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Der Israelit · 1921-12-29 · Heft 52 (29.12.1921) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 52 (29.12.1921)
Date
1921-12-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Srr MraeNi. fto. 52 Seite 5 29. Dezember 19ÄL “iödiö ns -I"28 wnwi w dk '2 nwni N2V 2N22 ."^2 TPDPI -IVrr DHÖDH 2V1 D^ttH •p"Bb 2"2nn '1 '2 Ql'2 ’3ÖÖ So halte sich Ettltnger letztwillig verbeten, von irgend jemand auch nur in der Form des y^T, als „Zadik" bezeichnet zu werden,' daß außer Schturlernen ")2^ 15IVV2 ihm irgendwo ein Hesped gehalten werde, daß außer Namen, Datum und Titel seiner Bücher noch ein Wort des Lobes auf seinen Grabstein komme. In Nr. 48 des damals in Lyk erscheinenden ^PJöfi trug der ehrende Nachruf als Jahreszahl den „Prat": 12K 'n pan fö vwrri- * * * Auch wir glauben im Sinne dieser letztwilligen Bestimmung Ettlingers dessen Andenken heute nicht besier ehren zu können als durch die Wiedergabe einer seiner Abhandlungen und wählen wir die erste N21VN aus seiner Responsensammlung jT>at pia, die ein Thema betrifft, das heute von erhöhter Aktualität ist und seit Jahren unsere besten Köpfe beschäftigt, nämlich die Frage, ob es uns irgendwie nn föD, noch vor Ankunft des Messias, möglich wäre, N122*1p an heiliger Stätte in Jerusalem darzubringen. Die Frage ist erst vor einigen Jahren in den orthodoxen Kreisen Polens wieder aufgetaucht und in dem in Warschau damals erscheinenden „Jüdischen Wortes zur lebhaften Diskussion gekommen. Man griff bei dieser Gelegenheit u. a. auch auf diese N21V71 Ettlingers wiederholt zurück. Obwohl, wie bereits nachgewiesen, die glühende Liebe Ettlingers zum Heiligen Lande gewiß über allen Zweifel erhaben war, obwohl er als '"K X'V2 mit Herz und Seele dem 21V' und allen seinen Fragen, wie all den Bestrebungen in der Diaspora für denselben zugewendet war, tritt er dem damaligen Thorner Rabbiner, Rabbi Zwi Hirsch Kalischer der in einer Broschüre der Idee der Opferstätte warm das Wort spricht, ebenso höflich und bescheiden, wie klar und entschieden entgegen. Die 121521 bildet die Antwort auf eine direkte Anfrage Kali sch er s, wie er, Rabbi EttliNger, sich zu seiner Ansicht über die Errichtung der Opferställe in Jerusalem noch vor Ankunft des Messias verhalte. Kaitscher trat in seiner Broschüre für die Idee ein, mit Hinweis auf Esra, der den 1210 schon vor i’2 p32 '352 errichten ließ. Kalischer führt drei Belege für seine Ansicht an, die erste aus Mischna Edjoth 8, wo Rabbi Josua im Namen seiner Lehrer als 12*71 ■o'oo 1L»0*7 wiedergibt, daß j5i7*7 7ia*7i xöö*7 ns ''*7X px 2n?2 D’pinöi rx 2ipP x*?x 2ip*?i. Nach Bartenora ist der Sinn der Mischna dahin zu verstehen, daß es nicht Eltjahus Aufgabe sein wird, die eingelreienen Zweifel bezüglich der Reinheit, der Familien aufzuklären, er wird sie vielmehr alle als würdig in ihrer Stellung belassen. Kalischer schließt aus der Erwägung, daß sich hier die 0'02i nicht über eine xi'!20*7 xi2*7i den Kopf zerbrecken würden, daß dieser statuierten nsbn eine praktische Bedeutung tnnewohnen müsse, und zwar folgende: Do die Wiedervereinigung Israels zunächst aus natürliche Art ohne Propheten vor sich gehen wird und wir ohne Mithitse eines solchen auch zu 1210 und Opferrecht gelangen, so könnte die Frage nach der absoluten Reinheit und Würdigkeit der zum Dienste herangezogenen Pciesterfamilien uns hindernd im