Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449885--57216-2519919
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2086 Unwahr ist es doch, daß Pekidim und Ämarkalim unter falscher Flagge für die Gesammheit der palästinensischen Armen quittiren. Erstens genießen — wie ich weiterhin noch - deutlicher . auseinanderzusehen gedenke. — wirklich die verschiedenen Gemeinden unsere Spenden und außerdem wird stets bei der jährlichen Abrechnung ^woraus Sie uota bene all Ihr Material genommen haben) mit g e n a u e n Z a h l e n angegeben, wie die Geldervertheilt werden. * Untoa hr ist es, daß durch diese Vertheilung ein soziales Elend entstanden ist, das zum Himmel schreit. Unwahr ist es, daß frühe Heirathen gezüchtet werden. .••'/ -.-K - .; Unwahr istes, daß Manche nicht die große - Ausgabe gescheut, um deutsche Unterthanen zu werden. Unwahr ist es, daß Einzelnen die Ärmengelder in so.reichem Maße zufließen, daß sie wahrlich mehr als ein komfortables Leben,, bei den palästinensischen Lebensbedingungen, davon führen können. . - U n w a h r endlich ist, daß die für die Gesammtheit de: palästinensischen Armen bestimmten Unterstützungen das Familienprivilegium einzelner, begüterter Geschlechter sind. . - . Ueber alle diese Punkte schrieb ich schon das vorige. Mal. Dr. Lowe läßt das darüber. Geschriebene unbeantwortet und, als. Erwiederung auf. meine Bemerkung, daß die holländisch-deutsche Kolonie sich in dem Zeit- - raum von sieben Jahren um sechzehn. Personen verwehrte, sagt Dr. Löwe dreistweg: „Wenn Herr Abrahams es als einen-so vorzüglichen Trumpf ausspielt, daß sich die deutsch-holländische Kolonie in 7 Jahren um ganze sechzehn.Personen vermehrt habe, so hat er außer Betracht gelassen, daß eine größere Vermehrung nicht in dem Bereiche der physischen Möglichkeit liegt;" und weiter: „ich frage Herrn Abrahams, wieviel Seelen sind es weniger als hundert?" '<• Nun, ich habe durchaus keine Ursache, die Seelenzahl der deutsch-holländischen Kolonie zu verheimlichen.. In den sieben Jahren'vermehrte sie sich von 161 auf 177 Personen. Von dieser Zunahme sind sechs (neue Mitglieder der Kolonie) abzuziehen, sodaß bei ca. 166 in sieben Jahren, durch das Plus der Geburten auf Sterbefälle, eine Vermehrung von „zehn" zu konsiaiiren ist!!! . „Eine größere Vermehrung," meint Dr. Löwe, wäre.eine physische Unmöglichkeit!!!" Zehn Personen in 7 Jahren auf 160 macht noch nicht einmal 0,90% per Jahr. — In 1901 war der Surplus aber u. a. in:. Amsterdam 1,41 %, Köln 1,61%, Zürich 1.86 Je, SuenoS Ayres 2,10 %, Essen 2,59 %. Charak-! teristisch genug für dieganze Art der Beweisführung des Herrn. Dr. Löwe sind die zitirten Worte. Gr werß n i cht wievi e l Per sonen die deutsch-, holländische Gemeinde zählt , erklart aber doch, ' daß-, eine• g r oßere Vermehrung eine physisch e U n m ö g t ich k eit sei. * $un zu der früher angedeuteien näheren Erklärung über die Vertheilung der Gelder. ,. ■ Wie bekannt, senden die verschiedenen Länder,' wie' Rußland, Oesterreich-Ungarn etc., die beiihnen einkommenden Spenden ausschließlich an ihre eigenen früheren Landsleute, „die holländ.-deutsche Gemeinde" ' empfängt also nichts aus änderen Ländern. Für die aus Holland und Deutschland fließenden Gelder gelten dagegen folgende Bestimmungen: 1) Die Beträge aller außerordentlichen Sammlungen, so alljährlich für Mäzzoth zu Peßach und dieaugenblickliche Sammlung, r werden ganz ohne Unterschied der Nationalität vertheilt. 'V. ’ 2) Von den gewöhnlichen Einkünften. werden - von den. erst einkommenden 10,000 Gulden, 8000, sage achttausend Gulden, den anderen Gemeinden? zugewendet. ' " i; / - 3) Von weiter einkommenden Summen gehen 40 pCt. und häufig noch mehr an die anderen Gemeinden...- '° V:’- Wo nun Holland-Deutschland den anderen Ländern gegenüber solch eine günstige-Ausnahme macht, ist es da zu viel, wenn wenigstens dafür gesorgt wird, , daß frühere deutsche Juden (Holländer'sind beinahe gär" nicht da) nicht herumzubetteln brauchen?' Oder fände man es-richtiger, daß das frühere . Heimathlanö mit Bettelbriefen von den einzelnen Mitgliedern der deutsch-holländischen Gemeinde .überschwemmt würde?.".''"" ': ' - - - v Das wurde - aber'ünbediMt..''stattfrnde'n,' ..wenn die Chalukoh eingezogen'Nder vermindert'wird. Denn nochmals: Nach den Erklärungen von Verschiedenen, die vollkommen in die dortigen Verhältnisse eingeweiht sind, haben fast alle Mitglieder der h. Gemeinde trotz allem nur ein dürftiges Auskommen und kann keiner die Chalukoh entbehren.- Man ziehe dabei in Betracht, daß die jüngsten Vertheilungsbestimmungen nicht vor achtzig, sondern vor sieben Jahren getroffen sind, unter Mitwirkung von verschiedenen Haüptsammlern in - Deutschland, d'ie Herren Rabbiner, denen die Sache, unserer palästinensischen Brüder sehr nahe am Herzen liegt: Die Herren Bamberger-Würzburg, Dr. Breuer-Frankfurt ä. M.. Dr.' Marx-Darmstadt. — .Ferner, daß alle Interessenten in Palästina vollkommen damit einverstanden sind. ' 1 : Zum Schlüsse noch eine Mittheilung, -die-Herrn Dr. Löwe gewiß nicht wenig in Erstaunen setzen wird. Rabbi Hirsch Lehren, er, den man bei jeder Besprechung dieser Angelegenheit mit Ehren erwähnen sollte,-Rabbi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.