und die Beiträge dem heutigen Geldwert entsprechend zu bemeffen. GS braucht Nicht gesägt zu werden, daß die Preise für die Herstellung aller Drucksachen fett der letzten Ausgabe von Büchern im Jahre 1913 auf mehr als das Hundertfache gestiegen find. Besonders verhängnisvoll aber ist es für die Gesellschaft Mektze Nirdamim, daß die überwiegende Mehrzahl ihrer bisherigen Mitglieder in denjenigen Ländern Mittel- und Osteuropas ansässig war, deren Valuta vollständig zufammengebrochen ist. Nur wenn begüterte Glauvensgenoffen in allen allen Ländern, besonders aber den hochvalutarischen, und öffentliche Körperschaften ihre tatkräftige Unterstützung gewähren, kann die Gesellschast Weiterarbeiten. Der jährliche Mindestbeitrag beträgt 18 Schweizer Franken. Zum Versand gelangen gegenwärtig Midrasch Hagadol (Forts.), zweitens Asulais Reisebeschreibung „Maagal Tob", 1 und der Hai Gaon zugeschriebene Kommentar zu Taeharot I. Für das nächste Jahr sind außer den Fortsetzungen der beiden letzten Schriften Fortsetzungen des Diwans Jehuda Halevys und des Sefer Rabiah sowie Abraham b. Chijas Megillat Hattegalle geplant. In Vorbereitung ist ferner eine Ausgabe aller Responfen von Moses MatmonideS nach handschriftlichen Quellen unter Benutzung der arabischen Originale. Vorsitzender der Gesellschaft ist Professor D. Stmonsen in Kopenhagen, Stellvertreter Profeffor Dr. A. Freimann in Frankfurt a. M., Schriftführer S. I. Agnov in Homburg v. d. H., Schatzmeister Herr Bankier M. Mainz, Frankfurt a. M., Uhlandstraße 46. Mel und Wissenschaft. Aus Anlaß der hundertjährigen Wiederkehr des Tages, der die E n t z i 's s e r u n g der Hieroglyphen gebracht hat, schreibt D. Dr. L. Dürr in der „Kölnischen Volkszeitung" u. v. q.; Auch die Geschichte des israelitischen Volkes sowie die biblischen Uebertieferungen selbst erhalten durch die ägyptischen Nachrichten wertvolle Beleuchtung und Bestätigung. Abrahams Wanderung (Gen. 12, 10 ff), sowie später der Zug der Söhne Jakobs nach Aegypten aus Anlaß der Hungersnot waren nach den ägyptischen Ueverttesenmyen nichts Außergewöhnliches. Beide folgten dem Zuge der „Sandbcwohner", die in schweren Zeiten in Aegypten Zuflucht suchten.. So gibt General Amenophis IV. (1375—1350) seinen Offizieren Anweisung betreffs asiatischer Flüchtlinge, deren Gebiete zerstört worden sind und die gekommen sind mn ein Heim zu erbitten in den Besitzungen „des Königs, wie die Väter eurer Väter es schon taten" seit Anbeginn. Daß man dabei das Land Gosen besonders tm Auge hatte, zeigt ein anderer Bericht (aus der Zeit des Maneptah),, wie ein Grenzbeamter seinen Vorgesetzten berichtet, daß er „den Durchzug der Beduinenstämmc von Edom her durch die Festung des Maneptah in Teka (bibl. Suckkoth) nach den Kämpfen von Pitom gestattet habe, um sie und ihre Herden in den Besitzungen des Königs. . . am Leben zu erhalten". Ja sogar das Tagebuch eines Grenzbeamten unter demselben Pharao ist erhalten, ,in welchem kurze Nottzen über Namen und Auftrag der die Grenze passierenden Personen gemacht wurden, die dann an den Hof weitergeleitet wurden. War doch die Ostgrenze Aegyptens, wie wir wissen, bereits seit alter Zeit (Pyramidentexte) durch die sog. „Fürstenmauer" abgesperrt und wurde allem Anschein nach scharf kontrolliert, eine Tatsache, die m. E. bei Beurteilung der seltsamen Richtung der ausziehenden Israeliten nicht übersehen werden darf. Die in der Josephsgeschichte der Bibel überlieferten ägyptischen Namen werden durch die Aegyptologie als echt ägyptisches Kolorit erwiesen, ebenso die Nachrichten über die Behandlung des Leichnams des Jakob (Gen. 50) als ganz nach ägyptischer Sitte gehalten. Besonderes Interesse hat natürlich auch für die Aegyptologen der Aufenthalt Israels in Aegypten, an dessen Tatsächlichkeit wohl heute keiner