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Der Israelit · 1921-06-16 · Heft 24 (16.6.1921) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 24 (16.6.1921)
Date
1921-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der JSraeltl. Nr. 24 Seite 7 16. Juni 1921 _ jüdischer, Mitglieder ausgetreten sind, ftelst ihr inachttos gegenüber. Tie Hochburg der Horden ist in, Oftjördanland, wohin sie alles geraubte jüdische Gut verschleppen. Tie .Haltung des Stadtpräfekten in Tiberias wirkt nicht sehr beruhigend. Militär wurde von ihm für die Stadt nicht angefordert und den Kolonisten winden alle Geivehre abgenommen, auch wurde dem jüdischen Selbstschutz die Genehmiguttg versagt. Unter dem Hl. Mai schreibt „Havocl Ha- ,;air": Mit dem Schiffe „Talmatien" ivurden 158 Ghaluziin zurück nach Aegypten transportiert. Sie machten bereits zweimal die Reise hin und her nach irnd von Jaffa und Haifa, ohne das; sie ans pand gelassen ivurden. Auch in Alexandrien durften sie das Schiff nicht verlassen, trotz aller Bemühungen der Angesehensten der dortigen Gemeinde. Sie ivurden in ein italienisches Schiss überführt, das sofort nach Konstaminopel abdampfte. 9N der Auswanderer gehörten zu der „ukrainischen Gruppe". Tie Beniül'.nngen und die Teilnahme der alexandriilischerl Iudenheit verdient alle Achtung. Eine andere Ehaluzirngruppe, bestehend aus 36 Mann innstle sofort zurück nach Triest, ebenso 25 Juden, die mit dem Schiff „Wien" ans Polen in Jaffa landen ivollten. k!n arabifcher Kongreß. Zerrrfakem, 5. Juni. Tie Araber geben keine Ruhe. Hur Zeit haben sie in Fortsetzung der Haifaer Bersaminlung einen neuen Kongres; in Jerusalem einberufen. Ans diesem Kongres; machen sich aber starke Meinungsverschiedenheiten geltend. Eine Grnvpe verlangt Wahlen auf demokratischer Basis, während die Gegenpartei am alten System festhalten möchte. Ter Kongreß beschloß auch die Entsendung einer Telegation nach Europa, um dort die arabische Sache zu vertreten. Personalien. Posen, 11. Juni. Am Sabbat nsrr 'S verschied hier nach kurzem Leiden im 55. Lebensjahre Rabbi Meir Temersohn, Rabbiner in Stawischin, Kreis Äaltsch. Der Verstorbene war einer der bedeutendsten chassidischen Rabbiner in Polen, der Tag und Nacht dem Thorastudium oblag. Besonders vertraut war ihm die mittelalterliche Neligtonsphilosophie und die Mussar-Literatur, von deren Ideen seine wundervollen JT.iJm erfüllt waren. Auf ihn trifft das Wort zu: .iCTiö ''.»12 p22 N1?. Eine große Anzahl von Schülern, von denen einige jetzt als Rabbiner in Polen amtieren, rankten sich an ihm empor. Der Rabbi gehörte einer bedeutenden Rabbinerfamitie an, er war Schwiegersohn des Dajan Rabbi Jtschinskiin Wlozlawek und Enkel und Schüler des großen Rabbi Hirsch Temersohn in Plozk, eines LieblingssHüters des berühmten Rabbi Akiba Eger y's?. Zu früh ist der bedeutende Mann, dem wir eine große Anzahl von nim verdanken, in die Ewigkeit abb'rufen worden. Unter Beteiligung einer großen Anzahl von Verehrern wurde er am Montag in Posen znr misp gebracht. Herr Rabbiner Dc. Freimann und der Schwager des Verstorbenen, der jetzige Dajan in Wlopawek, hielten ergreifende Hespedtm. Während der Schiwoh haben sich sämtliche Rabbiner aus dem Kreis: 51altsch zu einer großen Traaerkundgebung in der Synagoge in Stawischin der Wirkungsstätte des Verstorbenen versammelt, aus der in mehreren LN227l dem Schmerze Ausdruck verliehen wurde. n''2jü7i. Bad Homburg, 15. Juni. Herr Lehrer Goldschmidt, Mitbegründer und