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Der Israelit · 1903-07-02 · Heft 52 (2.7.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 52 (2.7.1903)
Date
1903-07-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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„Was schweift Ihr erst nach Jerusalem, das Schwert gegen Ketzer zu tragen? Nehmt das Kreuz gegen Saladin, den Sultan von Aegypten? Seht, viel schlimmer als der Sarazen sind doch die höllischen Juden. Es glaubt der Sarazen ja auch, daß unser Heiland Prophet war. Es achtet der Sarazen ja auch den heiligen Brauch unserer Kirche. Doch die höllischen Juden haben den Heiland gekreuziget und schmähen und höhnen seiner heut noch. Sie rauben die heiligen Hostien und treiben damit ihr Vergnügen. Sie zapfen das Blut den Christen ab und brauchens zu ihrem Feste. Sie hat der Heiland für immer gezeichnet, das Kainsmerkmal brandmarkt ste. Seht, wie so scheu sie senken den Blick, wie schwach und kraftlos ihr Arm ist. Vergebens sucht Ihr in Jerusalem auf's neue Heil und Erlösung. .Die Juden halten die Erlösung auf und hindern das Reich unseres Heilandes. Schon ganz Europa gehorchet ja dem Winke des heiligen Vaters. Nur die Juden verunreinigen noch die Länder der frommen Christen. Erst wenn sie getilget sind vom reinen Boden Europas, wenn weithin verspritzt ist ihr ruchloses Blut, verbrannt und verstreut ihre Glieder, dann mögt Ihr ziehen nach Jerusalem, das heilige Grab zu erobern. Dann wird auf's neue in Jerusalem das ewige Heil erblühen. Jerusalem, die hehre Stadt, wird . . . „Kyrieleis, Kyrieleis." kreischten einmüthig die Gläubigen. Längst schon war ihnen die Rede des Priesters zu lang geworden. Sie wollten wieder schreien. Das machte ihnen Spaß. „Kyrieleis. Kyrieleis," kreischten sie und taumelnde Lust erhob sich in ihnen. Der Met übte seine Wirkung. Die dumpfe Schwüle in der Kirche wirkte betäubend auf ihr Gehirn. Voll Rührung und Liebe faßten sie einander an und führten einen rasenden Tanz um den Altar auf. Einer stolperte über den andern. Sie purzelten hin und lagen grLhlend am Boden. Ihnen schien es plötzlich. als ob sie im weichen Bette lägen. Ihre Sinne schwanden vollends und nach wenigen Augenblicken erfüllte die heilige Stätte das gemüthliche Schnarchen der Gläubigen. Vergebens schäumte der weiße Mönch vor Wuth. Vergebens erstach er, um sie zu ernüchtern, einen aus dem Pöbel. Alles umsonst. Die Gläubigen waren nicht mehr zu erwecken. Das war das Wunder des perlenden Mets und — David ben Sebulons.-;-- — Hoch aufgerichtet stand David ben Sebulon vor dem nahenden Untergange. Entsetzlicher Haß wogte in seinem Busen gegen die grausamen Christen.. Er hätte sie zermalmen mögen, hätte er es nur können. Starren Auges schaute er in die Zukunft und ahnte das Verderben seines Volkes. Wohl denn! Sollte es sein, wenn es das Schicksal so wollte. Aber er war entschlossen. mit seiner Schaar zu kämpfen gleich den. Makkabäern. Ihren Löwenmuth fühlte er in seinem Busen. Starr vor Erstaunen sollte die Welt das hoch aufleuchtende Heldenthum der verachteren Juden bewundern und noch späte Sänger sollten von der Judenschlacht künden, in der die letzten Juden gestorben, würdig des Ruhmes, das älteste, herrlichste und geistvollste aller Völker gewesen zu sein. Er sprach davon seinen Jünglingen und sie billigten seinen Entschluß. Aber noch wollte er zuvor thun, was in seinen Kräften lag, das Letzte zu verhüten. Insgeheim setzte er sich mit dem Befehlshaber der Citadelle in Verbindung. Dieser fürchtete König Richards Rache und hielt sich fern von dem Pöbel. Habgierig und geizig war sein Sinn und er hoffte auf's Geld der I Inden. Es war schon häufig vorgekommen, daß Ritter geängstigten Juden Aufnahme in ihrer Burg gewährten. ihre Schätze ihnen abpreßten, um sie dann schließlich doch den drohenden Feinden auszuliefern. Also wollte auch er handeln. (Fortsetzung folgt.) Der „Israelis erscheint wöchentlich zweimal, Montsiss nntl Donners tags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an — Der Buchhandel verkehrt durch V. A Slriuackrv, Leipzig, Rohplatz j6. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland ib Mark an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. ' Stellesuckende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSaabe deS Israelis vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. SSL» abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnfertiouSbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt (Hauptblatt): Orthod. Amvandlnilgeii der Berliner ..Liberale:'.".— Zeitungsnachrichten « Corresvondenren- Berlin.Hasnbnrg.Breslau.VotSdam.Vknthtn.Leipzig,ttlaaau. Oesterreich:Wien.Bustland:Petersburg.-'Ne.MetonrJeru^ Inhalt vrr Brilaq«: Wie wett reicht «nscr Berttandnch der tstiiifun. und besonders der Pa--schatl, Dar,:h< _ ,iina,,« und Corrcspondenzen: Teutsckland: Berlin. Oberdorf. Schweiz: Basel. - Vermischtes. 1)0 -i-arasK Zeitungsnachrichten Belletristische Beilage: Timitri Michatloivltch. tkxtra-Beilage: Jnhalts-Berzcichniß. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. - Exveditwn des .Israelit". Schottstratze Nr. 2. Mainz. Druck und Verla« der 3o&. Wirth'schcn Snlbuchdruckerri Actien-DeseMchalt ln Main4- Hierzu drei Beilagen. -• J. - - —

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