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Der Israelit · 1903-07-02 · Heft 52 (2.7.1903) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 52 (2.7.1903)
Date
1903-07-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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44# Jahrgang. erläge zu M Wie weit Mt unser üctffiiiliiifi kr Khulkiiu. ’ iusbesaukre kr AMuth Pursh? Elve §etcach!Lvg \m UschrrrstzUM npn. Von Joseph CarLebach. Giebt es aus dem weilen Erdenrunde irgend ein menschliches Wesen, dem . Alles schon beim erstmaligen Anblick klar und deutlich vor Augen tritt, das also nicht des bescheidenen Fragens an eine ihnr geistig überlegene Person bedürfte? Ganz sicher nicht, können wir ruhig behaupten. Stets und innner ist es der Kindermund, der wahlberechtigt, da ihm, dem Kinde, noch alles fremd, mit den verschiedensten Fragen an Eltern oder seine Lehrer herantritt, und eindringlich um eine ihm verständliche Erklärung bittet. Es wünscht nichts anderes, als von der Dunkelheit, die das Nicht- . wissen, also der Zweifel um sich verbreitet, in's Klare geführt zu werden. Das von den Kleinen, etwa zehn- bis 14jährige, die wir täglich fragen Horen, das Glück hat, ein jüdisches Kind zu sein, das muß — ich spreche natürlich 4>on einem strebsamen — in zwiefacher Weise Fragen aufwerfen. Was sowohl die profanen, als auch unsere jüdischen Wissenschaften anlangen, die ihm in der Schule gelehrt werden, liegen ihm Fragen auf der Zunge, die der wissensdurstige Schüler zu seiner Vervollkommnung beantwortet haben will. Die profanen Wissenschaften haben durchweg für jede angängige Frage eine sachliche Antwort. Doch bei der jüdischen, wie ist es? Eine sofortige Beantwortung. bevor wir hier einen kurzen Ueberblick über des Juden Gesetze und Pflichten geworfen haben, ist wohl unmöglich. In sechs Gruppen hat man bekanntlich unsere auf Erden zu erfüllenden Aufgaben als Juden eingetheilt. Fünf dieser Gesetzesklassen rrrcs? ltnbjvxa .c-ttcpo rr;n bieten in ihren Grundideen uns leine besonderen Schwierigkeiten, da sie ihrem ganzen Wesen nach für den von seiner hehren Religion nur einigermaßen überzeugten Juden recht einleuchtende Gesetze sind, wie in n**rr die Festtage, in rmn die Gottesliebe, und in m'27 der letzteren entsprechend der Gottesdienst. Allein wie verhält es sich mit der noch Lbrigbleibenden Gruppe, mit den r'p'r-.? Wir alle wissen es. daß die jüdische Religion den ihr aufgedrückten Stempel der Göttlichkeit in sich trägt, und ihren treuen Bekeunern gleichsam diesen Orden, der ihr eigen, weiterverleiht. ihn. den Mensch, gottesähnlich adelt. Gleich den Versen: rrv bbz niwo "b erwr. vt" nx cmcp: bpz ycpn rep ex p„sn bz H « cnsn. Und weiter: rzbsc 'b vnr. crx* kz bx nein *e?x e-irri rpx vrr.p v. me. | Wahrlich, ein Adel ist mit diesen Worten den Treuen unter uns zugetheilt, wie er vollkommener nicht HL.!e ausgesprochen werden können! Wäre jedoch, besäße das Judenthum nur erstgenannte fünf Gesetzesgruppen. diese Adelung in prägnanter Weise als eine gottesähnliche zu bezeichnen? Nicht im mindesten. Wollen wir durch stetes Befolgen einer von diesen sechs Klassen die Auszeichnung der Gottesähnlichkeit der-, dienen, so sind es — natürlich immer in Verbindung mit den übrigen — unferec'jyn.bte uns diesen Adel verschaffen helfen. Gäbe es für den Juden keine ö'pin, er wäre kein Jude, er könnte wie seine Mitmenschen ein iiberaus feingebildeter, gerader und rechtlich denkender Mensch sein. Daß somit der Jude, um vollkommen in seinem hehren Berufe dazustehen, in erster Reihe der L'p'.n bedarf, erscheint somit außer jeder Frage. Er muß allo eine Gesetzesklasse haben, die, wenn ihm auch unverständlich, und das ist sie, ihn in seiner jüdischen Religion erst zum eigentlichen Juden macht. Sie bildet den frappantesten Gegensatz zu der uns klarsten Gesetzesgruvve derv'LLps. Letztere befehlen dem Menschen aufopfernde Liebe zu seinem Mitmenschen und müssen uns ihrer Verpflichtungsart nach leicht begreiflich sein. Erstere jedoch, die ausschließlich das Verhältniß des Juden zu seinem Gotte regeln sossen, dessen Weisheitsplan, also auch spez. Seine v'pn. uns uneraründbar. bedürfen einer Erklärung schon aus dem Grunde nicht, da wir lebend doch unfähig wären, Gottes Größe und Machtherrlichfeit zu schauen, die stets Befehle, ohne deren zweckmäßige Begründung darzuthun, eriheili. ^x">' *6-’e 'w nx nx-6 Sein *6 *exM vn Bei der Schöpfung des Menschen am sechsten Tage berichten uns folgende Verse von dessen Erschaffung. Gott sprach: ujve-d vdSxs shk npy: und «w «V» X*0 E’pSt DPL2 CPXn nx ß'pbx ncp: vex: NLi rtensa fo eey mxn nx D'pSx 'i nr? vz:b c-xn w L"n. Aus den beiden ersseren geht zur Genüge hervor, daß der Mensch im Ebenbilde Gottes erschaffen worden, allein welche geistige Größe wurde diesem unserem Ebenbilde verliehen? Wohl nicht mehr als ein Hauch von Gottes Geist, so wie uns Erdenbewohnern würdig. Unser Wissen und Können, kurz unser Geist, ist der denkbar kleinste Abglanz göttlicher Weisheit und göttlichen Geistes. Wir vermögen, wie ein talmndischer Grundsatz in Traktat rr sp, i'b'r. lehrt, eine Sache nie ganz genau zu theilen z'fz'jb -,pcx 'xp 'zb, aber gedanklich erfassen sollen wir sie bis in ihre kleinsten Grundgedanken, wie' z. B. die B»pn in unserer rrrji. Daß letztere ein Gotteswerk ist, setze ich als das selbstverständliche für einen jeden Juden voraus; und daß dieselbe von ihren Bekennern nur Solches zu vollbringen verlangt, was

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