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Der Israelit · 1884-02-07 · Heft 11 (7.2.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 11 (7.2.1884)
Date
1884-02-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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161 Lhodoxie an den Tag legt, enthält in der Nr. 4 eine Entgegnung auf meine inN.2 dcs„Jsr." veröffentlichte Kritik „der kürzesten Darstellung der nachbiblischen Geschichte für die israelitische Schuljugend" von Dr. Lcimdörffer, Prediger an dem Tempel dahier. Entgegnung? Nein, der Name ist entschieden unpassend, denn von all' meinen gegen dieses Buch erhobenen Ausstellungen ist auch nicht eine einzige widerlegt worden, und wenn als Gegengewicht angeführt wird, daß das Buch „von jüdischen Pädagogen und Lehrerversammlungen wärmstcns begrüßt und empfohlen wurde", so bleibt eben Angesichts der vielen von mir hcrvorgehobencn Fehler nur die eine Wahl, anzunehmen, daß entweder jene Pädacher Zeit leben), sondern unter seine Jünger und Genossen gezählt wird,ohne daß das richtigeBerhältniß auch nur mit einem Worte erwähnt wird, so ist dies wieder ein Beleg, daß Herr Dr. Lcimdörffer von dieser ganz unbczweifeltcn Thatsacke eben nichts wußte. „Der unwissende Orthodoxe will auch keinen Rabbi Gamliel de Jabue kennen," heißt. es in der „Wochenschrift" weiter. Der ..unwissende Orthodoxe" weiß von Rabbi Gamliel de Iabne mehr als Herr Dr. Lcimdörffer, nämlich, daß er nicht identisch ist mit Nabban Gamliel I., dem Enkel Hillels, welchen Herr Dr. Leimdörfer fälschlich zu dessen Sohn machte, sondern daß er der Urenkel Hillels und der Enkel Rabban Gamliels I ist. Ich habe gogen das Buch nicht gelesen haben, oder daß ihre ' sogar in meinem Aufsatze ausdrücklich hervorgehoben, jüdisch-historische Bildung auf demselben Niveau steht j daß Nabban Gamliel II nach dem Tode des Rabbi wie die des Herrn Dr. Leiindörffer. Eine Widerlegung ■ Jochanan ben Sackai die Nassiwnrde erhielt.*) wird, wie gesagt, kaum versucht. Das einzige, was scheinbar an eine solche streifen könnte, ist folgender Passus: „Wieso? was wird bemängelt? daß Hillels Wort an den Heiden: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." nicht von Hillel stamme (braucht man das erwachsenen Schülern erst zu sagen?), daß Schammai mit seinem Ausspruche (Abot I. 15) nicht gemeint habe, „mache die Religion zur Hauptsache," dann, daß Xaelmm iscli gamsu ein Zeitgenosse Akiba's gewesen, dann einige Druckfehler, die im Druckfchlervcrzeichniß berichtigt sind." Ich aber hatte nicht gerügt, „daß Hillels Wort an den Heiden: ..Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", nicht von Hillel stamme, sondern ich hatte behauptete Hillel habe überhaupt dem Heiden diese Aiitwort gar nicht gegeben, sondern Hillels wirkliche Entgegnung an den Heiden im Original angeführt, und der Kritiker meines Aufsatzes, der nach der von ihm an den Tag gelegten Ignoranz beinahe mit Herrn Dr. Lcimdörffer identisch zu sein scheint, hat sie vcrmuthlich nicht übersetzen können und möge dcßhalb auf diesem Wege erfahren, daß der Satz bedeutet: „Was dir verhaßt ist, thuc keinem andern ', vielleicht eine Erläuterung, aber doch keinesfalls eine Wiedergabe des biblischen 7]iD3 spn1? FnnNi — Wenn ferner Herr Dr. Lcimdörffer nicht in einer Predigt, wo man ja leider an willkürliche Deutungen biblischer und talmudischer Aussprüche nur allzu gewöhnt ist, sondern in einem Schulbuche: nmn npy >’Dp übersetzt: „Halte Religion für Hauptsache," so ist dies ein sicheres Zeichen, daß er von der wirklichen Bedeutung dieses Satzes keine Ahnung hat. Der Verfasser fährt fort: „Von Hyrkaus II. j Tochter „Marianne-" hat er nie gehört". Vollstän-! big wahr , ebensowenig, wie ich weiß, warum der Verfasser ,, Marianne" mit Anführungszeichen schreibt. Da in meinem Aufsatz richtig „Mariamne" gedruckt war, sollte dies vielleicht dem Verfasser als Fehler erschienen sein? Dagegen weiß ich , daß Mariamne, die Gemahlin des Herodes, die Enkelin Hprkäns H., nämlich die Tochter seiner Tochter Alexandra war , welch' letztere in der Geschichte Israels eine so bedeutsame Stellung eingenommen hat, daß ein hoher Grad von Unwissenheit dazu ge-, hört, sie nicht zu kennen. Die Replik hat mid) also durchaus nicht in die' Versuchung geführt , -von den von ihr erwähnten Behauptungen auch nur. eine zurückzunchmcn. — Was aber erwidert der Verfasser des Artikels auf all' die anderen Ungeheuerlichkeiten, die ich angeführt habe? Wie will er es rechtfertigen, wenn Simon ben Schetach und Juda ben Tabbai Brüder genannt werden, wenn dem Rabbi Akiba ein Lebensalter von 170 Jahren vindicirt, wenn Rasch! zu einem Schüler des Rabbenu Gerschom gemacht, wenn Joses Albo zu den Eommentatoreu des Schnlchan-Arnch gezählt und Rabbi Jonathan Eibenschütz unter die Eoryphäcn der neuesten Zeit gerechnet und erst nach Akiba Eger erwähnt wird? Mir scheint, als solle jener Hinweis aus die Druckfehler hier aushelfcu; aber in dem Druckfehlerverzeichnis; der ersten Austage, die mir *) Zu meinem Bedauern hat der Setzer allerdings aus der Naffiwürde eine „Nassirwürde" gemacdt, wie er denn auch meui Gera'.hewohl" in ein „Geradeiroht" verwandelt und damir^der Und wenn endlich nicht, wie der Artikel in der Krplik den einzigen berechtigten Ai'hatiLpunkl gegeben hat. DaS „Wochenschrift' uns glauben machen will, Nachum; der Verfasser des Artikels mit seinem Tadel bin„chltlch der rorosii hrr Lpbrer Rabbi Akiba'6 einsoch Unter »Kritik" will, begreife ich nnbt Ich hatte mein ba* §«M8U, oer ^eyrcr mavo I^lwa S, euisaai unier > lfi6et ausgesprochen, dag di-Kritik -S verabsäumt ch.be. vordem dle Zeltgenoffen Aklba's gerechnet wird (es ist selbsti Gebrauche dieses Buches;u warum, und ich MUL dar Bebaue,n. verständlich, daß der Lehrer und der Schüler zu glci- ' wie das Befremden hierüber sachlich und formell aufrecht erhallen.

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