mehr zweifeln kann, lieber die Hhksos, mit deren Herrschaft in Aegypten schon Josephus die Emwanderung der Stämme zusammenbringt, kommt allmählich zusannuen mit den Keilschristnachrichten immer mehr Klarheit. M. E. kann kein Zweifel sein, daß sie jener nichtsemitischen Völkerwetle angehören, welche in der ersten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends ganz Vörderasien überflutete, als deren besonderen Repräsentanten wir die Chetiter und Mitanni kennen und als deren äußerster westlicher Ausläufer eben die Hhksos in Aegypten zu nehmen sind (1700—1580). Der Name, den Josephus bekanntlich als „Hirtenkönige" erklärt hat, ist fetzt ziemlich fest als rein ägyptisches Wort (chx'-chswt — Herrscher der Jremdlünder) nachgewiesen. Das Land Gosen als Aufenthaltsort der Israeliten ist ebenfalls ziemlich sicher ermittelt, ebenso die Stätte, bei deren Erbauung die Jsrieliten Frondienste tun wußten, archäologisch durch Ausgrabungen festgelegt (Exil 11; s. E. Naville, The store-city os Pithom and tbe route of the Exodus 1885; Fl. Petrie, Hhksos and Jsraelite Cities 1906). Die Arbeit selbst ist durch bildliche Darstellungen als Beschäftigung für Kriegsgefangene erwiesen. Moses ist gerade in jener Zeit ein beliebter ägyptischer Name (ms - Kind); auf den Denkmälern des Pelizäusnmfeums zu Hildesheim läßt er sich allein dreimal seststellen. (s. Günther-Roeder, Die Denkmäler des Pelizäus-Museums zu Hildes.feun (1921) S. 50, 96, 129). M. E. kann kein Zweifel sein, daß wir aus Grund der historisch wichtigen No- Uz Er. 1, 11 von dem Bau der Städte Pithom und Ramses auch die Zeit des Auszuges Ziemlich genau datieren können. Die Stadt Ramses weist unbedingt aus den großen Ramses II (1292—1225) als Pharao den Bedrücker, von dem nachgewiesen ist, daß er das Schwergewicht des Reiches ins Delta verlegte,- wo eben Tanis (das bibl. Soean), Ramses und Pithom erstanden. Seine lange Regierungszeit bietet notf) genügend Raum für längeren Aufenthalt des Volkes in der Wüste, so daß sie dann unter Merneptzah (1220) wohl in Kanaan gefunden werden können. Alle anderen Ausgaben (bes. i. Kö. 6, 1) können hellte keine Schwierigkeit mehr bieten. Wie in der späteren Zeit die biblischen Nachrichten, bes. auch die Namen der einzelnen Pharaonen, die mit Israel in Verbindung treten, durch ägyptische Funde bestätigt werden, wurde bereits herworgehoben. Ich erinnere nur an Tischeka (Jes. 37, 1), an Pharao Necho II, bis zu dem bisher unerklärt dastehenden, auch im Babylonischen überlieferten Tartan Sib' u. (bibl. 2. Kö. 17), der nun auch durch ein Täfelchen des Berliner Museums identifiziert werden konnte.. Sücherbesprechungen. Das jüdische Volk in Zahlen. Bon Jacob Letzcinski. Klal-Verlag Berlin 1921. Es ist ein Lehrbuch, ein Lesebuch und ein Handbuch zugleich für alle, die sich über die Lage der aus dem ganzen Erdrund zerstreuten jüdischen Gemeinschaft orientieren wollen. Der gute Druck und das leichte Jüdisch-deutsch ermöglichen die Lektüre der Schrift auch den deutschen Juden ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Das erste Kapitel bringt einen Ueberblick über die Gesamtzahl der Juden der ganzen Welt. Sie schwankt zwischen 13 und 14 Millionen. In den sechs Jahren vor dem Kriege hat sich die Zahl um eine Million vermehrt. Der jüdische Zuwachs im 19. Jahrhundert war doppelt so stark als bei den anderen Völkern, was in erster Reihe eine Folge der kleineren SterblichkeitsziffW bei den Juden ist. Die Tabelle für die einzelnen Länder gibt für Deutschland 615,000 Juden an, somit 0,95 p&t. im Verhältnis zur allgemeinen Bevölkerung. Die Zahlen gellen für 1910. Was die Kriegsjahre daran geändert haben, ist noch nicht festzustellen. Amerika zählt 2,316,060 Juden. Wir finden im Buche genaue Verzeichniffe und Tabellen für alle Weltteile, alle Länder, sowie für die Großstädte innerhalb dieser Länder, und ein Schlußwort, wie tabellarische Zusammenstellung fassen die Zahlen in übersichtlicher Weise zusammen. Es ist ein gutes Buch, das dem Freunde jüdischer Statistik viel bietet. S. Lehr- und UebungSbuch der hebrätfchen Sprache für Schul e und Selbstunterricht auf Grur dlage eines vereinfachten grammat. Sustems. Von Dr. Daniel Fink. Selbstverlag des Verfassers. Berlin. Wilmersdorf, Günzelstr. 