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Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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i I! i \ :p! I , |!l li j i!! s! I 2087 r r U; rl Hirsch Lehren wollte bereits seiner Zeit durch die ganze \- Welt eine einzige Kaffe für alle Armen Palästinas f; . bilden, ohne Unterschied der Nationalität. Er wendete : sich mit diesem Plane an keinen Geringeren, als Rabbi : Moses Sofer und Rabbi Akiba Eger. Diese antworte- / ten jedoch, daß sie sich nicht das Recht zuerkannten, zu;•verändern, was ihre Vorgänger ' eingesetzt hatten.. i. . ..... ... Es lag damals „außer dem Bereiche der i physischen Möglichkeit," sich. Rath bei Dr. Heinrich - Löwe einzuholem Vielleicht Wäre sonst in 'der Sache : ' eine andere Entscheidung getroffen worden!'. [- . /. , Dr. Abrahams. j; ZeiLttngsNschrLchLeK rrrrS TsrresponveKzeA.? . Deutschland, k . . Frankfurt a. Dem zwanzigsten Jahresberichte des „Israelitischen Hilfsvereines,. Vereins zur . Beschränkung.des.Wanderbettels, zugleich Auskunftsstelle für israelitische.Armenpflege" in Frankfurt a. M., pro 1901/02, entnehmen wir:. ' In! abgelaufenen Berichtsjahr haben wir 46,289 Mark für Unterstützungen ausgegeben, davon 38,839 Mark auf Spezialfonds für besondere Fälle. Von 2399 durchreisenden Petenten wurden 2203 mit 7450 r; Mark unterstützt. An Geschenken zur: Verwendung; gingen 7768.Mk, ein... Ferner wurden:uns.seitens des Hülfskomitees für nothleidende osteuropäische. Juden Mk. 3200 zugewandt. Die Mitgliederbeiträge er- [- brachten Mk. 10,335, auf Spezialfonds würden Mark : \ ■ 35,235 eingenommen. -! r h. - An Geschenken zum. Kapitalfonds erhielten wir von .Herrn und Frau Max Goldschmidtvon.Rothschild Mk. 3000, von Frau Freifrau Wilhelm von L Rothschild Mk. 2000, von den Hinterbliebenen der sel. Frau Regine Weiller Mk. 1000, von den Hinterbliebenen des sel. Geh. Kommerzienrath Emil Ladenburg . Mk. 3000, von den Hinterbliebenen der sel. Frau;■ Fanny Hahn Mk. 1000, von Herrn Henry Vudge in -!. Newyork am hundertjährigen Geburtstag seines sel. . Vater Moritz Vudge Mk. 1000, von Frau Franziska j Speyer und Herrn Alfred Speyer zum Andenken an | den sel. Herrn Georg Speyer Mk. 2000, von Herrn l Adolph Lewisohn aus Newyork Mkr. 1000. j. Ferner überwiesen uns für das Baukvnto Herr / Charles L. Hallgarten Mk. 6000, derselbe im Namen : eines Ungenannten Mk. 1000, und Herr Henry Selig- .; man Ml.' 1000. . . Außerdem wurden wir erfreut durch eine Max l; Heim'sche Widmung zur Förderung der Bestrebungen! gegen den Mädchenhandel, zur Erinnerung an den am r> 8. Aug. 1900 verstorbenen Herrn Max Heim und im!' Einverständniß mit Frau Elise Heim, in Höhe von l Mk. 5000. . . . . Egypten. Port Said. Das Opfer einer antisemitischen : Jntrigue ist Herr Chaim Cohon aus Jerusalem ge-- worden. Der als durchaus ehrenwerth bekannte Mann,/ welcher seit vielen Jahren als Kommissionär französischer, österreichischer und russischer. Schifffahrtsgesell-/ schäften zur vollsten Zufriedenheit thätig ist,' war. unter , der Beschuldigung verhaftet worden, daß er beabsichtigt Habedie siebenzehnjährige Tochter des' Italieners, Bossi. zu entführen, um sie „zu rituellen Zwecken zu schlachten." Bei der bei dem arabischen Kreisgericht stättgehabten Verhandlung traten als Zeugen auf/'eine Nachbarin Boffi's, welche in ihrer nur durch eine dünne