Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 40-41 (5.10.1922)
- Date
- 1922-10-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2450189-2450226--70076-2527288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
5. Oktober 1922. ber J-Quelle entnommen, wenn auch beide zusammen hen Sinn nicht stören, aber tut nichts, eS ist einmal Endlich soll sogar die ganze Erzählung andern Vorbildern nachgearveitet sein. Und. nun „fließt doch! diese Erzählung so lückenlos", wie ein großer Bibel- Her sich ausdrückt, der Zusammenhang in der «inzen Josephsgeschichte würde ja zerrissen sein, wenn mir die Affäre mit der Frau des Poitphar uns wegdächten, und dennoch, Kritik muß sein! Mit einem großend Aufwand von Scharfsinn und r-jchem Wiffen macht sich der Verfasser an die Prüfung w Kritiken und „zerpflückt" sie erbarmungslos, eine tiaä) der andern. Und die Vorbilder, denen die JosephS-!ettählung nachgebildet sein soll, sie werden unter der ^Lupe des Verfaffers zu Schattenbildern. Die eine läanptische Erzählung, die von Baba und Anubis, die »die Quellen für die Jofephsgeschichte sein soll, hätte »jedem denkenden Leser genug gezeigt, daß beide Er- »Mlungcn sich ähnlich sähen, wie ein Kürbis einem »Hühnerei, wenn der Verfasser es nur bei der Erzählung »belassen hätte ohne sich die Mühe, einer umfangreichen 8Erläuterung zu geben, die allerdings recht wertvoll »ja. Dos Weib des Anubis will ihren Schwager 8Baba, der im Dienst des Bruders steht, verführen, »das ist das einzige Gleiche, aber alles andere ist eben »anders. Wenn man nun dies als das Vorbild ansehen »wollte, dann gibt es noch unzählige solcher Bilder, »in nlter und'in neuer Zeit. Ja, es soll jetzt nochvor- 8 kommen, daß in hohen und höchsten Kreisen, das Auge »der Herrin wohlgefällig auf vem Diener ruht. Auch »die Ofirissage wollte einer mit der Josepherzählung ver» »quicken, doch auch dieses weiß der Berfaffer gründlich »in das Nichts zu verweisen. 8 Wir haben eine treffliche und ausführliche — »manchmal sehr ausführliche — Arbeit vor uns, »die dem Berfaffer aus drei Artikeln, die er in Wohl- Igcmuths „Jeschurun" veröffentlicht hat, herangewachsen lund wir freuen uns, daß es zu einem Buche geworden Idem wir eine weite Verbreitung wünschen. I Sulzbach. I„Belechtecho baderech". Vorschriften für die Reise. I Vertag Rabbiner Dr. Ansbacher, Stuttgart, I Strvmbergstr. 18. Preis 6 Mk. » Unter diesem Titel gibt Herr Rabbiner Dr. Ans- Ibacher soeben ein kleines Schrtstchen heraus, in welchem Irr die Bestimmungen des Religionsgefetzes darlegt, »welche für den auf Reisen befindlichen Juden besonders »wissenswert sind. Er findet da Ratschläge, wie er es »mit dem täglichen Gebete, besonders dem Morgenigebete und dem Tephillinlegen Hallen soll, mit dem »Händewaschen des Morgens und zur Mahlzeit. Ganz »besonders beherzigenswert ist die Mahnung, ein Sepher »zum „Lernen", sei es hebräisch, sei es deutsch, mitzu- »führen und die freie Zeit der Bahnfahrt zur Beschäftigung mit der Thora auszunutzen. Selbstverständlich »ist Tephillas haderech besprochen/ ferner dos Birchas Ikohanim, welches man dem Abreifenden nachsagt, das »Schliach mizwoh-Bestellen usw., und was nicht fehlen »darf, über das Koscher-Effen auf der Reise. Vermißt krvird nur das Kiddusch Lewonoh. Eine hübsche, langenehm zu lesende Schrift, die wir jedem Reisenden kempfehlen, zuinal sie sich leicht in der Brustlasche mit-! führen läßt. Möge sie zahlreiche Abnehmer und Be- Iherzigung finden. K. Irfl'3 "DÜ by n’Körr :nn 'VNN. Verlag der Buch- I Handlung I. Bulka, Nürnberg. k AuS dem großen