Wege stehen. Demgegenüber wird in der angeführten Mischna auf die bis auf Moses zmückgehende Tradition hingewiesen, wonach dies gar nicht im Kompetenzbereiche Eiijahus liege. Man könne mithin ohne Bedenken und Zaudern noch vor Ankunft des Messias und eines Propheten den Opferdienst den vorhandenen Priestern übertragen. So weit Kaltscher. Ettlinger richtet an K. die höfliche und bescheidene Frage, ob denn sonst nirgends in c'52 eine xi2*?i NirBNü*? statuiert würde? Rur zweimal („Sanhedrin'^ 5t und „Sewvchim" 45) sucht die Gemoro nach einem besonderen Grunde für die Siatuierung der Zukunftshalacha. Aus Tausfaus geht aber klar hervor, daß der praktische Nutzen der i2*?i in Edjoth auf aanz anderem Gebiete liegt, nämlich auf dem des ii2L>0 an’. Es sei darin einfach gewarnt vor allzugroßer Strenge der Auswahl beim Eingehen der Ehen mit Familien von nicht ganz zweifelsfreier Abstammung, etwa in dar Befürchtung, Eliahu würde diese Familien ausschließen. Denn„Elijahu kommt nicht nahe zu bringen oder fern zu halten usw. . . ." Daß Tausfaus die praktische Bedeutung der Mischna aus diesen Punkt stellen und nichts von opfernden Priesterfamilien sprechen, ist für Ettlinger im Gegenteil Beweis dafür, daß ein Opferdienst ohne prophetische Intervention nicht vorausgesehen ist. Ein zweites Argument Kalischers stützt sich auf die von „Ramban" zitierte Sifrierklärung zum Satze: 112111 P"i x'23 iox'52 12 pioio» 712' X'23 *7^ 70X' 2"1X' XL21 »11-1 no» 1X21 „Man könnte glauben, daß man warten müßte, bis ein Prophet den Weg nach Zion weise, darum heißt es '121 li:^, um uns zu sagen: erst suche und finde, dann kommt auch schon der Prophet von selbst usw." K. sieht darin eine direkte Aufforderung, gleich David, der gelobte, ",21 aipo xjtex 12 121 wb 1352 fix ex, nach der Opferstätte zu trachten und zu suchen, ohne auf einen Fingerzeig von oben durch Zeichen und Wunder zu warten. Ettltnger ist anderer Meinung. Er weist aus dem ganzen Zusammenhänge des Sifri nach, daß hier das Gegenteil von dem gesagt ist, was K. herauslernen will. Sifri beginnt nämlich 52111 x'23 „Suche nach prophetischer Anweisung", dann erst kommt das ^12' und die Exerriplisizierung auf Dawid, um zu. beweisen x'23 b"dx^ 11221 x^>52' daß man ohne ,Nowi" derartiges nicht unternehmen soll, wie ja auch Dawid schließlich erst nach Ueberbringung des göttlichen Befehles durch den Propheten Gad daran ging, einen Altar in der „Tenne oes Arawno des Jebusiter" für Gott zu errichten. Mit der Anführung all der darauf bezüglichen a'pias will Sifri sagen, daß obwohl uns das 152711 13252*7 den Weg nach Jerusalem ohne daß wir die führende Hand des Propheten abwarten müßten, eröffnet, jedoch der Opferdtenst von der göttlichen Weisung des Propheten abhängig gemacht ist, an die sich auch Dawid gebunden fühlte. Es kann dem nicht entgegengehalten werden, daß Dawid tm Gegensätze zu uns die für den Opferaltar geweihte Stätte nicht kannte, denn aus Talmud „Sukka" 53 ist nach Erklärung Raschis zur Stelle zu ersehen, daß Dawid selbst die Grundpfeiler des Altares schon zur Zeit Achitosels (lange vcr dem Ankauf der Tenne Arawnos) in den Boden gesenkt halte. Auch war ihm der Plan der Tempelanlage in allen Einzelheiten wohl bekannt, trotzdem wagte er sich nicht eher an die Opferstätte heran, als bis der „Nowi" mit dem göttlichen Auftrag ihn zum Altar geleitete. Um wieviel weniger dürften wir es wagen, aus