Wand getrennten Wohnung gehört zu Haben behauptete, wie Cohon dem Kinde Bonbons änbot, unhdasselbe zum Mitgehen beredete, ferner ' der Portier des Hauses, welcher bekundete, daß er Cohon aus der' Bossi'schen Wohnung herauskommen sah, und Bössi selber, welcher den Vorgang von seiner Tochter, erfahren zu haben erklärte, Der Veriheidiger, .C.ohyn's>/>tvie3'.' ..nach, daß das Mädchen an dem betreffenden.Tage in Folge einer Kehlkopf-Entzündung an Aphonie^/'d. h? absoluter Stimmlosigkeit litt, somit, auch nichts, von dem, was die Nachbarin gehört zu haben beeidete/gesprochen haben konnte. Ferner verinochte der/Ange-' klagte durch die Aussage eines Kaufmanns Albertini, daß er zu der betreffenden Stunde mit C> gefrühstückt habe, sein Alibi nachzuweisen. ' Trotzdem wurde er wegen versuchten- Mädchenraübs zu einem Jahre schweren Kerkers verurtheilt. In seinem / Plaidoyer erklärte der Staatsanwalt die „Ritualmord-Beschuldigung" für „Hellen Blödsinn," da niemals, auch nur/.ein Schimmer von Beweis' feafiiif crbra'd^t.vtoorben'.fei. Die Anklage lautete denn auch nur auf beabsichtigte Verschleppung des Mädchens zu unsittlichen Zwecken. Die Angelegenheit " wird vor den Appell-Gerichtshof gebracht werden. Gegen eine von der hiesigen jüdischen Gemeinde erlegte Kaution blieb Cohon auf freiem Fuße. Moil der Schlesischen Berlagsanstalt v. S. Schottlaender in Aceslan U tioat uns der diesiührigc Festkntalog vor. -der. lick durch -ine, mifjororftnitliciU’ Neichlialtigkeit an wertdvollett.gedlekienen Werken verschiedenster Art auszeichnet. so baft sich für irden Stand eine vuffende Festoabe in demselben nndet.' Auf ei»,seine.Werke dieses Berlages komme» wir im Nachstehenden eingehend zurück.. Der Fest-Katalog ist von der Verlags-Anstalt gratis und franco. zu beziehen. ' v . . , .’ . — Die Gedichte Albert Boffhacks sind in '.zweiter durchaetebener und vermehrter Auslage in der Schlesischen Berlags-Anstalt v. S. Schottlaender. Areslau. erschienen, so dag ein neues Buch, mit dem das vorige endgiltig abaethan wird, vorliegt. Hans Lindau schreibt darüber in ..Nord und Süd": „Wenn wir. die Gedichte überblicken, erfreut uns vor Aller» die gehaltvolle GedruNSenbert irud Knappheit alles Gcboteiren. Es ist würziger Trank, nichts Verdünntes und Fades olme Kraft und Feinheit. Mosfhack hat nicht viel geschrieben, aber sein Werk ist eine^. wahre Bereicherung bei lurischen Lrtteratur. die abgeklärte schöne Gabe eines reifeil H-rz.ns." lieber den Buchschmuck von Franz Hein heißt es im „D.utschen Bublind Steindrucker" in einem Aussatze über Franz -pein von F. o. Biedermann: ..Die gleiche Fähigkeit, mit geringem technischen Aufwande große künstlerische Wirkung zu erzielen, offcnbart der Künstler, in emigen Lithographien, die den Gedichten von A. R. als Buchschmuck und Jllustratio-ien beigegeben sind:... das sind alles Blatter, die unsere Lithogravhen sich Deckst genaii'a,neben ,nächtet», um daraus zu lernen, wessen ihre Technik bei bescheidensten Mitteln fah:g ist." Bei der Aiierkennimg.' die das auch in topographischer Hinsicht in jeder Beziehung vornehme und mustecgiltig iiusgestattetc. dahei billige Buch (Breis gcbuilden 4 Mk.) an den berufensteu Stellen gefunden, dürfen »vir zuversichtlich hoffen, daß sich ihm die verdiente Aufmerksamkeit immer weitere Kreise zuwenden werde.

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