Werke des 12 am» 'i auS iPerptgnan nmnBrva ist bis jetzt nichts im Druck crischienen. Das Werk selbst hat der rrn'N in sechs großen »handschriftlichen Bänden gesehen. Gedruckt sind bis jetzt inur die B'VNN auf einzelne rvriBBB. Während das iWerk rrvnBn ir>2 eine große allgemeine Systematik des iTalmud enthält und auch die halachtschen Resultate, I befassen sich die mit Erläuterungen der einzelnen NM2VV. Wer die b^bb dieses piwn kennt, weiß, daß er am Eingang der einzelnen ninBBB die leitenden Gedanken der ganzen «Bö zur Darstellung bringt, ebenso stellt er am Eingang eines jeden piD und auch [ bei den einzelnen iwaiB an die Spitze seiner Erklärung!bie leitenden Gesichtspunkte des pia und der mua. Die BDisv, die vor ihm lebten, zitiert und bespricht der 'T8B, sodaß man aus ihm oft mühelos den richtigen VvL einer schwierigen wl- oder rvLBin-Stelle entnehmen kann. Die Einleitung zu 'BD scheint verloren gegangen zu sein, umso erfreulicher ist es, daß die Systematisierung der einzelnen D*pTfi und nro« auch hier vorhanden Ist. Man wird dem rührigen Verleger für die Neuausgabe, die klaren Text auf sehr gutem Papier bietet, Dank wissen müssen. Im Gegensatz zu manchen anastattschen Drucken, die den Schrecken des Lesers bilden, ist hier wirklich Vorzügliches geleistet. Wünschenswert ist, daß der Verleger durch Absatz dieser Neuauflage in den Stand gesetzt wird, auch andere Unternehmungen dieser Art in Angriff zu nehmen. Es wäre damit dem Lernen und den Lernenden ein guter Dienst geleistet. Lehrbuch der jüdischen Geschichte von Dr. H- Juchs. Frankfurt a. M. 1922. I. Kaufsmann, Verlag. «r ^Der schriftstellerisch rührige, liberale Chemnitzer «llEiner, Dr. Fuchs, hat hier ein Schulbuch geichaffen, das vom pädagogischen Standpunkte aus viele Vorzüge ausweist und daher in der Hand des Lehrers anregend in methodischer Hinsicht wirken kann. Der Israelit. Kindern kann man eS natürlich nicht in die Hand geben, da die dogmatischen Voraussetzungen des Buches (Zehngebote, mündliche Lehre), nicht diejenigen des überlieferten Judentums sind. Ebensowenig wird eine gesetzestreue Didaktik die summarische Art und Weise erträglich finden, in der überragende Persönlichkeiten der Neuzeit (zum Beispiel der „intolerante Moses Schreiber" (Chatham Sofer)) abgetan werden. Im übrigen bemüht sich der Verfasser, auch der Orthodoxie einigermaßen gerecht zu werden. Das Loblied, das Fuchs den „Richtlinien" singt, dürfte wohl in den Kreisen seiner Gesinnungsgenoffen mit ebensolcher Beschämung ausgenommen werde« wie sein DityrambuS auf die Verdienste öeS „Liberalismus". Hier hat der Parteimann über den Geschichtsschreiber den Sieg davongetragen. Das Buch der jüdischen Weisheit von Giuseppe Levi. R. Lömit, Verlag. Wien und Leipzig 1921. Preis geb. 100 Mk. Die fundamentale Ethik des Judentums undf eine tiefe wunderbare Poesie, seine weltumspannende Liebe und sein festes unerbittliches Beharren im Geiste des Gesetzes, einen Ueberbltck über das ganze wahrhafte Judentum des Talmuds, gibt Giuseppe Levi in den vorliegenden zwei Bänden, die von Ludwig Seltgmann aus d?m Urtext übertragen wurden. Die Neuauflage dieses Werkes, das durch die glänzende, von größter Sachkenntnis getragene Zusammenstellung zum wahren Kompendium talmudischer Weisheit wird, war lange vergriffen. Die längst erwartete Neuauflage füllt eine schwer empfundene Lücke aus, denn sie öffnet den Vielen, denen der Talmud verschloffen bleiben muß, weil sie nicht im Geiste seiner Sprache erzogen wurden, einen Weg zu seinem Sinn. Der Anteil der jüdischen Freiwilligen an