eigener Befugnis ans Opfern zu gehen, da wir mit voller Sicherheit nicht einmal die geweihte Stelle kennen. Uebrigens kann sich die Sifrtstelle nur auf die Zeit nach Besitznahme des heiligen Landes durch ganz Israel beziehen. Das trifft auch für die Aera Dawids zu, der trotzdem ohne göttliches Geheiß aus dem Munde des Propheten nicht ans Werk geht. , Eine doppelte Mahnung für unsere Zeit desGolus!.. Als dritten Beweis führt K. den Satz aus Jesajas 55 ins Feld: i'22 a'iio52i '52ip 71 *7X a-iix-cii '121 di'1271 21'11*712 '1*7'01. Hier sei die Reihenfolge der E-lösung wie folgt angegeben : die Sammlung Israels, die Freude am gemeinsamen Gebete auf dem heiligen Berge, die Opfer auf demAltare, dann erst wird die Geullah mit dem Tempelbau beschlossen: '1'2 '2 2021 12*7 xipi i*7'0i 1'2, dem Tempel, der als Stätte der Erbauung für alle Volker errichtet wird. Die'e in den pico hineingedeutete Reihenfolge, so sagt Ettlinger, stehr aber im diametralen Gegensätze zu Talm. „Megtllah" 18, wo die Erlösung in folg nder Gliederung geschildert wird: 1) Der Aufbau Jerusalems. z) Die Ankunft Dawids (Messias). 3) Die Gebeiversammlung. 4) Zuletzt der Op sei dien ft. X2«f nx 111221 X2 1*7'01. Auf die Zeit des '3». i>2 unter Esra bezogen, betrifft Punkt 3. (iVei) die Festsetzung des Achtzehngebetes durch die „Männer der großen Synode", die wie alles andere dem Opfern voranging. Nach so erfolgter Widerlegung der Argumente Kalischers rückt Ettlinger mit den positiven Gegenbewelsen heraus, wobei er auf eine von ihm an Rabbi Kopel Halevi, Rabbiner zu Worms, im Jahre 5607 gerichtete Entscheidung in dieser Sache zurückgreift. Der genannte Wormser Rabbiner beanstandet die in "„22' i^'xi2 ausgesprochene Vermutung, daß man zur Zeit der „Nessitm" nach der Tempelzerstörung, gestützt auf die gelten Beziehungen, die diese zu den römischen Kaiserhäusern pflegten, auf dem Altäre, der sich möglicherweise noch an heiliger Stätte befand, geopfert hätten. Rabbi Kopel hält es für undenkbar, daß bei der Zerstörung der 1210 verschont geblieben sei, ergo gab es euch keine Opfer mehr. Ettlinger gibt in der Sache selbst Rabbi Kopel recht, aber der von ihm angegebene Grund, die Zerstörung des Altars, sei darum nicht stichhaltig weil man doch mit Leichtigkeit zur Zeit der Nessiim einen neuen Altar hätte bauen können. Der Grund, warum es die Nessitm unterließen, liegt aber tiefer, er ist in pico, Tradition und Halacha zu suchen. Zur Beweisführung dient Ettlinger in erster Reihe die Mischna in „Megillah", Fol. 28, wo Rabbi Jehuda IX 'nü'1211 '352 721 12112 f'l'OCO pX 27152 2'1'2 '121 ,"00153» ,1522 “X ,15211p 22'52lp0. Es ist nicht klar verständlich, wie Rabbi Jehuda aus dem angeführten piss, der nichts Auffälliges an sich hat, seine Ansicht herauslernt, die Erklärung des V'ii dazu erscheint etwas gezwungen. Ettlinger weist an Rambam i"o 17'121 i'2 1,12*71 nach,^daß hier in der Mischna in der Hauptsache von 52lpOi 1»2 und nebenbei auch von ii'232 '12 die Rede sei. Der Beweis Rabbi Jehudas wird aber nicht von den angeführten, sondern von den vom Abschreiber mit '121 angedeut« ten Schlußworten des pico herausgelernt: 22i'i’3 nna i'ix x*7i. R. Jehuda versteht den Possuk so: Solltet ihr auch nach Zerstörung noch an heiliger Stätte opfern, was an sich — nach der Meinung 8t. Jehudas, daß xiai> Ti2*7 i52~p — keine p:i 1C152 dar stellt und darunt nicht sündhaft wäre, so