Mitglied des Vereins „Unabhängiger Lehrer Hessens und des Bundes pren feierte jr~ m unter reger Teilnahme der Gemeindemttgliedec das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaare wünschen wir, daß es ihm vergönnt sein möge, noch lange in treuer Pflichterfüllung segensreich wirken zu können. Frankfurter Berichte. Krau G-rstirre Gppenyeimer Eine Mutter ist's, eine Mutter in Israel, die wir vor wenigen Tagen zu Grabe getragen und deren Gedächtnis bei aller bescheidenen Zurückgezogenheit ihres Daseins doch ein Wort in der jüdischen Oeffentiichkeit gebührt. Frau Caroline Oppenheimer, geb. Glauberg, als Vorbild einer jüdischen Mutter schon, verdient sie in unserer Zeit den Dank der jüdischen Gesamtheit. In kinderreichem Hause als eine der älteren unter elf Schwestern groß geworden und gleichsam von der Pike auf in die große sittliche Aufgabe des ktndergesegneten jüdischen Famtltenhaushalts hineingewachsen, in der Schule Samson Raphael Kirschs mir dem ganzen Idealismus des Alltags- Priesterdienstes am Familientische geweiht, so trat sie vor einem halben Jahrhundert in die Ehe mit ihrem wetterharien, ganz der Arbeit hingegebenen, aber echt jüdischen Manne ein, um innerhalb 15 Jahren vorder riesenaroßen Aufgabe der fast gleichzeitigen Erziehung von 13 Kindern zu stehen. Und wie hat sie diese Ausgabe zu lösen verstanden! Des letzten Restes natürlichen menschlichen Egoismus vergeffend, ganz dem Dienste der Mutter hingegeben, in immer sich gleichbleibender innerer Ruhe, die im tiefen Grunde eines felsenfesten Gottvertrauens wurzelte, und die sie befähigte, nicht nur den Kleinen in ihrer kindlichen Hilflosigkeit, sondern auch den werdenden Jünglingen und Mädchen, ja den erwachsenen Söhnen und Töchtern in all den großen und kleinen Nöten des Lebens, die ewig hilfsbereite, tröstende, spornende Mutter zu sein und zu bleiben. In diesem Gottvertrauen trug sie, selber physisch schon erschüttert, in wunderbarer Ausgeglichenheit vor wenig Jahren den plötzlichen Tod eines blühenden erwachsenen Sohnes, in dieser Heiterkeit vollendeter Pflichterfüllung lebte sie auch die letzten Jahre ihres Lebens aus, ein einfach stilles und doch überreiches jüdisches Leben. Möchte das Vorbild dieser „heiteren Mutter der Kinder" die Töchter des jüdischen Volkes zur Nacheiferung begeistern, an ihrem Gedächtnis sich in Kindern und Kindeskindern die Kraft zu gleicher Lebensletstung entzünden. r?"35ür. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — mittags 121/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: „Mikro"; Herr Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr im Hörsaale: „Newiim": Herr Prof. Weyl. 43,/4 Uhr im Vereinslokäle: „Tefilloh. (Hallel hagodaul); Herr Red. Schachnowitz. - 8P2 Uhr im Hörsaale: „Midrasch"; Herr Gustav Kaufmann. Sonntag vorm. 9=7* Uhr und Dt enStag nachm, eive Stunde vor Mincho, im Vereinslokäle: „Gemoro"; Herr R. B. Posen. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag nachm, eine Stunde vor Mincho im Vereinsiokole: „Mischna"; Herr Rektor Falk. Donnerstag morgen: Jahrzeilsttstuvgslernen Falk Goldschmidt-Stiftung. Freitag morgen: Jahrzeitstiftungslernen,Benjamin Roos-Stiftung. Allmorgendlich Mtschnalernen im Hörsaale. Allabendlich 88/4 Uhr: „o"ip-Lernen im Vereinslokale; Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendgruvpe. Sonntaa vorm. 8 Uhr: „Rasch!"; Herr Leopold Oppenheimer. — nachm. 