dem Befreiungskriege 1813/14. Bon Michael Fränkel. Verlag „JüdischeBolkSz eitung", Breslau. DaS Büchlein enthält wertvolles historisches Material, das auch für apologetische Zwecke gut verwendbar ist. Eine große Reihe von jüdischen Namen zeugt aus den Maffengräbern in Ostpreußen und anderSwo dafür, daß nicht nur im letzten Weltkriege, sondern auch im Befreiungskriege vor hundert Jahren die Juden mehr als ihre Pflicht getan haben. Der Inhalt der Schrift wird ihrem Motto gerecht: „Uns Juden zur Ehr, Den Antisemiten zur Lehr". Schade, daß die Antisemiten so wenig belehrbar sind. Sch. Die Partikel '2 nach der Auslegung des Talmuds. Von Dr. M. Weinberg, Rabbiner in Neumarkt (Oberpfalz). Gedruckt bei David Droller in Frankfurt a. M. Es ist eine gründliche Gelehrtenarbeit, die Freunden der Hebräischen Sprache und Kennern der talmudischen Auslegung Nutzen bringen wird. Zeigt sie uns doch dos kleine, vielsagende Wörtchen '2 in jeglicher Form und Bedeutung. Die Abhandlung ist im „Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft" erschienen und ist nun im handlichen Sonderabdruck gegen billiges Entgelt von Interessenten im Buchhandel zu haben. Sch. Korot Hathora Vehaemunah Behungaria. Von Leopold Grünwald. Preis Mk. 12. Zu beziehen bei Katzbürg, Budapest 7, Kaztnczy Utca 35. Das Werk umfaßt 78 Seilen und erzählt in gutem Hebräisch ziemlich anschaulich von den Schicksalen der Thora und ihrer Träger in Ungarn. Besonders lehrreich sind die Angaben über die Entwicklung der religiösen Reform in Ungarn. Eine Ueberfülle von historischen Daten find in den Randbemerkungen enthalten, die auf die Entwicklungserscheinungen in der Geschichte des ungarischen Judentums klares Licht werftn. Sch. Mein Onkel. Bon Salomon Dembitzer. Deutsch von L. Schweriner. Verlag Reuß u. Pollack, Berlin. Das Büchlein — es ist die Erzählung von einem geizigen Onkel enthält nach Angabe des Verfaffers in der Einleitung Bosheiten, die den Leser ärgern sollen. Daß er sich dennoch nicht ärgert, kommt daher, daß er sie nicht versteht... Uns ist auf alle Fälle nicht ersichtlich, wo der Verfasser, der bereits gute lyrische Gedichte der jiddischen Litteratur geschenkt hat, mit diesen krausen zum Teil verworrenen Sätzen und schrullenhaften Nutzanwendungen hinaus will, und noch weniger, warum in der Zeit der Papiernot solche Sachen deutsch übersetzt und herausgegeben werden. Sch Literarische Aotiz. Das kürzlich erschienene 68. Heft des 23. Jahrg. der „Mitteilungen der Jüd. Volkskunde" wird bis auf eine Seite von einer interessanten und bemerkenswerten Abhandlung des Herausgebers, Rabb. Dr. M. Grunwald (Wien) ausgefüllt. Sie behandelt „die jüdische Waisenfürsorge in alter und neuer Zeit." Bei keinem Volke der alten Zeit war die Fürsorge für die Waisen so rege und gesetzlich feslgelegt, wie bei den Juden. Trotz Treitschke wird der Beweis erbracht, daß die christliche Charitas nicht etwas Neuentstandenes, sondern aus dem Judentum herauSgewachsen ist. Der Berfaffer geht nun die jüdische Literatur von der Offenbarung bis auf die Gesetzescodieis hinab durch, um zu erweisen, wie lies begründe. Nr. 40 u. 41 Seite 13. ethisch durchhaucht Tat und Lehre in der Behandlung und Fürsorge für die Waisenkinder im Judentum einzig dasteht. Ein kurzer Ueberbltck über die seit Ende des vorigen Jahrhunderts entstandenen jüdischen Waisenhäuser, unter denen wir die besondere Nennung des für ganz Deutschland wirkenden Diezer Kinderheims vermissen, zeigt uns eine erfreuliche, rege Tätigkeit aus diesem Gebiete jüdischer Wohltätigkeit. Die Pointe des Ganzen