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Der Israelit · 1904-06-01 · Heft 44 (1.6.1904) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 44 (1.6.1904)
Date
1904-06-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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I2i Frage folgende Formel: „Können und sollen die Orthodoxen den Zionismus — d. h. die in unserer Zeit zu Tage getretene Bewegung des jüdischen Volkes. welche erstrebt, Palästina zur Heimstätte des jüdischen Volkes zu machen — selbstverständlich ist unter.dem von mir gebrauchten Worte Zionismus nur dieses, aber nicht irgend eine „ketzerische Philosophie des Zionismus" verstanden — unterstützen oder nicht? Wir können und sollen. Der Verfasser will also unter „Zionismus" nur die Erstrebung Palästinas zur Heimstätte des jüdischen Volkes. Nur dieses und weiter nichts. Der „Philosophie des Zionismus" will auch der ehrwürdige Verfasser keine Handlangerdienste leisten. Herrn Raphael Breuer hingegen, der den kräftigen Satz geprägt: „Der Zionismus ist das Grab der Thora", wird die Insinuation unterschoben, er perhorrescire alles, so es nur Zionismus heisst, „mag was immer unter diesem Worte verstanden sein, selbst eine bv rwy mxo nv.n." Auf Seite 8 seiner Agitationsschrift sagt.auch der Verfasser: „Es ist ein Jrrthum, Dr. Th. Herz! alsden Schöpfer des Zionismus zu betrachten. W'e n n unter Zionismus die Sehnsucht der Juden zu ihrem angestammten Lande, Palästina, verstanden wird, ist der Zionismus so alt, wie das Judenthum selbst und bildet einen integrirenden Bestandtheil unseres jüdischen Bewußtseins^ " Wenn nun der Verfasser dieses Factum concedirt — und es ist garnicht anders möglich — erlauben wir uns die bescheidene Frage: Welchen Sinn hatte es und welchen Zweck verfolgte er dabei^ denOrthod öx e n gegenüber für brrie" p-K vw" nixa mit NIM und t'K'33 mit '"CD und KltD mit k-21 und jvs _rsmn einzuhaken? Das heisst doch zumindest offene Thüren einrennen. Und doch ist der grösste The'.l der Broschüre mit der. Beweisführung für die Kolonisation Palästinas ausgefüllt. Der sachkundige und denkende Leser findet es freilich auf den ersten Augenblick, dass, der Verfasser um jeden Preis bemüht ist, den modernen Zionismus in antiker Farbe herauszuputzen. Der gutmüthige, vertrauensselige und gesetzestrene Jude, der gewohnt ist, für Zion und Jeruscholaim zu schwärmen,, in das Wesen des Zionismus aber, wie solcher in der „Welt" proklamirt wird, sich nicht vertiefen konnte, wird es dem Papaer Rabbiner glauben, dass es derselbe Zionismus ist. für den Ramban. Chatam Sofer, Rabbi Akiba Eger und Rabbiner Hirsch geschwärmt, haben. Ich will, mich in die Widerlegung der einzelnen Theile dieser Agitationsschrift nicht einlassen. Was zu widerlegen war, hat Herr Raphael Breuer mit meisterhafter Feder widerlegt. Auch hat der „Israelit" durch sechs Jahre zu wiederholten Malen diese Frage nach allen Seiten hin beleuchtet. Ich macht' im Gegenthkil hauptsächlich jene Stellen markiren, die der Verfasser nur weitläufig behandelt, die jedoch vom Stcmdpunkte des Judenthums von gesetzestreuen Juden gar niemals angefochten wurden, hingegen aber mit dem Wesen des Zionismus, in dessen Dienste der Papaer Oberrabbiner getreten, durchaus nicht in Einklang gebracht werden können. Herr Oberrabbiner Roth beweist, 1. dass die Erlösung Israels nicht plötzlich eintreten, sondern succesive heranreifen wird, folglich sollen die Orthodoxen der zionistischen Bewegung sich anschließen' 2. Israel ist eia Volk und wenn Maimonides in unserer Zeit gelebt hätte, würde er sogar für diesen Grundsatz einen vierzehnten Glaubensartikel verfaßt haben, folglich sollen die Orthodoxen der zionistischen Bewegung sich anschließen. 3. Die Kultivirung des heiligen Landes ist eine -iTn ber rwv mo, folglich sollen die Orthodoxen der zionistischen Bewegung sich anschließen. 4. Der politische Zionismus ist auch religiös; die Führer der Bewegung sind Gegner der Assimilation; sie find unbeschadet unseres tiefen Bedauerns über ihren unreligiösen Lebenswandel.vor» toxxxxa c'pcy und 2'21; für die Entwickelung und Erhaltung des Judenthums ist die Neubelebung unseres "jüdische»: Nationalgefühls sehr nothwendig; nur der nationale Mittelpunkt ist es, der das heute in religiöse Parteien 'stark zerklüftete Judenthum zu einer gemeinsamen Thätigkeit zu sammeln vermag; die Befürchtung, daß die jüdische Orthodoxie durch den jüdischen Nationalis-, mus Schaden erleiden könnte, .ist unbegründet: der Zionismus wird die religiöse Ueberzeugung jeder einzelnen Partei und selbstverständich die der Gesetzestreuen in erster Linie achten; die öffentlich proklamirten Ziele des Zionismus enthalten nichts, was gegen unsere religiösen Prinzipien verstößt; die einseitige Entwickelung des Konfeffionalismus ist mindestens ebenso gefährlich und unheilvoll als die einseitige Entwickelung des Nationalismus; selbst bei der einseitigsten Entwickelung des Nationalismus, kann es nie dazu kommen, dass der nationale Gedanke den religiösen ganz verdrängen werde; die mm haben den Zionismus langst sanktionirt, nur unsere orthodoxen Juden in Deutschland sind aus Mangel des Verständnisses des hohen nationalen Zieles ein wenig zurückgeblieben: folglich hat das gesetzestreue Judenthum die Pfticht, die Sache von btwp* bbz zu der ihrigen zu machen. Wenn wir dies nicht thun, so diskred i t i r e n wir geradezu die jüdische Orthodoxie in ihrer Gesammtheit vor aller Welt. Ich hoffe, Herr Oberrabb. Roth wird finden, daß ich die führenden Linien seiner Schrift ehrlich, nach Thunlichkeit auch wortgetreu rrproduzirt habe und mit

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