27, Uhr: „Tehillim"; Herr Herm. Frankenthal. — 3 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Uhrtürmchen, Friedberger Anlage. — abends 8 Uhr: »Hebräische Sprache" - Herr Lehrer I. I e l e n. (Herren und Damen.) Dienstag abend 8 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hosmann. — 9 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. Mittwoch abend 8 Uhr: „Dinim"; Herr Oberlehrer Munk. — 83/4 Uhr: „Newiim"; Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag abend 87, Uhr: „Chaurerv"; Herr Dr. E h r m a n n. Samstag vorm., 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 38. — 117, Uhr: »Gemoro"; Herr H. Halpern. — II3/4 Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger; Herr Leop. Ovpenheimer. Der Schiur mrc '2; von Dr. S. Ehrmannn findet jeden Morgen um 3/47 Uhr statt. Allabendlich 3/4 Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag nachm. 4 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Allerheiligentor. (Nachtessen mitbringen). Mittwoch abend 9 Uhr: „Thauro"; Herr Dr, Ehrmann. Donnerstag abend 87, Uhr: „Chaurew"; Herr Dr. Ehr mann. Samstag voirn. 11V, Uhr: „Sidrah"; Herr- Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"^; HerrA. Hirschberg, nachm.5 Uhr: „Thillim"; Herr Louis Kahn. Verein jn mS- ... . Sam stag nachm, nach „Mincha", Horsaal Friedberger Anlage; Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ostendstratze 18. Sonntag früh 8-9 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch abend 8 9 Uhr: „Gemoro- . , , Schiur" N8p NM; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag, eine halbe Stunde vor Nacht: „Messilas Jeschorim"; Herr H. Halpern. Alltäglich 7, Stunde vor Nacht: „Dinim"; Herr Rosen zweig. Ertfr Ostendstratze 18. Täglich vorm. 7,8-7,9 Uhr, NX'2 NW SamStag nachm. s/45—3/46 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Grass-Bondi (vorm. M. C. Kirchbaum Nachf.) Frankfurt a. M., Große Eschenheimerstr.4. Spezialität: k"Äs Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby ° Ausstattungen Sorgfältige Bedienung Sauberste Ausführung 3535 a Beste Verarbeitung Heöetzeiten. Kty: rcir- Freitag abend 7.50. Samstag morgen 7.45. SamStag nachm. 5.— Samstag abend 9.40. Wochengottesdtenst: M0rgens 6.15. Nachmittags 7.15. Pfälzische Bank. In der am 13. Juni abgehaltenen Aussichtsratssitzung kam der Geschäftsbericht für 1920 in Vorlage. Der Bruttogewinn beträgt 56.351.258,21 Mk. gegen 17.378.787,62 Mk. im Vorjahre und der Nettogewinn einschl. Vortrag 21.375.267,77 Mk. gegen 7.472.499,47 Mk. im Jahre 19t9. Nach dem Beschluß des Aufsichtsrates wird der auf den 28. Ltuni einberusenen Generalversammlung vorgeschlagen: 10 % Dividende (gegen 7 % int Vorjahre) zu verteilen, 10.000.000 Mk. dem Reservefond zu überweisen, 207.905,56 Mk. auf Bankgebäude und Mobilien abzuschreiben, 150.00t) Mk. für Zuweisung zur TalonS- Steuerrelerve zu verwenden, 534.342,69 Mk. dem Dispositionskonto, 400.000 Mk. dem Organisationskonto, 2.500.000 Mk. dem Beamien-Pensions- und Unterstützungsfond zuzuführen und 1.000.000 Mk. wieder auf neue Rechnung vorzutragen (wie im Vorjahre). Graß-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges Vf e inklause Eingang nun StiftstraBe JUNGER MANN Anfang 30, taubstumm, sonst gesund i'ntelligcul und sympathische Persönlichkeit mit eigenem Vermögen von Mk. 100000.— ans angesehener jüdischer Familie, wünscht EINHEIRAT in solides Fabrikations- oder BZarengeschäft. Nachricht erbeten unter B. P. 238, an Rudolf Mosse. Breslau z. Weiterbesörd. 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