besteht aber in dem warm gehaltenen Appell an die Judenheit, ihr Augenmerk auf die Abertausenden von Waisen zu richten, deren Rettuug die barbarischen Pogrome und das Elendder KriegSzeit für eine umfassende Liebestätigkeit der Judenheit zur Pflicht machen. Der Verfasser hat es verstanden, in verhältnismäßig engen Rahmen ein wette Aussicht bietendes Bild zu spannen. Die lehrreiche Darbietung sei weiten Kreisen empfohlen. S. ——hi! l-LlL Emgegangene Sucher. Sabbatlichtrr Bd 1, von Heinrich Einstädter. Frank mt a. M., 1922. Verlag Sänger u. Fried borg. Derzr» spstichten. Von Bnchja ibn Pakuda, über setzt von E. Baum garten. Hamburg, 1922 Verlag von George Kramer, Hebräische Buchhandlung. Das Dach dev Pflichten des Herzens, von Rabbi Vachja b en Josef Pakuda. Die zweite, dritte und vierte Pforte der Naturbetrachtung, des Goltcsdienstes und des GoltvertrauenS. Mit einem Vorworte von Rabbiner Dr. Selig Bamberger. 3. Auflage. Hamburg, 1922. Verlag von George Kramer, Hebräische Buchhandlung. Die große Täuschung in völkerpsychologischer Beleuchtung. Offenes schreiben an Herrn Geheimrat Friedr. Delitzsch, von Ne'man. Leipzig, 1922. Verlag von Gustav Engel. Gottes Nvlk und feine Kehre» von Chajim Bloch. Leipzig, 1922. Verlag von Gustav Engel. Griunerungeu aus meinem Keben» 2. Bd., von Dr. Joseph Bloch. Wien u. Leipzig, 1922. Verlag von R. Löwit. Brüderlichkeit, von Walter B l o e m. Leipzig u. Zürich, 1922. Grethlein u> Co. Die moderne Dadylonifrernng der Kibrl in ihrer neuesten Erscheinungsform, kriusch betrachtet von Ed. König. Stuttgart, 1922. Ehr. Brlsersche Verlagsbuchhandlung. Auf zum Kampfe für die freie konfefstonelte Schule. Eine Flugschrift für alle Kreise unseres Volkes, von Heinrich v. Hähling, Weihbischof von Paderborn. Paderborn, t922. Verlag der Bonis acius-Druckcrci, G. m. b. H. Das neue Weltbild in der Erziehung, von Max Bondy. Jena, 1922. Verlag von Engen D i e d r i ch s. Seruelle Fragen vom Standpunkte d.s Judentums, von Dr. M. A s ch e r, Neuchatel. Frankfurt a. M., 1922, Verlag von A. I. Hof mann. Die jüdischen Aerxte im Mittelalter. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Mittelalters von Dr. I. Münz. Frankfurt a. M., 1922. Verlag von I. Kauffmann. Sagen aus dem Morgenland, bearbeitet von Julius Kossarski, mit einer Einführung von Maja Oster l o h. Berlin - Grunewald, 1922. Verlag Berliner Buchversand. Das hebräische und aramäische Element in der jüdischen Sprache, von Salomo B i r n b a u m. Leipzig, 1922. Verlag von Gustav Engel. The Case of the Jewish People, von Dr. Stephan S. Wise. New-Aork, 1 22. American Jewish Congreß. Hie Andenstatistik des preußischen Krirgsmrnisteriums, von Prof. Dr. Franz Oppenheimer. München, 1922. Verlag für Kulturpolitik. Das Such Kufari des Irhnda Ha-Kevi, nach dem hebräischen Texte des Jehnda Jbn-Tibbon,? übersetzt von Dr. Dawd Cassel. Berlin, 1922. Verlag von Louis Lamm. Rabbi Fach» von Manuel Schnitzer. Hamburg, 1921. Vertag W. Genie. Ieschurun. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum, Hrsg, von Dr. Wohlgemuth. 9. Jahrg., Heft 7/8. Abonnementsgebühr 300 Mk. jährlich. Berlin. Verlag Pionier. Der Jude. Eine Monatsschrift. 6. Jahrg, Heft 10. Berlin, 1922. I ü d i s ch e r B e r l a g. Abonnementsgebühr 100 Mk. vierteljährlich. The Illenorah Journal. New-York, 1922. Published by the Intercollegiate Menorah Association, 167 West 14 th. Street. Y- '"2 “'W .1 rsipnS ’jhb spxö. cnp .rrern .f-iV 2NNV oD-u .nara roD& r>v ■»Taon mn ^nn .i"Enn :njnrw pnS’ .b’ibb -inco nn ruxiinB n'üdH .N8i2 B"n '"x -snp .nnsm "irDÜ naxin