44. Es ist Sache der Berufspädagogen, das Buck für seine Brauchbarkeit für den Schul-Unterrtcht zu prüfen, nach unserer Laienbeurteilung ist es ein vortreffliches Lehrbuch auch für Erwachsene und, bei dem erfreulichen Streben der Zeit, das lebendige Hebräisch zu erlernen, gerade von diesen mit Freude zu begrüßenbesonders der zweite Teil, der methodisch gut geordntte Uebungen und eine vorzügliche Auswahl von Lesestücken enthält. Eine Sammlung von Bibel- und Talmudsprüchen u. a. ergänzt das Lehrbuch und steigert seinen Wert und Wörterverzeichniffe erleichtern den Lernenden die Lektüre. Man darf im Jntereffe der jüdischen Jugend dem Buche größte Verbreitung wünschen. Sch. Die Josephserzählung. Bon Dr. Jakob Horovttz, Rabbiner, Frankfurt a. M. 1931. I. Kauffmann. 156 S. Preis br. M. 25 u. 30 Proz. Teuerungszuschlag? Mieses erzählt in einer seiner hebräischen Schriften von einer Unterhaltung mit Jakob Bernays, dem Sohne des Chacham Bernays b‘% über die Bibelkritiker, besonders die jüdischen. Der berühmte Philologe fuhr auf: Da geben wir uns alle erdenkliche Mühe, die Lesarten der klassischen Schriften zu wahren, bedenken uns sehr lange, die Aenderung eines Wortes im Homer oder dem Horaz zu wagen, und nun kommen die Bibelkritiker und ändern und verschieben oder streichen am Texte von heiligen Schriften, die gerade ob ihrer Heiligkeit von der ältesten Zeit an wohlbehütet wurden, mit einer Leichtfertigkeit, die jeder Pietät und jeder Wiffenschaftlichkeit widerspricht und nur Unverständnis bezeugt. Mieses prägte dann witzig für diese Kritiker das Wort K*np ’Jjn noiom kobö.-ii ytnon antov, wohlverstanden hdsot mit dem n, Lesartönfabrikant. Die Kritik hat indessen Riesenfortschritte gemacht, in erster Linie seitens christlicher Forscher, aber Juden sind auch nicht zurückgeblieben und es gibt noch genüg, die sich das Miesesfche Wort merken können. Aber der Widerspruch ist erwacht, auch seitens christlicher Forscher. Aus jüdischer Seite ist aber ein mächtiger Kämpfer erstanden, mit mächtigem Rüstzeug aus allen Gebieten, der leider uns zu früh abberufene Prof. Dr. D. Hoffmann t't, der durch sein Wiffen sich einen hochverehrten Namen auch bet den Gegnern, die er bekämpfte, erzwungen hat. Den Spuren dieses Meisters geht auch Horvvitz in dem oorliegenen Werke nach, und nach dem, was wir aus diesem erfahrenvermögen wir zu erkennen, -atz die Bwelkritik zu einer Manie geworden ist. Koste es, was es wolle, die biblischen Schriften müffen angerannt , müffen bekämpft, müffen als Fälschungen bloßgestellt werden. Die Richtung weist Delitzsch der Sohn und im blinden Kampfe sieht man nicht, daß mit der Entwürdigung des A. T. auch das N. T. getroffen wird. Ein typisches Beispiel für die „Feste druff"-Devise der Bibeltritik, für ihre bis zur Lächerlichkeit gediehene Angriffsweise, liefert sie in ihrem Borgehen gegen die Jojephserzählung. Ein einfacher, frei von jeder pompösen Aufmachung schlicht.vorgetragener Vorgang sollte der Kritik von vornherein den Zugang schon wehren — doch nein: das ist ein eingesprengles Stück, oder es ist aus zwei Quellen zusammengesetzt, und zwar nicht nur verschiedene Verse weisen daraufhin, sondern sogar zwei verschiedene Wörter in einem und demselben Verse, das eine Wort derE-Quelle, das andere

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