bleibt doch dieses Opfern zwecklos, da '21 mx xii. Auf ii'3 i'7 kommt es aber beim Opfer in erster Reihe an. So wäre ja im besten Falle der Opferdienst vor i>520 ix'2 sinn- und zwecklos, all solange das mx x*?i angeht. Was aber von der Zeit des ,27i gesagt ist, gilt leider auch heute noch nach der bekannten Talmudstelle; i'i *72 1'0'2 2713 1*7X2 1'0'2 132' 0"12 f'X52. „Jedes Zeitalter, in dem der Tempel nicht mieser erbaut wird, erlebt seine Zerstörung von netiem " Die im Talmud vereinzelt vertretene Atlsicht 1'2 pstr d"j’x panpc, kann, wie aus dem ganzen Zusammenhänge erhellt, nur den Sinn haben, daß nachdem auf Geheiß Gottes der Tempelbau gesichert ist, man mit dem Opfern schon vor Fertigstellung der Tempelmauern beginnen könne. Mtt sichtlicher Freude teilt Ettltnger zum Schluffe der Abhandlung, in der er auch noch die Begriffe von ftfWP nttHp nnd Tnjft ntp-p X121? erläutert und auf den Meinungsstreit zwischen R. Jochanan und R. Lokisch über nin JöD iTOöPi („Sewachim 107) eingeht, mtt/ daß R. Binjomin Auerbach Halberstadt, bei der Ordnung des Materials für die Edition des ">£2 eine alte nnjrr gefunden hat, die seine — Ettlingers — Ausdeutung der Mischna tu „Megillah" im Sinne des P"VN2 und unter Berufung auf die Schlußworte ,121 rrnx X21 wörtlich bestätigt. Die PDWfi schließt mtt fern Wunsche, mit dem auch wir diese Würdigung beschließen möchten, es werde beschleunigt die Zeit der mix:! und des umssn p33, die solche Diskussionen gegenstandslos mache. Die EntiMlung der Adaß Moel in Verlin. Merlin, 1. Dezember. Der Vorstand der Adaß Jisroel zu Berlin versendet an seine Mitglieder folgenden interessanten Bericht: Wie im vergangenen Jahre, nimmt die Gemeindeverwaltung Veranlassung, mit einer Rückschau über den Ablauf des Gemeindelebens und einem Ausblick auf d.e bevorstehenden Aufgaben und Pläne der Gemeinde an die verehrltchen Mitglieder heranzutceten. Das ausgedehnte Arbeitsgebiet der Gemeinde in seinen vielfältigen Verzweigungen stellt an das Rabbinat Anforderungen von größtem Ausmaße. Insbesondere sind die Kaschrusinstitutionen im letzten Jahre im Innern immer weiter ausgebaut worden. Da der Uebergang aus der Zwangswirtschaft in den freien Handel den Geschäftsinhabern eine weit größere Bewegungsfreiheit wieder eingeränmt hat, stellt die Beaufsichtigung der Betriebe in religionsgefctzlicher Hinsicht andauernd neue Anforderungen an das Rabbinat. Zur Bewältigung dieser umfangreichen Arbeiten sowie zur Entlastung des Herrn Rabbiners auch auf anderen praktisch-religiösen Gebieten seines Amtsbereichs ist ihm in Herrn Rabbtnatsassessor Dr. Hermann Klein ein Dajan zur Seite gegeben worden, dem auch ein erheblicher Teil des Ltmmud hatauroh, insbesondere die Einführung derJugend in Mischnah und Gmoroh, übertragen werden konnte. Zur gleichen Zeit, in der sich die Ergänzung des Rabdinaks bewirken ließ, rft es uns endlich gelungen, den im Westen wohneciden Mitgliedern ein schlichtes Gotteshaus zu schaffen, in dem ein Gottesdienst in althergebrachter Welse abgchalten wird. In räumlicher Verbindung mit' diesem Beis Tesillah konnten wir die bereits seit über zwei Jahre bestehenden Zwetgklassen unserer Knaben- und Mädchenschule unterbcingen. An dieser neuer: Pflanzstätte der Adaß Jisroel pulsiert bereits warmes Leben. Die von dem Herrn Rabbtnatsassessor abgehaltenen Schiurim mm

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